Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

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Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

Ungard
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Mal zum Thema langsam anfangen, 1x HPC bauen statt 3-4
Also fahre sicher kein einzelnen Lader an.
Viel zu unsicher. Belegt oder defekt oder whatever.
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Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

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Du hast immer zwei Möglichkeiten (und alles dazwischen): Anschluß auf Durchschnittsverbrauch, dann zahlst du bei Überschreitung. Oder du bezahlst eben die höhere Anschlußleistung und sparst dir die Spitzenlastkomponente.

Die resultierenden Kosten sind übrigens sehr ähnlich, was auch so sein muß, wenn das EVU rechnen kann.

Peak shaving lohnt nur bei hohen Lasten im zweistelligen MW Bereich, wird aber da zunehmend durch Sanftanlauf und nicht durch Speicher realisiert. Maschinen im Bereich 5 bis 80 MW (größte Einzelmaschine, die ich kenne), erhalten inzwischen immer einen Frequenzumrichter mit ICL Funktion. (Inrush Current Limiter = Anlaufstrombegrenzung , inzwischen auf Nennstrom eingestellt).

Akkuspeicher machen (wenn überhaupt) nur Sinn, wenn man dadurch das Ausspeißen von PV ins externe Netz vermeiden kann, insbesondere wenn man die Nennauspeiseleistung dadurch reduzieren kann, also eine "kleinere" PV gegenüber dem Netz simuliert. Das ist zwar peakshaving, aber von Ausspeiseleistung, nicht von Bezug.

Gruß SRAM
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Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

hgerhauser
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Jupp78 hat geschrieben: Das ist beim Strom doch rundrum bereits heute der Fall. Auf Strom liegt eine deutlich geringere Steuerlast, als auf Diesel und Benzin,
Vom Energiegehalt 1 Liter = 10 kWh

Interessanterweise ist inzwischen Preispartität da zwischen dem Preis ab Windrad und ab Tor Raffinerie, beides etwa 4 Cent die kWh oder 40 Cent der Liter.

Wie kann es da sein, dass Diesel weniger Steuerlast trägt als Strom, aber Strom für den Haushaltskunden 3 Euro den Liter Diesel Äquivalent kostet und Diesel 12 Cent die kWh?

Vereinfacht drei Gründe:

1. Bei Strom gibt es Steuern, die umetikiert worden sind, und statt Steuern Umlagen heißen.

2. Beim Strom werden Industriesubventionen durch Privatkunden getragen. Wäre beim Diesel so, wenn die LKW's nur 40 Cent den Liter zahlen müssten und das auf die privaten Verbraucher umgelegt würde, die dann 2 Euro den Liter zahlen dürften, damit im Schnitt für den Staat das gleiche rauskommt, wie bei 1,20 Euro für alle.

3. Staatlich regulierte Netzkosten für Strom sind viel höher pro Liter Diesel Äquivalent als die Pipelines, Schiffe und Tanker, mit denen der Diesel zur Tankstelle gekarrt wird, obwohl Erdöl/Diesel viel weitere Strecken transportiert wird als Strom.

Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

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Ja: der Transport von Strom ist pro Energieeinheit mit Abstand am teuersten. Weltweit.

Gruß SRAM
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Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

hgerhauser
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Braunkohlekraftwerke werden in der Nähe der Tagebaue gebaut, Steinkohlekraftwerke und Gaskraftwerke in der Nähe der Verbraucher. Das liegt an den relativen Transportkosten. Vor einer Unzahl von Reformen waren die ziemlich alle in einem Unternehmen beheimatet und damit herrschte Kostentransparenz.

Heute sieht das bei den Netzkosten leider anders aus.

Das besonders Perverse: Es ist nicht nur so, dass es egal ist, wo man das Kraftwerk hinsetzt, weil man eh immer den gleichen Strompreis bekommt und die durch die Kraftwerksstandortswahl erhöhten Netzkosten auf den Verbraucher umgelegt werden. Weil die Netzkosten teilweise auf die lokalen Verbraucher umgelegt werden, lohnt es sich für Verbraucher sogar ihre Standortwahl so zu setzen, dass sie möglichst weit weg von den Kraftwerken stehen.
Zuletzt geändert von hgerhauser am Do 10. Sep 2020, 18:51, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

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phonehoppy hat geschrieben: Weil hier die Prinzipien der freien Wirtschaft nicht greifen, besteht die einzige Lösungsmöglichkeit in einer gewissen staatlichen Regulierung.
Sehe ich anders. Einfach dort nicht laden, einfach ignorieren. Lade nur noch mit der ADAC Karte und demnächst noch an den superchargern.
Stefan
Demnächst rein elektrisch unterwegs.
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Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

Jupp78
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hgerhauser hat geschrieben: Interessanterweise ist inzwischen Preispartität da zwischen dem Preis ab Windrad und ab Tor Raffinerie, beides etwa 4 Cent die kWh oder 40 Cent der Liter.
Wie kommst du da drauf?
Die Stromsteuer beträgt 2,05 Cent/kWh und beim Diesel sind es 4,8 Cent/kWh.
Natürlich kommt da bei beiden noch MwSt. drauf (inkl. Steuer auf Steuer), das ändert am Ergebnis aber nichts.
Alternativ könnte man die Steuerlast auch pro Kilo CO2 rechnen, aber auch das ändert am Ergebnis nichts.

Strom ist einfach eine veredelte Energie, die wesentlich mehr Prozessschritte durchlaufen muss, als Diesel zu erzeugen. Das kostet halt.
Und nein, die Umlagen sind keine umgelabelten Steuern. Steuern landen im Staatshaushalt, damit werden Schulen und Straßen finanziert. Die Umlagen sind der planwirtschaftliche Anteil an der Stromerzeugung bzw. des Transports. Nehmen wir die größte Umlage, die EEG Umlage. Die finanziert den Strom aus erneuerbaren Energien und nicht den Staat. Das Geld braucht es, um Windräder, PV-Anlagen und Co. zu bezahlen. Nehmen wir eine kWh und nehmen wir an, dass die Aufteilung zwischen konventionell und EEs 50/50 ist, so bezahlt man für die Erzeugung dieser einen kWh ca. 2 Cent für die halbe kWh konventionell (bei angenommenen 40€/MWh) und knapp 7 Cent für den EE-Anteil.
Und die Netzkosten sind nicht aufgrund der staatlichen Regulierung so hoch wie sie sind, es ist einfach teurer Strom an den Kunden zu bringen, als Öl oder Diesel da hin zu bringen.

Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

hgerhauser
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Die Preise ab Windrad sind die Preise, die in Auktionen heute erzielt werden, grob ist man da in Nordwesteuropa bei etwa 4 Cent die kWh.

Die Preise ab Raffinerie sind nahe an den Großhandelspreisen frei Rotterdam und auch bei etwa 4 Cent die kWh.

Diese Preisparität ist vor Steuern, Abgaben, Umlagen und Verteilung an den Endkonsumenten.

Das ist ein grober Überschlag, die Preise für Diesel frei Rotterdam varieren natürlich stark, und die Auktionspreise auch.

Die EEG Umlage ist offiziell keine Steuer, damit man nicht sagen muss(te), dass die Erneuerbaren aus Steuermitten subventioniert werden.

Inzwischen ist aber das Ziel erreicht. Die Erneuerbaren sind jetzt günstiger als konventionelle (Neubau)Kraftwerke. Es müssen also vor allem noch historische Subventionen abbezahlt werden.

Alles andere gleich ist es billiger Diesel zu transportieren als Strom, es ist aber nicht alles andere gleich, so steht die nächste Raffinerie deutlich weiter weg von mir als das nächste Windrad, und ein Großteil der Kostendifferenz zwischen Strom und Dieseltransport heute (absolut betrachtet in Cent pro kWh) geht meines Erachtens auf überholte, historisch gewachsene und stark ineffiziente Regulierung zurück.

Und da gibt es auch ein Zusammenspiel mit dem EEG, ein beträchtlicher Teil der Netzkosten heute kommt, weil es lokale PV und Windüberschüsse gibt, die zu Netzausbau bei minimaler Auslastung führen. Die Netzbetreiber haben eine Garantierendite und können ihre Kosten umlegen, damit haben die überhaupt kein Interesse hier Kosteneffizienz anzureizen.

Statt Netzausbau wäre eine andere Lösung die gezielte Abnahme von lokal erzeugtem Strom, angereizt durch niedrige Preise.

Wenn lokal ein Überschuss da ist, fallen keine Netzkosten an, im Gegenteil man spart Netzausbau ein, trotzdem muss man 30 Cent die kWh zahlen, auch wenn der Strom vom Nachbarn eingespeist wird.

Auch die Ladesäule an der Autobahn zahlt volle Netzkosten, auch dann wenn das Windrad direkt daneben steht und abgeregelt werden muss, weil es Netzengpässe gibt, bzw. hohe Netzkosten für den Export des Windstroms in 100 Stunden im Jahr verursacht werden.

Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

Jupp78
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Warum vermischt du jetzt Preise und Steuern? Um abzulenken, dass die Aussagen zu den Steuern einfach nicht passen?

Dabei sind inzwischen die Preise bei EEs echt konkurrenzfähig, wobei das auch nur die halbe Wahrheit ist. Denn die EEs hatten und haben schon immer zwei entscheidende Privilegien genossen. Zum einen die Einspeisevergütung des EEG, welche uns heute die Rechnung von gestern zahlen lässt, weil die über 20 Jahre läuft und zum anderen (wird immer wichtiger) den Einspeisevorrang. Ohne letzteren sind die EEs praktisch wertlos. Das sieht man gerne bei PV-Anlagen, die jetzt so langsam nach 20 Jahren da raus rutschen. Die will niemand mehr da draußen.

Und nein, es ist einfach unwahr, dass ein Windrad abgeschaltet wird, wenn es Verbraucher dafür gibt. Das ist gesetzlich untersagt. Die Ladesäule an der Autobahn muss natürlich volle Netzkosten zahlen, wenn sie vom allgemeinen Netz den Nutzen ziehen will. Natürlich wäre auch erlaubt es exklusiv ans Windrad zu koppeln und kein Netz in Anspruch zu nehmen. Aber finde dafür mal Windradbetreiber und Ladewillige ... viel Spaß.

Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

ubit
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Genau das würde irgendwann Mal probiert und es war eben nicht erlaubt... Ladesäulen dürfen keinen Eigenstrom abgeben und dabei die Netzkosten umgehen. Findet sich irgendwo in den Tiefen des Forums. Der an der Ladesäulen abgegebene Strom wird auch in diesem Fall mit den üblichen Abgaben belastet.

Ciao, Udo
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