Smart ED im Praxistest für 1 Woche

Smart ED im Praxistest für 1 Woche

Beitragvon Michael70 » Mo 7. Apr 2014, 23:56

Hallo!

Bevor ich zum Betreff etwas schreibe, eine kleine Vorstellung meinerseits, da es mein 1. Beitrag auf Goingelectric ist: Ich bin 43 Jahre alt und - Transparenz ist wichtig - arbeite als Ingenieur bei Mercedes-Benz. Ich schreibe hier jedoch als Privatperson und vertrete ausschließlich meine persönliche Meinung. Für Elektromobilität interessiere ich mich seit etwa einem Jahr. Den wesentlichen Kick hat mir die 20-minütige Probefahrt mit der Renaut Zoe letzten Juni gegeben, übrigens ohne das Spiegeln in der Windschutzscheibe zu bemerken. Seitdem lese ich regelmäßig passiv in diesem Forum mit und habe mich vor kurzem auch angemeldet. So konnte ich bereits im Stromtankstellenverzeichnis meine ersten Ladelogs und Fotos hinzufügen.

Als Werksangehöriger mietete ich bisher günstig jeden März/April einen Neuwagen mit Stern (ähnlich Leasing ohne Sonderzahlung). Angefixt von der Zoe-Probefahrt, war ich nah an der Bestellung dran. Im November habe ich nach reiflicher Überlegung doch noch mal einen C-Klasse Kombi mit dem kleinsten Benziner bestellt. (Übrigens: Den Begriff "Stinker", den viele hier gerne verwenden, höre ich nicht so gerne und trifft nur auf alte Fahrzeuge zu. Mein Auto erfüllt die Abgasnorm EU6, und das emittierte CO2 riecht nach nix.) Ausschlaggebend gegen das E-Auto waren die dünne Ladesäulen-Infrastruktur im Stuttgarter Umland, zuviele offene Fragen beim Thema Wallbox-Installation in der Garage sowie das Flickwerk bei den Bezahlmodalitäten. Wenn jedes Stadtwerk seine eigene Karte hat, wird das Reisen arg umständlich. Im Dez/Jan war ich mehrere Wochen auf Dienstreisen und war baff, was sich in der Zwischenzeit getan hat: Zahlreiche neue EnBW-Ladesäulen in Sindelfingen / Böblingen (wegen der Erweiterung des Car2Go-Geschäftsgebiets), BEW-Verträge für RWE-Roaming und die EnBW-Prepaid-Lösung. Als dann auch noch mein Arbeitgeber mit attraktiven Mietangeboten für den Smart ED kam, habe ich meine Entscheidung vom Nov. bereut, aber für eine Stornierung der Bestellung war es zu spät.

Nun zum eigentlichen Thema: Daimler nimmt am Projekt Charge@Work teil. 220 Smart ED Coupe und Cabrio können von Mitarbeitern für dienstliche oder private Zwecke angemietet werden. Mehr dazu unter charge@work: Daimler Mitarbeiter stromern durch den Großraum Stuttgart. Die Mietdauer beträgt mind. 1 Woche und max. 1 Jahr. Die Wochenmiete kam mir da gerade recht für einen intensiven Praxistest der Elektromobilität: Werktags Fahrten zur Arbeit und am Wochenende eine Langstrecke von Böblingen nach Köln und zurück. So orderte ich ein Smart ED Coupe mit 22kW Bordlader. Letzterer ist für die Langstrecke unabdingbar. Und ein Cabrio hätte etwas geringere Reichweiten. Das könnte den entscheidenden Unterschied ausmachen, wenn man sich mit den letzten Elektronen zur nächsten Ladesäule zittert.

Vor der Wochenmiete habe ich einige Vorbereitungen getroffen:
- fleißig bei Goingelectric Forenbeiträge gelesen
- div. Apps auf dem Smartphone installiert
- BEW-Autostromvertrag abgeschlossen für die Reise durchs RWE-Stammgebiet
- EnBW-Prepaid-Karte 25€ bestellt
- Weitere Modalitäten mit dem internen Fuhrpark geklärt
- Routenplanung mit Lademöglichkeiten in max. 100km Abstand: Hockenheim, Bad Kreuznach und Plaidt

Letzten Dienstag Morgen war es soweit: Nach einer kurzen Einweisung habe ich morgens das Auto mit 1.120km übernommen. Am wichtigsten war die Warnung vor Fußgängern und Radfahrern, die einen mangels künstlichem Geräusch nicht herannahen hören. So war ich immer brems- und hupbereit. Sogar die eigentlich hochsensible Katze, die auf der Straße in der 30er-Zone stand, hat mich erst auf wenige Meter Entfernung wahrgenommen, als ich gerade aufs Bremspedal gewechselt bin. Ebenfalls prägend für den weiteren Test war die Demonstration, dass bereits mit dem Einschalten der Lüftung die Reichweitenanzeige um einige Kilometer sinkt und mit A/C gleich nochmals. Da sieht man orange auf braun erstmal, dass diese Zusatzverbraucher einiges an Energie ziehen. Obwohl Klima bei mir sowieso meist aus ist (spart beim Verbrenner mind. 1/2 L/100km), hat das einen kleinen Erziehungseffekt ;-) Bei erfreulich frühlingshaften Temperaturen zwischen 15 und 23°C konnte ich während des Tests auf jegliche künstliche Belüftung/Kühlung/Heizung verzichten. Gegen zuviel Wärme im Innenraum half das Öffnen des Beifahrer-Fensters und gegen Kälte eine dünne Jacke.

Den Benziner-Smart habe ich schon öfter dienstlich gefahren und vermisste auf der ersten Fahrt mit beim ED erstmal das typische Kopfnicken bei 20/40/60... km/h sowie das typische Motorrasseln. Stattdessen ein unterbrechungsfreier Schub bei ganz leisem Sirren. Faszinierend ist zudem die phänomale Beschleunigung bis 80km/h. Auch alle Personen, die mal kurz mitgefahren sind (selbst oder als Beifahrer), waren davon tief beeindruckt. Anfänglich lag ich bei 17 kWh/100km, eine kurze Autobahn-Etappe mit Vmax Tacho 132 trieb den Verbrauch sogar auf über 20 kWh/100km. Da ich aber eigentlich ein sehr ruhiger Fahrer bin, wechselte ich alsbald zu einer vorausschauenden und effizienten Fahrweise. Schließlich musste ich ja demnächst größere Reichweiten für die Langstrecke erreichen. Schnell lernte ich die Schaltpaddles mit den 3 Rekuperationsstufen Null-Standard-Stark zu schätzen. Mit etwas Übung schaffte ich es, in einer Kombination aus Segeln und elektrischem Bremsen fast ohne mechanisches Bremsen auszukommen. Das braucht man meistens nur beim Anhalten. Diese Paddles fand ich beim Smart ED einfach klasse, gerade bei Annäherung an Ortseingänge, Kreisverkehre und rote Ampeln! Die i3-Lösung, alles übers Fahrpedal zu machen, ist wahrscheinlich weniger mein Ding.

Vor der großen Fahrt stand noch ein Test der Lademöglichkeiten an:
1. 230V-Ladekabel mit Ziegelstein an der 16A-Schuko-Steckdose in der heimischen Garage?
Klappt! Während des Ladens geht sogar das el. Garagentor, ohne dass die Sicherung fliegt. Das Auto steht nahe an der Steckdose - dank Spiralkabel wäre auch ein größerer Abstand machbar.
2. RWE-Roaming und App e-kWh an der einzigen RWE-Säule in Stuttgart?
Nicht möglich! Die Säule steht auf dem Porsche-Werksgelände in Zuffenhausen und ist NICHT öffentlich. Sie ist reserviert für die eigenen Hybrid-Fahrzeuge. Die Ungewissheit für die Langstrecke blieb somit. Die wirklich freundlichen Porsche-Mitarbeiter haben mir aber die EnBW-Säule ganz in der Nähe empfohlen.
3. EnBW-Prepaid-Karte und 22kW Bordlader?
Klappt! Und ist voll easy. Zuvor unnötigerweise trotz mitgeschicktem Flyer kleine Anspannung, schließlich ist es mein 1. öffentlicher Ladeversuch. Und außerdem sitzen in der City Leute draußen und beobachten Dich kritisch. Also Mennekes-Stecker ans Auto, RFID-Karte vor den Leser halten, eine der beiden Klappen der Ladesäule nach oben schieben und Stecker einstöpseln. Es klackt, das Kabel ist verriegelt, die grün blinkende LED am Smart symbolisiert mir Laden - Erleichterung! Zeit für einen Cappuccino im Straßencafe um die Ecke. Über die Smart Vehicle Homepage verfolge ich den Ladevorgang. In knapp 30 Min. von 60% auf 100% SOC - cool! Ich war noch gar nicht mit dem Heißgetränk fertig und musste noch bezahlen ... Zurück an der EnBW-Säule habe ich erneut die Prepaid-Karte gezückt - das Display zeigt Aufladung für 2,48€, Restguthaben 22,52€. Kabel wegpacken, ab nach Hause. Schade, dass EnBW noch keine Android-App hat - für Apple gibt's schon eine App. Die Karte auf der Internet-Seite ist leider statisch und sagt auch nichts über die Verfügbarkeit der Säulen aus.

Nach 3 positiven Test-Tagen in der Region Stuttgart wurde es Zeit für die Bewährungsprobe auf der Langstrecke. Ich weiß, dass der Smart ein Auto vorwiegend für die Ballungsräume ist, erst recht in der ED-Version mit dem nicht allzu großen Akku. Mir ging es vor allem um den Test der Infrastruktur unterwegs und setze für später auf ein Fahrzeug mit mehr Kapazität. Nichtsdestotrotz hat "mein" Smart ED durchaus Langstreckenqualität: ausgerüstet mit Touchscreen-Navi, Tempomat und Mittelarmlehne. Auch die Sitze sind voll bequem - und jede Stunde geht man sich eh die Beine vertreten ;-) Mit dem optionalen ED Designpaket mit metallicgrüner Tridion-Zelle und weißen Panels sieht der Wagen richtig schick aus und fällt dank großem "Electric Drive" Schriftzug auf den Türen auch gut auf.

Die typische Reichweitenangst eines neuen Elektroautofahrers hat mich kurzfristig eine kurze Zwischenladung in Karlsruhe-Durlach vorsehen lassen, weil die 1. Etappe trotz diagonaler Abkürzung von Pforzheim über Bretten nach Bruchsal die längste gewesen wäre. In Leonberg bin ich auf die A8 drauf und langsam den LKWs hinterhergezuckelt. Ansonsten ist meine übliche Reisegeschwindigkeit 130 km/h, was ja auch schon nicht besonders schnell ist. Ab Pforzheim kleiner Stau, also runter auf die parallele B10. Dort war ebenfalls dichter Verkehr. In Durlach hatte ich noch über 50% SOC, so dass ich doch ohne Zwischenladung auf die A5 drauf bin und weiter den LKWs gefolgt bin. In Hockenheim kam ich nach einer Fahrt von 110km mit einer Restreichweite von 50km und ca. 28% SOC an. Dabei beträgt die offiziell angebene Reichweite nur 145km. Boah, Wahnsinn! Des Rätsels Lösung: Das Zwischenziel liegt mit 150m über NN 300m tiefer als der Startort. Aber ich habe es auch schon vor 2 Jahren geschafft, 6 Tage lang einen S600 Zwölfzylinder nach und in Frankreich mit einem Durchschnitt von unter 12L/100km und somit unter dem Normverbrauch zu fahren.

In Hockenheim konnte ich gratis Laden. Auch wenn ich kein gebürtiger Schwabe bin, so freut es mich dennoch. Die Ladezeit auf 100% verging wie im Fluge, während ich bei facebook meine ersten Erfahrungen gepostet habe. Das ursprünglich geplante Schwimmen im Aquadrom habe ich auf die Rückreise am Sonntag verschoben. Nach der positiven Reichweiten-Erfahrung traute ich mich bei der folgenden Etappe nach Bad Kreuznach schon etwas mehr und bin zumeist 100km/h gefahren und habe dabei einige LKWs überholt. An mir vorbei zog mit 130-140 km/h ein Opel Ampera mit holländischem Kennzeichen - leichter Neid kam auf. Kurz vorm Ziel kam mir auf der Landstraße ein Nissan Leaf entgegen. An meinem Zwischenziel RWE-Verwaltung in Bad Kreuznach stand ein Mitsubishi i-MiEV, beim VW-Händler nebenan war groß Werbung mit 3 neuen e-Up! vorm Schaufenster und einem weiteren e-up! als E-Taxi hinterm Haus beim Laden. Wer die Augen aufmacht, sieht die Elektromobilität nun wirklich stärker kommen als jemals zuvor. Hier nun also Premiere für die Kombination BEW/RWE. Ankunft nach 100km mit 39km Reichweite bzw. 27% Batterie-Inhalt. Nach dem Einstecken des Kabels Auto- und Ladesäulen-seitig habe ich die Säule in der RWE-App ausgewählt und nach mehreren Klicks den Ladevorgang starten wollen. Fehlermeldung "Säule belegt". Ähm, wie jetzt? Also noch mal ausgestöpselt, in der App bis zum vorletzten Schritt geklickt, Kabel wieder rein und Laden erneut beauftragt. Bingo! Wahrscheinlich sind nur wenige Sekunden Abstand zwischen Einstöpseln und Ladestart zulässig. Während der Smart ED frische Energie zog, wollte ich es ihm gleichtun und besuchte die Bäcker-Cafeteria im Baumarkt nebenan. Noch bevor ich meine Cola ausgetrunken hatte, war die Ladung beendet - allerdings nur auf 95%. Ist okay, reicht für den nächsten Abschnitt.

Nach weiteren 90km mit "flotten" 100km/h kam ich in Plaidt (bei Koblenz) an. So langsam traue ich mich an die Reichweiten dran: Bei Ankunft waren es noch 30 km bzw. 22% SOC. Die parallel existierenden Straßennamen "Rauscherstraße", "Rauschermühlenstraße" und "Rauschermühle" führten zu Irritationen meinerseits. Prompt hatte ich die falsche Adresse ins Navi eingegeben. Zum Glück ist das Smartphone helfend zur Hand. Außerhalb des Ortes steht wieder ein RWE-Verwaltungsgebäude mit Ladesäule. Auch dieser Ladehalt auf wieder nur 95% verging dank facebook&Co sowie kleinem Spaziergang gefühlt total schnell. Außerdem steht hier das "Vulkanpark Infozentrum Plaidt/Saffig" sowie im Sommer ein Freibad zum Überbrücken der Zeit parat.

Die letzte Etappe des Tages nach Zülpich hatte nur noch 80km, davon knapp die Hälfte abseits der Autobahn. Also konnte ich es bis zur Abfahrt mit 110 km/h "laufen lassen". Im Kreis Euskirchen sind an fast jedem Ortsein- und Ausgang Verkehrsinseln mit starken Verschwenkungen der Fahrbahn. Bei einem größeren Auto muss man dort selbst mit angepasster Geschwindigkeit stark lenken, während man mit dem schmalen Smart fast gerade durchfährt. Das sorgte zum Ende der Fahrt nochmals für ein breites Grinsen! Dann die Ankunft am Ziel nach 380km und 8,5h Fahrzeit, die mir gar nicht so lange vorkamen. Aufladen konnte ich an der Garage bei meinem Bruder. Leider passte das Ladekabel nicht durch das gekippte Garagenfenster, so dass wir ein Verlängerungskabel nach draußen gelegt haben. Den Ziegelstein sowie den Steckkontakt haben wir vorausschauend unter dem Auto verstaut. In der Nacht hat es dann tatsächlich geregnet. Außer Wasser kam auch Saharastaub runter, so dass das Auto am nächsten Morgen nicht mehr ganz so sauber aussah.

Am Samstag stand ein Besuch bei Freunden sowie eine Geburtstagsfeier auf dem Programm. Natürlich wollten einige Personen mal mitfahren bzw. selber fahren. Bei der Rückkehr nach etwa 90km waren nur noch rund 20% von ursprünglich 100% SOC vorhanden. Nach der Vollladung in der Nacht auf Sonntag habe ich dann meinen Bruder probefahren lassen.

Auf der Rückfahrt habe ich dieselben Orte für die Zwischenladung angesteuert und fasse mich daher etwas kürzer: In Plaidt wusste ich ja jetzt Bescheid, wo ich hin muss. Danach wurde ich beim Fahren immer mutiger und setzte den Tempomat auf 110 km/h. In Bad Kreuznach sollte es zur Abwechslung eine Ladesäule in der City sein. Dort war wegen verkaufsoffenem Sonntag richtig was los. Trotzdem waren die E-Auto-Parkplätze wie auch bei keinem meiner weiteren Halte unerlaubt von Verbrennungsfahrzeugen belegt. Hab wohl Glück gehabt. Andererseits würde ich mich auch trauen, am Auto wartend in 2. Reihe oder auf dem Bürgersteig zu stehen, wenn es den Verkehr nicht behindert. Soll die Polizei doch bitte erstmal den Falschparker abschleppen lassen. Jedenfalls kam kurz vor dem Ziel die Meldung "HV-Batterie Reserve". Nach Ankunft mit 19% SOC bzw. 23km Restreichweite habe ich mir draußen einen Döner gegönnt. Ich hatte noch nicht bezahlt und der Akku war mit erneut 95% schon wieder fast voll! In Hockenheim bin ich dann ins Aquadrom. Leider verkaufen die nur Tagestickets für 8,50€ pro Erw., keine Stundentickets. Hier habe ich mit Schwimmen, Warmbaden und anschließender Dusche deutlich länger als mein Smart ED gebraucht.

Für meine letzte Etappe bin ich fast übermütig geworden und habe erneut auf das Zwischenladen in Karlsruhe verzichtet, obwohl mein Ziel 300m höher liegt. Also in Bruchsal von der A5 runter und in Pforzheim wieder auf die A8 drauf. Alles so sparsam wie möglich gefahren. Bei der Ankunft in Sindelfingen waren nur noch 9% bzw. 16km im Akku. Eigentlich hätte ich es sogar noch geradeso die letzten 10km nach Hause schaffen können, aber ein Bekannter wollte auch noch eine Runde mitfahren. Daher habe ich eine 1/2-stündige Zwischenlandung im Daimler-Parkhaus vorgenommen. Analog Porsche stehen diese Ladesäulen auf dem Werksgelände und sind nicht öffentlich. Ich darf hier aber laden und mich mit der zum Fahrzeug gehörenden RFID-Karte identifizieren. Die Stromkosten werden später direkt vom Girokonto abgebucht werden. Apropos: Vereinfacht gesagt kostet eine Aufladung des Smart ED von 20% SOC Startwert immer ca. 5,- €. Die Abrechnungsmethode nach kWh oder Zeit spielt hier keine wesentliche Rolle. Und während die kWh zuhause billiger ist, ist das Laden mit 230V vermutlich weniger effizient und somit unterm Strich gleich teuer.

Mein Fazit: Der Test hat meine Anforderungen an die Elektromobilität voll erfüllt. Mein nächstes Auto im März 2015 wird definitiv ein elektrisches werden. Den Fahrzeugtyp entscheide ich kurz vor Weihnachten: Smart ED oder Renault Zoe oder falls in Deutschland bis dahin verfügbar B-Klasse ED. Für längere Strecken - erst recht im Winter (!) - würde ich bevorzugt die Bahn nehmen oder mal ein Verbrenner-Kfz ausleihen.

Leider muss ich den Smart ED in wenigen Stunden wieder abgeben. Frisch gewaschen und gesaugt ist er schon. Der Wagen hat jetzt über 2.100km auf dem Tacho, davon bin ich also etwa 1.000km in nur 1 Woche gefahren.

Viele Grüße
Michael

Edit 09.04.2014: Rechtschreib- und Satzbaufehler hinzugefügt, äh beseitigt. War schon spät gesterrn.
Zuletzt geändert von Michael70 am Di 8. Apr 2014, 09:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Smart ED im Praxistest für 1 Woche

Beitragvon Jogi » Di 8. Apr 2014, 00:19

Reschbeggd! :applaus:

Und zwar in mehrerlei Hinsicht.
Erstens für die Fleißarbeit, zweitens die Offenheit, und nicht zuletzt für den Mut.
Wenn früher alles besser war,
hätte man's ja auch so lassen können.
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Re: Smart ED im Praxistest für 1 Woche

Beitragvon Michael70 » Di 8. Apr 2014, 00:32

Vielen Dank fürs Lob, Jogi.
Künftige Beiträge werden mit Sicherheit wesentlich kürzer ausfallen. Bin eh mehr der Leser als der Schreiber.
Offenheit und Mut mögen mir allerdings nie abhanden kommen.
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Re: Smart ED im Praxistest für 1 Woche

Beitragvon The Wall » Di 8. Apr 2014, 06:21

Wirklich ein toller Bericht, der Mut macht :danke:
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Re: Smart ED im Praxistest für 1 Woche

Beitragvon Spürmeise » Di 8. Apr 2014, 07:14

Michael70 hat geschrieben:
Den Begriff "Stinker", den viele hier gerne verwenden, höre ich nicht so gerne und trifft nur auf alte Fahrzeuge zu. Mein Auto erfüllt die Abgasnorm EU6, und das emittierte CO2 riecht nach nix.

Dann ist ja alles bestens. Ich kenne mehrere Chemiker und Ings die scheinbar gar nichts riechen. Scheint ein Berufsleiden zu sein. Ich kann den Gestank nicht ausstehen, vor allem beim Anlassen.
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Re: Smart ED im Praxistest für 1 Woche

Beitragvon eDEVIL » Di 8. Apr 2014, 07:32

Schöner Bericht Michael :D

Man merkt auch gleich: die 22KW AC-Ladung ist Gold wert. Da kann dann der kleine Smart aktuell deutlich mehr Nutzwert haben als z.B. der i3. 1000km in einer Woche werde ich mit meine Leaf so schnell nicht fahren -Chademo-Ladewüste Deutschland :cry:
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Re: Smart ED im Praxistest für 1 Woche

Beitragvon molab » Di 8. Apr 2014, 08:49

Schöner Bericht, danke! Aber das hier
Michael70 hat geschrieben:
Dann die Ankunft am Ziel nach 380km und 8,5h Fahrzeit, die mir gar nicht so lange vorkamen.
ist nüchtern betrachtet Wahnsinn ;)
Zumindest, wenn man einfach ankommen will und nicht gerade wie Du seine Freizeit für ein Experiment opfert. Deshalb fahre ich solche Strecken noch immer entweder mit dem Verbrenner in 3-4 Stunden oder (gerade die Strecke, bin aus K und habe ab und an in/um S zu tun) mit dem Zug in 2 Stunden (nutzbarer Zeit) zum Hbf und dann max 30min weiter per Car2Go, einschließlich Finden/Anmieten.
Plug-In Hybride kommen für Dich nicht in Frage? Ich finde, dass Volvo mit dem V60 was sehr nettes zusammengestellt hat und andere Hersteller scheinen ja in eine ähnliche Richtung zu gehen, was man so in der Presse liest.
BildSmart ED3 Cabrio, Rekupaddel, SHZ, TFL, etc.; Lader: RTP Bettermann + HausBus
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Re: Smart ED im Praxistest für 1 Woche

Beitragvon Michael70 » Di 8. Apr 2014, 09:40

eDEVIL hat geschrieben:
Man merkt auch gleich: die 22KW AC-Ladung ist Gold wert.

Hallo eDEVIL, momentan ist AC-Ladung mit 1.000en Ladesäulen in Deutschland deutlich führend. Wenn ich in 11 Monaten ein eigenes E-Auto haben werde, kann die Situation schon anders aussehen. CCS wird wahrscheinlich mächtig aufholen. Die Zukunft von Chademo ist eher ungewiss - vom massiven Ausbau in Kombisäulen bis hin zur Einstellung in Europa scheint alles möglich.

molab hat geschrieben:
Plug-In Hybride kommen für Dich nicht in Frage?

Hallo molab, nein, das will ich nicht. Entweder ganz oder gar nicht. Ich mag nicht die doppelte Technik durch die Gegend fahren. Von meinen 12.000km/Jahr bräuchte ich den Verbrennungsmotor max. 2.000km zur Unterstützung. Das steht in keinem Verhältnis zum technischen Aufwand. Dann lieber im konkreten Bedarfsfall einen reinen Verbrenner mieten, Bahn fahren oder fliegen. Wie Du schon sagst, die Reisezeiten sind mit dem Smart ED inakzeptabel. Habe mir dafür am Freitag extra einen Gleittag zum Überstundenabbau nehemn müssen. Wenn schon Hybrid, dann keinen V60 vom Wettbewerber, sondern den für nächstes Jahr angekündigten C350 Plugin-Hybrid (2L-4Zyl.-Benziner mit 155kW plus E-Motor 50KW). Ist aber für mein Fahrprofil völlig übermotorisiert und auch zu teuer.

Viele Grüße
Michael
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Re: Smart ED im Praxistest für 1 Woche

Beitragvon rollo.martins » Di 8. Apr 2014, 09:47

Danke für den Bericht!

Da spricht jemand, der auch etwas stolz ist auf den Wagen aus seiner Bude. Ganz zu Recht, finde ich. Ich hatte eigentlich ein Auto mit sehr viel mehr Kinderkrankheiten erwartet. Nichts dergleichen. Der läuft und läuft und läuft. Sehr rund. Bisher keinerlei Probleme.

Und der Fahrspass ist wirklich toll.

Das mit den Ladestellen scheint sich tatsächlich langsam zu entwickeln. Es gibt aber noch viel zu lernen, gerade von Seiten der Betreiber der Ladestellen. Angefangen beim Parkverbot für Verbrenner auf den Parkplätzen, dann bitte immer gleich zwei installieren, und die ewigen Probleme mit der Zuverlässigkeit, die unvollständigen Verzeichnisse, etc etc. Aber es geht vorwärts, vor allem habe ich sehr viel Goodwill gespürt bei den Betreibern, wenn man Fehler meldet.
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Re: Smart ED im Praxistest für 1 Woche

Beitragvon Hasi16 » Di 8. Apr 2014, 10:29

eDEVIL hat geschrieben:
Schöner Bericht Michael :D

Man merkt auch gleich: die 22KW AC-Ladung ist Gold wert. Da kann dann der kleine Smart aktuell deutlich mehr Nutzwert haben als z.B. der i3. 1000km in einer Woche werde ich mit meine Leaf so schnell nicht fahren -Chademo-Ladewüste Deutschland :cry:

Jetzt müsste man den i3 Rex fairerweise wenigstens erwähnen, gell?
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