Umständliches Laden im Alltag: Keine Lademöglichkeiten zuhause und bei der Arbeit

Re: Umständliches Laden im Alltag: Keine Lademöglichkeiten zuhause und bei der Arbeit

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Wie wäre es bei den (lokalen) Stadtwerken nachzufragen, ob sie bei Dir in der Nähe nicht eine öffentliche AC Ladesäule aufbauen wollen?
Ein Tesla, der täglich 100km fährt und damit ca. 20kWh/d ist ein guter Grundumsatz, um im Einzugsgebiet weitere e-Mobilisten anzuziehen.
Denn wenn Du zu Hause nicht laden kannst, dürften es mehrere andere auch nicht können, so daß ein Bedarf für Lademöglichkeiten vorhanden ist.
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. 12 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Link: Story meiner öffentlichen Ladestation vor der Haustür
Tags: Ladeinfrastruktur tesla-model-3
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Re: Umständliches Laden im Alltag: Keine Lademöglichkeiten zuhause und bei der Arbeit

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smeyen hat geschrieben: Ich überlege gerade, mir für den Oktober einen Tesla Model 3 (voraussichtlich SR+) als Dienstwagen zu bestellen. Vom Auto bin ich überzeugt, aber was mir Kopfzerbrechen bereitet, ist das Aufladen im Alltag. Dazu möchte ich vorausschicken, dass ich nicht zu den Leuten mit Reichweitenangst gehöre; mir ist klar, dass auf Langstrecken genügend Tesla-Supercharger herumstehen, um mit immer wieder kurzen Pausen gut ans Ziel zu kommen.

Was mir aber Sorgen bereitet, ist die Situation im normalen Alltag. Ich lebe in der Umgebung von Frankfurt und pendele jeden Tag ca. 50km zur Arbeit und wieder nach hause. Ich habe weder zuhause noch bei meiner Arbeitsstelle eine Möglichkeit, das Auto aufzuladen. Also bin ich auf öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen.

Diese ist aber im Frankfurter Raum so beschaffen, dass Teslas Supercharger nur weit außerhalb der Stadt und praktisch nur für den Durchreiseverkehr positioniert sind. Wenn ich etwa im normalen Alltag einmal wöchentlich den Supercharger aufsuchen wollte, müsste ich etwa eine Dreiviertelstunde extra fahren. Das ist umständlich und in einem arbeitsintensiven Job und Patchworkfamilie eigentlich nicht das, was ich mir als zusätzliche Belastung wünsche.

Nun gibt es noch die Charger bei Supermärkten usw. die mal 22Kw/h, mal 50Kw/h bieten; jetzt habe ich überlegt, dass man jeden Abend oder jeden zweiten Abend nach der Arbeit an so einen Charger (am besten einen mit 50Kw/h Leistung) fahren könnte um zumindest in rund 15 Min. die gefahrenen 50km Reichweite nachzuladen. So würde ich wohl versuchen, die Batterie des Fahrzeugs stets bei 80-90% zu halten, und zwar vor allem durch immer wieder kurzes Nachladen.

Meine Frage lautet nun: kennt jemand die Situation oder kann mir jemand aus eigener Erfahrung sagen, ob das ein realistisches Szenario ist? Unterliege ich einem Denkfehler? Gibt es bessere Tricks?

Danke für Eure Feedbacks.
Mal ganz kurz, ein e-Auto ohne eigene gesicherte Lademöglichkeit ist nur etwas für Menschen mit viel Zeit o. Idealismus oder beidem. Also im Prinzip nichts für die arbeitende Bevölkerung mit Frau & Kind.
Prius 2 2 2 2004 :o
Ioniq PHEV silber; Pre/SD/Interieur hell: seit 1.9.2017

Re: Umständliches Laden im Alltag: Keine Lademöglichkeiten zuhause und bei der Arbeit

Blueskin
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Fritzchen-66 hat geschrieben: Wie wäre es bei den (lokalen) Stadtwerken nachzufragen, ob sie bei Dir in der Nähe nicht eine öffentliche AC Ladesäule aufbauen wollen?
Ein Tesla, der täglich 100km fährt und damit ca. 20kWh/d ist ein guter Grundumsatz, um im Einzugsgebiet weitere e-Mobilisten anzuziehen.
Denn wenn Du zu Hause nicht laden kannst, dürften es mehrere andere auch nicht können, so daß ein Bedarf für Lademöglichkeiten vorhanden ist.
Gute Idee, alles genau richtig!
Und nun denken wir mal weiter:
Eine öffentliche Ladestation wird gebaut, der Initiator freut sich.
Es werden, wie erwartet weitere e-Mobilisten angezogen, die ja ALLE denken "Super, eine AC-Ladestation in meiner Nähe. Da kann ich mir doch jetzt ein Elektroauto kaufen und schön gemütlich und Akku-schonend aufladen, wenn ich nach Hause komme."
Wie groß ist die Chance, dass alle um so unterschiedliche Zeiten nach Hause kommen, dass genau dann immer frei ist. Und das dauerhaft, nicht nur ab und zu.
Von Besuchern mit BEV/PHEV mal ganz abgesehen.
Wird sich der Initiator immer noch freuen?

Re: Umständliches Laden im Alltag: Keine Lademöglichkeiten zuhause und bei der Arbeit

Blueskin
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MasterOD hat geschrieben:


Mal ganz kurz, ein e-Auto ohne eigene gesicherte Lademöglichkeit ist nur etwas für Menschen mit viel Zeit o. Idealismus oder beidem.
Das sehe ich derzeit auch so.

Re: Umständliches Laden im Alltag: Keine Lademöglichkeiten zuhause und bei der Arbeit

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Moin ;)
in der Nähe unserer Wohnung gibt es im Umkreis von 300 Metern vier öffentliche 22kW-Ladepunkte (zwei Säulen, eine der beiden ist meine Stammladesäule, da wir ja in unserer Tiefgarage noch nicht laden können), an denen man derzeit sogar noch kostenlos laden kann und entsprechend Ladewillige anlocken sollten.
Seitdem wir im Januar unseren i3 bekommen haben, ist es genau dreimal passiert, dass ich mal nicht so laden konnte, wie ich wollte. Zweimal standen dort andere E-Autos, einmal war sie von Verbrennern zugeparkt, aber ich konnte auf die "Backup-Säule" 100m weiter ausweichen.
Sofern die Beschilderung entsprechend sinnvoll ausgestaltet ist (bei uns darf man dort zwei Stunden mit Parkscheibe stehen), dürfte sich immer ein freier "Ladeslot" finden, und wenn man die Parkscheibenregelung "ausreizt" und den Parkbeginn entsprechend intelligent abstimmt (ich stelle das Auto dort immer entweder "kurz nach halb", bzw "kurz nach voll" ab) kommen selbst bei uns um die zweieinhalb Stunden Ladezeit zusammen. Das reicht bei einem dreiphasigen Lader schon für eine gute Füllung des Fahrzeugs, so dass auch in einer meiner "Bürowochen" mit etwa 400 Kilometern Gesamtfahrstrecke zwei Ladungen für mich ausreichend sind. Auch die einzelne, kostenpflichtige, Ladesäule in der Nähe meiner Arbeitsstelle (auf einem Großparkplatz in Moers) ist nur selten mal belegt. Von einer Überbelegung der öffentlichen Ladesäulen bei korrektem Verhalten der Ladenden sind wir meiner Meinung nach noch ein gutes Stück entfernt. ;)
Viele Grüße, Stephan

seit dem 24.01.2020 rein elektrisch im BMW i3 - 120Ah unterwegs: die rote Zora

Re: Umständliches Laden im Alltag: Keine Lademöglichkeiten zuhause und bei der Arbeit

Blueskin
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@SamEye :
Der Unterschied zwischen "Eine öffentliche Ladesäule" und "Vier öffentliche Säulen im Umkreis von 300 Metern" ist schon erheblich.
Natürlich auch in Abhängigkeit von der Anzahl der Fahrzeug-Halter im entsprechenden Umfeld und somit auch der potentiellen Elektroauto-Besitzer.

Und vielleicht sieht man das Ganze auch etwas entspannter, wenn der private Ladeplätze zeitlich in greifbarer Nähe ist und man im Inneren weiß, dass das Suchen nach einer freien Säule und das Jonglieren mit den Parkzeiten kein Dauerzustand sein wird.

Du kannst ja mal beobachten, wie es sich entwickelt, wenn die höhere Kaufpreis-Förderung langsam wirkt und die Hersteller mit der Produktion wieder in die Gänge kommen.
(Obwohl ich Dir natürlich wünsche, dass Deine private Lademöglichkeit sich schnell realisiert.)

Re: Umständliches Laden im Alltag: Keine Lademöglichkeiten zuhause und bei der Arbeit

Helfried
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Blueskin hat geschrieben: Wie groß ist die Chance, dass alle um so unterschiedliche Zeiten nach Hause kommen, dass genau dann immer frei ist?
Meine drei Ladesäulen sind zu fast 100 Prozent immer frei.

Re: Umständliches Laden im Alltag: Keine Lademöglichkeiten zuhause und bei der Arbeit

Blueskin
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@Helfried : Das ist ja sehr schön für Dich, dass sich bei Dir ein (oder gar drei?) Anbieter gefunden hat, der Ladesäulen installiert hat, die nie genutzt werden.

Allerdings befürchte ich, dass das nicht die Regel sein wird (auch wenn das für Elektroauto-Fahrer toll wäre).

Und ich hatte ursprünglich ja auch auf die Überlegung reagiert, dass ein Anbieter zum Aufstellen EINER Säule mit dem Argument überzeugt werden soll, dass dann noch mehr Leute sich ein Elektroauto anschaffen und dadurch die Säule ausgelastet sein wird.

Ob sich ein Anbieter auf Anfrage darauf einlassen wird, auf VERDACHT schon mal 3, 4 oder mehr Säulen in einer Umgebung aufzustellen, in der es bislang kein Elektroauto gibt? Nur damit auch jeder POTENTIELLE Elektroauto-Besitzer im Umkreis von 300 Meter die Garantie hat, dass jederzeit etwas frei ist.

Das wage ich mal zu bezweifeln.

Re: Umständliches Laden im Alltag: Keine Lademöglichkeiten zuhause und bei der Arbeit

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@Blueskin: es sind vier Ladepunkte, also zwei Säulen, aber Du hast in der Grundaussage natürlich recht! :thumb:
Ich bin ebenso gespannt darauf, wie sich die Situation auf Grund der höheren Förderung und besserer Verfügbarkeit von unterschiedlichen Fahrzeugen entwickeln wird. Insbesondere dem ID.3 traue ich die Rolle des "Gamechangers" zu, da er den Markt meiner Meinung nach wie seinerzeit der Golf aufwirbeln wird. Momentan sieht man hier bei uns, möglicherweise auch wegen der eher ländlichen Ausgestaltung unseres Kreises, nur wenige Fahrzeuge mit alternativen Antrieben... schau'n wir mal! :)
Viele Grüße, Stephan

seit dem 24.01.2020 rein elektrisch im BMW i3 - 120Ah unterwegs: die rote Zora

Re: Umständliches Laden im Alltag: Keine Lademöglichkeiten zuhause und bei der Arbeit

LeakMunde
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Leuten ohne eigene Lademöglichkeit eine Säule an die Straße zu stellen, ist doch genau das Geschäftsmodell von On Charge.
Persönlicher Bereich → Einstellungen → Anzeigeoptionen ändern → Signaturen anzeigen → Nein
Bitteschön ;)
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