Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

GesperrtGesperrt Options Options Arrow

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

evnc
  • Beiträge: 13
  • Registriert: Fr 9. Okt 2020, 10:10
  • Hat sich bedankt: 8 Mal
  • Danke erhalten: 9 Mal
read
Jupp78 hat geschrieben: Ein neues E-Auto, aber ein Smartphone ablehnen, halte ich für keine so tolle Idee.
Evtl. ist es aus dem Eingangspost nicht klar ersichtlich, aber ich habe ein Smartphone (ein Jolla, falls es jemand genau wissen möchte) und habe Zugriff auf mobile Webseiten.
Köln Bonner hat geschrieben: Das Chaos wird auch aufgebauscht. In Wahrheit informiert man sich 5 Minuten, lädt zwei Apps herunter und bestellt in der App die Ladekarten.
Das kann ich als Einsteiger leider nicht bestätigen. Ich habe mich mittlerweile bestimmt sechs bis acht Stunden zu dem Thema belesen, denn wichtig ist ja nicht nur die Situation in Deutschland, sondern auch die Situation bei Reisen in die bevorzugten Urlaubsländer. Und dann muss man Stromtarife vergleichen, bei denen häufig Details im Kleingedruckten zu beachten sind (Mehrkosten, Apps, Zahlungsmethoden), sich mit den Ladeverbänden auseinander setzen (kann ich mit diesem Anbieter jetzt auch bei Ionity oder im Ausland oder ... laden?).

Mittlerweile bin ich auf Wallbe gestoßen und finde es erstaunlich, dass sich das System noch nicht flächendeckend (EU-weit) durchgesetzt hat.

Ebenso bin ich erstaunt, dass hier doch einige den App-Zwang verteidigen. Bei ALDI, Edeka, Aral, Shell oder gar am Park- oder Zigarettenautomaten benötigt man doch auch keine separate App zum Bezahlen und nutzt stattdessen Bargeld oder seine ganz normale Debit- oder Kreditkarte (manchmal gibt es auch zusätzlich Android Pay, Apple Pay oder ganz selten Paypal für die Smartphone-Fans), die bei einem Bankkonto automatisch dabei ist? Eine mobile Webseite sehe ich auch eher als Notlösung, schließlich ist man damit immer auf sein Handy und Mobilfunkempfang angewiesen, aber trotzdem noch besser als eine App.
Wieso man bei Ladesäulen nun künstliche Barrieren aufbaut, anstatt auf altbewährte Bezahlmöglichkeiten zu setzen, ist mir immer noch nicht klar geworden. Kontaktlos mit 25/50 € bezahlen sollte doch für einen Ladevorgang locker ausreichen?


Zum Überbrücken der aktuellen Situation scheinen mir die folgenden Optionen (laut Empfehlungen aus dem Thread) aktuell die besten:
- Maingau-Karte (+ evtl. eine weitere Karte für den Notfall bzw. für günstigeres Tanken im Inland)
oder/und
- Mercedes me Charge oder Tesla Konto (+ Prepaid Kreditkarte) mit entsprechendem Fahrzeug: beide bieten ähnliche Bezahlmöglichkeiten ohne App-Zwang, sowie eine Authentifizierung via Fahrzeug an der Ladesäule
Anzeige

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

DaihaTesla
  • Beiträge: 233
  • Registriert: Di 15. Mai 2018, 19:05
  • Hat sich bedankt: 58 Mal
  • Danke erhalten: 210 Mal
read
Alternativ kaufst du dir einen bis April 2017 zugelassenen Tesla Model S und hast lebenslang (aufs Autoleben) freies Supercharging. Dann noch die Maingau-Karte für den Notfall und das sollte zumindest organisatorisch relativ gut klappen.

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

hgerhauser
  • Beiträge: 3987
  • Registriert: So 4. Jun 2017, 21:53
  • Hat sich bedankt: 224 Mal
  • Danke erhalten: 689 Mal
read
DaihaTesla hat geschrieben:
Warum bekomme ich an der Ladesäule keinen Strom, der sich am Börsenpreis orientiert? Dazu noch 1-2ct/kWh als Servicegebühr und fertig wäre ein für beide Seiten fairer Preis (kleiner 30ct/kWh)
...

Warum steht kein stundenaktueller Preis an der Ladesäule? Und warum kann ich nicht einfach mit EC-Karte meinen Ladevorgang an der Säule bezahlen?

Ich bleibe bei meiner Meinung: so, wie es derzeit in Sachen Preisgestaltung und Abrechnung läuft ist es Bullshit.
Stimmt, so darf es nicht bleiben. Börsenpreis + variable Netzkosten + 1-2 ct / kWh als Servicegebühr, da sollte es hin. Die Netzkosten können Null sein, wenn gerade lokal Strom im Überfluss da ist.

Die Kosten für Straßen etc. sollten nicht wie bei Benzin über den Literpreis sondern über eine Straßennutzungsgebühr pro km (gestaffelt nach Auto, schwer und groß = teurer) gemacht werden. Das kann man auch datensparsam machen, indem jedes Jahr der Kilometerzähler ausgelesen wird.

CO2 Steuern kann man auf die Brennstoffe erheben. Das wirkt direkt (Erdgas für Strom) und indireket (Stahl für Windanlagen braucht Kohle, die Kohle wird besteuert, am besten überall direkt, sonst per Zoll auf Stahl an der Grenze zu Europa)

Außer Mehrwertsteuer sollte es keine Steuern, Abgaben, Umlagen etc. mehr auf Strom geben. Das gehört abgeschafft.
Zuletzt geändert von hgerhauser am Fr 9. Okt 2020, 22:03, insgesamt 1-mal geändert.
heikoheiko.blogspot.com

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

elekart
  • Beiträge: 357
  • Registriert: Fr 2. Feb 2018, 22:08
  • Hat sich bedankt: 124 Mal
  • Danke erhalten: 224 Mal
read
Dieses Thema kommt hier alle paar Monate wieder hoch... Hatten wir schon unzählige Male. Verstehe nicht, was an heutigen Systemen mit einheitlichen Preisen schwierig sein soll. Eine Karte reicht, vielleicht noch 1-2 andere als Reserve? Die Ladesäulen, die "was besonderes" sind und nicht im allgemeinen Roaming vertreten – werden sich anpassen oder aussterben. Ist halt ein neuer Markt und da ist noch Bewegung drin. Im Mobilfunk hat man am Anfang auch einen ziemlichen Chaos gehabt – aber die Handys haben sich trotzdem nicht erst seit der Vereinheitlichung der Preise verbreitet, oder?

Also ganz sicherlich scheitert das Elektroauto _nicht_ an Bezahlmöglichkeiten. Sonst hätte sich das ursprüngliche Automobil auch nicht gegen Pferdekutsche durchgesetzt. Es kann schließlich auch nicht einfach etwas grasen und weiter galoppieren :-D Tja, man kann eben den Fahrstrom nicht mit Bargeld bezahlen... Aber da glaube ich eher, dass es in 5 Jahren gar kein Bargeld mehr gibt, als dass die Elektromobilität daran scheitert...

Wenn man die Zukunft immer an der Vergangenheit orientiert, dann verbaut man sich dadurch jegliche Chancen, etwas besser zu machen.

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

USER_AVATAR
read
evnc hat geschrieben:
Köln Bonner hat geschrieben: Das Chaos wird auch aufgebauscht. In Wahrheit informiert man sich 5 Minuten, lädt zwei Apps herunter und bestellt in der App die Ladekarten.
Das kann ich als Einsteiger leider nicht bestätigen. Ich habe mich mittlerweile bestimmt sechs bis acht Stunden zu dem Thema belesen, denn wichtig ist ja nicht nur die Situation in Deutschland, sondern auch die Situation bei Reisen in die bevorzugten Urlaubsländer.
Das ist ein fairer Punkt. Die 5 Minuten beziehen sich nur auf Deutschland. Ich habe auch nicht so viel Erfahrung im Ausland, war bisher erst in Österreich und Belgien. Wenn ich jetzt nach Polen müsste, könnte ich gar nicht sagen, könnte ich auch recherchieren. Ansonsten vermutlich einmal hier im Forum suchen, und nachfragen, wenn man in ein neues Land fährt.

Ich als Perfektionist habe natürlich auch mehr als 5 Minuten recherchiert und einfach alle möglichen Ladekarten geordert, wenn ich zufällig davon gelesen habe, sie sinnvoll erschienen und keine Grundgebühr hatten. Aber nötig war das eigentlich nicht. Ich wäre mit Maingau und EnBW/ADAC komplett durchgekommen und habe durch die zusätzlichen Karten vielleicht nur 50 Euro gespart. Daher empfehle ich diese beiden Karten plus eventuell noch den regionalen Anbieter plus die Apps dazu. Und zur Sicherheit als Backup vielleicht noch New Motion (habe ich aber noch nie benutzt).

Ionity ist tatsächlich doof. Noch gibt es Möglichkeiten mit 50 Cent dort zu laden, aber seit der Preiserhöhung bin ich Ionity glaube ich nicht mehr angefahren. Inzwischen sind die anderen Ladesäulenbetreiber (auf meinen Strecken meist EnBW und Allego) stark genug, dass ein Verzicht auf Ionity kaum Zeit kostet.
Ioniq 28 kWh Premium mit Sitzpaket, Intense Blue, Michelin CrossClimate+, Produktionsdatum 16.4.2019 - Abholung in Landsberg am 14.9.2019 (Sangl #588)

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

USER_AVATAR
read
EnBW Mobility funktioniert fast überall außer an den Ionity Säulen.
Konnte damit in BW, NRW, Hessen und Ostfriesland überall problemlos laden. Das Roamingnetz wird immer größer. - und alles zu Preisen, die teilweise unter dem heimischen Stomtarif liegen (28 Ct AC)
Habe allerdings den Hyundai Partnertarif, der dem ADAC/Vielladertarif entspricht.
Sehe daher kein Chaos.
Für Ionity habe ich auch noch ein paar Notfallkarten, bisher nicht gebraucht.
Hyunday Kona EV 64 Premium, 05/2020, Tschechien

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

hgerhauser
  • Beiträge: 3987
  • Registriert: So 4. Jun 2017, 21:53
  • Hat sich bedankt: 224 Mal
  • Danke erhalten: 689 Mal
read
evnc hat geschrieben:
Ebenso bin ich erstaunt, dass hier doch einige den App-Zwang verteidigen. Bei ALDI, Edeka, Aral, Shell ...
Die Umsätze an der einzelnen Ladesäule, besonders AC, sind winzig und man will sich die Kosten für das EC Terminal sparen.

Am neuen Ladepark in Hilden kann man AC per EC Karte oder bar bezahlen. Langfristig halte ich plug and charge für die bessere Lösung.

https://klementoninvesting.substack.com ... olish-cash

"the Riksbank has now decided to introduce the e-krona nationwide at the end of the trial period in February 2021. Simultaneously, the Riksbank will start to phase out physical cash over a period of approximately five years, starting with the highest denomination bills, which will be withdrawn from circulation by end of June 2021."

In China bezahlt jetzt auch fast jeder mit Smartphone

https://www.chinadaily.com.cn/business/ ... 254251.htm

China could become first country to stop using paper money

Noch zu EnBW und Ausland: die mögen einen App Zwang haben, um die Karte zu aktivieren, aber sie haben jetzt einige wichtige Länder im Ausland drin in ihrem Einheitspreis.
heikoheiko.blogspot.com

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

elekart
  • Beiträge: 357
  • Registriert: Fr 2. Feb 2018, 22:08
  • Hat sich bedankt: 124 Mal
  • Danke erhalten: 224 Mal
read
evnc hat geschrieben:
Ebenso bin ich erstaunt, dass hier doch einige den App-Zwang verteidigen. Bei ALDI, Edeka, Aral, Shell oder gar am Park- oder Zigarettenautomaten benötigt man doch auch keine separate App zum Bezahlen und nutzt stattdessen Bargeld oder seine ganz normale Debit- oder Kreditkarte (manchmal gibt es auch zusätzlich Android Pay, Apple Pay oder ganz selten Paypal für die Smartphone-Fans), die bei einem Bankkonto automatisch dabei ist?
Das gab es schon. In einem nicht regulierten Markt, dazu noch sehr neu und ohne eingefahrene Regeln und Praktiken, hat jede Säule einen anderen Preis gehabt. Das _war_ eben das berühmte Ladechaos. Dann kam Maingau als erster Anbieter, der die Preise vereinheitlichen wollte. So wie Simyo seinerzeit im Mobilfunk. Kennt noch wer Simyo? Vielleicht wird Maingau dasselbe Schicksal ereilen, aber sie haben den ersten superwichtigen Schritt gemacht.

Jetzt, wo einheitliche Preise die Norm sind, was gibt es denn noch für ein Problem? Apps sind kein Zwang sondern Bequemlichkeit, fast alle haben eine Ladekarte als die einfachere und zuverlässigere "Bezahlmöglichkeit". (Ok, innogy eben nicht – aber sie sind gerade am Umstrukturieren und auch das wird sich regeln).

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

elekart
  • Beiträge: 357
  • Registriert: Fr 2. Feb 2018, 22:08
  • Hat sich bedankt: 124 Mal
  • Danke erhalten: 224 Mal
read
hgerhauser hat geschrieben: China could become first country to stop using paper money
Genau so sehe ich das auch. Das Bargeld hat nicht mehr lange.

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

evnc
  • Beiträge: 13
  • Registriert: Fr 9. Okt 2020, 10:10
  • Hat sich bedankt: 8 Mal
  • Danke erhalten: 9 Mal
read
elekart hat geschrieben: hat jede Säule einen anderen Preis gehabt. Das _war_ eben das berühmte Ladechaos.
[...]
Jetzt, wo einheitliche Preise die Norm sind, was gibt es denn noch für ein Problem?
Soweit ich das hier im Forum mitbekommen habe, ist doch gerade das aufgrund der Roaming-Gebühren nicht mehr der Fall und nur ein Teil der Ladestationen hat einen einheitlichen Preis? An manchen kann man sogar überhaupt nicht mit der eigenen Ladekarte laden (z. B. Ionity, Ausland)? Und manche Ladekartenanbieter bieten anscheinend generell keinen Einheitspreis?

Wieso meldet man die Ladepreise pro kWh nicht an eine zentrale Datenbank, die Navigationssysteme und Apps abfragen können? Dann könnte man sogar bereits vor Ankunft an der Säule entscheiden, ob man bereit ist den jeweiligen Ladepreis zu bezahlen oder lieber an eine andere Säule fährt.

Ich werde das Gefühl nicht los, als würde seit zehn Jahren kompletter Wildwuchs an den Ladesäulen herrschen und es sei weiterhin nicht absehbar, ob man jemals in der ganzen EU laden können wird, ohne für jede Region einen weiteren Ladevertrag abzuschließen (die alle verwaltet werden müssen und bei AGB-Änderungen gegebenenfalls gekündigt werden müssen) und ohne Zahlungsmittel mit zusätzlichen Kosten (z. B. bei vielen Banken: (Prepaid-)Kreditkarte) oder gar Apps für eine sehr limitierte Anzahl an Betriebssystemen einsetzen zu müssen.
Das mit den ganzen Apps mag ja für Leute in Ordnung sein, bei denen die Welt mit Google Android (vs ohne Google-Dienste, z. B. auch Amazon-Tablets oder Huawei-Smartphones) oder iOS aufhört, aber es gab (Blackberry, Windows Phone/Mobile, bada, usw.) und gibt ("aufstrebend" sind momentan z. B. das Purism Librem 5 und das Pine64 Pinephone mit all ihren Linux-basierten Systemen) diverse weitere mobile Betriebssysteme, die zwar alle einen geringen Marktanteil besitzen, aber meines Erachtens nicht vom Markt ausgeschlossen werden dürfen (um einen freien Markt mit entsprechendem Wettbewerb zu gewährleisten).

Ich kann doch nicht von der Wahl meines Autos auch gleich die Wahl meines Smartphones, des Mobilfunkanbieters und des Bankkontos abhängig machen?
Zuletzt geändert von evnc am Fr 9. Okt 2020, 23:01, insgesamt 2-mal geändert.
Anzeige
GesperrtGesperrt

Zurück zu „Betreiber, Roaming und Abrechnung“

Gehe zu Profile
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag