An jeder öffentlichen Ladesäule einfach über den Stromvertrag des eigenen Energieversorgers bezahlen?

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An jeder öffentlichen Ladesäule einfach über den Stromvertrag beim eigenen Energieversorger bezahlen? Derzeit noch undenkbar! Doch die Bundesnetzagentur (BNetzA), die als staatliche Regulierungsbehörde für Energiethemen zuständig ist, hat im Juni ein Konsultationsverfahren eröffnet, in dem genau diese Idee diskutiert wird.

Die BNetzA reagiert damit auf den in Deutschland entstandenen Lade-Dschungel, der vielerorts als hoch-kompliziert und intransparent beschrieben werden kann: mit kunden-individuellen Ladepreisen und einer Vielzahl von Ladekarten.

Schaut dazu doch mal bei electrive.net unter https://www.electrive.net/2020/08/24/bu ... reundlich/ vorbei: Der Branchendienst konstatiert sehr unterschiedliche Sichtweisen dazu. In einem Punkt sind sich aber alle einig: Die erfolgreiche Entwicklung der Elektromobilität hängt von einer nutzerfreundlichen Ladeinfrastruktur ab!

Wie ist eure Meinung zu dem Thema? Muss der Staat regulieren oder kann der Markt noch selbstständig zu einer Lösung finden?
Zuletzt geändert von YouCharge.Me am Mo 31. Aug 2020, 14:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: An jeder öffentlichen Ladesäule einfach über den Stromvertrag des eigenen Energieversorgers bezahlen?

hmwfreak
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Das man überall seinen Strom zum Preis seines Hausstroms bekommt ist, so glaube ich, Utopie und wird sich die nächsten Jahre nicht durchsetzen. Dazu müssten unsere Politiker endlich mal ihre Arbeit richtig machen und wer glaubt schon daran. Bisher ist doch alles nur halbgar und nichts wird durchdacht. Das fängt doch bei den Steuern und Abgaben an, die für Fahrstrom anders berechnet werden müssten und hört bei der Uneinigigkeit der Parteien untereinander auf. Entweder ich will eine saubere Umwelt und arbeite danach oder ich lass es gleich ganz.


An jeder kann ich zwar nicht laden, aber zumindest an jeder Säule von EnBW und deren Partnern. Dazu kann ich sogar mein Guthaben aus einer "Cloud" nutzen , da ich das Guthaben vorher selbst produziert habe... . Sollte mein Guthaben aufgebraucht sein zahle ich auch nur den Preis den ich auch zuhause zahlen müsste.

Re: An jeder öffentlichen Ladesäule einfach über den Stromvertrag des eigenen Energieversorgers bezahlen?

Optimus
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Ich denke eine Regulierung ist dringend nötig. Ob das gleich dazu führt, dass ich den Preis meines Stromversorgers an der Ladesäule bezahle glaube ich nicht. Das ist zuviel auf einmal genauso wie Plug&Charge. Da fehlen einige Voraussetzungen (zentrale DB, Verrechnung, Datenaustausch durch Versorger...).
hmwfreak hat geschrieben: Entweder ich will eine saubere Umwelt und arbeite danach oder ich lass es gleich ganz.
So eine Haltung führt bei dem Thema dazu dass sich unsere Umwelt nur noch schneller verschlechtert. Bei politischen Prozessen muss man (leider) sehr viel Geduld haben und sich auch über kleine Schritte freuen (auch wenn es schwer fällt). :(
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Re: An jeder öffentlichen Ladesäule einfach über den Stromvertrag des eigenen Energieversorgers bezahlen?

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Wenn man dies ähnlich den Regelwerk der Stromversorger unabhängig vom Netzbetreiber macht müsste in einem ersten Schritt die Netzkosten auf der Rechnung stehen, weil diesen Betrag kann ich nicht verändern.
Auf eine Ladesäule würden dann diese Netzkosten zusammen mit den Energiekosten den Endpreis ergeben. Wobei die Netzkosten wenn ausgewiesen niemals bei meinem eigenen Kunden billiger sein können wie bei Kunden eines anderen Stromanbieters.

Trotzdem bleibt aber das Problem der undurchsichtigen Ladesäulenpreise, weil diese Netzkosten eben nicht leicht ersichtlich sein werden. Wenn ich aber einen günstigen Stromanbieter habe, bin ich zumindest sicher immer den billigsten Tarif zu bezahlen, das ist doch auch schon was. Manchmal hat man halt das Gefühl,die Netzbetreiber finanzieren ihre Anlagen durch die Roamingpartner in dem diese mehr Netzgebühr zahlen wie die eigenen Kunden, das muss aufhören.

Ob die Netzgebühren dann aber ein Zeit oder ein kWh Tarif sein wird, ist dadurch nicht geregelt, so gar schlimmer, weil die Netzgebühren nicht unter den Verkauf der Ware selber fallen und daher frühere Verordnungen dann aufgehoben sind.

Wie das bei den Mobilfunkanbietern funktioniert, wo ja keine Netzgebühr durch gereicht wird, ist mir hier aber nicht verständlich. Aber wenn man den Bricht liest will man eher das Modell des Haushaltsstroms kopieren und nicht das der Mobilfunkanbieter.

Es gibt aber trotzdem einen großen Unterschied: Bei den Mobilfunkanbieter darf man nicht zu viel Roaming machen, das steht so in den Bedingungen. Ich kann also nicht einen billigen Holländischen Vertrag nehmen und ausschließlich in Österreich damit telefonieren. Und genau das würde man aber mit dem Fahrstrom machen, weil zu Hause habe ich ja meine üprivate Ladesäule, ich benötige daher diese Möglichkeit ausschließlich auf der Langstrecke außerhalb meines Netzanbieters. Das kann also mit dem Modell der Mobilfunknetze nicht funktionieren.

Und wenn dann nur das angeführte Modell
"...so wie es beim Haushaltsstrom längst üblich ist.... " verwendet wird, kenne ich die Netzgebühren ja wieder nicht....
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Re: An jeder öffentlichen Ladesäule einfach über den Stromvertrag des eigenen Energieversorgers bezahlen?

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Ich bin ja schon länger ein deutlicher Befürworter dieser Regelung, die aus Kundensicht sicher die einfachste Lösung wäre und den standortbezogenen Preiswirrwarr sofort beenden könnte. Es müsste eigentlich nur ein verbindlicher Standard für den Datenaustausch sowie eine Verpflichtung zum Roaming beschlossen werden. Dann könnte ich mit dem Stromanbieter meiner Wahl einen Tarif vereinbaren und mich an jedem Ladepunkt darauf verlassen.

Dauernde Preisrecherche erledigt. Karten/Apps joglieren erledigt. Plug&Charge möglich. Preisauszeichnungspflicht erledigt - über die Vertragsunterlagen. Und ob die Durchleitungs- bzw. Netznutzungkosten jetzt Stromtrassen und Trafohäuschen beinhalten oder eben auch Ladesäulen, macht systematisch keinen Unterschied. Super Sache eigentlich.

Aber es gibt auch Nachteile:
- Der anbieterseitige Preisdschungel würde bestehen bleiben. Ich muss mich trotzdem je nach Nutzungsprofil für einen Anbieter und Tarif entscheiden.
- Die Endkunden-Preise würden wahrscheinlich eher steigen als sinken, weil die Mischkalkulation auch "teure" CPOs einbeziehen müsste.
- Betreiber, die nicht an der Roamingpflicht teilnehmen wollen, würden ihre Säulen abbauen (oder gar nicht erst aufbauen) bzw. sie als "closed user group", sprich privat kennzeichnen. Das würde wiederum den flächendeckenden Ausbau bremsen.

PS und OT: Was in dem Zusammenhang meiner Meinung auch dringend angepasst werden müsste, wäre die Höhe der Endverbraucher-Abgaben beim Fahrstrom und/oder Entfall der EEG-Umlage, wenn dort Ökostrom fließt.
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Re: An jeder öffentlichen Ladesäule einfach über den Stromvertrag des eigenen Energieversorgers bezahlen?

hmwfreak
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Optimus hat geschrieben:
hmwfreak hat geschrieben: Entweder ich will eine saubere Umwelt und arbeite danach oder ich lass es gleich ganz.
So eine Haltung führt bei dem Thema dazu dass sich unsere Umwelt nur noch schneller verschlechtert.
Das ist nicht meine Haltung sondern z B. die unserer Politiker. Nimm die grüne Verweigerungspartei die grundsätzlich gegen alles ist was nicht ihrem Radikalbild entspricht und dann selbst kleinen Verbesserungen ihre Zustimmung verweigert. Siehe dazu die Berichte zum Klimaschutzgesetz das im Jahr 2019 verabschiedet werden sollte. Dies ist nur eines von vielen Beispielen und wer eine saubere Umwelt will muss auch mal einen Kompromiss eingehen um dann darauf weiter aufzubauen und da setzt es leider bei unseren Politiker schnell aus.

Re: An jeder öffentlichen Ladesäule einfach über den Stromvertrag des eigenen Energieversorgers bezahlen?

Optimus
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@hmwfreak Sorry, wohlte nichts persönlich unterstellen.
Genau das mit den Kompromissen meine ich mit "kleinen Schritten". Nur "faul" dürfen die Kompromisse eben nicht sein.

Was die Abgaben und die EEG-Umlage auf BEV-Fahrstrom betrifft, sehe ich auch Handlungsbedarf. Warum werden Großverbraucher z.B. davon ausgenommen?
Wie ist das mit dem Fahrstrom der Bahn? Der ist ja angeblich auch 100% grün. Oder der für ÖPNV (Tram/S-Bahn).
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Re: An jeder öffentlichen Ladesäule einfach über den Stromvertrag des eigenen Energieversorgers bezahlen?

Blueskin
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Dann will ich bitte auch keine Abgaben und EEG-Umlagen für den Strom meines Elektroherdes, der meinen Gasherd ersetzt hat!
Und für den Elektro-Rasenmäher statt des Benziners.
Und für den Elektrogrill.
;)

Re: An jeder öffentlichen Ladesäule einfach über den Stromvertrag des eigenen Energieversorgers bezahlen?

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Optimus hat geschrieben: Was die Abgaben und die EEG-Umlage auf BEV-Fahrstrom betrifft, sehe ich auch Handlungsbedarf. Warum werden Großverbraucher z.B. davon ausgenommen?
Damit wenigstens ein paar Grundstoff- und Schwerindustrien in Deutschland verbleiben...

Gruß SRAM
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Re: An jeder öffentlichen Ladesäule einfach über den Stromvertrag des eigenen Energieversorgers bezahlen?

Optimus
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Und Energie Sparen dürfen die andern dafür. Und wenn sie zuviel sparen, dann werden die Grundpreise raufgesetzt, damit der Reibachkoiffizent wieder stimmt. Irgendwie hatte ich das mit den erneuerbaren Energien und dem Energieverbrauch mal anders verstanden. :?

Man will doch auch mehr BEV und "sauberen" Transport/Individualverkehr haben. Dann sind das doch die gleichen Stellschrauben (Abgaben/Umlagen/Steuern). Was für den einen recht ist (Grundstoff- und Schwerindustrien) sollte doch auch für den anderen gelten (Strom für sauberen Transport/Individualverkehr/BEV).
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