Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

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Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

Jupp78
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Köln Bonner hat geschrieben: Bei einem Ladepark könnte man sich ja auch vorstellen, dass es ein zentrales Bezahlterminal für alle Säulen gibt, welches dann alle Möglichkeiten anbietet, während an den Säulen nur einfache RFID-Leser sind.
Richtig, genau so hatte ich das auch im Kopf. Da kann man sich dann eben das zentrale Bezahlterminal vorstellen, welches neben den üblichen Karten vielleicht auch kleine Scheine schluckt. Man schiebt einen 10er rein und bekommt (rein fiktiv) 20kWh. Und grade an den Autobahnen werden diese Ladeparks kommen ... sofern die Zahl der E-Autos steigt.
elekart hat geschrieben: Hier nur eine kleine Seitenbemerkung, ohne Wertung -- nur Beobachtung: daran erkennt man, wie lange derjenige bereits elektrisch fährt. An einen Schnelllader zu fahren, um "vollzumachen", würde mir nie in den Sinn kommen. Ich fahre irgendwo hin, wo es einen AC Lader gibt und wo ich sowieso hin muss. Dann tue ich meine Sachen während das Auto lädt. Ob es danach voll ist oder nicht -- ist mir egal. Ich nutze einfach jede Gelegenheit, nachzuladen -- und das kommt in der Balance gut hin, dass ich _nie_ speziell nachladen muss. Von allen anderen Erfahrungen hier im Forum ausgehend, würde ich behaupten, dass die meisten früher oder später zu so einem Szenario kommen. Oder zuhause laden :-)
Da hätte ich meine Zweifel, dass das bei den meisten so funktioniert. Mit 50kW DC da würde es eine Chance geben (inkl. etwas Trödelei), aber nicht mit einem langsamen AC-Lader. Wenn ich allein mal einen Arbeitsweg von 200km/Woche unterstelle macht das bei einem Verbrauch von gut 20kWh/100km und einem typischen 11kW Lader 4h Ladezeit, die man irgendwo rumbringen muss. Da frag ich mich schon, wo ich die rumbringen sollte.
elekart hat geschrieben: Nur die Bezahlung fürs Laden im Kiosk wäre genau das Gegenteil von Optimal ;-) Das wäre genau so, wie es heute an der Tanke funktioniert.
Das ist nur als Reservemöglichkeit gemeint. Wenn es anders nicht funktioniert, dann ist man sicher froh darüber. Und Optimal ist sicher anders, aber gar nicht laden können ist noch deutlich schlechter.
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Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

elekart
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drilling hat geschrieben: Tja dann bist du einer der glücklichen der in einer Gegend wohnt wo anscheinend an jeder Ecke eine AC Säule steht. In meiner Umgebung kommt es fast nie vor das an meinem Ziel eine AC Säule steht deshalb wäre deine Vorgehensweise hier (wie in vielen andere Gegenden Deutschlands auch) gar nicht möglich.
Ja, das stimmt schon -- jeder sieht es aus seiner eigenen Perspektive. Ich bin in Frankfurt und hier hat man es endlich einigermassen in den Griff bekommen. Auch wenn nicht perfekt. Auch wenn das eine Parkhaus mit den meisten Ladestationen (18 meine ich, 6 Stockwerke x 3 Ladepunkte) wegen veränderten Abrechnungsanforderungen (kWh-basierte Abrechnung) gar nicht an den Start gehen durfte. Die Stationen sind da, verkabelt und startklar. Die Richtlinie verhindert aber, dass sie in Betrieb genommen werden... :evil: Von München oder Hamburg noch weit entfernt, aber es funktioniert mittlerweile ganz gut, die kaputten Säulen werden schnell repariert und die hiesigen Stadtwerke (Mainova) haben einige Zoes in ihrem Fuhrpark. Endlich geht's in die richtige Richtung.

Um allen etwas Hoffnung zu machen: hier zwei Karten aus den Niederlanden, 2016 vs 2020:
unnamed.png
2016
unnamed-2.png
2020
Hoffentlich wird man in Deutschland auch in wenigen Jahren einen ähnlichen Fortschritt erleben dürfen. Langsam wird's Zeit...

drilling hat geschrieben: Es zwingt dich ja niemand im Kiosk für das Aufladen zu zahlen, das wäre nur eine der Möglichkeiten. Du hättest die Wahl ob App oder RFID Karte oder eben im Kiosk.
Aber wenn mal die App zickt und die RFID Karte auch nicht will dann bist du froh das es die Alternative im Kiosk gibt.
Ah ok, zusätzlich ist natürlich begrüßenswert. Und so ein Kiosk auf jeden Fall, am besten noch wenn das Personal dort noch tatsächlich von den Säulen eine Ahnung hätte, oder zumindest sie neu starten/notstarten könnte, bevor man ganz liegen bleibt. Ich hoffe das wird sich in diese Richtung regeln. Bäcker Schüren zeigt ja allen, wie es funktionieren kann!

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

elekart
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Köln Bonner hat geschrieben:
elekart hat geschrieben: Hier nur eine kleine Seitenbemerkung, ohne Wertung -- nur Beobachtung: daran erkennt man, wie lange derjenige bereits elektrisch fährt. An einen Schnelllader zu fahren, um "vollzumachen", würde mir nie in den Sinn kommen. Ich fahre irgendwo hin, wo es einen AC Lader gibt und wo ich sowieso hin muss. Dann tue ich meine Sachen während das Auto lädt. Ob es danach voll ist oder nicht -- ist mir egal. Ich nutze einfach jede Gelegenheit, nachzuladen -- und das kommt in der Balance gut hin, dass ich _nie_ speziell nachladen muss. Von allen anderen Erfahrungen hier im Forum ausgehend, würde ich behaupten, dass die meisten früher oder später zu so einem Szenario kommen. Oder zuhause laden :-)
Ich bin ja bei Dir, aber bei DC geht das eben auch, wenn man nur kurz irgendwo ist. Bei uns steht zufällig ein DC-Lader fast direkt neben der Pizzeria, wo ich gelegentlich Pizza hole. Statt direkt an der Pizzeria zu parken, stelle ich mich an den Schnelllader und gehe die 2 Minuten zur Pizzeria. Mit etwas Wartezeit lade ich dann für 15-20 Minuten - genug für 10 bis 14 kWh oder 35-50% (bei meinem Auto).
Klar, es bezog sich weniger auf die Art AC/DC, sondern auf den Vorgang "hinfahren zum Volltanken". Sehr viele Interessenten, mit den ich gesprochen habe, übersetzen das Tanken-Verhalten 1 zu 1 zum Laden. Und sagen (berechtigterweise): "Mein Leben ist zu kurz, um jede Woche 30-40 Minuten an der Tankstelle zu warten, bis das Auto voll wird". Selbst im eigenen Werbe-Video von Porsche schaut ein Typ genervt auf sein Smartphone, wann denn sein Auto endlich fertig wird: https://www.youtube.com/watch?v=pFdJ-1m_jxU

Die Tatsache ist aber, dass ich mir wegen Laden eigentlich weniger Gedanken machen muss, als wegen Tanken. Ich bin im Aussendienst und reise sehr viel (ok, habe viel gereist muss man schon sagen...) -- dabei sucht man sich einfach Hotels mit Auflademöglichkeit, die Suchmaske gibt es bei Booking.com und vielen anderen Portalen schon. Dann muss man überhaupt keine Gedanken ums Laden verschwenden. Es gibt Geschäfte, Parks, Restaurants mit Lademöglichkeiten. Wo es die nicht gibt, frage ich mal nach. Habe schon durch das Fenster in der Hotel-Lobby geladen, in der Scheune, an der roten CEE Steckdose in der Küche -- überall. Die meisten finden es sogar lustig und interessant, dass man gar nichts besonderes dafür braucht, ein e-Auto aufzuladen. Strom gibt's überall. Aber gut, ich schweife hier ab, diese "besonderen" Lademöglichkeiten sind meistens alles andere als zeitsparend :-)

Aber das Werbevideo für Porsche hätte ich anders gedreht. Hätte eher jemanden gezeigt, wie er den ganzen Tag seinen Tätigkeiten und Hobbies nachgeht, und überall am Parkplatz ansteckt. Dann geht er mit den Freunden aus dem Sport und sie wollten sich abends noch zum Bier treffen. Er steckt ab, dabei sagt sein Freund: "Oh mann, ich muss ja noch tanken!" -- und er rollt nur die Augen, immer diese Warterei auf Verbrenner!.. :-D

Ich sage ja nicht, dass es jetzt schon perfekt ist. Aber wenn ich mir die Niederlande/Norwegen anschaue, oder einige Unternehmen, die teilweise ganze Parkhäuser für Mitarbeiter mit Lademöglichkeiten an jedem Platz ausstatten -- dann denke ich schon, dass wir es schaffen. Und dabei spielt eben AC an jeder Ecke eine entscheidende Rolle, meiner Meinung nach. DC Ladeparks dagegen eher für die Langstrecke.

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

evnc
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Jomim hat geschrieben: eine allgemeine Gültigkeit daraus abzuleiten würde ich jedoch nicht.
Tut mir leid, wenn das so rüberkommt. Mein ursprünglicher Text war etwas anders formuliert, jedoch habe ich ihn dann doch noch einmal umformuliert, um etwas kompakter und übersichtlicher zu sein.
elekart hat geschrieben: Ich fahre irgendwo hin, wo es einen AC Lader gibt und wo ich sowieso hin muss. Dann tue ich meine Sachen während das Auto lädt. Ob es danach voll ist oder nicht -- ist mir egal. Ich nutze einfach jede Gelegenheit, nachzuladen
Das habe ich schon sehr häufig gelesen, jedoch kommt das wohl sehr auf das individuelle Nutzungsprofil an, je nachdem ob an den Zielorten Ladesäulen stehen (Arbeitgeber, Supermarkt, etc.). Und letztendlich ist es doch auch nur ein Komfort- und Akkuschonfeature, oder? ;)
Hier in der Region ist es z. B. so, dass es fast nur AC-Lader von den örtlichen Stadtwerken gibt. Das Preismodell ist aber meines Erachtens ziemlich unattraktiv, da úber 1,50 € je 15 Minuten Ladezeit verlangt werden. Wäre ich Laternenparker ohne Lademöglichkeit beim Arbeitgeber, beim Einkaufen (was sowieso nur ein Mal pro Woche, selten zwei Mal pro Woche vorkommt), etc. wäre mir das AC-Laden viel zu teuer und vor allem auch zu langwierig (ich müsste das Auto zur Ladesäule fahren, heimlaufen, nach z. B. vier Stunden wieder zum Auto laufen und heimfahren). Stattdessen wäre es dann realistischer einmal pro Woche für 30 Minuten an einen Schnelllader zu fahren und den Akku wieder auf 80 - 90 % zu laden.
Ich nehme an, dass es sicherlich einige Leute mit derart eingeschränkten Lademöglichkeiten für ein potentielles E-Auto gibt (zumindest momentan) und daher war meine Annahme, dass AC-Lader zwar komfortabel sind, aber trotzdem nicht ganz so wichtig wie genügend DC-Lader (da die Mehrheit der Deutschen in einer Wohnung wohnt und dementsprechend viele am Straßenrand parken müssen, da keine Tiefgarage vorhanden).

Genauso gibt es - zumindest in meiner Vorstellung - keinen wirklichen Grund für Heimlader in der Stadt zu laden, wenn daheim der Akku auf 80 % geladen wurde und der Weg in die Stadt z. B. 10 km beträgt, oder?

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

GrauerMausling
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Ich habe mir den Thread jetzt durchgelesen und finde das die Forderung aus dem Thread beim Seed & Greet in Hilden erfüllt sind. D.h. es gibt supergünstige AC Preise (19 ct bei 22 kW, 15 ct bei 7 kW) mit Giro E oder Barzahlung im Kiosk. So etwas müsste es also einfach nur häufiger geben :-). In dem Zusammenhang frage ich mich auch wie das mit den Preisen funktioniert denn es klang nicht so als würde da massiv drauf gezahlt werden. Die einzige Begründung die ich in den Interviews gehört habe war das verzichten auf teure Backends.
Es fehlt 'nur' noch das Barzahlen / Giropay an den Fastned Säulen, aber so wie ich Roland Schüren in den Interviews verstanden habe arbeiten die auch daran.

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

SamEye
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die meisten der AC-Lader im Ladepark Hilden sind perspektivisch für die Beschäftigten des Seed & Greed gedacht; das wird ein mehrgeschossiges Gebäude mit entsprechend vielen Angestellten...

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

Optimus
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@Helfried
Villeicht nochmal genau hinschauen. Schlüssel nicht Schüssel. Wer richtig lesen kann ist klar im Vorteil. ;)
Oder habe ich die Ironie im Beitrag übersehen?
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Tesla-Referral: https://ts.la/erik66594 für SuC-Freikilometer u.a. Prämien; BeCharge Einladungscode: ZMLRUS9

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

hgerhauser
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GrauerMausling hat geschrieben: In dem Zusammenhang frage ich mich auch wie das mit den Preisen funktioniert denn es klang nicht so als würde da massiv drauf gezahlt werden.
https://www.electrive.net/2020/10/08/sc ... eroeffnet/

zitierter Text in Klammern
(Schüren und Tesvolt fürchten aber die EEG-Novelle, die derartige Projekte künftig ausbremsen könnte. „Mehrere Leute haben mich angesprochen, sie würden gern ein ähnliches Projekt ins Leben rufen. Sollte die EEG-Novelle die Eigenstromnutzung weiter begrenzen, würden Nachahmer aber buchstäblich ausgebremst“, so Schüren. „Deutschland und Europa brauchen nicht nur mehr E-Mobilität, sondern vor allem mehr E-Mobilität mit Strom aus erneuerbaren Energien.“)

Solange man Eigenstromerzeugung ohne Netzgebühren, Umlagen etc. durchreichen kann, hat man mit 15 Cent eine sehr gute Marge.

In Zukunft wünsche ich mir als Preis: Börsenpreis + variable Netzgebühr (=0 bei lokaler Stromproduktion aus PV oder Wind) + eine minimale Servicegebühr (bei Querfinanzierung des Standorts über Brötchenverkauf und ähnliches gegebenenfalls auch = 0) Da muss der Gesetzgeber allerdings mitspielen.
heikoheiko.blogspot.com

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

Meinereiner
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Ohne jetzt alles lesen zu wollen:
Man kann sich eine Newmotion (Shell-Recharge) Karte und eine vom ADAC besorgen oder Plugsurfing. Für NewMotion braucht man zwar die App zum Bestellen, aber das kann auch ein Freund machen. Abrechnung läuft über Bankeinzug, Rechnung kommt per email, keine Kreditkarte nötig.
Man ist aber schon eingeschränkt, beispielswiese kennt man die Preise nicht vorab anschauen.

Ich persönlich habe mir ein Smartphone zum E-Auto gekauft. Ich hatte keines, weil ich die Preise für die deutschen Handyverträge für überteuert halte - Schneckengeschwindigketi zum Wucherpreis. Ich hab mir einen österreichischen Tarif mit Prepaid besorgt. 0,1Cent/MB 4G, ohne Grundgebühr. So komme ich auf <20€ im Jahr, trotz inzwischen viel Nutzung. Dank Roaming habe ich damit LTE auch in Deutschland. Ein Smartphone kostet nicht viel mehr als 100€, ich hab mir ein Moto G7 Play besorgt.
Eventuell ist etwas in der Art eine Option.

Re: Elektroauto scheitert an Bezahlmöglichkeiten?

Odanez
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@Meinereiner Zum österreichischen Prepaid: ich dachte das wird bei über 60 Tage Nutzung in Deutschland dann teurer? Also wenn man über 60 Tage (oder weniger?) nicht im österreichischen Netz unterwegs ist?
50€ Neukundenrabatt im Tibber Store: https://invite.tibber.com/ys75xqey
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