Lange Ladezeiten sind kein Nachteil

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Re: Lange Ladezeiten sind kein Nachteil

nr.21
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1234567890 hat geschrieben: Die Diskussion verkennt, dass ab dem Moment, in dem die Elektromobilität in der Breite der Bevölkerung angekommen ist,...
Dieser Moment wird ja so plötzlich nicht kommen.
Laternenlader einbauen und Parkplätze mit AC-Ladern auszustatten ist weder Hexenwerk noch astronomisch teuer. Und wer in der Stadt wohnt und das Auto nicht für Riesenstrecken braucht, hat ja auch nicht ständig Ladebedarf
Man kann ja auch mal von anderen Ländern lernen, die schon weiter sind.
In Amsterdam zB bekommt man einen Ladepunkt in Wohnortnähe installiert, wenn es noch keinen gibt
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Re: Lange Ladezeiten sind kein Nachteil

schnaeutz
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Es mag sein, dass ich mit meinem Smart EQ wegen der geringen Reichweite eine besondere Sittuation habe. Ich bin heilfroh, dass ich die 22 KW-Option genommen habe. Ich sehe zu, dass ich bei Beginn einer Fahrt mind. 80 % im Tank habe. Wenn ich bei einer "normalen Tour" ca. 50 % verbrauche, ohne dass Umleitungen und Staus vorgekommen sind, sehe ich zu, dass ich auch zwischendurch aufflade, am besten natürlich, wenn ich ohnehin Pause mache. Es kommt auch durchaus vor, dass ich eine Morgenrunde gedreht habe und dann zu Hause 20 Minuten nachlade, bevor ich in die Nachmittagsrunde starte. Das ist ziemlich genau die Zeit, mir ein Butterbrot zu machen und eine Tasse Kaffee zu trinken. Auch da kommt mir der Schnellader entgegen.

Ob das genauso wäre, wenn ich ein Auto mit 100 kwh hätte, weiß ich nicht, vermutlich nicht. Allerdings muss man auch da rechnen: Wenn ich abends nach Hause komme und morgens wieder starte, habe ich möglicherweise nur 8 - 10 Stunden Pause. Um dann einen leeren Akku wieder zu laden, sind 11 kw sehr knapp. Es gibt ja auch Ladeverluste und man läd ja nicht die ganze Zeit mit 22 kw.

Eine DC-Wallbox zu Hause kann man sich wünschen, sie kostet zur Zeit noch ein Vermögen und es braucht einen entsprechenden Hausanschluss. Bevor man an so etwas denkt, sollten eher die Inhaber von Tiefgaragenstellplätzen versorgt werden. Als Eigentümer einer Wohnung ist man auf das Wohlwollen seiner Miteigentümer angewiesen. Wer einmal in einer Eigentümerversammlung war, weiß, wie viele Bedenken man bei jedem Thema entwickeln kann. Und als Mieter hat man noch schlechtere Karten. Hier muss es einen unbedingten Rechsanspruch geben, dass man als Eigentümer oder Mieter eine Lademöglichkeit installieren darf. Was zur Zeit geplant ist (einfache Mehrheit der Eigentümerversammlung reicht) ist besser als nichts, aber es reicht nicht.

Bei der Frage einer Lademöglichkeit an jede Laterne vertrete ich der Meinung, dass Städte und Gemeinden, die in Windeseile Parkautomaten aufstellen können, auch in Windeseile Lademöglichkeiten installieren können. Und wenn die Ladegeschwindigkeit auch nur mittelmäßig ist.

Re: Lange Ladezeiten sind kein Nachteil

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spark-ed hat geschrieben:
.......
Meine bisherigen Gegenargumente:
1. Wenn ein Ladevorgang an 11kW typischerweise nicht länger als 2,5h dauert, entspricht das an 3,7kW 7,5h was also etwas weniger als einem typischen Arbeitstag entspricht.
2. Was soll mich motivieren, mein Auto umzuparken, wenn der Weg vom Arbeitsplatz zum Parkplatz ggf. mehrere hundert Meter ist und man im Tagesgeschäft schon froh ist überhaupt eine Pinkelpause wahrnehmen zu können?
3. Lastmanagement macht den Ladevorgang m.M.n. unnötig instabil. Manche Onboardlader reagieren sensibel auf PWM Änderungen oder gar gesteuerte Ladeunterbrechungen.
genau so sehe ich es, für den Arbeitsplatz, auch.
Da steht das Auto (normalerweise) 8 Std. rum.
Darum darf eine Ladevorgang, um nach Hause & wieder zur Arbeit zu kommen, auch gerne 8 Strd dauern (sind ca. 17kWh täglich)
Wichtiger ist viele Ladestellen zu haben statt schnelle. Damit man da nicht zum Blockierer wird muss man sonst umparken (wenn man denn dann einen anderen, freien Parkplatz findet.)
Für das eingesparte Geld der Wallboxen (CEE 16A reicht vollkommen wenn für jedes E-Fahrrzeug eine vorhanden ist) kann man viel mehr Ladestellen bauen.
Und wer ein Lastmanagement braucht macht es einfach durch an- bzw. ab-schalten der CEE Dosen. Simpel aber sehr effektiv.

Ich kann kostenlos bei der Nachbarfirma laden. Da seht eine optisch ansprechende highend Wallbox mit einem 22kW Typ2 Anschluß (war bestimmt sehr teuer). Die Box muss man frei schalten (was oft nicht funktioniert) dann kann mein Auto nur mit 11kW laden und ich muss mach 4 Std umparken. Will da nicht mit vollem Akku stehen.
Das ist genau so wie man es _nicht_ machen sollte. So schön das kostenlose Laden ist, es nervt. Und weil das so ist gibt es Wochen wo da gar keiner läd weil man sich eh nicht drauf verlassen kann das es Strom gibt. Das ist totaler Murks. Mit den 22 hätte man 10 Ladeplätze anbieten können. Platz wäre vorhanden.

PS: ich kenne kein E-Auto das ohne Not-Lade-Ziegel ausgeliefert wird.
Zero FX 6.5, 2016
Leaf ZE.1, 2018
Tesla Modell 3, 2019
Tesla Empfehlungs Link

Re: Lange Ladezeiten sind kein Nachteil

schnaeutz
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spark-ed hat geschrieben:
Meine bisherigen Gegenargumente:
1. Wenn ein Ladevorgang an 11kW typischerweise nicht länger als 2,5h dauert, entspricht das an 3,7kW 7,5h was also etwas weniger als einem typischen Arbeitstag entspricht.
2. Was soll mich motivieren, mein Auto umzuparken, wenn der Weg vom Arbeitsplatz zum Parkplatz ggf. mehrere hundert Meter ist und man im Tagesgeschäft schon froh ist überhaupt eine Pinkelpause wahrnehmen zu können?
Durch das langsame Laden blockierst Du die Ladesäule aber auch. Die Argumentation, lieber langsam laden, dass es für den Arbeitstag reicht als schnell, damit man die Ladesäule frei machen muß, hakt.

Unabhängig davon: An Parkplätzen in Einkaufszentren, City-Parkhhäusern, an ÖPNV-Haltestellen, meinetwegen auch auf Personalparkplätzen braucht's Lademöglichkeiten, die dafür vorgesehen sind, dass man lange dort steht. Die müssen dann nicht besonders schnell sein. Allerdings muss es dann ganz viele davon geben, so dass anderer Fahrer, die nicht lange bleiben wollen, eine schnelle Lademöglichkeit finden, auch wenn es zahlreiche Dauerparker gibt. Ein paar zeitbegrenzte Schnelllademöglichkeiten müssen daher auch vorhanden sein.

Re: Lange Ladezeiten sind kein Nachteil

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  • spark-ed
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Es geht nur darum, dass es hier keinen Vorteil bringt schneller zu laden. Warum sollte man sich also ohne Not mit den Nachteilen einer höheren Leistungsbereitstellung auseinandersetzen?
Mögliches Problem bei der Sache:
Wenn Strom aufgrund steuerrechtlicher- oder eichrechtlicher Vorgaben nicht mehr kostenlos oder über frei gestaltbare (pauschale) Abrechnung abgegeben werden darf, wird jeder Ladepunkt ohnehin so aufwändig und teuer, dass es prinzipiell keinen Unterschied mehr macht, ob man AC Ladung konzeptionell überhaupt noch berücksichtigt oder gar gleich mit langfristig vielleicht 50% Mehrkosten pro Ladepunkt auf kleine DC Leistung <=10kW geht (die sich dann wenigstens theoretisch sauber in der Leistung regeln ließe)
Dann wird das eh zum riesen Bremsklotz für das Thema Läden beim Arbeitgeber. Hatte letztes Jahr wenig Probleme, erstmal 10 blaue CEE Dosen genehmigt zu bekommen. "Dumme" kleine Ladepunkte sind meiner Ansicht nach die einzige Alternative, die hinsichtlich Skalierung problemlos und günstig zu handzuhaben ist.
SmartED - einfach, wie für mich gemacht

Re: Lange Ladezeiten sind kein Nachteil

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schnaeutz hat geschrieben: Durch das langsame Laden blockierst Du die Ladesäule aber auch.
Daher braucht man keine 22 kW Ladesäule an Parkplätze sondern viele mit 3,7 kW. Da blockiert man nix da genügend vorhanden sind.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
http://www.perdok.info Ladeboxe und mehr.
4x Renault ZOE, Stromtankstelle ecoLOAD 22kW mit Typ2 öffentlich und kostenlos 24/7

Re: Lange Ladezeiten sind kein Nachteil

Ferfi
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nr.21 hat geschrieben:
1234567890 hat geschrieben: Die Diskussion verkennt, dass ab dem Moment, in dem die Elektromobilität in der Breite der Bevölkerung angekommen ist,...
......
In Amsterdam zB bekommt man einen Ladepunkt in Wohnortnähe installiert, wenn es noch keinen gibt
Das wäre wirklich ein großer Schritt nach vorne.
Ich versuche gerade in meiner Stadt Kaarst (43.000 Einwohner) über eine Diskussion mit der Bürgermeisterin (CDU) weitere AC Säulen zu bekommen. Meine Erfahrung damit ist, nach der zweiten Mail hat sie Diskussion eingestellt.
Ich habe ihr mehrere Möglichkeiten der öffentlichen Förderung aufgezeigt. Die übernehmen bis zu 80% der Kosten.

Wenn man solche Chancen verpasst ist das sehr ärgerlich und ich zweifle sehr an eine positive Entwicklung wie die in Amsterdam etc.

Mein nächster Schritt ist die Teilnahme an der Fraktionssitzung der Grünen.

Re: Lange Ladezeiten sind kein Nachteil

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@Ferfi
Versprech Dir bitte nicht zuviel.

Ich habe das gleiche Problem. Leider hat man wenig Chancen, wenn da keiner dabei ist, der sich dafür interessiert und bereit ist, selber sich zu informieren. Sei es Politik, sei es Verwaltung. Wenn beide Parteien sich nur an den Buzzwords aufhängen, wird es nicht klappen.

Re: Lange Ladezeiten sind kein Nachteil

Zmeister
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Ja ich stehe voll hinter dem Thema ich lade meistens an 22KW Säulen da es 1. nichts bzw kaum etwas anderes gibt in unserer Region und da ich damit völlig klar komme...
Ich würde Typ2 Wallboxen mit 11-22 KW gerne überall haben an Parkplätzen Laternen ect überall halt wo es problemlos geht...
Die Tarife müsten dementsprechend angepasst werden...
Solche unnützen Tarife wie Tank E ENE Tarif mit 59ct Startgebühr ist das letzte was wir brauchen können gerade das sinnvolle zwischenladen 1/2Stunde am Geschäft xyz wird damit nutzlos....ergo weniger Ladevorgänge = weniger neue Säulen- alles Mist!
LG
MFG: ZMeister
:D Wer mit Elektronen fährt ist ein LEVEL weiter....
Ioniq Style Mj16 28Kw, Mitsubishi Outlander PHEV Mj2014 TOP-Ausstattung.

Denn ein Baum hat Äste das ist das beste, denn wäre er kahl dann wär es ein Pfahl!

Re: Lange Ladezeiten sind kein Nachteil

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Ferfi hat geschrieben: Ich versuche gerade in meiner Stadt Kaarst (43.000 Einwohner) über eine Diskussion mit der Bürgermeisterin (CDU) weitere AC Säulen zu bekommen. Meine Erfahrung damit ist, nach der zweiten Mail hat sie Diskussion eingestellt.
Ich habe ihr mehrere Möglichkeiten der öffentlichen Förderung aufgezeigt. Die übernehmen bis zu 80% der Kosten.
Gibt keine Wahlen, nur 1% fahren mit e-Auto und wählen zu 90% die falsche Partei also bringt nix.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
http://www.perdok.info Ladeboxe und mehr.
4x Renault ZOE, Stromtankstelle ecoLOAD 22kW mit Typ2 öffentlich und kostenlos 24/7
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