Wieso haben Elektro-Tankstellen kein Dach?

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Re: Wieso haben Elektro-Tankstellen kein Dach?

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Themse hat geschrieben: Auch wenn die Überdachung von Stromtankstellen mit Solarmodulen nicht den erforderlichen Bedarf
der Stromtankstelle deckt, ist sie trotzdem sehr sinnvoll - Synergieeffekt :-)
Denn es ist weltweit dringend notwendig, überall dort Solarmodule anzubringen, wo es vernünftig machbar ist :-)
Und neu zu erstellende Überdachungen sind dafür nahezu immer optimal geeignet !
Außerdem betrachte ich dies auch als Statement der Stromtankstellenbetreiber-
denn Elektromobilität entfaltet seine Möglichkeiten nur bei konsequenter Nutzung von Grünstrom
und dass darf/muss man auch sehen !
Wenn ich wollte, dass die Solarmodule auf einem Dach irgend einen funktionalen Zweck erfüllen (also etwas mehr als nur hübsch aus zu sehen), dann müssen die vernünftig ausgerichtet sein: Pultdach mit Südausrichtung, die die lokalen Gegebenheiten berücksichtigt und dem Standort entsprechende Dachneigung (im Norden steiler als im Süden).

So, wie sie auf den FastNed Dächern angeordnet sind, macht das absolut keinen Sinn.

Dieses "geknickte Designerdach" ist funktionstechnisch absoluter Unfug. Das hat nur Symbolcharakter - ein schickes Design-Teil. Symbol.
So, wie die Module in den Rahmen eingehängt sind, halte ich es für durchaus wahrscheinlich, dass der Rahmen den Rand des PV Moduls abschattet - und somit das ganze PV Modul quasi ausschaltet.

Nein, die Dinger haben keinen Zweck. Die sehen zwar tod-schick aus - als PV Anlage spielen die nicht einmal den Strom für die Beleuchtung der Anlage ein.

S;
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Re: Wieso haben Elektro-Tankstellen kein Dach?

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Ein Dach würde auch die teuren Säulen schützen und Wartungskosten reduzieren. Man muss ja nicht das Auto überdachen. Aber Schnee im Stecker muss ja auch nicht sein...

Solche Dächer sind auch nicht teuer.

Die PV Platten sind nett. Aber eher weil die Überdachung von Parkflächen grundsätzlich eine gute Sache ist. Nicht zwangsläufig wegen der Ladesäulen. Wenn man zudem zwecks pufferung sowieso Ladesäulen mit Akkupack installieren will sowieso...

Ich denke in den meisten Fällen hindert die dafür nötige Baugenehmigung das Aufstellen eines Daches.
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Re: Wieso haben Elektro-Tankstellen kein Dach?

zitic
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Wir haben jetzt ja sogar schon vom Vorreiter Fastned ein Beispiel in Gladbeck, dass zeigt wie wichtig ihnen dieses Dach ist. Corporate Design-Kunstwerk wird extra aufgebaut, aber auf jedwede Dachkonstruktion explizit verzichtet.

Re: Wieso haben Elektro-Tankstellen kein Dach?

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SüdSchwabe hat geschrieben: So, wie sie auf den FastNed Dächern angeordnet sind, macht das absolut keinen Sinn.

Dieses "geknickte Designerdach" ist funktionstechnisch absoluter Unfug. Das hat nur Symbolcharakter - ein schickes Design-Teil. Symbol.
So, wie die Module in den Rahmen eingehängt sind, halte ich es für durchaus wahrscheinlich, dass der Rahmen den Rand des PV Moduls abschattet - und somit das ganze PV Modul quasi ausschaltet.

Nein, die Dinger haben keinen Zweck. Die sehen zwar tod-schick aus - als PV Anlage spielen die nicht einmal den Strom für die Beleuchtung der Anlage ein.
Ganz so als Spielzeug würde ich das nicht abtun.

Im "Sonne Wind und Wärme" Magazin 10/2017, also schon etwas älter, gab es einen Bericht über Fastned Ladesäulen. Darin wurde erwähnt, dass alle Fastned Dächer im ersten Halbjahr 2017 zusammen 368454kWh Strom produziert hätten. Das beste "Dach" lag bei 9758kWh (im Halbjahr). Also da kommt schon etwas mehr bei rum als für die Beleuchtung. Wenn ein Ioniq pro Ladevorgang ca. 20kWh lädt, würde das über 18000 Ladevorgänge für einen Ioniq bedeuten.
Die Solardächer werden übrigens von einer deutschen Firma hergestellt (Fath Solar GmbH) und Fastned sagt, dass es "kaum" teurer wäre als ein konventionelles Dach.

Da es mittlerweile weitere Fastned Stationen gibt, auch in den Niederlanden einige neue, dürfte der Jahresertrag mittlerweile bei über 1 Million kWh liegen.
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Re: Wieso haben Elektro-Tankstellen kein Dach?

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corwin42 hat geschrieben: Ganz so als Spielzeug würde ich das nicht abtun.
Ich schon. Die Gründe habe ich genannt.
Im "Sonne Wind und Wärme" Magazin 10/2017, also schon etwas älter, gab es einen Bericht über Fastned Ladesäulen. Darin wurde erwähnt, dass alle Fastned Dächer im ersten Halbjahr 2017 zusammen 368454kWh Strom produziert hätten. Das beste "Dach" lag bei 9758kWh (im Halbjahr). Also da kommt schon etwas mehr bei rum als für die Beleuchtung.
Da kann man natürlich viel behaupten, wenn man es nicht nachweisen muss.

Nochmal: Die Dächer sind allesamt nicht ordentlich ausgerichtet. Für eine ordentliche PV Anlage sind die viel zu flach angeordnet. In Deutschland liegt die gute Dachneigung bei +/-35°. Die Ausrichtung sollte zwischen 160° und 220° liegen. Dann sollten alle(!) Zellen verschattunsgfrei sein. Das ist alles nicht gegeben. Die Dächer haben teilweise Nordausrichtung. :roll:

Anstelle hier irgendwelche kWh an zu geben, sollte man sehen, wie hoch der Ertrag in kWh/Wp liegt. Natürlich kann man jetzt sagen, dass es keine Rolle spielt, da ja die Energie quasi umsonst ist. Ist aber ein bisschen scheinheilig, wenn man sonst um jeden Watt effizienz diskutiert.

Das beste Dach soll fast 20MWh p.a. gebracht haben? Den Standort würde ich gerne mal sehen. Meine Erfahrung mit PV Technik sag da: Das wird mit der Anordnung der Module nichts.

Nochmal: Meine PV Anlage misst ca 11,5m x 6,5m, also fast 75m². Hat 56 Module á 180Wp = ~10kWp. Die Anlage ist fast optimal ausgerichtet mit 32° Dachneigung, 200° SSW. Die liefert im Jahr etwa 11MWh.
Wenn man die gleiche Anlage mit den aktuellen Hochleistungsmodulen zu 360Wp aufbauen würde wäre das etwa 22MWh. Bei fast idealer Ausrichtung!
Nota bene: diese 360Wp Module sind richtig teuer!!

Dass das "beste" Dach das ebenfalls geschafft haben soll, wage ich deswegen zu bezweifeln. Das kann nur dann funktionieren, wenn das 4-5 mal so groß ist. Eher noch größer. Die Transparenten Module schaffen in der Regel kaum mehr als 200Wp. Das ist konstruktionsbedingt. Dann die alles Andere als ideale Ausrichtung. Das sind meiner Meinung nach zu viele Punkte um nur Annähernd in diese Leistungsklasse zu kommen.
Wenn ein Ioniq pro Ladevorgang ca. 20kWh lädt, würde das über 18000 Ladevorgänge für einen Ioniq bedeuten.
Diese Betrachtung funktioniert nur, wenn man das per Grid-Puffer zulässt. Soll heißen: Die Stationen haben alle keinen Batteriepuffer. Der erzeugte Strom wird wahrscheinlich direkt ins Netz eingespeist. Es ist halt eine Summenbetrachtung.
Die Solardächer werden übrigens von einer deutschen Firma hergestellt (Fath Solar GmbH) und Fastned sagt, dass es "kaum" teurer wäre als ein konventionelles Dach.
Über Fath Solar findet man im Netz zwar viel - aber keinerlei Anhaben über die Leistungsfähigkeit der transparenten Module. Keinerlei Spezifikation.
Das das "kaum teurer" als ein konventionelles Dach gewesen sein soll... Ich möchte gerne die Konventionen über Dachbau bei FastNed sehen.
Transparente Module sind aus diversen Gründen in der Regel deutlich teurer als normale, monokristalline Module. Und auch deutlich unter den Leistungswerten herkömmlicher Module.
Ich weiß das, weil ich mich mal für einen "Solar-Wintergarten" interessiert habe, das dann aber aufgrund der unterirdischen Leistungsdaten der transparenten Module gelassen habe.
Da es mittlerweile weitere Fastned Stationen gibt, auch in den Niederlanden einige neue, dürfte der Jahresertrag mittlerweile bei über 1 Million kWh liegen.
Halte ich für Marketing bla bla.

Was für Erfahrungen hast Du denn mit PV Anlagen?

SüdSchwabe.
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Re: Wieso haben Elektro-Tankstellen kein Dach?

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@südschwabe: kennst du dich denn aus mit PV-anlagen? :mrgreen:
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Re: Wieso haben Elektro-Tankstellen kein Dach?

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p.hase hat geschrieben: @südschwabe: kennst du dich denn aus mit PV-anlagen? :mrgreen:
Ja.
Du?
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Re: Wieso haben Elektro-Tankstellen kein Dach?

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SüdSchwabe hat geschrieben: Was für Erfahrungen hast Du denn mit PV Anlagen?
Ich noch keine, meine PV-Anlage befindet sich noch in der Planung. Ich habe nur Daten aus einem Artikel wieder gegeben und warum sollte ich die dort angegebenen Daten anzweifeln?

Wieviel Erfahrung hast Du mit PV-Anlagen, die nicht perfekt ausgerichtet sind, so wie deine? Es gibt genügend Berichte von nach Norden ausgerichteten Solaranlagen, die sogar noch rentabel arbeiten. Du scheinst auch nicht besonders viel Ahnung von den Fastned Standorten zu haben. Es gibt da ausser dem Zickzack Dach, das in Deutschland gebaut wird auch noch dieses gewölbte Tunneldach, was bei erheblich größeren Standorten zum Einsatz kommt.

Deine PV-Anlage hat auch nur eine (fast) perfekte Ausrichtung zu einer bestimmten Tageszeit und auch Jahreszeit. Bei dem ZickZack Dach von Fastned haben einige Flächen am Tag mal bessere, mal schlechtere Lage. Ich glaube schon, dass das gar nicht so blöd ist. Es ist sicherlich schlechter als eine komplett nach Süden ausgerichtete Anlage, aber mit Sicherheit erheblich besser als eine komplett nach Norden ausgerichtete Anlage.

Weiterhin weiß ich nicht, wo Du bei den Zickzack Dächern eine Abschattung siehst. Die PV-Module liegen oben über dem Rahmen. Da ist nix mit Abschattung.
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Re: Wieso haben Elektro-Tankstellen kein Dach?

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corwin42 hat geschrieben:
SüdSchwabe hat geschrieben: Was für Erfahrungen hast Du denn mit PV Anlagen?
Ich noch keine, meine PV-Anlage befindet sich noch in der Planung. Ich habe nur Daten aus einem Artikel wieder gegeben und warum sollte ich die dort angegebenen Daten anzweifeln?
Merkt man. Warum man die Werte dort anzweifeln sollte?

Weil die für jedes Dachsegment, was anders ausgerichtet ist, sinnvoller Weise einen Wechselrichter haben sollten. Ansonsten bremsen sich die einzelnen Segmente gegenseitig aus (d.h. die Leistung sinkt auf das Niveau des Segments, was am wenigsten leistet). Bei einem Zickzack Dach mit zwei Säulen sind das acht Wechselrichter (mindestens aber vier): Eine Säule trägt vier Segmente, die jede anders ausgerichtet ist. Bei zwei Säulen könnte man jeweils die zwei Segmente zusammen schalten, die die gleiche Ausrichtung haben.
Kann man zwar machen, ist aber technischer Overkill. Klar, als "Startup" (bzw. Entrepreneur) verbrennt man ganz gerne mal Geld. Sicher.

Und: Transparente Module sind warum auch immer konstruktionsbedingt weniger leistungsfähig als gewöhnliche Modelle. Die Leistung in Wp/m² ist deutlich geringer als bei vergleichbaren Modellen mit monokristallinen Zellen. Ausgehend von diesen Zahlen halte ich die Leistungswerte der Anlagen für extrem.... optimistisch.
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Wieviel Erfahrung hast Du mit PV-Anlagen, die nicht perfekt ausgerichtet sind, so wie deine?
Oh, so einige. Ich war etliche Zeit im Photovoltaikforum unterwegs. Da hat man so manches gelernt (und damit für die eigene Anlage vermieden).
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Es gibt genügend Berichte von nach Norden ausgerichteten Solaranlagen, die sogar noch rentabel arbeiten.
Mit welchen Einspeisesätzen aus welchem Jahr? Die allerwenigsten reinen Nordanlagen rechnen sich. Meistens ist das eine Kalkulation, bei der ein erheblicher(!) Südanteil vor liegt und man eben die Nordfläche noch mit genommen hat, weil der Solarteur eh schon da war. D.h. der Fixkostenanteil ist (abgesehen von dem mehr an Modulen) gering.
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Du scheinst auch nicht besonders viel Ahnung von den Fastned Standorten zu haben. Es gibt da ausser dem Zickzack Dach, das in Deutschland gebaut wird auch noch dieses gewölbte Tunneldach, was bei erheblich größeren Standorten zum Einsatz kommt.
Das Tunneldach ist mir sehr wohl bekannt. Auch hier gilt: Man kann da maximal zwei reihen zusammen auf einen Wechselrichter bzw. Tracker schalten, weil sonst die Leistung auf das der schlechtesten Reihe abfällt. Technischer Overkill für so ein Dach da 6-8 Wechselrichter zu platzieren.
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Deine PV-Anlage hat auch nur eine (fast) perfekte Ausrichtung zu einer bestimmten Tageszeit und auch Jahreszeit.
Das ist richtig. Sie ist aber für stationäre Anlagen eben so ausgerichtet, dass hierfür (fast) das Optimum raus geholt werden kann.
Besser geht's nur noch mit 1- bzw. 2-Achs-Anlagen.
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Bei dem ZickZack Dach von Fastned haben einige Flächen am Tag mal bessere, mal schlechtere Lage. Ich glaube schon, dass das gar nicht so blöd ist. Es ist sicherlich schlechter als eine komplett nach Süden ausgerichtete Anlage, aber mit Sicherheit erheblich besser als eine komplett nach Norden ausgerichtete
Anlage.
Nur dann, wenn jedes Segment einen extra Wechselrichter hat. Siehe oben. Und das ist so absurd, dass man daran fast nicht denken mag.
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Weiterhin weiß ich nicht, wo Du bei den Zickzack Dächern eine Abschattung siehst. Die PV-Module liegen oben über dem Rahmen. Da ist nix mit Abschattung.
Okay, Point taken. Für mich sah das so aus, als wären sie in die Kästen eingefasst.

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Re: Wieso haben Elektro-Tankstellen kein Dach?

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SüdSchwabe hat geschrieben:
p.hase hat geschrieben: @südschwabe: kennst du dich denn aus mit PV-anlagen? :mrgreen:
Ja.
Du?
nö, aber eine meiner anlagen ist gelegentlich unter den guten die letzten 10 jahre obwohl sie nur 5° neigung hat.
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