Ladestation im Dorf bauen. Eure Meinung dazu.

Re: Ladestation im Dorf bauen. Eure Meinung dazu.

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  • r.schreck
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Zunächst mal danke an alle für die rege Diskussion!
harlem24 hat geschrieben: Frag doch mal hier nach:
https://www.on-charge.com/kontakt.html
Das ist genau deren Geschäftsmodell.
OnCharge klingt verlockend aber leider trifft eine von deren Bedingungen nicht zu, "überwiegend Mehrfamilienhausbebaung". Das sind bei uns fast alles Einfamilienhäuser. Die Einheimischen werden wohl nur in Ausnahmefällen mal dort laden. Wer keinen Stellplatz hat, wird sich die nächsten Jahre kein E.Auto kaufen.
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Tags: Ladestation gleichstrom wechselstrom
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Re: Ladestation im Dorf bauen. Eure Meinung dazu.

Blueskin
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Einiges fällt ja eh weg, da der TE geschrieben hat, dass es kein Café o.ä. gibt.
Diese Situation hat man ja mittlerweile in vielen kleinen Orten und vor allem verstreuten Ortsteilen wieder.
Da wird "nur gewohnt" und für wirklich alles andere muss man ins Zentrum des (nächsten) Ortes fahren.

Wenn also diese Ladesäule sowieso keine potentiellen Kunden in den Ort locken kann/soll, dann dürfte die Hauptfrage wohl sein: Für WEN soll da die Gemeinde überhaupt Geld ausgeben?
Im Zweifel wird das bloß eine Bürgermeister/Gemeinderat-Image-Aktion auf Kosten der Steuerzahler.

Wenn die Säule am Ende tatsächlich dazu führt, dass da pro Woche 3 Ladevorgänge stattfinden von Leuten, die sich ansonsten kein BEV gekauft hätten (z.B. Mieter ohne Lademöglichkeit), dann reißt das auch nix raus.
Erst recht nicht, wenn die Gemeinde den (teuer eingekauften) Strom kostenlos abgibt und die Säule von denen dauerblockiert ist, die sich bloß die Stromkosten zu Hause sparen wollen.

Also die übliche Henne-Ei-Problematik.

In Städten mit Einkaufs- und Gastronomie-Infrastruktur kann die Stadt ja öffentliche Ladesäulen zur Not noch mit "Attraktivitäts-Steigerung" argumentieren, aber in so kleinen reinen Wohn-Orten/Ortsteilen??

Da wird es nicht lange dauern bis der Unmut der Mehrheit darüber hochkommt, dass die Gemeinde "den paar Leuten, die unbedingt Elektroauto fahren wollen, quasi eine private Ladestation finanziert".

Re: Ladestation im Dorf bauen. Eure Meinung dazu.

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Natürlich ist es eine Image Aktion. Denn ein Geschäftsmodell ist das noch lange nicht.

Das Schnorrer Argument entkräftet man, indem man die Säule kostenpflichtig macht.

Und warum nicht für potentielle Umsteiger?

Der Ort dürfte klein sein. Eine Ladestelle, wo man Abends sein Auto hin stellt und morgens geladen abholen kann. In Laufentfernung.

Erstens sparen sich ladewillige die eigene Wallbox zu Haus, die sie eventuell gar nicht errichten könnten.

Oder für Besucher zum Zwischenladen. Also wenn sie Familien / Freunde besuchen.

Wie gesagt: "Laufkundschaft" im Sinne, dass jemand den Ort anfährt wegen des Ladepunktes halte ich mangels "Attraktionen" für ausgeschlossen.

2x11kW - für den Anfang doch gar nicht schlecht. Vielleicht auch 22kW.

Kostengünstig und man bietet was an. Fände ich nicht schlecht.

SüdSchwabe.
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Re: Ladestation im Dorf bauen. Eure Meinung dazu.

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Wofür/für wen soll die Ladestation sein:

Destination Charger:
- Anwohner ohne eigene Lademöglichkeit
- Gäste der Anwohner
- Urlaubsgäste

Unterwegs-Charger:
- Kunden (von welchen Unternehmen?)
- Durchreisende

Hab bspw. vor kurzem nach Hotels im Bayerischen Wald Ausschau gehalten. Welche, wo es eine öffentliche, kostenpflichtige Ladestation (mit mehreren Ladepunkten) im Ort gibt, fand ich erheblich attraktiver. Als Urlauber fände ich es auch OK, wenn das nur sehr langsam lädt - ich schlafe ja nachts. Wichtig ist, dass es zuverlässig funktioniert, denn sonst ist der Urlaub schnell ruiniert.

Wie andere auch schon sagten: mir ist eine funktionierende, fair bepreiste Ladestation erheblich lieber als eine kostenfreie, die evtl. keinen interessiert und deshalb auch mal wochenlang defekt rumsteht. Zuverlässigkeit ist ein ganz wichtiger Punkt.

Mein Vorschlag: mehrere (>= 4) leistungsschwache (=günstige) Typ2-Ladepunkte (e.g. 11kW) mit zeitlichem Limit (z.B. 2h). Damit verbunden ist die Hoffnung auf nicht sinnlos zugeparkte Ladeplätze.
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Re: Ladestation im Dorf bauen. Eure Meinung dazu.

meyma
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Auch im Dorf kann eine öffentliche Typ2-Wallbox sinnvoll sein. Ich habe schon einige Male den Citigo notgedrungen über Schuko geladen, da es am Zielort keine bessere Alternative gab und Schuko ist besser als nichts. Auch ein CEE-Adapter hätte mir in den Fällen gar nicht weitergeholfen, obwohl sehr ländlich.

Schnelllademöglichkeit kann ich nur empfehlen wenn es auch Infrastruktur daneben gibt und eine Fernstraße in der Nähe ist. Ich möchte dann Toiletten, Café, Bäcker und Einkaufsmöglichkeiten haben. Ich nutze deshalb gerne die Kaufland-Ladesäulen unterwegs, sofern sie nicht zu weit von der Autobahn entfernt sind.
Hauptwagen: Skoda Citigo e iV seit 05/2020
Zuvor gefahren: Renault Zoe, Mitsubishi iMieV, Tesla S85, BMW i3 120Ah, VW e-UP, Tesla P100D

Re: Ladestation im Dorf bauen. Eure Meinung dazu.

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Aus Euren Anmerkungen lese ich heraus, daß ich ja garnicht so falsch lag. Die Gemeinde will auf jeden Fall eine Ladestation bauen, das ist ja auch gut so. Glücklicherweise sind wir nicht überschuldet und können uns so ein Projekt auch einfach mal gönnen. Da es sich jedoch kaum rechnen wird reichen wohl 2x 22KW, oder wenn der Stadort nicht mehr hergibt evtl. 2x 11KW aus. Wenn sie steht, schreibe ich (wenn ich dran denke ...) hier, von welchem Standort wir denn geredet haben :-) Das kann aber noch ein wenig dauern.
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Re: Ladestation im Dorf bauen. Eure Meinung dazu.

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Zum Thema 22kW / 11kW: wenn möglich 22kW Säulen, denn dann können die 1P Lader, von denen es noch mehr als genug gibt, wenigstens ein bisschen sinnvoll laden.

SüdSchwabe
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Ladestation im Dorf bauen. Eure Meinung dazu.

DiLeGreen
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Ich würd auch für eine 22kW Standard-Ladesäule plädieren, oder für 2 Wallboxen bei einem geeigneten Geschäft oder Betrieb mit öffentlichen Parkplätzen.
Am besten zentral im Ort, damit es Besucher aller Einwohner nicht zu lange zu laufen haben.
Lasst euch da von The Mobility House o.Ä. was passendes mit Roaming anbieten, dann sollte das einigermaßen bezahlbar und zuverlässig sein.

Als E-Fahrer hätte ich natürlich auch manchmal ganz gerne eine Schnellladesäule, aber wie schon genannt bist du da bei Faktor 2-3 (also min. 30.000€) mit den Anschaffungskosten und bei der Wartung noch mehr drüber. Das macht sich neben der Gemeindekasse auch politisch nicht gut. In so einem Ort scheint der Bedarf eher bei längeren Aufenthalten zu liegen, da ist meistens keine Schnellladung nötig.
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Mitglied bei taubermobil Carsharing e.V. und HITA - Healthcare IT for Africa e.V. Meine Bilder sind unter CC BY-SA Lizenz.

Re: Ladestation im Dorf bauen. Eure Meinung dazu.

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Leute, das ist ein Tausend-Einwohner-Dorf. Die wohnen da und mehr nicht. Als potentielle Nutzer kommen, wenn überhaupt, nur E-Mobil-Einsteiger aus dem Dorf oder Besucher, für die das Dorf Zielort ist in Frage. Beide brauchen keinen Schnelllader.
Es bleibt die Frage: wer wird Betreiber und kümmert sich? Ich wäre mir nicht sicher, ob es zu den Kernaufgaben einer Gemeinde zählt, eine Ladesäule wirtschaftlich und technisch zu betreiben.
Zoe Zen seit 10.7.2013, verkauft im Juni 2019 mit 108.000 km, erster Akku, still going strong
Tesla Model 3 seit 12.6.2019
1.500 km freien Supercharger für Dich und für mich: https://ts.la/reinhard71065

Re: Ladestation im Dorf bauen. Eure Meinung dazu.

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@r.schreck Wohnst du in einer Urlaubsregion? Gibt es viele Ferienwohnungen/Hotels bei euch? Dann könnt ihr sie gern finanziell daran beteiligen. Sie werden definitiv etwas davon haben.

Lieber 4 11kW-Lader als 2 22kW-Lader.
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