EnBW und IONITY

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Re: EnBW und IONITY

psm-freak
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SüdSchwabe hat geschrieben: Ionity könnte, wenn es das Konsortium denn so sehen wollte, als Cross-Selling Aktivität betrachten, um Ihre eMobile zu promoten. Tun sie aber nicht.

Für mich stellt sich daher auch ein bisschen die Glaubwürdigkeitsfrage der e-Strategie einiger Firmen.
Vielleicht ist Ionity ein zweiter Growian* (https://de.wikipedia.org/wiki/Growian)
Man versenkt ein paar Millionen um der breiten Masse zu zeigen dass etwas nicht funktioniert.

Selbst bei Leuten die noch nie in einem E-Auto gesessen sind ist dank Ionity nun hängen geblieben dass "E-Auto fahren teurer ist als Diesel", dass die Fahrzeuge selbst teuer sind wussten sie ja schon vorher.




*[spoiler]
Günther Klätte, Vorstandsmitglied des RWE, äußerte auf einer Hauptversammlung des Unternehmens: „Wir brauchen Growian (große Windanlagen), um zu beweisen, daß es nicht geht“ und erklärte, „daß Growian so etwas wie ein pädagogisches Modell sei, um Kernkraftgegner zum wahren Glauben zu bekehren“

Vom Finanzminister und ehemaligen Forschungsminister Hans Matthöfer wurde eine ähnliche Äußerung in Bezug auf die angenommenen finanziellen Schwierigkeiten überliefert: „Wir wissen, daß es uns nichts bringt. Aber wir machen es, um den Befürwortern der Windenergie zu beweisen, daß es nicht geht.“
-Wikipedia

Zur Erinnerung: Heute laufen noch größere Anlagen - erfolgreich und wirtschaftlich
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Re: EnBW und IONITY

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phonehoppy hat geschrieben: Was sie ganz offensichtlich sabotieren wollen, ist die Sichtweise, IONITY sei ein Ladestromanbieter. IONITY will kein Ladestromanbieter (EMP) sein, sondern ein Lade-Infrastruktur-Betreiber (CPO). Das sind zwei unterschiedliche Ansätze.
Soweit gehe ich ja noch mit und es ist ja prinzipiell Nichts dagegen ein zu wenden, sie auf die Rolle des CPOs zu beschränken.
Während EnBW, Innogy, E.On, Maingau usw. aus der Ecke kommen, Strom verkaufen zu müssen und auch zu wollen, und die dazugehörigen Ladesäulen - wenn überhaupt - nur widerwillig aufstellen, sieht es bei Fastned, Allego und IONITY andersherum aus: Diese Firmen wollen die Infrastruktur betreiben. Abrechnungen mit Endkunden und das ganze Endkunden-Vertragswesen sind für sie nur unnötiger Aufwand.
Betreibt Maingau überhaupt eigene Ladesäulen, d.h. sind die überhaupt CPO? Ich dachte gerade Maingau betätigt sich als reiner MSP (EMP).

Ob EnBW und E.On die Ladesäulen nun "widerwillig" aufstellen, mag ich bezweifeln. Natürlich ist das ein Kostenfaktor. Aber sie wollen halt Strom verkaufen und da sind die Ladesäulen nun mal das Mittel zum Zweck. Man kann schwerlich den eigenen Strom ohne eigene Ladesäulen direkt verkaufen. Man gibt zwangsweise immer ein ordentliches Stück vom Kuchen an den CPO ab.

Wie gesagt: Dass sich Ionity auf die Rolle des CPO zurückzieht ist ja prinzipiell nicht verwerflich.
Darum rufen diese Anbieter recht hohe Preise ab, wenn man mit einem Direktvertrag oder ad-hoc bei ihnen laden will. Und wenn man auf die Startseite bei IONITY geht, springt einem als erstes der Satz "Pay by Provider" ins Auge - man soll von vornherein darauf hingewiesen werden, dass man am besten einen Vertrag mit einem Stromanbieter macht und über diesen bei IONITY lädt, denn das kommt fast in allen Fällen billiger.
Das ist eben genau nicht der Fall. Denn die 79ct/kWh fallen nicht nur beim Ad-Hoc Laden an. Ganz offensichtlich haben die Roaming Partner wie EnBW oder EINS Mobility kein attraktives Angebot bekommen. EnBW hat daraus seine Konsequenzen gezogen und Ionity komplett aus dem Roaming geworfen - EINS Mobility hat einen extra Tarif für Ionity, dort zahlt man nun deutlich mehr als bei den anderen Säulen, die im Roaming sind.

Dass Maingau immer noch ihren günstigen Tarif anbieten können, halte ich für eine Momentaufnahme. Auch wenn die das jetzt mal so kommuniziert haben, glaube ich nicht, dass Maingau im Vergleich zu EINS oder EnBW so ultra günstige Konditionen von Ionity bekommen haben, dass die es sich leisten können, so günstige Endkundenpreise an zu bieten. Ich glaube, das wird sich spätestens mittelfristig ändern.

Und wenn man sich die Preise bei Porsche ansieht: 179€ p.a. Jahresgrundgebühr damit man dann 35ct/kWh bekommt ist schon eine Ansage. Da muss ich extrem viel bei Ionity laden, damit sich das in Regionen bewegt, wie beispielsweise vor dem Rausschmiss von Ionity bei EnBW.

Und: Warum sollte Porsche 179€ Jahresgrundgebühr verlangen, wenn Maingau immer noch die 39ct/kWh anbietet? Da wäre man ja dumm, würde man die Porsche Karte nehmen!

Ich bin gespannt, was VW dann für die ID Serie als MSP so anbietet, denn die sind ja auch ganz dicke bei Ionity dabei. Wenn sich das in den ähnlichen Regionen abspielt - dann gute Nacht. Wer will denn das ernsthaft Investieren?
Alle jammern über die Preise bei IONITY, aber ich finde das die richtige Einstellung. Ich will nicht für jede Ladesäule eine eigene Karte oder App mitnehmen müssen, sondern ich will in ganz Europa mit einem einzigen Vertrag zum selben Preis laden können, am besten ohne Karte und App, nur durch V2G-Kommunikation. Und eben wenn man hier über Maingau oder etwas ähnliches geht (z.B. ChargeNow) hat man weitgehend diese Preissicherheit und die Ad-hoc-Preise von IONITY sind uninteressant.
Ich bin bei Dir, dass jeder "seine" Karte, am Besten in ganz Europa, zu "seinen" Vertragskonditionen nutzen kann. Ob das nun V2G, per Karte oder App ist, ist mir erst mal Wumpe.

Was aber Ionity macht ist genau das Gegenteil davon. Sie fordern ganz offensichtlich einen B2B Tarif von den MSPs ein, der so dermaßen daneben ist, dass deren Mischkalkulation nicht mehr aufgeht und sie dann eher den Aufwand betreiben, einen extra Tarif für Ionity ab zu rufen, wie EINS das macht - oder eben Ionity aus dem Roaming schmeißen, wie EnBW das macht.

Auch wenn EnBW selbst als CPO auftritt, ist deren Infrastruktur nicht einmal ansatzweise so gut ausgebaut, als dass sie als echte Konkurrenz zu Ionity auftreten könnten. Diese Motivation halte ich also eher für unwahrscheinlich.

SüdSchwabe.
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Re: EnBW und IONITY

Naheris
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Du übersiehst einen sehr wichtigen Punkt: Warum sollte eine Gruppe von Autoherstellern einer anderen Gruppe von Autofahrern anderer Autohersteller den Ladestrom günstig abtreten? Selbst jetzt subventionieren sie den Strom noch, nur eben nicht mehr so hoch.

Das ist wie mit Ikea oder Kaufland. Warum sollten die Nicht-Kunden ihren Strom kostenlos geben? Warum sollte die Kunden der Bundesbahn einem Mitbewerber die Strecke subventionieren? Warum sollten Kunden der Telekom anderen das Festnetz subventionieren? Warum sollte ein Stromanbieter nicht für die Durchleitung durch fremde Stromtrassen zahlen?

Das sind alles ähnlich gelagerte Probleme.

Ionity macht selbst mit 79 ct/kWh Verlust. Und der wird von den Autoherstellern des Konsortiums getragen. Warum genau sollen sie noch mehr zahlen, nachdem sie auch schon 50% der Säulen und 25% des Netzanschlusses gezahlt haben?
Heute: e-Tron 55 / Gestern: Leaf ZE1+, I-Pace, Kona, eGolf Mk-2, Model S AP1, Passat GTE Mk-1 / Morgen: ?
Antike: V60, V60, XC60, LS, A6 / Geschenke: A2, Lupo 3L, Golf Mk-2.

Re: EnBW und IONITY

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EEssI129 hat geschrieben: ab 02.04.2020 ist Ende
Ich finde dieser Post von ganz vom Anfang dieses Threads paßt heute recht gut um diesen Thread auch zu beenden. Neue Erkenntnisse werden nicht mehr mehr kommen, und die ständige Wiederholung von Argumenten verhärtet eher die Fronten als daß es zu einer Annäherung führt.

Wir können uns hier im Thread ja in 10 Jahren wieder treffen und dann läßt sich vielleicht sogar feststellen ob es jetzt positiv oder negativ für die eMobilität war das EnBW das Roaming beendet hat.

Grüazi MaXx
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