Straße voller Ladesäulen

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Re: Straße voller Ladesäulen

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  • Eberhard
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Ihr seit viel zu sehr im Heute verhaftet. Es macht keinen Sinn 40Mio eAutos mit teuren wenig effizienten Bordladegeräte auszustatten. In der Zukunft (ab 2025/2030) werden wir nur noch DC laden. An Pendlerparkplätzen wird dadurch auch noch VtG (Vehikel to Grid) eine Rolle spielen. Die Batteriegrößen steigen mit dem weiteren Verfall der Speicherpreise dramatisch an. 100kWh und mehr wird eher der Normalfall sein.
Es gilt eher den Flatterstrom aus Wind und Sonne im Netz in Griff zu bekommen. Da wird der Ladeanschluss zwischen 1-20kW DC bidirektional sein. Das Lastmanagement muss nur sicherstellen dass zu eingestellten Abfahrtszeiten der Akku bis zum gewünschten (Mindest-)Level geladen ist.


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Re: Straße voller Ladesäulen

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Bordladegeräte sind nicht teuer sondern billig. Es witd nur ein regelbarer Gleichrichter zusätzlich benötigt. Die eigentliche Ladesteuerung macht sowohl bei DC als auch bei AC das BMS. Den regekbarer Gleichrichter benötigt jedes Fahrzeug sowieso zum Bremsen. In der Industrie gibt es das schon seit Jahrzehte unter den Begriff 4-Quadranten-Antrieb.

Eberhard hat geschrieben: n der Zukunft (ab 2025/2030) werden wir nur noch DC laden.
Alle aktuelle Fahrzeuge, auch die neu auf dem Markt kommen (Opel Corsa, Peugeot 208, Renault ZOE2, VW ID3, Daimler EQ usw.), haben ein AC-Lader Onboard. Da soll es in 5 Jahren kein AC-Laden mehr geben?


@Eberhard
Tut mit Leisd aber Deine Vorstellungen kann ich nur als Träumereien bezeichnen.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Straße voller Ladesäulen

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ecopowerprofi hat geschrieben:Bordladegeräte sind nicht teuer sondern billig.
Wenn das so einfach und billig wäre, warum ist dann der Wechselrichter meiner PV-Anlage, der nur ganze 10 kWp umsetzen muss, so teuer und so ein großer Klotz an der Wand?

Ich bin nicht der Fachmann wie Du, aber AFAIK werden relativ große Induktivitäten (und / oder Kapazitäten?) benötigt, bei der ZOE werden dazu die Statorwicklungen des Motors verwendet, das geht aber nicht bei permanenterregten Synchronmaschinen. Da müsste man fette Spulen extra verbauen. Vielleicht nicht unbedingt teuer, aber voluminös und schwer.

Meines Erachtens ist das der Grund, aus dem meist nur Ladegeräte mit vergleichsweise geringer Leistung verbaut werden.

Natürlich neben der Tatsache, dass in den meisten Ländern der Welt Drehstrom üblicherweise nicht am Hausanschluss verfügbar ist. Einphasig 48 A für auch nur 11 kW wird schon schwierig (das wären 3 parallel auf eine Phase geschaltete einphasige Ladegeräte, die in Ländern mit Drehstrom einzeln auf die drei verfügbaren Phasen geschaltet werden).
Gruß
Werner
Peugeot iOn Produktionsdatum 09/2015

Re: Straße voller Ladesäulen

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Eberhard hat geschrieben: Ihr seit viel zu sehr im Heute verhaftet. Es macht keinen Sinn 40Mio eAutos mit teuren wenig effizienten Bordladegeräte auszustatten. In der Zukunft (ab 2025/2030) werden wir nur noch DC laden. An Pendlerparkplätzen wird dadurch auch noch VtG (Vehikel to Grid) eine Rolle spielen. Die Batteriegrößen steigen mit dem weiteren Verfall der Speicherpreise dramatisch an. 100kWh und mehr wird eher der Normalfall sein.
Es gilt eher den Flatterstrom aus Wind und Sonne im Netz in Griff zu bekommen.
Ich bin zwar nicht der Meinung, daß es so bald schon nur noch DC-Lader geben wird. V2G mit DC-Ladegeräten wird schon noch einige Zeit länger (ich sehe das nicht früher als ~2035-2040) brauchen bis es in den der Öffentlichkeit funktioniert. Da fehlen noch sämtliche Erkenntnisse und Überlegungen zum Einfluß auf die Akkus und wie man das vergüten kann. Beim zuhause laden müßte sich V2H erst einmal etablieren.

Allerdings stimme ich Dir voll zu , daß Parkplätze, auf dem denen viele eAutos parken, als regelbare Last für erneuerbare Energie viel Sinn machen. Meiner Meinung nach kann das schon bald geschehen, sobald die Börsenpreise für Strom irgendwie an die Ladekunden weitergegeben werden.

Je nach Volatilität des Wind- und Sonnenstroms kann man die eAutos runterregeln. Und hier schließt sich der dann der Kreis weil das nur richtigen Sinn macht mit 22 kW Ladeleistung und einem jetzt schon installiertes Lademanagement. Das kann dann sehr einfach erweitert werden.

Bei Schukodosen kannst Du das gleiche mit Abschalten auch erreichen - aber nur wenn Du die sechsfache Anzahl an Fahrzeugen auf dem Parkplatz stehen hast. Allerdings ist es dann nur schwer möglich alle eAutos bis zu ihrer individuellen Abfahrtszeit gesichert mit einem Minimum an Strom zu versorgen, da bspw. 50 km mindestens 4 Stunden Nachladen benötigen. Bei 22 kW ist das in 20 - 25 Minuten erledigt.

Grüazi MaXx

Re: Straße voller Ladesäulen

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iOnier hat geschrieben: Wenn das so einfach und billig wäre, warum ist dann der Wechselrichter meiner PV-Anlage, der nur ganze 10 kWp umsetzen muss, so teuer und so ein großer Klotz an der Wand?
Jaaanz einfach. Um aus Wechselstrom (AC) Gleichstrom (DC) zu machen benötigt man im einfachsten Fall nur 4 ungeregelte Dioden. Früher hat man zur Regelung anstatt der Dioden Thyristoren (steuerbare Dioden) verwendet. Heute nimmt man getaktete MOS-FET-Transistoren. Um aus Gleichstrom (DC) Wechselstrom (AC) zu machen muss man eine gesteuerte Brücke haben. Es muss sicher gestellt sein, dass der Netzsinus synchron nachgebildet wird. Auch muss die Amplitude bei Netzspannungsschwankungen nach geführt werden. Dann muss die Leistung der Erzeugung angepasst werden. Dafür gibt es den MPP-Tracker. Alles in allem eine recht komplexe Regelungsaufgabe die wiederum eine aufwendige Leistungsstufe benötigt.

Aber diese ganze Leistungselektronik wird für den Antrieb benötigt und ist in jedem E-Auto vorhanden. Bei dem ZOE wird dieses für das Laden genutzt. Mehraufwand fast Null.
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Re: Straße voller Ladesäulen

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Auf den wesentlichen Punkt (Nutzung der Statorwicklungen als Induktivitäten) bist du jetzt aber gar nicht eingegangen. Das geht so halt nur bei Fahrzeugen mit fremderregter E-Maschine.
Gruß
Werner
Peugeot iOn Produktionsdatum 09/2015

Re: Straße voller Ladesäulen

Kombjuder
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MaXx.Grr hat geschrieben: Also die Beschreibung von Schwani ist für mich am Einleuchtendsten. Und Schranken finde ich doof. Ein Pendlerparkplatz existiert übrigens nicht nur an Bahnhöfen, sondern auf dem Land auch an Autobahnanschlußstellen. Die sind beileibe nicht so befestigt und ausgebaut wie sich manche hier vorstellen. Insofern habe ich dort keine Bordsteine (die meiner Meinung nach) auch für 50 ct gequert werden. Auch keine Schranken und nicht mal eine Zufahrt die für eine Schranke geeignet ist. Aber auch da brauchen wir Ladestationen. Und den großen Anschluß per Lastmanagement auf viele Typ2-Ladestationen zu verteilen macht viel Sinn.

Evtl. ginge es ja sogar daß die Autofahrer selbst mitdenken (!) und, wenn man nun einige einphasige und einige dreiphasige Ladestationen aufbaut, dann auch die zu ihrem eAuto bzw. Strombedarf passenden anfahren. Ich weiß, daß ist schwierig, weil die meisten sich an "Super" hinstellen würden auch wenn "Normal" ausreichen würde. ("Wenn's mehr kostet ist es sicher besser für mein Auto...") Aber ein paar würden das vielleicht doch richtig machen...

Grüazi MaXx
Das Mitdenken lässt sich ganz einfach fördern:
3-phasige Lader in die hinterste Ecke stellen. Die Faulheit regelt das dann schon.
Hyundai Kona Caramic Blue, PV 5kWp

Re: Straße voller Ladesäulen

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E-Mobil-Foo hat geschrieben:Ein Akku hat sein Nutzungsende im BeV nach 4xxx Vollade-Zyklen
Das kann man so pauschal nicht sagen - gibt Li-Ionen-Akkuzellen, die auf gerade mal ganze 1.000 Vollzyklen und andere, die auf 5.500 Vollzyklen spezifiziert sind.

Letztere geben einem Auto mit 100 km Reichweite (Drillinge, Mittelwert Sommer / Winter, kommt etwa hin) rechnerisch eine Gesamtfahrleistung von rund 550.000 km, die so ein Kleinstwagen kaum je erreicht - da wäre schon der eine oder andere Ladezyklus zum "Verschenken" drin.

Bei anderen müsste man an halt genauer hingucken, wie die Vergütung aussähe.

Davon ab schaden sehr kleine Ladehübe den Zellen viel weniger als komplette Vollzyklen. Zur Netzstabilisierung wären nur kleine Ladehübe nötig (wenn genug Fahrzeuge am Netz wären).
Gruß
Werner
Peugeot iOn Produktionsdatum 09/2015

Re: Straße voller Ladesäulen

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MaXx.Grr hat geschrieben: Evtl. ginge es ja sogar daß die Autofahrer selbst mitdenken (!) und, wenn man nun einige einphasige und einige dreiphasige Ladestationen aufbaut, dann auch die zu ihrem eAuto bzw. Strombedarf passenden anfahren.
Wenn alle einphasigen belegt sind, müsste ein PHEV dann trotzdem an einer dreiphasigen anstecken - und dann wird eine einphasige wieder frei, eine Zoe kommt und ärgert sich über den "blöden PHEV"...

Lieber alle Säulen identisch und das "Mitdenken" dem Lastmanagement überlassen, das führt besser zu einer optimalen Auslastung.
seit 02/2020: ZOE INTENS R135 Z.E. 50 (Winterpaket, CCS, 9,3"), go-eCharger
EnBW/ADAC, Maingau/ESL, (Plugsurfing, Shell Recharge, eins, Naturstrom-Ladekarte, GET CHARGE, SW Erfurt)

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Re: Straße voller Ladesäulen

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Die beste Regelung ist die, die man gar nicht benötigt. Also die Anlage so konzipieren, dass man kein Lastmanagement benötigt wird. Scheint aber für viele etwas zu sein wo die vor lauter Regelungswahn erst gar nicht drüber nachdenken.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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