2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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BrecherXP
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folder Sa 20. Jul 2019, 13:32
Hallo, ich will hier mal einen Rant an alle Betreiber von Ladesäulen richten, die das Wort Ergonomie und Kundenfreundlichkeit nicht kennen.
Wie kann es sein, dass erstens ständig Säulen defekt sind, zweitens jeder Ladevorgang gefühlt anders gestartet wird und drittens ihr nicht in der Lage seid, schon außen deutlich auf der Säule selbst klar anzubringen, mit welcher der 84163 Apps, Karten oder Schlüsselgedöns man euren kostbaren Strom überteuert laden kann?
Einigt euch auf eine, logische Vorgehensweise. Erst Rüssel rein, dann Karte, oder erst Karte, dann weiter....Ja was denn nu. Nicht "zweimal tippen, dann alle meine Entchen singen, Nasepopeln und dabei auf einem Bein die Kreditkartennummer aufsagen"...
Und bitte, guckt euch mal Tesla und Fastned an, so kann Laden sein. Nicht neben dem Mülleimer, umringt von 45 verschwitzen LKW Fahrern, nicht mit dem linken Bein in der Pinkelrinne, wenns geht.
Es muss per Gesetz vorgeschrieben werden, dass wie an jeder Tanke auch einfach nur per Karte bezahlt wird. Das Wirrwar muss wirklich aufhören, ebenso natürlich wie die Preistreiberei. Zudem darf doch nicht wahr sein, dass in Apps vor Tagen beendete Ladevorgänge noch als aktiv angezeigt werden.
Convenient? So wohl nicht, Jungs. Ich kann nur konstatieren, und ich bin leider kein Teslafahrer, dass Tesla eine geniale Strategie gefahren hat, mit den Fahrzeugen quasi auch die Ladeinfrastruktur mit zu verkaufen. Das wäre ein gewaltiges Argument mehr, sich, falls man heute ein Elektroauto zum Kauf erwägt, für ein Model 3 zu entscheiden, finde ich.
Dann spart man sich gleichzeitig auch den oben beschriebenen Dreck mit den katastrophal mies zu bedienenden Ladesäulen.
Zuletzt geändert von BrecherXP am Sa 20. Jul 2019, 21:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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folder Sa 20. Jul 2019, 14:10
Bei so fundierter, wohlformulierter Kritik wird sich wohl alles in Wohlgefallen auflösen. Bis dahin kannst du dir mal die Bilanzen von Tesla Motors und Fastned zu Gemüte führen. Möglicherweise kommt dir dann eine Idee, weshalb manche Dinge bei anderen Anbietern so sind, wie sie sind.
"Area man who cannot deny committing securities fraud would like to sell you a money printing machine along with a robotaxi." @ContrarianShort auf Twitter

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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folder Sa 20. Jul 2019, 14:14
Positive Bilanzen rechtfertigen eine grauenhafte UX? Interessanter Ansatz.

Deshalb lässt sich so manche SAP Software wahrscheinlich so grauenvoll bedienen.

Ich erkenne ein Muster!!

SudSchwabe.

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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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Coati Roux
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folder Sa 20. Jul 2019, 20:44
Also im Kern trifft es die Hauptkritik so ziemlich aller Personen, mit denen ich über Elektromobilität spreche, auf den Punkt: Wenn ich an die Tanke fahre, steht auf einem übergroßen Preismast, vieviel mich die Flüssigdinos auf den Zehntelcent genau kosten werden. Wenn ich meinen Elektrohobel an einer Ladesäule anschließe, muss ich bei den meisten Säulen vorher in sechs verschiedenen Apps nachschauen, was mich der Spaß kostet und im Realfall habe ich am Monatsende mindestens drei Rechnungen von drei Anbietern. Wenn ich meinen Freunden und Bekannten, oder auch fremden Leuten davon erzähle, ist das der Todesstoß für die Elektromobilität. Alle sind begeistert vom elektrischen Fahren, stehen total auf die günstige Energie, sind sogar bereit, Abstriche bei Fahrweise (120 km/h max) und Komfort (Klimatisierung) zu machen, aber beim Ladeirrsinn hört dann das Verständnis auf.

Was EnBW mit dem ADAC zusammen macht, geht in die richtige Richtung und auch Maingau/ESL sind ganz vorne mit dabei. Eine Karte, ein Preis. Egal wann, egal wo. Der Preis steht vorher fest und wenn ich freischalte, weiß ich genau was es kosten wird. Und mit 25 bis 39 Cent/kWh ist es (für unterwegs) sogar fair.

Das Gestöpsel von Plugsurfing und NewMotion aber grenzt an Wucher oder bewusste Verwirrung, insbesondere bei Verwendung des Ladeschlüssels. Denn mal im Ernst: Wie kann es sein, dass ich mit dem Ladeschlüssel einen rechtsverbindlichen Vertrag über die Lieferung elektrischer Energie abschließe, ohne die Bedingungen (Preis!) vorher zu kennen. Entweder agiert der Händler (oder Vermittler) hier in einer Grauzone, Die AGB sind keinen Pfifferling wert, oder ich habe nicht mehr alle Kartoffeln im Keller, dieses Verwirrspiel mitzumachen. Und das bei Preisen von "kostenlos" (warum dann überhaupt das Backend???) bis "0,39 €/min". Irre.

Und er Schwachfug von Ladenetz mit runden, eckigen und eiförmigen Partnern ist doch auch Käse! In einem Verbund sollte es das Gleiche kosten und wenn das einem Stadtwerk nicht passt, dann soll es halt zu den Wucherern gehen. Tank-E der Kölner Rheinenergie kann es doch auch: Der lokale Versorger legt den Preis fest und dann zahlt man an allen Säulen des Verbundes diesen Preis. Egal ob in der Heimatstadt oder in Rumpel an der Knatter. Ist nur leider (noch) ein recht kleiner Verbund.

Was die Ladesäulenverordnung angeht, bin ich gemischter Meinung: Es ist sehr sinnvoll, das Laden mit Standardmitteln (Kreditkarte, etc.) zugänglich zu machen, auch wenn das zu höherem Aufwand führt. Ohne Handyempfang nachts auf der Bahn festzuhängen ist nicht schön. Dass das dann aber zu Pauschalpreisen führt, ist doch auch albern. Jede SB-Tanke am Ende der Welt mit EC-Automat blockiert 80 € und bucht das tatsächlich getankte oder schaltet bei 80 € die Pumpe aus. Das kann auch 'ne Ladesäule...

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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folder Sa 20. Jul 2019, 20:57
Coati Roux hat geschrieben:
Sa 20. Jul 2019, 20:44
Was die Ladesäulenverordnung angeht, bin ich gemischter Meinung: Es ist sehr sinnvoll, das Laden mit Standardmitteln (Kreditkarte, etc.) zugänglich zu machen, auch wenn das zu höherem Aufwand führt. Ohne Handyempfang nachts auf der Bahn festzuhängen ist nicht schön. Dass das dann aber zu Pauschalpreisen führt, ist doch auch albern. Jede SB-Tanke am Ende der Welt mit EC-Automat blockiert 80 € und bucht das tatsächlich getankte oder schaltet bei 80 € die Pumpe aus. Das kann auch 'ne Ladesäule...
Genau. Und es geht sogar kontaktlos, so dass man sich den anfälligen Schlitz für die Karte sparen kann! Das wurde mir hier vor einer Zeit gesagt, dass man nicht kontaktlos einen Betrag blockieren kann und dann einen anderen abbuchen. Neulich an der fossilen Tankstelle ging es aber doch.

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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enabler
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folder Sa 20. Jul 2019, 23:58
BrecherXP hat geschrieben:
Sa 20. Jul 2019, 13:32
Hallo, ich will hier mal einen Rant an alle Betreiber von Ladesäulen richten, die das Wort Ergonomie und Kundenfreundlichkeit nicht kennen.
Wie kann es sein, dass erstens ständig Säulen defekt sind, zweitens jeder Ladevorgang gefühlt anders gestartet wird und drittens ihr nicht in der Lage seid, schon außen deutlich auf der Säule selbst klar anzubringen, mit welcher der 84163 Apps, Karten oder Schlüsselgedöns man euren kostbaren Strom überteuert laden kann?
Einigt euch auf eine, logische Vorgehensweise. Erst Rüssel rein, dann Karte, oder erst Karte, dann weiter....Ja was denn nu. Nicht "zweimal tippen, dann alle meine Entchen singen, Nasepopeln und dabei auf einem Bein die Kreditkartennummer aufsagen"...
Und bitte, guckt euch mal Tesla und Fastned an, so kann Laden sein. Nicht neben dem Mülleimer, umringt von 45 verschwitzen LKW Fahrern, nicht mit dem linken Bein in der Pinkelrinne, wenns geht.
Es muss per Gesetz vorgeschrieben werden, dass wie an jeder Tanke auch einfach nur per Karte bezahlt wird. Das Wirrwar muss wirklich aufhören, ebenso natürlich wie die Preistreiberei. Zudem darf doch nicht wahr sein, dass in Apps vor Tagen beendete Ladevorgänge noch als aktiv angezeigt werden.
Convenient? So wohl nicht, Jungs. Ich kann nur konstatieren, und ich bin leider kein Teslafahrer, dass Tesla eine geniale Strategie gefahren hat, mit den Fahrzeugen quasi auch die Ladeinfrastruktur mit zu verkaufen. Das wäre ein gewaltiges Argument mehr, sich, falls man heute ein Elektroauto zum Kauf erwägt, für ein Model 3 zu entscheiden, finde ich.
Dann spart man sich gleichzeitig auch den oben beschriebenen Dreck mit den katastrophal mies zu bedienenden Ladesäulen.
Als Berater etlicher großer Ladeinfrastrukturbetreiber kann ich nur grinsend zustimmen :).
Aber: Es gibt a) zu wenig Ressourcen, b) derzeit kein Geschäftsmodell, welches perspektivisch schwarze Zahlen abwirft, c) keine Erfahrung (vor allem die EVUs) und das ausnutzende Dienstleister, d) fürchterlich schlechte Software und finally e) Behörden, welche einem Klötze zwischen die Füße werfen.
Im Grunde gebe ich Dir aber recht und da ist noch viel Luft nach oben

Auf zwei Dinge muss ich aber eingehen:
Es muss per Gesetz vorgeschrieben werden, dass wie an jeder Tanke auch einfach nur per Karte bezahlt wird.
Das Gesetz sieht vor, dass man barrierefrei zahlen können muss. Und das ist ausreichend, muss nur sauber implementiert werden.
..., ebenso natürlich wie die Preistreiberei.
Nein! Da zukünftig viele Anbieter parallel anbieten werden (wie Leihräder in Berlin), ist ein Wettbewerb in Sicht. Ohne eine Perspektive auf Kostendeckung (vor allem des laufenden Betriebs) wird keine weiter Infrastruktur errichtet.

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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folder So 21. Jul 2019, 00:33
enabler hat geschrieben:
Sa 20. Jul 2019, 23:58
Als Berater etlicher großer Ladeinfrastrukturbetreiber kann ich nur grinsend zustimmen :).
Endlich mal ein Profi. Daher meine Frage: Warum wird nicht in allen Ladesäulen ein kontaktloser Kredit-/Debit-/Girokartenleser installiert? Prinzipiell dürfte die Hardware nicht viel teurer sein als was jetzt schon genutzt wird. Oder wird das einfach nicht angeboten von den Ladesäulenherstellern?

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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enabler
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folder So 21. Jul 2019, 01:01
Langsam aber stetig hat geschrieben:
So 21. Jul 2019, 00:33
enabler hat geschrieben:
Sa 20. Jul 2019, 23:58
Als Berater etlicher großer Ladeinfrastrukturbetreiber kann ich nur grinsend zustimmen :).
Endlich mal ein Profi. Daher meine Frage: Warum wird nicht in allen Ladesäulen ein kontaktloser Kredit-/Debit-/Girokartenleser installiert? Prinzipiell dürfte die Hardware nicht viel teurer sein als was jetzt schon genutzt wird. Oder wird das einfach nicht angeboten von den Ladesäulenherstellern?
Es wird von keinem namhaften Hersteller angeboten. Und Frickel- und Kleinanbieter sind bei großen Stückzahlen nicht nachhaltig.

Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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folder So 21. Jul 2019, 08:43
@BrecherXP
Genauso ist es !
In den letzten 3 Jahren hab ich mich an den ganzen Krampf gewöhnt, hab z.B. extra einen LTE Vertrag damit ich auch dort laden kann, wo es nur noch LTE gibt - krank. Wenn ich mich mit EV-Neueinsteigern unterhalte, die oft nicht hier auf GE unterwegs sind, wird mir wieder bewusst, wie unmöglich die aktuelle Situation ist. Schon öfters gehört, dass sie an den Innogy AC-Säulen vergeblich versucht haben, diese mit ihren 5 RFID-Karten freizuschalten. Wie, dafür braucht man eine App :shock: :shock: :shock: ?
Sollte sich der e-tron und der EQC wirklich verkaufen, wir werden garantiert in der nächsten Zeit viele ratlose Gesichter an den Ladesäulen sehen und dann auch günstige junge Gebrauchte, weil sie gefrustet die Kiste einfach nur noch los werden wollen.
Ich gönne es TESLA, für die bestimmt schön die unbeholfenen ersten Gehversuche der Konkurrenz anzusehen :)
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Re: 2019: Eigene Süppchen, Ergonomie wie im Schützengraben und Preistransparenz aus der Hölle

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Ungard
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folder So 21. Jul 2019, 09:02
Die Situation könnte besser sein, bei vielen frag ich mich aber wie sie morgens aus dem Haus kommen. Vermutlich hat Mutti die Klamotten schon bereit gelegt
i3 120Ah als FamilienErstwagen und einzigem Auto!
Kein Verbrenner in der Hinterhand für lange Strecken.
Ja, von München nach Niederlande, geht ohne Probleme.
Mein i3 ist offiziell günstiger als ein vergleichbarer wertiger Verbrenner laut ADAC.
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