"Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

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Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

ntruchsess
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Wenn die Polizei den Halter kontaktiert und dieser das Auto nicht umparken kann (weil nicht der Fahrer und nicht in der Nähe) ist der Erziehungseffekt für den Fahrer ggf. noch viel größer weil dieser sein Vergehen nicht gegenüber dem Halter unter den Teppich kehren kann...
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Re: Eure "Verhältnismäßigkeit" macht mir Gruseln!

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  • Frog
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Ich habe nur die letzten 5 oder 6 Beiträge gelesen, aber schon dabei packte mich das Gruseln. Mich gruselte vor dieser "Verhältnismäßigkeit", die gleich die Polizei und den Abschleppdienst einschaltet, wenn andere Verkehrsteilnehmer sich nicht an die Regeln halten - ohne dass uns als Stromer ein großer Schaden entstünde. Das Zuparken von Ladestationen ist nicht mehr oder und nicht weniger als das Zuparken von Behinderten- oder Frauenparkplätzen. Vor allem für Behinderte ist ein zugeparkter Sonderparkplatz eine viel existentiellere Behinderung als das Zuparken einer Ladesäule für einen Stromer.

Hat sich einer dieser Polizeistaats-Stromer jemals für die Rechte von Behinderten und von Frauen auf Sonderparkplätze eingesetzt? Nicht dass ich wüsste.
Wir Stromer müssen schlimmstenfalls im Umkreis von 500 oder 1000 Metern nach einer freien Ladesäule suchen. Ein Behinderter, dessen Parkplatz nicht zugänglich ist, hat diesen Ausweg nicht. Ein Frau, die abends allein in eine dunkle Tiefgarage fährt, muss starke Nerven haben, wenn die Frauenparkplätze zugeparkt sind. Und jedem von uns ist es schon passiert, dass eine Ladesäule von anderen Stromern besetzt war. Aber wehe, wenn da ein Stinker-Auto steht, dann platzt diesen Staatsmachtstromern der Kragen.

Das Sonderparkrecht wird wenig respektiert, das ist wahr. Aber mit Polizeimethoden lässt sich das nicht ändern. Ganz im Gegenteil:
Alle diese groben Polizei- und Abschleppklötze führen über kurz oder lang dazu, dass wir E-Autofahrer verhasst werden, so dass wir unsere Stromer nicht mehr ungefährdet in der Öffentlichkeit parken können.
Wer verhindern will, dass sich das E-Auto allgemein durchsetzt, der soll so weiter machen: Polizei rufen, abschleppen lassen, mit Kanonen auf Spatzen schießen!
Nein Danke!
Grüße von Frosch
e-soul 64kWh seit 1.9.19. Davor 18 Jahre einen Audi A2.
seit 3.3.20 mit privater Lademöglichkeit.

Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

TorstenW
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Moin,

ein Frauenparkplatz ist GoodWill des Parkplatzbetreibers, der hat keinerlei rechtliche Relevanz.
Wer auf einem Behindertenparkplatz parkt zahlt dafür im Falle des Falles (berechtigt!) viel Geld und kann auch abgeschleppt werden.
Sind Behinderte deshalb verhasst?
Ein Stromer, der nicht laden kann, kann auch ein "existenzielles" Problem haben, wenn er es nicht mehr bis zur nächsten Ladesäule schafft.

Grüße
Torsten

Re: Eure "Verhältnismäßigkeit" macht mir Gruseln!

Helfried
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Frog hat geschrieben: Aber mit Polizeimethoden lässt sich das nicht ändern. Ganz im Gegenteil:
Das stimmt so nicht. In Wien herrscht zu 97% Ruhe vor Verbrennern, seit ohne die Wimper zu zucken sofort abgeschleppt wird.
Jetzt parken fast nur mehr Teslas (und einige unwissende Touristen) falsch, aber keine einheimischen Dieselbrüder.

Selbstverständlich werden auch Falschparker von Behindertenplätzen weggeschleppt. Niemand hasst deshalb Behinderte.

Re: Eure "Verhältnismäßigkeit" macht mir Gruseln!

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  • hal2063
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Frog hat geschrieben: Wir Stromer müssen schlimmstenfalls im Umkreis von 500 oder 1000 Metern nach einer freien Ladesäule suchen. Aber wehe, wenn da ein Stinker-Auto steht, dann platzt diesen Staatsmachtstromern der Kragen.

Das Sonderparkrecht wird wenig respektiert, das ist wahr. Aber mit Polizeimethoden lässt sich das nicht ändern. Ganz im Gegenteil:
Alle diese groben Polizei- und Abschleppklötze führen über kurz oder lang dazu, dass wir E-Autofahrer verhasst werden, so dass wir unsere Stromer nicht mehr ungefährdet in der Öffentlichkeit parken können.
Wer verhindern will, dass sich das E-Auto allgemein durchsetzt, der soll so weiter machen: Polizei rufen, abschleppen lassen, mit Kanonen auf Spatzen schießen!
Nein Danke!
Ich weiß ja nicht, wo Frog wohnt, ich wohne in einem Kreuzberger Kiez und habe luxuriöse 2 Ladestationen zur Verfügung - die eine ist 600m in die eine Richtung, die andere 500m in die andere Richtung von meiner Wohnung entfernt.
Ich habe mal einen Kollegen gefragt, was er davon halten würde, wenn die Zapfsäulen an den Tankstellen von E-Autos zugeparkt wären, daß er nicht tanken könne.
Die Antwort war natürlich eindeutig und tendierte auch zum Einsatz von Gewalt.

Laden zu können ist trotzdem ein Glücksfall, ich führe mal ein paar erlebte Szenarien auf:

1.
An einer Ladesäule stehen zwei BEV, gerne E-Golfs von "We Share". Einer hat ein Ladekabel dran, das Display weist beendetes Laden aus, die Zeitanzeige belegt, daß der Wagen schon seit 43 Stunden da steht. Der andere ist einfach nur so abgeparkt. Wie man das findet, bleibt jedem selbst überlassen. Mir fallen dazu nur relativ niveaulose Worte ein.
Die zweite Ladesäule ist von einem Benziner zugeparkt, an der anderen steht ein Zoe von Sixt, Laden beendet, Uhr zeigt 5 Stunden - nicht schön, hier über den Zoe zu meckern, wäre überzogen.

2.
Eine Ladesäule ist defekt. Wochenlang.
Die zweite mit Verbrennern zugeparkt.

3.
Ein Verbrenner steht schräg über beide Ladeplätze der einen Ladestation, keine Chance.
Die andere ist mit 2 ladenden E-Autos belegt.

4.
die eine Ladestation ist zugeparkt von zwei Carsharing-Fahrzeugen, eines hat das Ladekabel zwar draußen, es liegt aber auf der Ladestation, was beim flüchtigen Hinsehen nicht gleich erkannt wird. Der Gipfel der Unverschämtheit.
Bei der anderen Station ist tatsächlich ein Ladeplatz frei - das nutzt aber nichts.
Links neben dem Ladeplatz (auf einem regulären Parkplatz ohne Beschränkung) steht ein Mietwagen (BMW i3, Münchener Kennzeichen) und belegt die Ladebuchse. Seit über 70 Stunden.

Tatsächlich habe ich es in zwei Monaten geschafft, hier im Kiez etwa 10x zu laden. Da ich einen PHEV fahre, muss ich täglich laden, damit ich klimafreundlich unterwegs bin. Bei mir auf dem Job gibt es auch eine öffentliche Ladestation 200m entfernt, die auch gerne zugeparkt oder wochenlang kaputt ist. Es gibt noch eine zweite von Vattenfall etwa 400m entfernt die aufgrund fehlender Zeitbeschränkung ebenfalls meist zugestellt ist. Eine dritte, etwa 1 km entfernt und zwei weitere etwa 1,5km entfernt.
Die Problematik ist aber, daß ich nach 4 Stunden wegfahren muss und dann locker 20 Minuten oder länger unterwegs bin. Die Zeit vor Arbeitsbeginn nicht eingerechnet.

Das hat zur Folge, daß ich auch tagsüber nur mit viel Glück laden kann. Komme ich abends gegen oder nach 18:00 nach Hause, sind die Ladeplätze in der Regel auch zugeparkt, durch die blödsinnige Berliner Beschilderung (siehe BER - Berliner Elektromobilitäts-Realität :-() sind die Ladeplätze auch meist belegt - und das legal von Verbrennern. :shock:

Ich als aktiver Arbeitnehmer habe eben nicht die Zeit, stundenlang nach einer freien Ladesäule zu suchen. Als Rentner mag das evtl. anders aussehen, das sehe ich ja bei meiner Mutter. Die fährt aber auch nicht soviel.

Zum Glück habe ich ja noch eine alternative Möglichkeit, die Batterie zu laden, auch wenn mir beim Geräusch des laufenden Benzinmotors das Herz blutet.
Aber unter den gegebenen Umständen ist es in Berlin als Nicht-Hausbesitzer illusorisch, sich ein BEV anzuschaffen. Wenn bei dem die Batterie leer ist, ist Schicht im Schacht. Dann muss der Abschlepper kommen.

Unbeschadet davon sollten Behindertenparkplätze auch freigeräumt werden, wenn dort unberechtigte Fahrzeuge parken. Und das passiert auch hier im Kiez.Dauert eben nur mal so 2-3 Stunden, bis da eine Streife vorbeikommt und den Schlepper holt.

Im Falle eines Ladeplatzes ist es zu diesem Zeitpunkt nach 18:00 und der Verbrenner darf dann stehen. DAS ist die Berliner Realität.

Das Freihalten von Ladesäulen ist kein Privileg, sondern eine Notwendigkeit. Es sind eben nur Ladeplätze, die schnellstmöglich wieder zu räumen sind, keine priviligerten Parkplätze, wie es bei Behindertenparkplätzen der Fall ist.
Wer heute noch hochmotorisierte Verbrenner fährt, hat den Schuß nicht gehört.

Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

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Da sollte mal der Fahrer eines Bev mit 0% soc abends bei der Polizei um Hilfe bitten.
Am besten noch beim Rundfunk oder einem anderen Presseorgan zusätzlich.
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. 18 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Link: Story meiner öffentlichen Ladestation vor der Haustür

Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

mack3457
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Naja, das Problem ist vor allem ein Problem der PHEVs, die keinen DC-Anschluss haben. Bei den BEVs stellt man sich alle paar Tage für eine halbe Stunde an einen Schnelllader und man kann wieder tagelang in der Stadt unterwegs sein.

Als ich neulich in Berlin war, hatte ich im Übrigen sofort eine freie AC-Säule gefunden. Vielleicht war es Zufall. Die vielen E-Mietfahrzeuge scheinen aber wirklich ein Problem zu sein.

Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

Graustein
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Schön, dass wieder whataboutism ausgepackt wird. Bei den armen Behinderten da hat es doch sicher alle eAuto Fahrer auch nicht gejuckt. Ist klar.
Was ist übrigens mit den minen Kindern im Kongo? Hätten die nicht auch noch erwähnt werden müssen?
Fakt ist in Deutschland geht es nur auf dem knallharten Weg. Siehe auch Nichtraucher-Schutz.
Vorher juckt es die meisten Raucher eben kein bisschen wie die Mitmenschen über das gequalme denken. Hätte man ja auch zum Mittag eben woanders hin gehen sollen... oder 20 Meter neben der Bushaltestelle stehen.

Übrigens, parke mal eine Tankstelle zu und sag: 20 Meter weiter ist die nächste. Da wäre die Polizei wohl noch das kleinste Problem. Das Auto müsste den nächsten Tag sicher zur Reparatur.

Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

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mack3457 hat geschrieben: Naja, das Problem ist vor allem ein Problem der PHEVs, die keinen DC-Anschluss haben. Bei den BEVs stellt man sich alle paar Tage für eine halbe Stunde an einen Schnelllader und man kann wieder tagelang in der Stadt unterwegs sein.

Als ich neulich in Berlin war, hatte ich im Übrigen sofort eine freie AC-Säule gefunden. Vielleicht war es Zufall. Die vielen E-Mietfahrzeuge scheinen aber wirklich ein Problem zu sein.
Zufallstreffer, ist eben die Frage, wann und wo in Berlin diese Ladesäule gefunden wurde. Es kommt durchaus vor, daß ich um 19:00 im Graefekiez tatsächlich einen freien Ladeplatz finde, an dem der Ladepunkt nicht außer Betrieb ist - diesen Tag müsste man sich rot im Kalender anstreichen.

Tatsächlich sind Falschparker und Car-Sharer ein Problem:
https://www.golem.de/news/ladeinfrastru ... 45184.html
https://taz.de/E-Mobilitaet-in-Berlin/!5617871/

Ich könnte auch per ChaDeMo meinen Akku in 25min auf 80% druckbetanken - das verschleißt aber den Akku und verringert dessen Lebensdauer. Daher ist immer noch das langsame AC-Laden vorzuziehen.
Ich fahre einen PHEV und muss täglich laden, wenn ich grünstrom-betrieben unterwegs sein will. Da bekommt man das schon eher mit, was hier in der Stadt falsch läuft.
Wer heute noch hochmotorisierte Verbrenner fährt, hat den Schuß nicht gehört.

Re: "Ihr Auto blockiert eine Ladestation"

mack3457
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Was schief läuft ist primär, dass Angebot und Nachfrage nicht zusammenpassen. Das ist schon mit den Parkplätzen so und wiederholt sich jetzt mit den Ladestellen, die oftmals als Parkplätze "angepriesen" werden und somit sowohl die Parkplatz- als auch die Ladeproblematik verschärfen.
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