Zukunft der Ladesäulen vorallem der Schnellader

Re: Zukunft der Ladesäulen vorallem der Schnellader

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    hghildeb
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folder Fr 13. Dez 2019, 09:47
Die Rentabilität der Ladesäulen wird erst nach einigen Jahren eintreten. In einem anderen Thread wurden dazu schon mal umfangreiche Berechnungen angestellt. Der wesentliche Faktor, der zum Erreichen der Gewinnschwelle bei Ladesäulen führt, ist die Auslastung.

Die Betreiber, die heute am Markt sind, wissen, dass sie erstmal in die Zukunft investieren, ohne sofort nennenswerten Umsatz einzuspielen.
Denen geht es eher darum, zum einen Standorte und damit Marktanteile frühzeitig zu erschließen und zu sichern. Dem grünen Markenimage tut es außerdem gut. Und zum anderen war es während der Bundesförderprogramme natürlich attraktiv, Investitionen vorzuziehen.
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Re: Zukunft der Ladesäulen vorallem der Schnellader

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gthoele
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folder Fr 13. Dez 2019, 12:35
Grober Richtwert, mit dem ich bisher immer agiere: Ab 4 Ladungen pro Tag deckt ein Schnellader (50kW-Klasse) seine laufenden Kosten. Die Investition wird ja zu gewissen Prozentsätzen durch verschiedenste nicht rückzahlungspflichtige Förderungen gedeckt.

An guten Standorten sind 4 Ladungen am Tag jetzt nicht unmöglich, würde ich mal sagen.

Die Wirtschaftlichkeit von AC-Ladern sieht schlechter aus, aber in den Niederlanden gibt es auch das mittlerweile: AC-Ladepunkte die ihre Kosten tragen. Teilweise tragen ja die Gemeinden oder sonst ein dritter Kostenträger die Betriebskosten... Das ist für den Betreiber natürlich schön.

Re: Zukunft der Ladesäulen vorallem der Schnellader

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Helfried
folder Fr 13. Dez 2019, 12:59
p.hase hat geschrieben:
Fr 13. Dez 2019, 09:36
die die im abseits stehen wird man irgendwann versetzen MÜSSEN
Ist das so schlimm, wenn man sie in seltenen Fällen später versetzt?
Allein durch benachbarte Bauvorhaben müssen Ladesäulen immer wieder umplatziert werden, das ist wohl unvermeidbar.

Re: Zukunft der Ladesäulen vorallem der Schnellader

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folder Fr 13. Dez 2019, 13:39
Helfried hat geschrieben:
Fr 13. Dez 2019, 12:59
p.hase hat geschrieben:
Fr 13. Dez 2019, 09:36
die die im abseits stehen wird man irgendwann versetzen MÜSSEN
Ist das so schlimm, wenn man sie in seltenen Fällen später versetzt?
Allein durch benachbarte Bauvorhaben müssen Ladesäulen immer wieder umplatziert werden, das ist wohl unvermeidbar.
Joa, prinzipiell nicht. Dennoch denke ich, hätte man sich vorher ordentlich Gedanken gemacht, wären Ladesäulen mancherorts erst gar nicht aufgestellt worden, sondern eben dort, wo man beispielsweise auch etwas Ladeweile hat. Wer macht denn schon gerne "Pause" bspw. mitten in einem Industriegebiet.

SüdSchwabe
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Re: Zukunft der Ladesäulen vorallem der Schnellader

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    corwin42
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folder Fr 13. Dez 2019, 14:04
SüdSchwabe hat geschrieben:
Fr 13. Dez 2019, 13:39
Joa, prinzipiell nicht. Dennoch denke ich, hätte man sich vorher ordentlich Gedanken gemacht, wären Ladesäulen mancherorts erst gar nicht aufgestellt worden, sondern eben dort, wo man beispielsweise auch etwas Ladeweile hat. Wer macht denn schon gerne "Pause" bspw. mitten in einem Industriegebiet.
Das kommt halt dabei raus, wenn man 22kW AC Ladesäulen mit "Schnellader" betitelt.
Ich kenne hier auch so einige Beispiele, die völlig überflüssig sind oder zumindest durch mindestens 50kW DC Ladesäulen ersetzt werden sollten, damit die Dinger überhaupt irgendeinen Sinn machen (z.B. öffentliche 22kW Ladesäule vor einem Bäckerladen).
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Re: Zukunft der Ladesäulen vorallem der Schnellader

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enabler
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folder Fr 13. Dez 2019, 14:22
corwin42 hat geschrieben:
Fr 13. Dez 2019, 14:04
...durch mindestens 50kW DC Ladesäulen ersetzt werden sollten, damit die Dinger überhaupt irgendeinen Sinn machen (z.B. öffentliche 22kW Ladesäule vor einem Bäckerladen).
Wundervolles Beispiel:
„Mann sollte eine 22kW Wallbox zum Anschaffungspreis von 2000 Euro durch eine 50kW (Faktor 2,3) DC Ladestation zum Preis von 30.000 Euro (Faktor 15) ersetzen“ und das wohl maximal um den doppelten kWh-Preis

Wer findet den Fehler

Re: Zukunft der Ladesäulen vorallem der Schnellader

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    hghildeb
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folder Fr 13. Dez 2019, 15:26
Der reine Kaufpreis ist es ja nicht. Wenn man die "Drumherumkosten" mit einbezieht (Planung, Infrastruktur, Baukosten etc), ist der Preisunterschied der Investition prozentual deutlich geringer. Außerdem kann man ja (theoretisch) den 15fachen Umsatz erzielen.

Wobei ich corwin42 so verstanden habe, dass es ihm nicht nicht um die Wirtschaftlichkeit, sondern um die Sinnhaftigkeit ging. Und da gebe ich ihm recht. Ein 300kW-Hypercharger vor dem Freizeitpark ist genauso unsinnig wie ein 3,7kW-Typ2-Charger vor der Bäckerei.
Aber um das zu verstehen, muss man sich zunächst mit der Materie beschäftigt haben - was ich leider bei vielen Leuten anzweifle, die sowas planen.
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Re: Zukunft der Ladesäulen vorallem der Schnellader

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folder Fr 13. Dez 2019, 16:29
hghildeb hat geschrieben:
Fr 13. Dez 2019, 15:26
Wobei ich corwin42 so verstanden habe, dass es ihm nicht nicht um die Wirtschaftlichkeit, sondern um die Sinnhaftigkeit ging. Und da gebe ich ihm recht. Ein 300kW-Hypercharger vor dem Freizeitpark ist genauso unsinnig wie ein 3,7kW-Typ2-Charger vor der Bäckerei.
Richtig. Die geplante Leistung sollte irgendwie mit der Verweildauer korrelieren. Je länger, desto geringer muss die Ladeleistung sein.
Wenn ich auf einer Transitstrecke bin (was ja nicht zwingend eine Autobahn sein muss), hat man in der Regel kein Interesse lange zu verweilen, also sollte die Ladeleistung hoch sein. Dennoch sollte zumindest ein Mindestmaß an Ladeweile vorhanden sein.

Und: Man muss sich schon Gedanken machen, wie der Proporz aussehen kann.

Vor dem Bäcker würde ich bestimmt keinen 50kW Triple hin stellen. Da würde ich gar keinen hin stellen. Wie lange bleibt man denn beim Bäcker, um sein Brot und Weckle zu holen? Sind es überhaupt 15min? Bei einem Café sieht das schon anders aus. Da sitze ich auch mal deutlich länger - vielleicht 11kW?

Vor einem Supermarkt á la LIDL, ALDI, Kaufland... Da bin ich maximal eine Stunde drin. Vielleicht da einen 50kW.
Freibad / Hallenbad / Freizeitpark: Verweildauer mehrere Stunden - maximal 11kW, eher weniger.
.
Aber um das zu verstehen, muss man sich zunächst mit der Materie beschäftigt haben - was ich leider bei vielen Leuten anzweifle, die sowas planen.
Das sowieso. Hier habe ich mal eine lange Mail an den Bürgermeister geschickt. Die haben daraufhin erst mal beschlossen als Kommune gar nichts auf zu stellen. Wenn, dass soll sich das regionale EVU drum kümmern (und auch betreiben). Die Gemeinde stellt bestenfalls das Grundstück zur Verfügung.

Immerhin sind wir jetzt als "Hoher Bedarf" eingruppiert worden. Wir liegen an einer Transitstrecke. Hoch frequentierte Bundesstraße. Es gibt ein kommunales Grundstück, da ist 'ne Tanke mit Waschpark samt einfachem Italiener schon vorhanden. Dazu ein Schnellader - Bingo. Da mal eben Anhalten, anstöpseln, zum Italiener, 'ne Kleinigkeit essen, die Örtlichkeiten Aufsuchen - und schon ist man wieder weg.
Aber das wird wohl noch eine Weile dauern.

SüdSchwabe.
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Re: Zukunft der Ladesäulen vorallem der Schnellader

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folder Fr 13. Dez 2019, 18:35
AC sollte sich auch lohnen am den richtigen Stellen, wenn genügend Ladepunkte zusammen kommen und die Auslastung hoch genug ist. Die müssen eben billig installiert werden. Wenn man in einem Parkhaus 50 Stück à 3,7 kW installiert, sollte das doch für 50.000 Euro möglich sein. Und die sollten sich über 10 Jahre durch einen Aufschlag auf dem Strompreis wieder hereinspielen lassen.
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Re: Zukunft der Ladesäulen vorallem der Schnellader

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folder Sa 14. Dez 2019, 08:46
50x3,7kW sind auch 185kW, die die Installation erst Mal ab können muss.

SüdSchwabe.
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