Diskussionsthread zum Ladesäulenpranger

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Re: Diskussionsthread zum Ladesäulenpranger

Fotowolf
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ManuelF hat bereits ausreichend viele Gründe aufgezählt, warum die 15 Minuten Frist in Wien völlig praxisfremd ist. Klar, es hält die Ladestationen frei, bringt aber totalen Stress ins E-Auto Fahren. Bitte mich nicht falsch zu verstehen, ich fahre seit 7 Jahren elektrisch und bin der letzte, der Säulen unkollegial blockiert.

Nur ein weiteres Beispiel: Fahre ich mit der ZOE ran und lade mit 11 kW, weil ein zweiter dran hängt und teile mir die Termine so ein, dass ich nach Ladeende wieder an der Säule bin, kann es sein, dass der andere bald weg fährt und ZOE beginnt mit 22 kW zu laden. Schon bin ich nach kurzer Zeit kriminalisiert, weil das Auto zu schnell voll wird - ich aber einfach nicht früher zur Ladesäule gehen kann, weil ich noch am Zahnarztstuhl liege... Soll ich mir für Wien ein zusätzliches 20 Ampere Ladekabel kaufen, das ZOE dazu zwingt, nicht schneller zu laden??
Das Ladeende ist nicht immer kalkulierbar - und man kann nicht immer sofort hinlaufen.

Man zahlt mit Wien-Energie ohnehin einen Zeittarif und wird somit bereits zur Kasse gebeten, wenn man etwas länger steht (und kWh Tarife habe eine Blockiergebühr). Das ist voll in Ordnung und kein Problem. Aber da brauche ich nicht auch noch kriminalisiert zu werden von der Wien Energie!!
Danke liebes Wien - gut, dass ich so weit weg wohne und erst ein einziges Mal an euren City Säulen laden musste. Dabei war ich aus genannten Gründen übrigens ca. 1/2 Stunde kriminell.
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Re: Diskussionsthread zum Ladesäulenpranger

Solarmobil Verein
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Daß in Wien (und andere Städte, die das in ähnlicher Weise handhaben) solche Maßnahmen notwendig sind, zeigt nur eines: Es gibt zu wenig Ladesäulen.

Re: Diskussionsthread zum Ladesäulenpranger

Helfried
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Fotowolf hat geschrieben:ManuelF hat bereits ausreichend viele Gründe aufgezählt, warum die 15 Minuten Frist in Wien völlig praxisfremd ist. Klar, es hält die Ladestationen frei, bringt aber totalen Stress ins E-Auto Fahren.
Diesen Stress machst du dir nur, wenn du immer voll laden möchtest und nicht genau klar ist, wann der Akku voll sein wird. Das ist aber nicht Sinn der Sache.

Re: Diskussionsthread zum Ladesäulenpranger

Ranzoni
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@Fotowolf: Du bist einer der wenigen, der die Eigenschaften der Wiener City Säulen genau kennt. Ich verstehe daher dein Problem mit dem Kalkulieren des Ladeendes nicht wirklich. Um als ZOE Fahrer auf der sicheren Seite zu sein nimmt man eben an, dass die 22kW dauerhaft zur Verfügung stehen. Ich habe beispielsweise ein 1phasiges Ladekabel, ich muß daher auch daran denken, ob sich das zeitlich ausgeht wenn ich auf einmal 7,2kW statt 3,6kW bekomme.

Deinen Punkt mit "und wird somit bereits zur Kasse gebeten" würde ich noch einmal überdenken, denn während dieser Zeit entfällt die Kurzparkgebühr in der Höhe von € 2,20/h, was in etwa den Ladekosten entspricht.

Das "Wiener System" hat sicherlich seine Schwächen, aber vielleicht würde ein System, das deinen Anforderungen entspricht, in mir den Wunsch wecken, "weit weg davon zu wohnen."

Gruß
Ranzoni

Re: Diskussionsthread zum Ladesäulenpranger

Oldy62
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Solarmobil Verein hat geschrieben: Daß in Wien (und andere Städte, die das in ähnlicher Weise handhaben) solche Maßnahmen notwendig sind, zeigt nur eines: Es gibt zu wenig Ladesäulen.
Was für eine überraschende Erkenntnis. :mrgreen:
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Re: Diskussionsthread zum Ladesäulenpranger

MartinG
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Das vorgestellte Problem würde mit jeder Anzahl von Ladesäulen auftreten.

Die Stadt möchte die Ladeplätze eben nicht als privilegierte Parkplätze positionieren. Den Stromwerken gehen die Teslas mit der auf sehr klein einstellbaren Ladeleistung ohnehin auf die Nerven, es gibt aber keine wirksame Abhilfe (außer maximale Ladezeiten, die viele noch ärgerlicher finden würden und bei großen Akkus tatsächliche Probleme erzeugen).

Klar kann man immer Fälle konstruieren, in denen es Probleme gibt. Ist es überhaupt denkbar, ein völlig problemfreies System zu schaffen, das keinerlei Fehlbenutzungen im Sinne des öffentlichen Raums ermöglicht?

Das Wiener System (inklusive Snitch Light an der Ladesäule) ist schon recht gut durchdacht...
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Re: Diskussionsthread zum Ladesäulenpranger

Fotowolf
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Da habe ich ja viele Reaktionen ausgelöst... Ist aber auch schön, wenn sich im Forum etwas tut :-)
Ohne zu zitieren, gehe ich auf ein paar Diskussionsbeiträge ein wenig ein.


"Kinder, wir müssen den Besuch im Schönbrunner Tierpark jetzt abbrechen, ansonsten zahlen wir xx Euro Strafe in Wien."
"Lieber Geschäftsfreund, ich bin jetzt mal 1/2 Stunde weg das Auto umparken, ansonsten zahle ich xx Euro Strafe in Wien."
Es gibt viele Beispiele, wo man einfach nicht sofort weg kann; wurden ja genug genannt.
Sind es 36 Euro, oder mehr? Konnte es in der Kürze nicht eindeutig herausfinden. 36+ Euro sind für einen überzogenen Ladevorgang jedenfalls zu viel und nicht verhältnismäßig.

Ich mache mir keinen Stress, weil ich immer vollladen will, sondern das Wiener System produziert Stress, weil das Auto zu früh vollgeladen sein könnte.

Ich weiß, ich muss auf den worst-case kalkulieren, also dass das Auto mit 22 kW laden könnte. Mit Strafandrohung im Nacken ist die Kalkulation dennoch nicht angenehm.

Zur nicht anfallenden Parkgebühr: Es darf gerne jede Art von zeitabhängiger Gebühr eingehoben werden, sobald die Ladung stoppt - aber doch keine Strafe! In Wien wird man ab der 16. Minute nach Ladeende zum Falschparker im Halteverbot!

Überlegt mal, wenn die EnBW anstatt der 0-12€ gedeckelter Blockiergebühr schreiben würde: "Lieber EnBW Kunde, da sie länger an der Säule gestanden sind, haben wir Polizei/Ordnungsamt verständigt und es wurde ein Strafmandat ausgestellt." Wien macht es aber fast so, denn die Säule leuchtet weit sichtbar rot, um den Parksherriff heranzuholen. Ich will die Situation bewusst überzeichnet darstellen, damit auch auswärtigen Lesern klar wird, dass man tatsächlich eine Verkehrsstrafe bekommt.

Ladeplätze nicht als privilegierte Parkplätze zu positionieren lässt sich auch anders erreichen. Dafür kann man Gebühren einheben, aber keine Verkehrsstrafen. Ab Ladeende könnte die Wien Energie eine zusätzliche zeitbasierte Blockierergebühr loslaufen lassen.
Dass mit extra niedriger Ladeleistung ein Ladeplatz absichtlich zum Langzeitparkplatz gemacht werden kann, hat mit Anstand zu tun. Jedenfalls fördert die angedrohte Verkehrsstrafe genau dieses Verhalten - weil eine Verkehrsstrafe eben nicht verhältnismäßig ist.
Mein Auto ermöglicht keine Einstellung der Ladeleistung. Aber ich hätte keine Bedenken, anstatt des 3phasigen Typ 2 Kabels, das 1phasige (*) zu nehmen, wenn ich weiß, dass ich einfach nicht rechtzeitig zurückkommen kann und vielleicht eine halbe Stunde zu spät dran wäre.

Nennt bitte eine Stadt, in der man nicht einfach verhältnismäßig zur Kasse gebeten wird, wenn man länger stehen muss, sondern richtig bestraft wird - und das schon ab der 16. Minute. Mag es vielleicht sogar geben, von Norddeutschland bis Dubrovnik ist mir das aber noch nicht untergekommen.

Ich habe auch aufgehört, das Wiener System in Gesprächen mit (noch) Verbrennerfahrern zu erwähnen, denn man erntet bloß große Augen samt Kopfschütteln und es hält die Leute vom Umstieg ab (wie auch einen Wiener Verwandten). Da rettet dann auch der günstige Nachttarif die Situation nicht mehr.


Abschließend sei noch einmal festgehalten, dass ich nichts gegen Lenkungsmaßnamen habe, um Ladesäulen nicht als (Langzeit-)Parkplätze zu verwenden, eine Verkehrsstrafe lehne ich aber ab.

Final noch ein Kuriosum aus der der Wiener Taxifahrerwelt aus der letzten ORF Bürgeranwalt Sendung "Kleine Verkehrsdelikte sind für Taxifahrer berufsgefährdend." Wegen kleinerer Verkehrsdelikte - ua. Falschparken - wird ihm der Taxilenkerausweis verwehrt. Liebe Taxler, steckt eure privaten E-Autos immer rechtzeitig ab, sonst seid ihr den Taxilenkerausweis los :o

_____________________________
*) Ein einphasiges 32 A Typ 2 Kabel habe ich für Notfälle dabei, falls meine ZOE mit Continental Motor (Q90) wieder einmal die 3phasige Ladung verweigert. Einphasig lädt sie auch mit <12 A und ist auch sonst toleranter bezüglich Störungen oder Netzschwankungen. Lieber irgendwo im Urlaub langsam, als gar nicht laden zu können. Kostet nicht viel und kann ich Q-ZOE Fahrern jedenfalls empfehlen.
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Re: Diskussionsthread zum Ladesäulenpranger

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Die genannten Säulen stehen alle im bewirtschaftetet Parkraum von Wien, dem Verbrenner ereilt in Schönbrunn nach 2 Stunden das gleiche Schicksal, es hier so da zu stellen, dass dies ein EV Thema ist, hat etwas von Bashing. Es geht um eine Kurzparkzone, wer länger stehen will, der muss eine Parkgarage oder eine bezahlten Parkplatz wählen. In Schönbrunn eben APCOA Parkplatz Schönbrunn dort kannst du stehen, bis die Kleinen ihr Eis fertig gegessen haben und genug auf die Affen geglotzt haben. Wenn du hingegen an der City Station in der Sechshauserstrasse 108 stehst musst du wissen was du tust. Ist halt Kurzparkzone rund um Schönbrunn. (also ganz Wien rund um Schönbrunn).
Am APCOA Parkplatz stehen dir ganz viele Smatrics zur Verfügung, da geht zum Beispiel EnBW. Deren Blockiergebühr ist aber ein eigenes Thema. Smatrics wäre mit eigener Karte für 3,60€ pro Stunde plus Parkgebühren oder mit der EMC Karte für 2,38€/Stunde.

Die City Stationen sind in der Wiener Kurzparkzone und die macht vor EV keine Ausnahme, es aber als Diskriminierung hin zu stellen ist echt frech.

Nur mit dem Wissen, in ganz Wien gibt es keinen kostenfreien Parkplatz auf der Strasse und jeder Platz auf der Straße ist nach 2 Stunden zu verlassen, egal ob Verbrenner, PHEV oder EV, macht das System der Wien Energie Sinn. Weil es verlängert die 2 Stunden um das was du laden musst, mehr aber nicht.
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Re: Diskussionsthread zum Ladesäulenpranger

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Erst mal möchte ich festhalten, dass ich nicht frech, sondern mit manchen Sätzen pointiert sein wollte.

Die beiden Beispiele dienten als Einleitung. Ganz viele Fälle wurde zuvor ja ohnehin schon genannt, in denen es einfach nicht möglich ist, rechtzeitig zur Station zu kommen. In solchen Fällen soll man also nach Meinung der Stadt Wien lieber gar nicht laden.

Wenn ich das richtig verstanden habe, Verbrenner haben also offenbar 3 Stunden Zeit, bevor sie eine Strafe bekommen. Als E-Auto Ladender - im worst-case bei frühem Ladeabbruch - ist bereits nach gut 1/4 Stunde die Strafe fällig. Verbrenner können also bis zu 3 Stunden ausreizen? Als Ladender habe ich da offenbar weniger Glück.

Warum ist die Gnadenfrist eigentlich eine Viertel Stunde? Könnte doch auch länger sein, während eine zeitbasierte Blockierergebühr läuft. Hätte sicherlich einen guten Lenkungseffekt. Nach beispielsweise 3 Stunden wäre es noch früh genug, eine Verkehrsstrafe angedroht zu bekommen.
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Re: Diskussionsthread zum Ladesäulenpranger

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Ich habe es im Beitrag geändert, seit Anfang des Jahres gilt max Parkzeit in Wien von 2 Stunden. An Einkaufsstraßen oft weniger
Die Viertelstunde haben die Verbrenner auch Zeit bevor etwas gezahlt werden muss. Das ist sozusagen die Parkzeit die ohne Kosten genutzt werden kann. Das wurde von den Verbrenner so übernommen.

Es geht nicht darum ob du in Wien laden kannst oder nicht. Es wird nur unterschieden zwischen City Ladestationen, die sind Tagsüber Kurzpark oder Kurzlade Plätze und in der Nacht Laternenladeplätze, oder eben die normalen Ladeplätze die von diversen Betreibern, aber auch Wien Energie auf offiziellen parkplätzen auch oft vor Supermärkten, aufgestellt sind.

Wer also weder Laternenparken noch Kurzlade möchte ist bei den City Stationen falsch. Und einen Mangel an Steckern gibt es in Wien nicht, gerade bei Schönbrunn sind 5 11kW und 2 DC frei. Man muss halt genauso wie die Verbrenner Parkgebühren zahlen.

Wien sagt ganz klar: der EV ist nicht die Lösung für die Stadt. Man ermöglicht diese, aber keinerlei Privilegien. Das Auto muss raus. Bevor diese Diskussion aber startet: Wien ist wieder bei den Wohnenswertesten Städte der Welt dabei.

Mein persönlicher Tip: stell das Auto in ein Parkhaus am Stadtrand, auch mit Stecker und fahr mit der U-Bahn.

PS: die Taxi haben eigene Ladestationen die dem normal Bürger verwehrt sind. Die müssen nicht illegal werden um zu laden.

Warum aber gibt es so viele Bedenkenträger wenn ein funktionierendes und erprobtes System beschrieben wird? Es funktioniert, Alle Geschichten die ihr euch ausdenkt passieren entweder nicht oder wurden bereits in das System eingearbeitet. Tatsache ist, es gibt in Wien an den City Stationen keine Blockierer, weder volle EV, PHEV oder Verbrenner. Es ist möglich über Nacht zu laden zu sehr, sehr günstigen Preisen und das System läuft seit Jahren sehr gut.
Wer sich halt wünscht in Wien mit dem BEV als etwas besonderes empfangen zu werden und mit Privilegien überschüttet zu werden, der wird enttäuscht.
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