BER - Berliner Elektromobilitäts-Realität :-(

Re: BER - Berliner Elektromobilitäts-Realität :-(

Pitz
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hal2063 hat geschrieben:
zoppotrump hat geschrieben: Ist zwar nicht perfekt, aber diese Lösung ist gefühlt deutlich besser als woanders. Bei uns darf man bspw. mit einem E-Auto immer nur 1 Stunde bzw. 2 Stunden parken, auch nachts. Was natürlich Quark ist.
:shock: :shock: :shock:
Das ist ja noch schlimmer.

Ok, da scheint ja hier im Lande so einiges an Blödsinnigkeit herumzuschwirren.
Kannst Du das per Foto dokumentieren?

Die Bundesregierung will die E-Mobilität fördern, spült wer weiß wieviel Millionen unserer Steuergelder für E-Mobilität in die Taschen der Automobil-Industrie, die dann (hoffentlich) für die normale Bevölkerung erschwingliche E-Autos bereitstellt. Und dann sitzt da jemand auf der untersten Verwaltungsebene und haut dem Ganzen die Füße weg, weil es in der Praxis schwierig bis unmöglich ist, sein Auto an öffentlichen Stromtankstellen zu laden.
Der Grund, warum deine Ladesäule blockiert ist, ist folgender:

Dein Vertragspartner, der Ladesäulenbetreiber, hat gar kein Interesse daran, dass Du dort lädt.
Er verdient nämlich nichts daran, wenn du dort lädst, im Gegenteil, er verkauft seinen Strom an Dich billiger, als er ihn selber einkaufen kann.

Deswegen hat er keine Lust, das fremde Auto abzuschleppen, er müsste eigentlich sogar heimlich eine Prämie an die Leute zahlen, die seine Ladesäulen zuparken. Dann würde er weniger Verluste machen!

Das ganze hatten wir schon einmal in der DDR, da haben die Kellner einfach "besetzt" Schilder auf die Tische gestellt in den Gaststätten, denn der Staat hat sie gezwungen das Essen teurer zu verkaufen als sie es selber eingekauft haben.
Außer es kam ein Westdeutscher an den Tisch, der war sofort umringt von allen Kellnern...

Auch mit deinen "erschwinglichen E - Autos" kann das nicht so funktionieren, wie Du es Dir vorstellst.
Du forderst ja, der Staat soll die Autos subventionieren, damit die Autos billiger werden.
Von wem kommt denn dann das Geld, um diese Autos "erschwinglich" zu machen?
Das kann ja nur dann von denen kommen, die selber kein Auto haben, also z.B. den Radfahrern und Fußgängern...

Das was Du hier und viele andere (siehe Greta - Schulschwänzer) forderst ist eine Wiederkehr der DDR.
Schau dir mal alte Bilder oder Filme an, wie verdreckt die DDR und der ganze Ostblock war.

Möchtest du da wieder hin?
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Re: BER - Berliner Elektromobilitäts-Realität :-(

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Der Neoliberale ist wieder aus seiner Höhle gekrochen...
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Kona 64kWh Premium Facelift Acid Yellow GSD - bestellt am 09.September 2019 - abgeholt am 5.Juni 2020

Re: BER - Berliner Elektromobilitäts-Realität :-(

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Pitz hat geschrieben: Das ganze hatten wir schon einmal in der DDR, da haben die Kellner einfach "besetzt" Schilder auf die Tische gestellt in den Gaststätten, denn der Staat hat sie gezwungen das Essen teurer zu verkaufen als sie es selber eingekauft haben.
Die Idee des Staates hört sich erstmal betriebswirtschaftlich sinnvoller an, als das Handeln der Kellner. Aber was weiß ich schon ...

Bye Thomas
M3 LR AWD | Modell 2020 | midnight silver | AHK | 2020.44.10
1.500km Superchargen für "Umme": hier klicken

Re: BER - Berliner Elektromobilitäts-Realität :-(

Pitz
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SüdSchwabe hat geschrieben: Der Neoliberale ist wieder aus seiner Höhle gekrochen... Bild
haha herrlich, der Neoliberale!!!

Danke für den Lacher!

Naja, das ist eben Marktwirtschaft, Angebot und Nachfrage!

Was schlägst Du vor?

Eine Fahrradsteuer oder höhere Preise auf den öffentlichen Nahverkehr, um reichen Leuten ihr Elektroauto zu ermöglichen???

Re: BER - Berliner Elektromobilitäts-Realität :-(

Pitz
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HeinHH hat geschrieben:
Pitz hat geschrieben: Das ganze hatten wir schon einmal in der DDR, da haben die Kellner einfach "besetzt" Schilder auf die Tische gestellt in den Gaststätten, denn der Staat hat sie gezwungen das Essen teurer zu verkaufen als sie es selber eingekauft haben.
Die Idee des Staates hört sich erstmal betriebswirtschaftlich sinnvoller an, als das Handeln der Kellner. Aber was weiß ich schon ...

Bye Thomas
haha Thomas, war natürlich ein Schreibfehler, aber was ich gemeint habe dürfte klar gewesen sein, oder? ;)

Auf Dauer funktioniert es eben nicht, unter Preis zu verkaufen. Weder in der HO - Gaststätte noch an der Elektroladesäule.

Re: BER - Berliner Elektromobilitäts-Realität :-(

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SüdSchwabe hat geschrieben:
Nein. Weder ist der Betreiber einer Ladestation immer und überall ein privater Wirtschaftsbetrieb (das sind nämlich in sehr, sehr vielen Fällen, gerade auf öffentlichen Parkplätzen kommunale Betriebe wie Stadtwerke), noch ist überall ein Gehweg zu finden.
Seufz, der Thread handelt von Berlin - und da ist es so...

Irgendwie hat es der Beitrags-Editor geschafft, meine restliche Antwort komplett zu shreddern - vielen Dank dafür. :(
Die komplette Antwort schreib ich jetzt nicht nochmal, soviel Zeit hab ich nicht.


Parkhäuser sind auch private Wirtschaftsbetriebe, nicht zu vergleichen mit dem Berliner Straßenland.
In Berlin werden Ladeplätze in der Parkraumbewirtschaftung genau so behandelt, wie ich es geschrieben habe - wie es in München oder Buxtehude ist, zählt für diesen Thread nicht - der gilt für Berlin - lies mal bitte die Überschrift.

Du triffst einen Falschparker (Verbrennerfahrer) an, Du kannst im besten Fall mit einer Aufmerksamkeitsspanne von max. 5 Sekunden rechnen und Null Aufnahmebereitschaft für rechtliche Aspekte.
Wie erklärst Du dem, was das Zuparken einer Ladesäule für einen BEV-Fahrer bedeutet, damit er evtl. umdenkt?

Und jetzt Du...
Wer heute noch hochmotorisierte Verbrenner fährt, hat den Schuß nicht gehört.

Re: BER - Berliner Elektromobilitäts-Realität :-(

ubit
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Pitz hat geschrieben: Auf Dauer funktioniert es eben nicht, unter Preis zu verkaufen. Weder in der HO - Gaststätte noch an der Elektroladesäule.
Das Problem ist einfach die unsägliche Preisstruktur in Deutschland. Industrielle Großverbraucher kaufen Strom für 10 ct/kWh ein, Ladesäulenbetreiber zahlen sämtliche Abgaben wie ein Endverbraucher. Das ist ein massives Hemmnis für die Lade-Infrastruktur. Bei der aktuellen Preisstruktur im Strommarkt ist es kaum möglich ein funktionierendes und auch nur ansatzweise profitables Geschäftsmodell mit Ladesäulen aufzubauen. Außer ggf. mit Schnellladesäulen mit sehr hoher Leistung an denen man den Preis für die MÖGLICHE Ladeleistung setzt. An einer 150 kW-Säule also 45 €/Stunde bei 0,30 €/kWh. Wer langsamer lädt zahlt sich dann natürlich dumm und dämlich....

Ciao, Udo
VW e-Up! 2020 teal blue

Re: BER - Berliner Elektromobilitäts-Realität :-(

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yazerone hat geschrieben: Naja, die "anerkannten" Berechnungen stammen unverändert aus dem Jahr 2011 oder früher, und die Nachweisführung im §3 EMOG sagt: ... Kann das Vorliegen der Anforderungen des Absatzes 2 nicht über die Übereinstimmungsbescheinigung nachgewiesen werden oder gibt es für ein Fahrzeug keine Übereinstimmungsbescheinigung, kann der Nachweis auch in anderer geeigneter Weise erbracht werden.

So schlecht sehe ich die Chancen noch nicht. Wie gesagt, zur Not eben ohne E-Kennzeichen, aber ich lass mich auch nicht einfach mit der Begründung "das macht der Computer nicht" (O-Ton Zulassungsstelle) abspeisen. :?
Ich sehe den Knackpunkt in der sehr schwammigen Formulierung "[...] kann der Nachweis auch in anderer geeigneter Weise [...]". Die zuständige Behörde legt also fest, was geeignet ist.
Ich fuhr früher ein ATV mit 63 PS, zugelassen als "LOF Geräteträger". Gem. der FeZ hätte ich kleine Nummernschilder bekommen müssen, die sich viel einfacher an der Maschine hätten befestigen lassen. Ich war bei der obersten Stelle der Zulassungsbehörde - Ergebnis: "Die fährt ja Spitze 110 - da kriegen Sie keine kleinen Schilder". Im Landkreis Pinneberg z.B. fahren viel schnellere ATV's mit den kleinen Mofa-Schildern herum.
Es gab auch eine Zeit, in der die Zulassungsstelle Berlin sich weigerte, für ATV's LOF-Erstzulassungen überhaupt auszugeben, sondern nur VKP-Zulassungen mit allen Begrenzungen.
Dem begegneten die Händler im Umland, indem sie die Maschinen auf sich zuließen (LOF) und dann in Berlin nur noch eine Ummeldung erfolgen musste. Das funktionierte reibungslos.

Und bitte - fangt jetzt nicht darüber eine Diskussion an - das hier soll nur mal eine Idee liefern.
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Re: BER - Berliner Elektromobilitäts-Realität :-(

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ubit hat geschrieben: Das Problem ist einfach die unsägliche Preisstruktur in Deutschland. Industrielle Großverbraucher kaufen Strom für 10 ct/kWh ein, Ladesäulenbetreiber zahlen sämtliche Abgaben wie ein Endverbraucher. Das ist ein massives Hemmnis für die Lade-Infrastruktur. Bei der aktuellen Preisstruktur im Strommarkt ist es kaum möglich ein funktionierendes und auch nur ansatzweise profitables Geschäftsmodell mit Ladesäulen aufzubauen.
Das wage ich so in der Form zu bezweifeln.
Willst Du wirklich den 10ct-Industriestrom, dessen Verbrauchskontingente aus Atom- und Kohlestrom stammen?
Die Abgaben für Netzdurchleitung, Steuern, etc. reicht der Betreiber an den Endkunden weiter. Damit sind das für den Betreiber durchlaufende Kosten.
In Berlin sieht es so aus, daß es eine Kooperation zwischen dem Senat und Allego gibt, an deren Ende die errichteten Ladesäulen in den Besitz des Landes Berlin übergehen. Der Ladesäulenbetreiber macht also hier garantiert seinen Schnitt.
Außerdem gab es unlängst einen Aufschrei, als die Abrechnung von Pauschalbeträgen pro Ladung auf den tatsächlichen Verbrauch umgestellt wurde und damit teurer. Ich hab's für mich mal ausgerechnet - das Benziner-Modell meines Wagens würde treibstoffbezogen geschätzt ca. 4€/100km günstiger sein als mein PHEV beim Stromtanken.
Zumindest bei diesen niedrigen Temperaturen - die schlagen sich unerwartet heftig auf Reichweite und vermutlich auch den Wirkungsgrad beim Laden nieder.

Aber in der CO2-Bilanz spare ich geschätzt zwischen 750kg und 1000kg pro Jahr gegenüber dem Benziner-Modell ein und gegenüber meinem alten Wagen (der verschrottet wurde) sogar knapp 2 Tonnen.
Beim Haushaltstrom ist mir das sogar über 31ct/kWh wert (Greenpeace Energy Solarstrom Plus inkl. 1ct/kWh zur Unterstützung "Antikohle").

Ich sehe das anders, und solange hier keine belastbaren Quellen genannt werden, bleibt das auch so. Die Betreiber machen auch beim Strom ihren Schnitt, da bin ich mir sicher.
Vielleicht führe ich mal in einem späteren Post genauer aus, jetzt muss ich erstmal schlafen.
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Re: BER - Berliner Elektromobilitäts-Realität :-(

yazerone
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hal2063 hat geschrieben:
Und bitte - fangt jetzt nicht darüber eine Diskussion an - das hier soll nur mal eine Idee liefern.
Die schwammige Formulierung IST der Knackpunkt. Und nicht erst seit dem Gespräch mit dem KBA ist ein anderes Bundesland mein Plan B.
Der Mitarbeiter des KBA hatte in der Zulassungsstelle Flensburg hospitiert, und konnte sich gar nicht erklären, warum man sich wegen technischer Details nicht mit dem Prüfer beim TÜV unterhalten wolle (hat der Prüfer selbst auch nicht verstanden - der ist aber vom TÜV Hanse und hat daher nicht viel mit Berlin zu tun). Grundaussage war dann vom KBA: Zulassung ist Ländersache, also kann ich ja noch ein paar Länder durchprobieren. Hoch lebe der Vorgang!
Ach ja, gestern kam dann noch ein Pluspunkt auf die Liste der Behördenkompetenz. Als ich vorschlug, dass Fahrzeug ohne E-Kennzeichen zuzulassen, wurde mir von der SGL gesagt, dass das jetzt, wo sie den Fall kennt, ja nicht mehr geht - weil sie die elektrische Reichweite nicht eintragen kann?!
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