Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

einfallzel
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Der Ausbau von Ladestationen in meinem Laderevier stagniert, also habe ich bei den Stadtwerken nachgefragt (kein CPO/EMP).

Sie haben schnell und kompetent geantwortet. Der Ausbau konzentriere sich auf die Errichtung von Schnellladestationen mit Partnern (CPO/EMP), da nur hier durch großen Durchsatz ein Betrieb wirtschaftlich sei. In der Innenstadt seien Anreize, mit privaten PKW anzureisen um zu verweilen ohnehin unerwünscht.

Macht das Schule, dürften Destination Charger und öffentliches AC ein Auslaufmodell werden, auf Gnadenbrot bis das Eichamt kommt.

Als ins Home-Office verbannter PHEV-Schnarchie ohne Steckdose am Parkplatz muss ich mir dann bei ein paar Runden um den Block meinen Strom 2,5:1 für Benzin tauschen ;) .
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Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

siggy
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Kann ich nachvollziehen. Mehr Durchsatz pro Zeiteinheit. Nur ein Zubringeranschluß. Als Laternenparker würde ich mich auch ungerne in die lange Reihe der wartenden Typ2 Schnarchlader einordnen. Dann lieber kurz und knackig nachgeladen. Wenn der Tarif das gut rausarbeitet sehe ich da auch kein Problem. Zwangsabstöpseln durch neuen Nutzer (mit Eintrag ins Log) nach Ablauf der Ladezeit und entsprechend langes Kabel bzw. intelligent angeordnete Ladesäule tuen ein übriges. Besser als die Zwangskastrierten Triplecharger bei Lebensmittel- und Möbelhändlern. Oder anstatt das Viertel mit Typ2 zuzupflastern eine oder mehrere Viertelschnelllader exclusiv bzw. bevorzugt für die Viertelbewohner.
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Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

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Naja, kommt doch sehr darauf an, wie die Umstände sind, denke ich.

Die Investitionskosten sind um ein Vielfaches geringer als bei einem Schnellader. Mal ganz abgesehen davon, dass die Pauschalaussage ganz schön schwammig ist. Von was für einem Schnellader reden die da? 50kW Klasse? 100kW? >100kW?

Klar, an einem Standort mit hoher Auslastung lässt sich irgendwann sicher Geld verdienen. An Autobahnen beispielsweise. Da sind die hohen Investitionskosten schneller wieder eingespielt, als wenn das Ding in der Wallachei steht.

Ein AC Lader kann relativ günstig aufgestellt werden. Und da steht natürlich niemand Schlange. Da müsste man schon sehr verzweifelt sein, um das zu tun. Oft sind wohl AC Lader eher Destinatioslader. Da steht man viele Stunden. (Bitte jetzt nicht die Diskussion anfangen, ob AC ausschließlich DLs seien oder wie und überhaupt). Bei attraktiven Tarifen, die das Laden eben über genau diese vielen Stunden erlauben, erreicht man bei mäßiger Leistungsabgabe (reduziert Aufstellungskosten!) eine hohe Auslastung.

Wie schon oft erwähnt: Nachts steht niemand auf, um das Auto um zu parken, weil der Tarif einen Strafaufschlag verlangt. Da steckt man eben gar nicht erst an. Null Umsatz.

Ein Tarif, wie bei der EnBW - ideal für Laternenparker. Die Stöpseln dann an, wenn sie es brauchen - vielleicht 2-3x die Woche über Nacht. Und das im Wechsel mit anderen Laternenparkern. Deswegen muss vielleicht auch nicht jeder Parkplatz einen AC Ladepunkt haben, sondern nur ein Bruchteil davon. Wie groß hängt sicher auch von den Umständen ab und der Dichte der eMobile.

So lässt sich bei relativ geringem (finanziellen) Aufwand eine hohe Auslastung am Ladepunkt generieren und ich denke auch, dass sich so ein Modell rechnen kann.

Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

SüdSchwabe.
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Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

siggy
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Bin auch schon ganz gespannt. Buddelkosten in der Stadt würde ich eher sehr hoch ansetzen.
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Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

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Dafür ist die vorhandene Infrastruktur aber auch dichter. Kürzere Wege. Ich glaube das gleicht sich aus.
Bisher sind ja oft Ladepunkte dort errichtet worden wo der Strom liegt, nicht da wo man laden möchte.
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Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

siggy
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Es würde schon viel helfen wenn bei Neubauten und größeren Baumaßnahme mitgedacht wurde. Hier hat der Landkreis ein neues Verwaltungsgebäude errichtet mit Schrankenanlage und beleuchtetem Fahrradständer mit Dach. E-Ladesäulen? Null. Im Zweifel wurde nicht mal ein passendes Kabel gleich mit reingeschmissen in die Baugrube. Das hätte fast nicht gekostet.
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Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

AndiH
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Destination Lader sind nur dann wirtschaftlich zu betreiben wenn sie in das Parkraum Konzept eingebunden sind. Mit verstreuten 22kW AC Lader lässt sich zwar Subvention einfahren aber kein Geschäftsmodell aufbauen.
Seit 02/2016 über 3.700 Liter Diesel NICHT verbrannt...

Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

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siggy hat geschrieben: Hier hat der Landkreis ein neues Verwaltungsgebäude errichtet(...) E-Ladesäulen? Null. Im Zweifel wurde nicht mal ein passendes Kabel gleich mit reingeschmissen
Warum auch sollte sich eine Kommunalverwaltung im vorauseilenden Gehorsam an noch nicht beschlossene Vorgaben halten? Das würde ja nur unnötige Budget-Diskussionen nach sich ziehen.

Schade, dass das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastrukturgesetz bzw. die Vorgabe der EU-Richtlinie 2018/844 immer noch nicht verabschiedet wurde:

GEIG § 7 Zu errichtende Nichtwohngebäude mit mehr als zehn Stellplätzen
Wer ein Nichtwohngebäude errichtet, das über mehr als zehn Stellplätze innerhalb des Gebäudes oder über mehr als zehn an das Gebäude angrenzende Stellplätze verfügt, hat dafür zu sorgen, dass
1. mindestens jeder fünfte Stellplatz mit der Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität ausgestattet wird und
2. zusätzlich mindestens ein Ladepunkt errichtet wird.
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Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

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Normalladepunkte sind dort wirtschaftlich und sinnvoll, wo Fahrzeuge längere Zeit parken. Länger definiere ich mal ab 2h.
Schnellader sind dort wirtschaftlich, wo viele Fahrzeuge durchreisen und unterwegs schnell laden möchten.
Außnahmen sind Edgecases, wie Flotten die Schnelllader benötigen usw.
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Re: Nur Schnelladestationen dauerhaft wirtschaftlich?

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Natürlich sind langfristig öffentliche Typ 2 Ladepunkte kaum mehr von Interesse: jeder E-Autofahrer möchte zuverlässig einen Standort haben, an dem er garantiert sein Fahrzeug laden kann. Er will nicht mit 2% durch den Stadtteil fahren und eine Säule suchen. Und für Reisende reicht eine geringe Menge oder aber die Unterkünfte (Hotels, etc.) bieten das an.

Klar, das geht alles so nicht, denn woher soll der zuverlässige Stellplatz für all die Autos kommen. Aber es kann ja nicht Aufgabe der E-Mobilität sein eine Lösung für ein Problem zu finden, das es bereits jetzt schon gibt: z.B. zu wenig Platz für die vielen Autos. Die Lösung muss unabhängig davon gefunden werden, der Druck zur Lösungsfindung wird nur durch die E-Mobilität erhöht.
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