Ladeinfrastruktur - Licht und Schatten

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MünchenBeiNacht
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Hallo!
Eigentlich hat die Ladeinfrastruktur in Deutschland nur Schattenseiten, gerade wieder erlebt, aber es gibt auch Lichtblicke.

Ein kurzer Bericht über eine Lieferfahrt (370 km) mit unserem eNV-200 München - Nürnberg - München. Eigentlich eine Distanz die mit meinen geliebten 24kWh Transporter zu weit oder nur leidensfähig und ohne Zeitdruck auszuhalten ist.

Elektrisch und Laderaum vollgeladen in München losgefahren. Erste geplante Ladestation in Richtung Nürnberg, Raststätte Köschinger Forst OST, vier Chademo Ladesäulen. Halbsieben morgens, keine zugeparkt, keine belegt. Erste Säule angefahren, Chademo Stecker berührt und es fallen einem alle drei Kabel samt gordischen Knoten vor die Füße - Kabel entwirrt und versucht ordentlich einzuhängen aber irgendwie waren die Halterungen zum Teil gebrochen. Könnte, sollte man jemand dazu Bescheid sagen? Wem? Wie? - erst ein mal Ladung gestartet mit Maingau RFID Batch - Ladung läuft. Frühstück in der aufgehenden Sonne mit eigener Brotzeit und heißem Tee - ein erster wirklicher Sommertag startet gerade. Ladeherz was willst Du mehr? Pipi im Restarant WC gab es nicht zum aussuchen, den gräßlichsten Espresso seit langen hätte ich mir sparen sollen. 14 kWh / € 7 für Strom - nur wenig mehr als für zwei Mal Espresso-Morgengrauen abzüglich 2x Pipizoll ;-)

Weiter zu Nürnberg Feucht OST. CHADEMO Infrastruktur erbärmlich wie leider immer noch häufig üblich: eine einzige uralt CHADEMO Säule mit 4 funktionslosen Taster und ohne RFID Leser - also Maingau-APP: Säule frei - Ladung starten - Säule gestört - kenne ich schon - jetzt bleibt nur die Hotline Nummer, die hoffentlich besetzt ist, nette Frau Schmidt dran, startet Säule sofort neu, Linux Orgie am Schirm, Säule läuft, Maingau APP kann immer noch nicht - Frau Schmidt startet kostenlose Ladung, Danke Frau Schmidt. Als der eNV gut gefüllt ist den roten Lade-Ende-Knopf (NOT-AUS) an der Säule betätigt. Die vier Taster sind wie gesagt funktionslos. Not-Aus natürlich wieder rausgedreht.

Weiter nach Nürnberg - dann zurück nach München bis Raststätte Köschinger Forst WEST ganz anders wie heute Morgen Köschinger Forst OST - aber genau eine Kopie von Nürnberg Feucht Ost darum kopiere ich den Text von oben, nur statt Frau Schmidt war Frau Huber an der Hotline:
" CHADEMO Infrastruktur erbärmlich wie leider immer noch häufig üblich: eine einzige uralt CHADEMO Säule mit 4 funktionslosen Taster und ohne RFID Leser - also Maingau-APP: Säule frei - Ladung starten - Säule gestört - kenne ich schon - jetzt bleibt nur die Hotline Nummer, die hoffentlich besetzt ist, nette Frau Huber dran, startet Säule sofort neu, Linux Orgie am Schirm, Säule läuft, Maingau APP kann immer noch nicht - Frau Huber startet kostenlose Ladung, Danke Frau Huber. Als der eNV gut gefüllt ist den roten Lade-Ende-Knopf (NOT-AUS) an der Säule betätigt. Die vier Taster sind wie gesagt funktionslos. Not-Aus natürlich wieder rausgedreht."
Weiter nach München. Die Holledauer Berge fordern Ihren kWh Tribut und irgend wie will man ja nach Hause und nicht mit 80, 85, 88, 91, 93 ständig den Brummis im Weg stehen die einem laufend überholen. ... also einen kurzen Splash and Dash in:


Fürholzen WEST... Willkommen in der Zukunft

Ladesäulen mit einem Dach, Schutz vor Regen und jetzt am Sommertag zu Mittag mit Schatten - unglaublich - habe ich noch nie gesehen!

Da ich zuerst daran vorbeigefahren bin, das konnte kein Platz für eine Ladesäule sein und deshalb dann dreißig Meter entgegen der Einbahn am Rastplatz "falsch" zurückfahren musste, fürchtete ich dass es mich durch einen Schlitz im Raum-Zeit-Kontinuum in die Zukunft katapultiert hatte. Ich habe sofort am Handy das Datum und das Jahr geprüft. Tatsache unglaublich ich war noch in 2020 und immer noch nach GPS in Deutschland, Bayern, in der Nähe von München!
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MünchenBeiNacht
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Re: Ladeinfrastruktur - Licht und Schatten

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Dieses UFO, das vor über einem Jahr in der Zeitung hoch gelobt wurde, hat mich auch schon verwirrt.
Wollte dort meinen Fiat laden und müßte unverrichteter Dinge abziehen. Keine Typ 2 Steckdose vorhanden!
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. 18 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Link: Story meiner öffentlichen Ladestation vor der Haustür

Re: Ladeinfrastruktur - Licht und Schatten

Helfried
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So coole Dächer bei den Ladeparks werden jetzt modern. Der Bäcker Schüren macht auch gerade ein cooles.
Irgendwo muss ja der Schatten vom Threadtitel herkommen. :)

Oder hier in Österreich (sogar noch mit Typ 2 und auch noch CHAdeMO):

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Re: Ladeinfrastruktur - Licht und Schatten

Elektrowombat77
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Sehr schön geschrieben. Danke für die Unterhaltung. Leider ist das wohl wirklich ein Problem und wird der Elektromobilität als ganzes keinen Vorschub leisten.

Das muss besser werden mit der Ladeinfrastruktur und insbesondere mit der Wartung.

Elektrische Grüße vom Bodensee

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Re: Ladeinfrastruktur - Licht und Schatten

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Fritzchen-66 hat geschrieben: Dieses UFO, das vor über einem Jahr in der Zeitung hoch gelobt wurde, hat mich auch schon verwirrt.
Wollte dort meinen Fiat laden und müßte unverrichteter Dinge abziehen. Keine Typ 2 Steckdose vorhanden!
Doch, da haben sie schon drei Typ-2-Buchsen und zweimal Typ-2 am Kabel... Wenn ich Blondinchen mich richtig erinnere ...

Grüazi, MaXx

Re: Ladeinfrastruktur - Licht und Schatten

timotius
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Mit einem eNV200 kann man ja noch froh sein, zwar einen kleinen Akku aber zumindest eine Akkukühlung zu haben.
Gestern bin ich mit meinem Leaf ZE0 im norddeutschen Flachland eine sehr ähnlich lange Strecke gefahren.
Dabei war die Hinfahrt mit drei Stunden noch sehr angenehm, abgesehen von dem Stress, erstmalig die Maingau App nutzen zu müssen, da bei E.ON zur Zeit keine Karten funktionieren.
Aber dann ging es los, Rückfahrt: Erste Ladesäule belegt, zweite Ladesäule außer Betrieb, dritte Ladesäule mit festem Typ 2 Stecker, vierte Ladesäule mit verringerter Leistung und "---" im Display erreicht, funktionierte zum Glück. Inzwischen 30 °C Außentemperatur und der Akku schon ziemlich aufgeheizt aber noch nicht im roten Bereich. Da wir dann ohne Klimaanlage und mit maximal 100 km/h zurückgefahren sind (auf der Autobahn hat uns alles und jeder überholt), blieb der Akku zumindest auf diesem Temperaturniveau und zum Glück funktionierten die Schnelllader dann auch bis nach Hause.
Für die Rückfahrt brauchten wir schließlich 7 Stunden für 175 Kilometer... Und ganz ehrlich: So ein Dach über den Ladestationen hätte wirklich Charme gehabt!

Re: Ladeinfrastruktur - Licht und Schatten

Michael_Ohl
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Wenn man das so ließt, Frage ich mich wie lange ich meine derzeitigen Fahrzeugflotte aus E-Fahrzeugen für die (Groß)Stadt und Verbrenner für die Fernfahrten besser noch behalten sollte. Derzeit liegt der Verbrenneranteil bei 33% sinkt aber bald auf 25% - nicht bei den Strecken sondern beim Fahrzeugbestand. Die km Leistung war letztes Jahr 15000km Verbrenner, 15000km mit einem Kangoo und 12500km mit dem anderen. Mal sehen wie die Umverteilung mit dem E-UP wird.

MfG
Michael
Kangoo ZE maxi seit 2015 113000km, Kangoo ZE Postkutsche seit 2018 86000km, E-UP seit 2020, C180TD seit 2019 21000km , max G30d seit 2020 200km, Sunlight Caravan seit 2012 und Humbauer 1300kg. Seit 2013

Re: Ladeinfrastruktur - Licht und Schatten

Ungard
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Die meisten haben halt Probleme mit „uralt“ eAuto (Zoe als Beispiel) oder halt Chademo Stecker.
Ich hatte mit meinem i3 auf Langstrecke noch nie ein Problem und bin schon von München nach Niederlande gefahren. Jetzt mit dem e-tron gleich doppelt keine Probleme.
4 Jahre Erdgas, B200c
dann bis 06/20 BMW i3
Seit 06/20 Audi e-Tron55
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