Unterspannung 12V-Bordnetz

Unterspannung 12V-Bordnetz

Beitragvon odyssey » Mi 20. Jan 2016, 23:17

Hallöchen, hier mal mein heutiges ED-Erlebnis:

Die Kälte der letzten Tage macht sich ja nicht nur in verringerter Reichweite bemerkbar, sondern zehrt auch an den 12V-"Starterbatterien". Bei ca. 7km zur Arbeit mit Sitzheizung / und Lüftung (+HV-PTC-Heizung) läd der Laderegler die 12V-Battrie wohl nicht mehr ausreichend auf. Heute bin ich also zur Arbeit hin, aber fast nicht mehr nach Haus gekommen :roll:

Bei dem Versuch abends den Wagen zu aktivieren reichte die Battriekapazität nicht mehr, um das HV-Schütz zu aktivieren.
-> Fehlermeldung mit Dauerpiepton (ließ sich nicht quittieren): Fehlermeldung: "Antrieb aus!"
Fehler Antrieb aus!.png

Und dabei ein deutlicher Einbruch der Bordspannung:
Unterspannung Bordnetz.png


Lösung:
a) erst einmal alle schaltbaren Verbraucher aus (Radio, Innenraumbeleuchtung, Licht). 15min warten - Spannung hatte sich auf 12V erholt und ist nicht mehr unter 11,8V gefallen... und dann ging er an ;)
b) die Bordbatterie erst einmal über den Lader stützen / nachladen (auch im Lader ist ein DC/DC). Auf "weiter Flur" wohl aussichtslos ... :!: :?:

Beste Grüße
odyssey
odyssey
 

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Re: Unterspannung 12V-Bordnetz

Beitragvon spark-ed » Do 21. Jan 2016, 06:44

Danke für die Aufklärung (inkl. der gewohnt detaillierten Analyse).
Falls es einen selber mal erwischt, kann man sich mit den richtigen Maßnahmen darauf einstellen.

Ist schon eigenartig, durch alle Unterforen liest man bei Elektroautos gefühlt überproprtional häufig von 12V Bordnetzproblemen.
Die Batterie hat doch mangels Anlasser nicht wirklich aussergewöhnlich zu tun und auf die Summenleistung von Lüftung/ Beleuchtung/ Sitzheizung/ Heckscheibenheizung etc. sollte der DC-DC Wandler doch ausgelegt sein?
Besonders, wenn das eingebaute Ladegerät zwischenzeitlich auch noch direkt die 12V Batterie direkt lädt.

Ich habe mir auf jeden Fall gleich mal so ein Voltmeter für die 12V-Buchse bestellt.
Beim Verbrenner konnte man sich über die Anlasserdrehzahl ja noch ein Bild über den Zustand der Batterie machen. Zur Not ging dann ggf. sogar noch anschieben.
Beim E-Auto ist eine entleerte Bleibatterie gleich eine 100% Havarie.
So richtig habe ich den Sinn und Zweck von dieser Fehlerquelle noch nicht verstanden - "Direktstartfähiger" DC-DC Wandler zur Not mit einem dicken Supercap am Ausgang statt 40Ah Bleiklotz hätte es doch irgendwie auch getan...
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Re: Unterspannung 12V-Bordnetz

Beitragvon Spürmeise » Do 21. Jan 2016, 08:11

odyssey hat geschrieben:
Bei dem Versuch abends den Wagen zu aktivieren reichte die Battriekapazität nicht mehr, um das HV-Schütz zu aktivieren.

War das beim Drehen des Schlüssels auf "1" oder auf "2"?

odyssey hat geschrieben:
a) erst einmal alle schaltbaren Verbraucher aus (Radio, Innenraumbeleuchtung, Licht). 15min warten - Spannung hatte sich auf 12V erholt und ist nicht mehr unter 11,8V gefallen... und dann ging er an ;)
b) die Bordbatterie erst einmal über den Lader stützen / nachladen (auch im Lader ist ein DC/DC).

Danke für die Tipps. Hattest Du den Schlüssel bei a) auf "0" bzw. abgezogen? Bringt es bei Prozedur b) etwas den Schlüssel auf "1" zu haben, damit die 12V-Batterie schneller nachgeladen wird?
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Re: Unterspannung 12V-Bordnetz

Beitragvon odyssey » Do 21. Jan 2016, 09:56

Das HV-Schütz als Fehlerquelle kann man nun wohl mit dem Anlasser gleichsetzen :mrgreen:

spark-ed hat geschrieben:
So richtig habe ich den Sinn und Zweck von dieser Fehlerquelle noch nicht verstanden - "Direktstartfähiger" DC-DC Wandler zur Not mit einem dicken Supercap am Ausgang statt 40Ah Bleiklotz hätte es doch irgendwie auch getan...
Die HV-Batterie ist ja über das HV-Schütz komplett abschaltbar. Im Falle eines Unfalls wird sie ja zur Sicherheit auch deaktiviert
und man benötigt ein davon unabhängiges Bordnetz. Die Hersteller setzen da auf bekannte Technik - bestimmt aus Kostengründen und da sie ja hinlänglich bekannt ist (auch mit ihren Fehlern ;-) ). Mit EDLC's (Supercap's mit 2,7V) braucht man dann mindestens fünf und die kosten ca. 100€ das Stück…

spark-ed hat geschrieben:
Ich habe mir auf jeden Fall gleich mal so ein Voltmeter für die 12V-Buchse bestellt.
Die 12V-Dose ist ja geschaltet. Man sieht für <= 1s kurz die Spannung des Bleibatterie und dann den Wert des DC/DC-Bordnetzes. Ist die 12V-Batterie voll sollte der Wandler auf ca. 13,7 - 13,8V arbeiten. Sieht man 14,8V oder höher ist dies ein Zeichen für eine schwache Batterie, die geladen wird.

Spürmeise hat geschrieben:
War das beim Drehen des Schlüssels auf "1" oder auf "2"?
Bei der ersten Fehlermeldung war es so! Leider habe ich den Wagen noch einmal abgeschaltet, d.h. beim ersten Drehen von "0" auf "1" wurde das HV-Schütz wohl aktiviert. Dann habe ich noch einmal ausgeschaltet und beim zweiten "Startversuch" hat er dann von Pos. "1" auf "2" die Meldung angezeigt. Danach kam sie auch schon bei "0" auf "1" und ließ sich nicht mehr quittieren…

Spürmeise hat geschrieben:
Danke für die Tipps. Hattest Du den Schlüssel bei a) auf "0" bzw. abgezogen? Bringt es bei Prozedur b) etwas den Schlüssel auf "1" zu haben, damit die 12V-Batterie schneller nachgeladen wird?
Glaube ich nicht. Es müßte eigentlich reichen den Lader aktiv zu haben - auch mit abgezogenem Schlüssel oder auf Pos. "0". Ich würde aber auf Pos. "1" bleiben und damit sollte das HV-Schütz auch nicht mehr abfallen, nachdem das Ladekabel abgezogen wurde. Ist was kompliziert, denn man hat ja nur ca. 10s Steckerentriegelung - also Entriegelung auf dem Schlüssel drücken und am besten über die Beifahrerseite arbeiten!

->Entriegelt der Ladestecker eigentlich, wenn man die Türverriegelungs-Tasten im Wagen drückt? -> muß ich mal testen...
odyssey
 

Re: Unterspannung 12V-Bordnetz

Beitragvon AlterAmi » Do 21. Jan 2016, 16:46

Mein letzter Stinkekarren war ein Honda Insight (1. Generation). Der hatte, aehnlich wie Elektroautos, keine "Lichtmaschine" sondern einen DC/DC Wandler fuer die 12V Batterie. Auch zum Starten des Verbrenners wurde die Hochspannungsbatterie benutzt und nicht die 12V. Waehrend der Fahrt hat der DC/DC Wandler die 12V Batterie immer auf 13,8V gehalten.

In der Praxis hatte das zur Folge das das Auto viele 12V Batterieen verschlissen hat. Das standige float-Laden ohne jemals zu Entladen ist fuer traditionelle Starterbatterieen nicht gut. Ich hatte alle 3 Jahre die 12V Batterie wechseln muessen.

Vielleicht hat der smart ED aehnliche Probleme?
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Re: Unterspannung 12V-Bordnetz

Beitragvon Teeyop » Fr 22. Jan 2016, 08:24

Guten Morgen, hat jemand nähere Informationen zum Lader des 12 V Bleiklotzes ? Ladestrom , max Spannung...
Wäre es eine Option den Klotz gegen vier Winstonzellen ( Lifepo4) mit Balancer auszutauschen oder ?

Gruss Tee
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Re: Unterspannung 12V-Bordnetz

Beitragvon Spürmeise » Sa 23. Jan 2016, 17:57

AlterAmi hat geschrieben:
Das standige float-Laden ohne jemals zu Entladen ist fuer traditionelle Starterbatterieen nicht gut.

Ich hatte sowas eigentlich zur Maximierung der Lebensdauer für Blei-Säure in Erinnerung (gesetzt den Fall, die Spannung ist temperaturkompensiert), und es geschieht ja nicht gerade zu 100% der Zeit. Im Gegensatz dazu unter 50% Entladen macht Starterbatterien doch rasch tot?
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Re: Unterspannung 12V-Bordnetz

Beitragvon odyssey » Sa 23. Jan 2016, 20:36

Spürmeise hat geschrieben:
AlterAmi hat geschrieben:
Das standige float-Laden ohne jemals zu Entladen ist fuer traditionelle Starterbatterieen nicht gut.

Ich hatte sowas eigentlich zur Maximierung der Lebensdauer für Blei-Säure in Erinnerung (gesetzt den Fall, die Spannung ist temperaturkompensiert), und es geschieht ja nicht gerade zu 100% der Zeit. Im Gegensatz dazu unter 50% Entladen macht Starterbatterien doch rasch tot?

Die Float-Ladung ist wahrscheinlich nicht das Problem. Die Starterbatterie verträgt Erhaltungsladung und Überladung besser, als eine Minderladung (siehe: http://www.elektroniknet.de/automotive/sonstiges/artikel/104157/4/):
1386857570-105-bild-8.jpg

Bei Kurzstrecken wird die 12V-Batterie also nie wirklich voll - Werde mal die Spannungen über einen Monat verfolgen, aber ich sehe sehr häufig Bordspannungen von >14,5V während der Fahrt, was für einen dauernden Ladeversuch spricht. Zudem ist mit dem 22kW-Lader die Ladedauer der HV-Batterie auch viel zur kurz, um die 12V-Batterie voll zu bekommen (z.B. wie bei Schnarchladung über Nacht).
odyssey
 

Re: Unterspannung 12V-Bordnetz

Beitragvon E-Biker » So 24. Jan 2016, 12:05

... guten Tag und Hallo.
Bin neu hier. Seit 4 Wochen fahre ich nun auch elektrisch.
Heute der Schock. Mein Smart ED (11/2012) war tot! Kein Display, kein Lämpchen, ... nichts. :?:
Ich hatte zwar über Nacht den Ladestecker eingestöpselt, doch ich musste beim Messen der 12V Batterie feststellen, dass das Bordnetz nur noch 4,15V hat. Das C-Tek Ladegerät angeschlossen und nach ca. 5 sec. war er wieder zum Leben erwacht.
Das Ladegerät zeigte unmittelbar danach, das die Batterie angeblich voll sei und stellte somit ihre Ladetätigkeit ein. Das Messgerät zeigte nun auch 14,5V an der Bordnetzbat. an. Nun kam wohl die Spannung von der Hauptbatterie.

Meine Frage:
Wie und unter welchen Bedingungen kann ich die kleine Batterie aufladen, ohne das die große Batterie meinem Ladegerät den Eindruck vermittelt -die Batterie ist voll-.

Danke für eure Info im Voraus.
Frank
E-Biker
 
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Re: Unterspannung 12V-Bordnetz

Beitragvon odyssey » So 24. Jan 2016, 13:21

Bei "Zündung" aus und ohne angeschlossenes Ladekabel sollte die 12V-Batterie nicht anderweitig gespeist werden und Du kannst sie laden. Siehe Hinweise Bedienungsanleitung S.172ff.
EDIT: Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, kannst Du ja auch die Batterie abklemmen. Aber das C-Tek sollte eigentlich keinen Schaden anrichten. Smart verkauft davon ja auch eine OEM-Variante ;)

Wenn das Ladegerät angeklemmt war, wie ist denn der Ladezustand der HV-Batterie (sprich SOC) ? War er voll?

Viel Erfolg...
odyssey
 

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