Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

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  • Spüli
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Moin!
Im öffentlichen Raum sind auch AC-Ladepunkte sehr teuer. Die günstigen AC-Punkte sind spätestens nach der Eichrechtsreform auch teuer geworden. Wenn man dann im öffentlichen Raum eine der schönen Mennekes-Säulen errichten will, kommt da auch eine schöne Summe zusammen. So richtig günstig geht es dann nur in vorhandenen Gebäuden wo die Wandmontage und ein paar Kabelkanäle die Montage vereinfachen. Zum Geschäftsmodell wird AC wenn die wesentlichen Einnahmen aus anderen Tätigkeiten kommen, also zum Besipiel bei Hotels und anderen Gewerbebetrieben die so Publikum anlocken.

Von daher macht es schon Sinn, im öffentlichen Raum voll auf DC-Ladepunkte mit >50kW zu setzen. Alleine mit AC kann ich mir mittelfristig kein Geschäftsmodel vorstellen.
Gruß Ingo
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Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

meyma
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Die pauschale Fokussierung auf DC ist doch einfach unsinnig. Ich will auf jedem größeren Parkplatz eine AC-Lademöglichkeit haben. Das wird auch bestimmt so kommen, denn so ist es besonders praktisch. Man muss ja nur in Richtung Norwegen schauen, wo der Markt deutlich weiter entwickelt ist. Auch dort wird weiterhin mit AC geladen. Auch Holland ist da schon etwas weiter, wo man einfach mal 40x AC 22kW + 12x Tesla WC an einem Einkaufscenter verbaut: https://www.goingelectric.de/stromtanks ... g-3/19631/.

Öffentliche AC-Ladepunkte sind nicht pauschal "sehr teuer". Klar wer eine schicke Menneckes-Säule aufstellt zahlt relativ viel, die eher einfachen Wallbox-ähnlichen Produkte sind jedoch für unter 1500€ zu haben. Und mit denen darf dann auch abgerechnet werden.

Ich nutze ganz gerne die Wallbox bei einer nahegelegenen Tankstelle. Da ist sonst nichts und ich lasse den Wagen dann die Nacht über da stehen und bin wirklich nur zum Laden da. Der große Vorteil dieser Wallbox ist, dass die Zuparkwahrscheinlichkeit extrem niedrig ist.

Schnellladen mache ich nur an der Autobahn und an Supermärkten. Wenn ich irgendwo für >1 Stunde bin wäre DC völlig überdimensioniert und unnötig schädlich für den Akku. Andererseits kann ich in 1h locker 20% von meinem Akku laden. Die nehme ich wenn es sich irgendwie anbietet auf jeden Fall mit.
Hauptwagen: Skoda Citigo e iV seit 05/2020
Zuvor gefahren: Renault Zoe, Mitsubishi iMieV, Tesla S85, BMW i3 120Ah, VW e-UP, Tesla P100D

Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

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Wenn, wie im ursprünglichen Beitrag dieses Threads eine Gemeinde oder Stadtwerke einzelne Ladesäulen irgendwo aufstellen, dann ist das gleich ziemlich teuer und da geht das wenigste für die eigentliche Ladesäule drauf. Wenn hingegen z.B. in einem Parkhaus gebündelt viele Ladepunkte geschaffen werden, dann sind die Kosten pro Ladepunkt wieder überschaubar. Ob die dann wiederum "wirtschaftlich" betrieben werden können - oder ob eine irgendwie realisierte querfinanzierung nötig ist - steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich denke man kann froh sein, wenn Wartung, Reparatur und Stromanschluss durch die Einnahmen gedeckt sind. Für öffentliche Gebäude würde sich anbieten Ladepunkte -wie Behindertenparkplätze - nach gewissen Quoten vorzuschreiben. Besonders wichtig wäre das Einrichten von Mitarbeiterladestationen bei Firmenparkplätzen. Auch hier ist eine "Wirtschaftlichkeit" nicht zwangsweise nötig.
08/2019 Outlander PHEV PLUS: (ca >95% der km und 99,5% der Fahrten elektrisch, überwiegend PV geladen - für Kurzstrecken, Berg- und Anhängerfahrten)
0?/2021 VW ID.3 Pro Business: als Firmenwagen bestellt - für Kurz und Mittelstrecken

Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

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Spüli hat geschrieben: Im öffentlichen Raum sind auch AC-Ladepunkte sehr teuer. Die günstigen AC-Punkte sind spätestens nach der Eichrechtsreform auch teuer geworden. Wenn man dann im öffentlichen Raum eine der schönen Mennekes-Säulen errichten will, kommt da auch eine schöne Summe zusammen.
Die günstigen NewMotion und Keba Boxen sind rund 1.000 Euro teurer geworden, stimmt. Bei Mennekes ist dagegen die neueste Generation eichrechtskonformer Hardware in Form einer Ladesäule mit zwei Typ 2 Ladepunkten rund 3.000 Euro günstiger geworden.

Ladesäule Smart 22: 9.582 € Brutto UVP
Ladesäule Amedio Professional+ 22: 6.473 € Brutto UVP
Think PIV4 von 2012-2015 || VW e-up! von 2016-2018
seit 2018 mehrere nextmove Fahrzeuge im Wechsel || Opel Ampera-e II Hyundai IONIQ II Hyundai KONA

Batterie Upgrade - ein Praxisbericht || Ladestation am Mehrfamilienhaus

Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

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@meyma

Die Zuparkwahrscheinlichkeit ist sogar sehr hoch: sie nennt sich meyma.

..Mann, Mann, Mann .....

Gruß SRAM
________________________________________________
Schwarzwald gegen Wind: https://www.youtube.com/watch?v=7jEQii_9yWw
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Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

smarty79
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Also wir sind gerade hier in Zeeland und da sind die zahlreichen öffentlichen AC-Ladepunkte zumindest in der aktuellen Hauptsaison voll ausgelastet. Denke auch, dass darin der Schlüsselfaktor liegt, bei AC und DC gleichermaßen. Eine planbare Auslastung ist bei der geringen Verbreitung von EVs in Deutschland aktuell kaum gegeben.

Was ich mich aber viel mehr frage: Warum zum Teufel ist so eine AC-Säule so unglaublich teuer? Bei reiner App-Aktivierung lässt sich das inkl. eSIM doch auf einer Platine unterbringen. Dazu ein Gehäuse sowie eine Typ2-Buchse. Gilt natürlich ebenso für Wallboxen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass die aktuellen Marktakteure mit dem Preisniveau ganz zufrieden sind. Irgendwie wird es Zeit für ein entsprechendes Kickstarter-Projekt mit Massenproduktion.
e-Up! style am 02.07.20 in WOB abgeholt.
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