Wenn Horden über dein Ladekabel fallen

Wenn Horden über dein Ladekabel fallen

Helfried
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Kurzfassung:
Was tun, wenn plötzlich ein ganzer Autobus voller Japaner und Chinesen über dein Ladekabel fliegt?

Langfassung:
Als Experte für Wien Energie-Ladestationen habe ich ja bei aller Freude über das Engagement schon öfter im Detail Zweifel gehabt bezüglich der Standortwahl der hunderten neuen Ladesäulen. Ladesäulen an Schnellstraßen, Schienenstraßen und sechsspurigen Einbahnen sind nicht der ideale, unfallfreie Ladeplatz. Bei einem meiner Lieblingsladeplätze müssen sich Fußgänger mangels Gehsteig zwischen Ladesäule und Auto durchzwängen, das sind 20 bis 120 Zentimeter Platz, je nach gutem Willen des E-Autofahrers, der ja auch Platz für das jeweils zweite E-Fahrzeug freihalten muss.

Heute habe ich dort einen Termin gehabt, und der war unerwartet schnell zu Ende (denn ich habe mich im Tag geirrt! :lol: ).
Nun habe ich aber für den Ladestrom schon die eine pauschale Euronette eingeworfen gehabt, und die musste ich nun aussitzen. So viel Geiz muss sein dürfen.

Gerade überlege ich noch, was ich nun tun könnte (draußen am See spazieren war zu kalt), und wo der Kaffee am besten sein würde, da sehe ich, wie sich langsam vor einer Baracke namens "Showroom" Trauben, ja Horden von gut 60 Leuten aus aller Herren Länder zusammenrotten. Bin ausgestiegen zum Tratschen und habe mir neugierig sagen lassen, die warten auf die Besichtigung von neuen Wohnungen.

Gut, ich hole mir einen Kaffee und setze mich wieder ins warme Auto. Plötzlich stürmen die ersten Leute in Richtung meines Autos. Ich überlege noch, ob sie jetzt die (ohnedies kaum befahrene) Straße nehmen würden oder ob sie sich durch das Loch zwischen Auto und Ladesäule zwängen würden. Tja, 78% der Leute zwängten sich durch das Loch. Die ersten haben das dicke, giftgrüne Spiralkabel noch gut gesehen, dann hörte ich schon die welche stolpern und fliegen und unsanft an meinem Ladeport rütteln. In der Menschenmasse hat kaum noch jemand das Kabel gesehen. Ich konnte nicht einmal aussteigen, weil die Autotür gegen den Strom der Leute nicht aufging. Ich bekam schon Todesängste um meinen Ladeport (nicht um die Leute :) ), dann habe ich mich doch mit leichter Gewalt aus dem Auto gezwängt und die Horde verlangsamt und höflich gewarnt *schwitz*.

So was habe ich noch nie gesehen! Ich glaube, man möchte gar nicht wissen, was manchmal mit seinem Auto passiert, wenn man nicht dabei ist.
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Re: Wenn Horden über dein Ladekabel fallen

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  • Kukki
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Helfried hat geschrieben:
Heute habe ich dort einen Termin gehabt, und der war unerwartet schnell zu Ende (denn ich habe mich im Tag geirrt! :lol: )
Kenn ich, ist mir auch schon passiert.

Das Problem mit dem Kabel als Stolperfalle wird sich bei weiterer Ausbreitung der Elektromobilität erledigen. Dann hat es jeder Begriffen das ein Kabel zum Laden gebraucht wird und dieses auch schon mal auf dem Boden liegen kann. Gegen Smombies hilft leider nichts.
Kukki

- 01.03.2018 Sion vorbestellt.

Re: Wenn Horden über dein Ladekabel fallen

backblech
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Ist das Parken auf dem Gehweg in Österreich erlaubt? Ich versuche das zu vermeiden, nicht weil ich Angst ums Auto habe, es sollte doch rücksichtsvoll zugehen, auch beim Laden.
Ladekabel ist nicht spiralisiert und liegt glatt am Boden. Dann keine Gefahr für Fußgänger.
Ladekabel spiralisiert würde ich aus Rücksicht auf Fußgänger so verlegen, daß niemand drüber steigen muß oder drüber fahren, gibt ja auch Kinder die auf dem Gehweg fahren sollen. Das Auto so parken da nicht so ein "Loch" entsteht.
Ich hätte so nah wie möglich am Bauzaun geparkt mit der Schnauze in die andere Richtung. Da sind doch bestimmt 1,2m Platz zw. Auto und dem Bauzaun sodaß der Gehweg benutzbar bleibt. Oder ums Eck parken, wo der Bauzaun zurückweicht, wie im Bild zu sehen.
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Re: Wenn Horden über dein Ladekabel fallen

Helfried
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backblech hat geschrieben: Das Auto so parken, dass nicht so ein "Loch" entsteht.
Genau das ist das Problem bei weit über 100 Ladesäulen in Wien: Lässt du kein Loch frei, ist der zweite Ladeplatz nicht mehr gut nutzbar, da für zwei Autos zusammen nur 10 m vorgesehen sind. Und selbst diese 10 m sind in der Praxis oft nur mehr 9,50 Meter, wenn angrenzende Verbrenner unsauber parken.
Man muss ja auf die Tesla Rücksicht nehmen, die auch gratis parken wollen. :)

Re: Wenn Horden über dein Ladekabel fallen

kirovchanin
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Das Grün ist ja schon mal nicht die schlechteste Farbe.

Bei dunklen Farben wär es vielleicht sinnvoll, Reflektor-Klebeband drumzuwickeln? Hilft natürlich auch nicht gegen Smobies und In-der-Weltgeschichte-Rumschauer ;-)
Achtung: Der Schreiber dieses Beitrags ist nicht in der Lage, logischen Argumenten zu folgen, schreibt chronisch off-topic, wird oft persönlich, ist nicht vorsichtig genug beim Verwenden von Quellen, ist übersensibel und trinkt nicht genug Kaffee.

Re: Wenn Horden über dein Ladekabel fallen

Hellkeeper
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Die Baustellenabsperrung wurde nicht ordnungsgemäß errichtet. Einfach via "Sag's Wien"-App melden, dann kümmern sich die zuständigen Stellen darum. Denn entweder sperrt man den Gehsteig komplett, was augenscheinlich vorgesehen war oder man lässt eine gewisse Restbreite, die nicht schmäler wird.

Re: Wenn Horden über dein Ladekabel fallen

Helfried
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Hellkeeper hat geschrieben:Denn entweder sperrt man den Gehsteig komplett, was augenscheinlich vorgesehen war
Dort ist kein Gehsteig, und es war auch nie einer. Die Ladesäule steht im Dreck, ein kleines Stück Land undefinierten Zwecks.

Re: Wenn Horden über dein Ladekabel fallen

E-Mobil-Foo
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So was gibt es in Göttingen Am Geismartor - keine Baustelle, sondern Alltagsbetrieb.
Das Fußvolk - und das sind ständig viele - wählt den kürzesten Weg quer über den Parkplatz, an der Ladesäule vorbei, egal ob die Kabel angeschlossen sind oder nicht.
Die Folge, stolpern und die ungenutzen Ladekabel liegen in der Pfütze, die Stecker werden "zur Gegenwehr" aus der Säule rausgezogen und versucht die zu zerschlagen. Ist ein Fahrzeug angeschlossen, wird der große Schritt versucht.
Daher war die Säule in der Vergangenheit auch häufig in Reparatur.

Re: Wenn Horden über dein Ladekabel fallen

Granada
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Ist das im nicht im Sonnwendviertel? Da ist ja noch Baustelle und wird schon noch ein Gehsteig hinkommen. Früher oder später ...

Re: Wenn Horden über dein Ladekabel fallen

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Helfried hat geschrieben:Kurzfassung:
Was tun, wenn plötzlich ein ganzer Autobus voller Japaner und Chinesen über dein Ladekabel fliegt?

Langfassung:
Als Experte für Wien Energie-Ladestationen habe ich ja bei aller Freude über das Engagement schon öfter im Detail Zweifel gehabt bezüglich der Standortwahl der hunderten neuen Ladesäulen. Ladesäulen an Schnellstraßen, Schienenstraßen und sechsspurigen Einbahnen sind nicht der ideale, unfallfreie Ladeplatz. Bei einem meiner Lieblingsladeplätze müssen sich Fußgänger mangels Gehsteig zwischen Ladesäule und Auto durchzwängen, das sind 20 bis 120 Zentimeter Platz, je nach gutem Willen des E-Autofahrers, der ja auch Platz für das jeweils zweite E-Fahrzeug freihalten muss.

Heute habe ich dort einen Termin gehabt, und der war unerwartet schnell zu Ende (denn ich habe mich im Tag geirrt! :lol: ).
Nun habe ich aber für den Ladestrom schon die eine pauschale Euronette eingeworfen gehabt, und die musste ich nun aussitzen. So viel Geiz muss sein dürfen.

Gerade überlege ich noch, was ich nun tun könnte (draußen am See spazieren war zu kalt), und wo der Kaffee am besten sein würde, da sehe ich, wie sich langsam vor einer Baracke namens "Showroom" Trauben, ja Horden von gut 60 Leuten aus aller Herren Länder zusammenrotten. Bin ausgestiegen zum Tratschen und habe mir neugierig sagen lassen, die warten auf die Besichtigung von neuen Wohnungen.

Gut, ich hole mir einen Kaffee und setze mich wieder ins warme Auto. Plötzlich stürmen die ersten Leute in Richtung meines Autos. Ich überlege noch, ob sie jetzt die (ohnedies kaum befahrene) Straße nehmen würden oder ob sie sich durch das Loch zwischen Auto und Ladesäule zwängen würden. Tja, 78% der Leute zwängten sich durch das Loch. Die ersten haben das dicke, giftgrüne Spiralkabel noch gut gesehen, dann hörte ich schon die welche stolpern und fliegen und unsanft an meinem Ladeport rütteln. In der Menschenmasse hat kaum noch jemand das Kabel gesehen. Ich konnte nicht einmal aussteigen, weil die Autotür gegen den Strom der Leute nicht aufging. Ich bekam schon Todesängste um meinen Ladeport (nicht um die Leute :) ), dann habe ich mich doch mit leichter Gewalt aus dem Auto gezwängt und die Horde verlangsamt und höflich gewarnt *schwitz*.

So was habe ich noch nie gesehen! Ich glaube, man möchte gar nicht wissen, was manchmal mit seinem Auto passiert, wenn man nicht dabei ist.
Hatte auch schon solche Situation. Fahre dann immer ganz dicht an die Ladesäule auf 10cm etc. das niemand mehr durch passt. Dank Abstandswarner überall am etron kein Problem. Somit kein Durchkommen :lol:
Du hättest auch vor dem Anschluss der Säule Dich stellen können. Rüssel an Rüssel :D
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