"Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

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Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

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  • EVduck
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Sei mir nicht böse, mack3457, aber wenn ich über die 'angespannte Parksituation' lese geht mir persönlich der Hut hoch. Es gibt keinerlei Anspruch auf einen Parkplatz! Nirgends! Wenn ich die ganzen Blechhaufen sehe, die auf den Straßen, Gehwegen, Radwegen 'rumstehen, ja, in Einzelfällen auf öffentlichen Parkplätzen, für deren Schaffung die Allgemeinheit bezahlt hat, dann schwillt mir der Kamm. Es wird höchste Zeit, das jeder, der ein Auto zulassen will einen privat geschaffenen Parkplatz zu Hause (oder in der Nähe) nachweist und einen bei seinem Arbeitgeber (so er denn Arbeit hat und nicht nachweist, dass er per ÖPNV seinen AG erreicht).
Meine Heimatstadt hätte weder Schulden, noch ein laufendes Defizit, wenn wir nicht immer neue Parkplätze schaffen würden/müssten ob dieses Anspruchsdenkens!
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Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

harlem24
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Und genau das wird gerade zurcük gefahren.
Früher war es normal, dass man bei Neubauten nachweisen mußte, dass ausreichend Parkplätze für ein Objekt geplant sind.
Jetzt heißt es, wir wollen die Autos nicht in der Stadt haben und hat diese Vorgaben teilweise wieder abgeschafft.
Doof nur, dass die Bewohner der neuen Häuser immer noch Autos haben und die dann auf der Straße stehen...
Gruß

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Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

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EVduck hat geschrieben: Es gibt keinerlei Anspruch auf einen Parkplatz! Nirgends!
Es widerspricht Dir ja auch niemand. Allerdings folgt daraus unmittelbar, dass es eben auch keinerlei Anspruch auf eine freie Ladestation gibt. Auch wenn sich alle an die Regeln halten, wird es vorkommen, dass eine Ladestation besetzt ist.

Ich habe mack3457 nicht so verstanden, dass er zugeparkte Ladestationen mit Hinweis auf Parkplatznot entschuldigt. Ich verstehe ihn so -- und stimme ihm darin zu -- dass in städtischen Lagen Ladesäulennot eine ähnliche Qualität hat wie Parkplatznot. Die Nachfrage hat keine Chance, dem Angebot gerecht zu werden, es wird immer "Verteilungskämpfe" geben. Selbst dann, wenn Parkplätze nur zum Parken und Ladeplätze nur zum Laden verwendet werden.

Dass Ladeplätze notgedrungen umgewidmete Parkplätze sind und somit die Parkplatznot noch verschärfen, ist dabei nur eine beiläufige Beobachtung, die aber nicht von der Hand zu weisen ist.
Zuletzt geändert von Volker.Berlin am Mi 4. Dez 2019, 11:56, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Eure "Verhältnismäßigkeit" macht mir Gruseln!

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Frog hat geschrieben: Das Sonderparkrecht wird wenig respektiert, das ist wahr. Aber mit Polizeimethoden lässt sich das nicht ändern. Ganz im Gegenteil: Alle diese groben Polizei- und Abschleppklötze führen über kurz oder lang dazu, dass wir E-Autofahrer verhasst werden, so dass wir unsere Stromer nicht mehr ungefährdet in der Öffentlichkeit parken können.
Ich kann Deinem Beitrag zum Thema "Verhältnismäßigkeit" viel abgewinnen und stimme im Wesentlichen zu. Dieser Schlussfolgerung möchte ich aber energisch widersprechen. Behindertenparkplätze sind nur deswegen (meisten) frei, weil jeder weiß, dass unberechtigtes Parken empfindlich geahndet wird. Wer deswegen einen Hass auf Behinderte entwickelt, dem ist nicht zu helfen.

Ähnlich sehe ich das bei den Ladestationen: Erst wenn es weh tut, werden die Ladeplätze respektiert und die Notwendigkeit, sie frei zu halten, anerkannt werden. Wer dann seinen Unmut als Sachbeschädigung äußert, begeht eine Straftat. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wenn Du Dein Recht nicht durchsetzt, weil Du Angst hast vor Selbstjustiz, dann hast Du den Rechtsstaat aufgegeben. Ich hoffe, so weit ist es noch nicht gekommen.

Dass man andererseits nicht jede Verfehlung immer mit der vollen Härte des Gesetzes ahnden sollte, ist natürlich trotzdem richtig. Ich stimme Dir da vollkommen zu, deswegen habe ich ja meinen Zettel (erster Beitrag in diesem Thread) bewusst so formuliert, dass er einerseits eine gewisse Dringlichkeit vermittelt, aber andererseits auch für gegenseitiges Verständnis wirbt. Eine Verhärtung der Fronten wird uns nicht weiter bringen, aber deswegen ist es eben trotzdem legitim, geltendes Recht manchmal auch durchzusetzen.

Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

Ranzoni
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EVduck hat geschrieben: Es wird höchste Zeit, das jeder, der ein Auto zulassen will einen privat geschaffenen Parkplatz zu Hause (oder in der Nähe) nachweist und einen bei seinem Arbeitgeber (so er denn Arbeit hat und nicht nachweist, dass er per ÖPNV seinen AG erreicht).
Meine Heimatstadt hätte weder Schulden, noch ein laufendes Defizit, wenn wir nicht immer neue Parkplätze schaffen würden/müssten ob dieses Anspruchsdenkens!
Ich vermute, dass du diese Bedingungen erfüllst. Aber warum auf halbem Wege stehen bleiben? Warum nicht fordern, dass jedes Auto immer und überall nur auf einem privat geschaffenen Parkplatz stehen darf und niemals, auch nicht gegen Entgelt, auf einer öffentlichen Fläche?

Gruß
Ranzoni

Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

Michael_Ohl
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Die meisten Menschen die Ihr Auto einfach an einer Ladesäule abstellen wissen genau, das die Polizei einigermaßen lange braucht um zu kommen und stellen sich halt immer wieder da hin. Deshalb rufe ich auch immer gleich die Polizei an. Manchmal wenn die Streife schon auf dem Weg ist sind die auch in wenigen Minuten vor Ort und das Ticket ist schnell geschrieben. Auch wenn die Abschleppgebühr so nicht oder nur zum Teil fällig wird, besteht doch eine gewisse Chance das es dem notorischen Falschparker dann doch auf Dauer zu teuer wird. Bei Rücksichtslosen Menschen ist Geld oft die einzige Sprache die sie verstehen.
Kangoo ZE maxi seit 2015 113000km, Kangoo ZE Postkutsche seit 2018 86000km, E-UP seit 2020, C180TD seit 2019 21000km , max G30d seit 2020 200km, Sunlight Caravan seit 2012 und Humbauer 1300kg. Seit 2013

Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

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Ranzoni hat geschrieben: Aber warum auf halbem Wege stehen bleiben? Warum nicht fordern, dass jedes Auto immer und überall nur auf einem privat geschaffenen Parkplatz stehen darf und niemals, auch nicht gegen Entgelt, auf einer öffentlichen Fläche?
Kann man prinzipiell natürlich fordern. Die Leitfrage sollte sein: Wie ist der Gesellschaft als Ganzes am Besten gedient? Haben wir unterm Strich wirklich mehr davon, das Parken im öffentlichen Raum ganz prinzipiell zu verbieten? Die Frage scheint mir nicht ganz einfach zu beantworten zu sein.

Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

Kombjuder
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Ranzoni hat geschrieben:
Ich vermute, dass du diese Bedingungen erfüllst. Aber warum auf halbem Wege stehen bleiben? Warum nicht fordern, dass jedes Auto immer und überall nur auf einem privat geschaffenen Parkplatz stehen darf und niemals, auch nicht gegen Entgelt, auf einer öffentlichen Fläche?
Weil dazu schlicht die Voraussetzungen fehlen. Der überwiegende Anteil z.B. der Mieter in Wohnblocks müsste auf ein Auto verzichten. Dazu müssen zunächst alternative Transportmöglichkeiten geschaffen werden. Zug oder Bus im Stundentakt ist keine akzeptable Alternative. Zumal der dann nur von 6 bis 20 Uhr verkehrt.

Fahrrad ist gut für Kurzstrecken, aber damit 30 oder mehr Kilometer auf die Arbeit sind nicht zumutbar.
Hyundai Kona Caramic Blue, PV 5kWp

Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

mack3457
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EVduck hat geschrieben: Sei mir nicht böse, mack3457, aber wenn ich über die 'angespannte Parksituation' lese geht mir persönlich der Hut hoch. Es gibt keinerlei Anspruch auf einen Parkplatz! Nirgends!
Natürlich gibt es keinen Anspruch, aber es gibt ein Angebot und es gibt eine Nachfrage. Und häufig übersteigt letztere das Angebot. Das ist dann die "angespannte Parksituation".

Ein Angebot zu machen und es knapp zu halten, ist eine Sache. Kein Angebot zu machen, ist eine andere. Das würde dem Sinn des Autofahrens zuwiderlaufen, weil man halt ein Auto nicht einfach in die Tasche stecken kann, wenn man am Ziel angekommen ist.

Die Ladestellen werden angeboten, aber wenn sie in keiner vernünftigen Relation zur Nachfrage stehen, dann kann das leicht zu unerwünschten Situationen führen. Insofern: das Angebot muss der Nachfrage angepasst werden. Ob die Carsharer die Nachfrage "künstlich" hochtreiben oder Tesla oder VW oder wer auch immer, spielt dabei keine Rolle. Wenn das Angebot nicht entsprechend wächst, wird es das Wachstum der E-Mobilität auf Häuslebesitzer mit eigenem Stromanschluss und möglicherweise auf Kurzstrecken beschränken. Aber da das nicht politisch gewollt scheint, "muss" das Angebot an Ladestellen wachsen. Auch in Berlin.

Re: Eure "Verhältnismäßigkeit" macht mir Gruseln!

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Volker.Berlin hat geschrieben:
Ähnlich sehe ich das bei den Ladestationen: Erst wenn es weh tut, werden die Ladeplätze respektiert und die Notwendigkeit, sie frei zu halten, anerkannt werden. Wer dann seinen Unmut als Sachbeschädigung äußert, begeht eine Straftat. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wenn Du Dein Recht nicht durchsetzt, weil Du Angst hast vor Selbstjustiz, dann hast Du den Rechtsstaat aufgegeben. Ich hoffe, so weit ist es noch nicht gekommen.
Alle, die bei einem besetzten Ladeplatz die Polizei alarmieren, haben nicht begriffen, um was es hier geht.
Die Ladeplätze sind rar, das ist wahr.
Aber rar sind auch alle anderen Parkplätze, rar sind Kinderkrippenplätze, rar sind gut bezahlte Arbeitsplätze, rar sind Studienplätze, rar sind bezahlbare Wohnungen, rar ist das unser Geld am Monatsende. Fast alles in unserer Gesellschaft ist rar – nur wird das meist totgeschwiegen.
Was verbreitet wird, ist aber das Anspruchsdenken. Im Anspruchsdenken glaubt ein Stromer, dass er mit dem E-Auto einen Anspruch auf einen Ladeplatz erwirbt. Diesen Anspruch versucht er dann mittels Polizei durchzusetzen.
Einen Kinderkrippenplatz oder einen Studienplatz können wir auch nicht mit Polizeigewalt durchsetzen.

Wir leben tatsächlich in einer Mangelgesellschaft. Nur die hohen Einkommen leben All-inclusive.
Ja, man muss andere auf mögliche Verstöße und Behinderungen hinweisen, aber wer das nicht ohne Einschalten der Polizei schafft, der ist sozial und kommunikativ behindert.
Das beginnt bei einem freundlichen Hinweiskärtchen z.B. mit folgendem Text:
"Hallo!
Sie parken vor einer Ladestation, die zum Aufladen eines Elektroautos benötigt wird. Bitte achten Sie auf die Beschilderung und respektieren Sie die besonderen Nöte und Bedürfnisse anderer Verkehrsteilnehmer!"
e-soul 64kWh seit 1.9.19. Davor 18 Jahre einen Audi A2.
seit 3.3.20 mit privater Lademöglichkeit.
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