Innerstädtische Schnellladerflut vs. Destination Charging

Re: Innerstädtische Schnellladerflut vs. Destination Chargin

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Oder weil es gerade hohe Förderungen für DC Lader gab?
Ob das aber so weiter geht, bis hunderte installiert sind, ist auch fraglich... :roll:
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Re: Innerstädtische Schnellladerflut vs. Destination Chargin

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Hier finde ich die Wiener Lösung sehr gut,
1000 Destination Lader geplant (ein paar hundert stehen schon), oder sollten wir besser Laternenladeplätze nennen? Kommt wohl auf die Uhrzeit an.
Bis jetzt waren die ja Kostenlos, aber ab 1. Oktober muss man zahlen, mit einem Zeit UND kWh Tarif.
Tagsüber ist der Zeittarif mit 1,60€/h wohl eher ein Destination Lader. Nachts aber, mit 0,16€/h ein Laternenlader :)
Die kWh ist mit 20ct nicht geschenkt, zumindest für Österreich wo 15ct Haushaltsstrom keine Seltenheit sind.
Ach ja: es sind alles 11kW AC, also kann man auch einen Tesla über Nacht bequem laden.

Es wäre natürlich nicht Wien, wenn man als Gast hier sofort alles versteht. Weil es gibt von Wien-Energie natürlich noch die "alten" Ladestellen mit reinem Zeittarif, natürlich bis 50kW und auch DC. Ein kleiner Aufkleber "City" verrät den Unterschied für die Laternenladegeräte. Die Experten hier beraten schon wie wir das alles im Ladeverzeichnis rein kriegen, weil auch die Roaming-beziehungen noch sehr unklar sind, was zahlt man zum Beispiel mit Maingau an diesen Säulen, geht da Roaming überhaupt? Wien ist Anders....
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Aktuell: 100.000 km

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Re: Innerstädtische Schnellladerflut vs. Destination Chargin

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Da spielen viele Dinge rein. Natürlich ist es sinnvoll wenn möglichst viel über Laden in der Firma und Laden in der TG abgedeckt ist. Gerade bei letzterem wäre es sinnvoll praktikable Lösungen zu finden. Gut, hier geht es um Initiativen von Stadtwerken. Aber auch hier wäre etwas machbar - ich hatte z.B in meiner Zeit in München einen TG Stellplatz, aber in einem anderen Haus, als meiner Mietwohnung. Wie hätte man dort eine Stromabrechnung machen können? Am einfachsten wäre wohl eine Wallbox der Stadtwerke München mit integriertem Zähler und Abrechnung mit mir gewesen, ohne den Hausbesitzer der Tiefgarage überhaupt zu belästigen. Wenn die Städte und Politiker was tun wollen, dann können sie für sowas Rechtssicherheit bringen. (Das gleiche hab ich schon vor 5 Jahren geschrieben). Dies zu fördern ist auch im Sinne der gesteuerten Ladung zur Netzstabiliserung im Sinne der Gesellschaft und der Betreiber

So. Und nun für die ohne Möglichkeit einer TG und Arbeitsplatzladung:
In Wohngebieten sind Parkplätze Mangelware. Ich musste teilweise grenzwertig parken bevor ich den TG Platz hatte. Parkplatz + freier Ladepunkt ist also eine Glückssache. Natürlich wird man die „oportunity Ladung“ versuchen und mitnehmen, aber was ist, wenn man dafür keine Zeit mehr hat, bzw. kein Glück? Des Weiteren stellt sich auch die Frage wie es mit der Infrastruktur im Stadtteil bestellt ist? Mehrere Schnelladesäulen (immer >1, Wenn man 20 Schnellader aufstellt, dann bitte 5X4 oder vielleicht noch 10x2 +2 Ladepunkte 43kW Typ2) kann man natürlich in der Nähe eines leistungsfähigen Stromkabels installieren und bringt die Leute dahin wo die Infrastruktur gut ist. Zudem werden die Installationskosten meist komplett unterschätzt. Ich denke 3x22kW AC an unterschiedlichen Orten ist teurer als ein Tripple…

Eine Stadtteiltankstelle mit 4-5 HPC Ladern, bei dem man auch das übliche Zeug (Waschwasser, Bier, geschmacklich grenzwertiger Kaffee) bekommt inklusive Autowäsche wäre sicher nicht verkehrt als sichere Anlaufstelle gut gewarteter Ladeinfrastruktur. Diese mit einem fetten Stromkabel anzuschließen sollte eher möglich sein.

Ansonsten Lademöglichkeit nach Verweildauer schaffen: 50kW bei einem Opernhaus ist Blödsinn. Die AC Säule beim MC Doof aber tendenziell zu wenig. Was mir überall fehlt – auch bei Autobahnrastplätzen fehlt ist eine geschickt platzierte Ladesäule mit 4-6 Typ2 Anschlüssen für AC Lader (incl. PHEVs). Diese preislich günstiger gestalten als die Schnellader, so dass der Sparfuchs diese bevorzugt.

Dann zeigt das Nutzungsverhalten, welche Infrastruktur noch benötigt wird und welche überflüssig ist.

Mit Laternenladern sehe ich langfristig Vandalismusprobleme. Wenn man bedenkt, dass einige Banden Kupferkabel von Baustellen klauen…
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04?/2021 VW ID.3 Pro Business: als Firmenwagen bestellt - für Kurz und Mittelstrecken

Re: Innerstädtische Schnellladerflut vs. Destination Chargin

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Super-E hat geschrieben:
Was mir überall fehlt – auch bei Autobahnrastplätzen fehlt ist eine geschickt platzierte Ladesäule mit 4-6 Typ2 Anschlüssen für AC Lader (incl. PHEVs). Diese preislich günstiger gestalten als die Schnellader, so dass der Sparfuchs diese bevorzugt.

Dann zeigt das Nutzungsverhalten, welche Infrastruktur noch benötigt wird und welche überflüssig ist.
Hmm - die Idee ist gut! Ja, zu weit entfernt vom Schnelllader sollten die nicht sein sonst findet sie Lieschen Müller nicht ;-)
Super-E hat geschrieben:
Mit Laternenladern sehe ich langfristig Vandalismusprobleme. Wenn man bedenkt, dass einige Banden Kupferkabel von Baustellen klauen…
Aber ausgegraben hat die Kupferkabel noch niemand - soweit ich weiß... Nur die Oberleitung der Bahn wurde wohl mal auf einem Rangiergleis abgebaut :-(

Ich glaube Vandalismus ist bei Typ-2-Dosen gar nicht so einfach - also ein Kabel wäre viel anfälliger. Und Vandalismus an eingesteckten Kabeln sollte (nach Darwin) auf lange Sicht aussterben... Müßten halt laaangsam auslösende Sicherungen verwendet werden...

Grüazi MaXx

Re: Innerstädtische Schnellladerflut vs. Destination Chargin

Michael_Ohl
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Wenn der Laternenlader ohne Kabel ist, glaube ich nicht das jemand das Kabel unter Saft klaut. lässt sich zwar nicht verhindern, aber eine sehr Laute Alarmanlage die bei Kabelschnitt aktiv wird sollte reichen.

mfG
Michael
Kangoo ZE maxi seit 2015 116000km, Kangoo ZE Postkutsche seit 2018 87000km, E-UP seit 2020, 2000km, C180TD seit 2019 23000km , max G30d seit 2020 240km, Sunlight Caravan seit 2012 und Humbauer 1300kg. Seit 2013

Re: Innerstädtische Schnellladerflut vs. Destination Chargin

Rainbow
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Ist denn überhaupt schon jemanden ein unter Saft stehendes Kabel entwendet worden?
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Re: Innerstädtische Schnellladerflut vs. Destination Chargin

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Für die TG im ander Haus wäre die ubitricity Lösung das richtige.
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, Tested X3 xDrive30e, eTron 50, EQC In Testing ID.4, ENYAK, iX3
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Re: Innerstädtische Schnellladerflut vs. Destination Chargin

hgerhauser
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Tho hat geschrieben: Stromsteuer 7,0 2,05
Konzessionsabgabe 5,7 1,66
KWK - Umlage 1,4 0,41
EEG - Umlage 23,6 6,88
§ 19 Umlage 1,4 0,41
Umsatzsteuer 16,0 4,66
Erzeugung / Vertrieb 19,3 5,63
Netzentgelte, Messung, Abrechnung 25,6 7,48
Ich frage mich, wieso der Netzentgeltanteil so gestiegen ist. Meine Vermutungen:
1. Unberechtigt hohe Profite (wird auch von Agora Energiewende impliziert)

Aber ich fürchte auch, dass zuviel in den Ausbau der Netze gesteckt wird. Wenn da große Summen anfallen, um bei ländlichen PV Anlagen den Abtransport von 1% der Zeit eintretenden Peaks zu ermöglichen, wieviel ist das dann pro kWh, die sonst abgeregelt werden müsste? 50 Cent die kWh erscheinen mir da leider durchaus realistisch.

Da wird jetzt nur mit der 70% Regelung (50%, wenn man die bayrische Speicherförderung in Anspruch nimmt?) gegen angegangen, eigentlich muss da meiner Meinung nach noch ganz anders gegen vorgegangen werden.

Wenn erst mal genug E-Autos da sind, nutzt man deren Flexibilität. Z.B., Sommerspitze, ländlich, PV => lokal sinkt der Preis auf Null und man baut eben nicht das Netz für 50 Cent die kWh aus (die aber nicht vom PV Besitzer getragen werden, sondern von der Allgemeinheit und daher weder seine Entscheidung für Speicher, noch für Ost/West Anlage etc. beeinflussen).
Oder, im Fall von Wind: Da wird nicht die Nord/Südleitung für 1% der Zeit verstärkt, nein, da laden Elektroautos tagsüber im Norden (zum Zeitpunkt, an dem die Leitung gegen Süden voll sind), und die E-Autos im Süden warten darauf, dass die Leitungen frei werden und laden dann nachts.

Re: Innerstädtische Schnellladerflut vs. Destination Chargin

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Interessante Frage hat aber nix mit dem Thema zu tun oder?
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Re: Innerstädtische Schnellladerflut vs. Destination Chargin

hgerhauser
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kub0815 hat geschrieben:Interessante Frage hat aber nix mit dem Thema zu tun oder?
Die Minimierung der Netzkosten ist bei dem Thema (Schnellladerflut vs Destination charger) meiner Einsicht nach sehr relevant und ist ein wichtiges Argument für Destination charger (und Schnelllader direkt am Hochspannungsnetz oder bei Erzeugern).

Ansonsten stimmen ich dem thread Eröffner bei der praktischen Nutzerseite im hier und jetzt absolut zu. Hatten wir auch gerade bei meinem Arbeitgeber, dem Forschungszentrum Jülich. Das FZ ist riesig und es sind zentral zwei Säulen mit je zwei Anschlüssen zu 22 kW aufgestellt worden. Damit die nicht zugeparkt werden besteht eine Parkzeitbeschränkung von drei Stunden. Das FZ ist darauf hingewiesen worden, dass dann Mitarbeiter zwei Zehnminuten Fusswege haben können, und die Reaktion darauf war die Bereitstellung eines Fahrrads für die Ladezeit.
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