Was macht den Zoe Schnelladefähig?

Chamäleon Lader und Ladeboxen - Themen, die das Laden des Renault ZOE betreffen

Re: Was macht den Zoe Schnelladefähig?

Beitragvon Robert » Mi 15. Okt 2014, 20:52

He, he, he :lol: Kriechstromladung. Ist per sofort in meinen Wortschatz aufgenommen und findet einen würdigen Platz neben dem Schnarchlader.
Wie viel Spass macht dein Auto ?
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Re: Was macht den Zoe Schnelladefähig?

Beitragvon Cavaron » Mi 15. Okt 2014, 23:02

Umberto hat es treffend zusammen gefasst. Akkus wollen immer DC, aus der Steckdose kommt aber AC. Autos mit AC-Motor haben einen Inverter eingebaut, der den DC Strom aus den Akkus in AC Strom für den Motor umwandelt und beim Rekuperieren umgekehrt AC-Strom vom Motor zu DC-Ladestrom für die Akkus macht. Zoe schickt den AC-Strom aus der Steckdose quasi ebenfalls durch diesen Inverter. Prinzipiell eine geniale Methode, da vom Motor je nach Rekuperationsleistung auch unterschiedlich viel Strom fließt, ganz so wie bei den verschieden ausgelegten Hausanschlüssen. Auch schnell wechselndes Stromangebot von Photovoltaikanlage ist kein Problem. Natürlich erfordert das zusätzlichen Gleichstromschutz in Ladeadaptern oder Hausanschlüssen (wie bei PV-Anlagen auch).

Die andere Seite wäre ein geschlossenes DC-System. Bei einem DC-Motor fallen weniger Umwandlungsverluste vom Akku zum Motor sowie umgekehrt an und man spart sich quasi den Inverter (Kosten, Gewicht). Wären DC-Schnelllader flächendeckend vorhanden, bräuchte man quasi keine Ladeelektronik im Auto, womit dies wahrscheinlich das bessere System wäre... in einer perfekten Welt ohne Explosionsmotoren...
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Re: Was macht den Zoe Schnelladefähig?

Beitragvon wp-qwertz » Do 16. Okt 2014, 19:46

ich danke euch für eure Mühe.
Hat geholfen :D
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Re: Was macht den Zoe Schnelladefähig?

Beitragvon Vanellus » Do 16. Okt 2014, 21:08

Ich versuche noch mal anders herum:
Alle Akkus benötigen Gleichstrom. In unserem gesamten Stromnetz ist aber Drehstrom (=Wechselstrom). Überall. Irgendwo muss also der Drehstrom in Gleichstrom umgewandelt werden, mit einem Gleichrichter (schwer und teuer). Logisch ist, wenn dies in der Ladesäule passiert, dann spart man sich den schweren und teuren Gleichrichter im Auto. Spart Geld und Gewicht. So haben sich das VW, Nissan und BMW gedacht. Sie bevorzugen Gleichstrom. Renault bevorzugt Drehstrom und vermeidet den teuren und schweren Gleichrichter indem man ein Bauteil im Motor mitbenutzt für die Gleichrichtung. Spart auch Geld und Gewicht. Schnellladung geht also bei VW, BMW, Nissan (Gleichstrom) und Renault Zoe (Drehstrom). Tesla sowieso.

Und jetzt kommt der Haken: Gleichstromladesäulen kosten 25.000 bis 40.000 Euro! Niemand baut sich so nebenbei freiwillig eine hin. Das führt dazu, dass es nur 71 CCS (VW + BMW) + 73 Chademo (Nissan Leaf) in D davon gibt http://www.goingelectric.de/stromtankstellen/statistik/
Das ist leider sehr wenig. Ein Teil davon gibt 50 kW ab, andere nur 20 kW. Nur an den 50 kW-Gleichstrom-Säulen können Gleichstromlader (BMW, VW, Nissan) wirklich schnell laden.
Drehstromladesäulen kosten von unter 1.000 € bis ca. 3.000 €. Das führt dazu, dass über 5000 davon in D herum stehen, davon über 3600 mit 22 kW, an denen die Zoe tatsächlich mit 22 kW laden kann, d.h. in einer Stunde wieder voll.

BMW und VW und Nissan können auch mit Drehstrom laden, aber nur als Notlösung mit 3,7 kW (1 Phase mit 16 A). "Schnellladung" mit Drehstrom beim BMW i3 heißt, gegen Aufpreis (um die 1500 €) einphasig bis zu 7,4 kW laden zu können, nämlich an einer Phase einer 22 kW-Säule (1/3 von 22 kW).
Zur Schnellladung: 3600 AC Lader mit 22 kW (bislang können leider nur Zoe, Tesla - beide serienmäßig - und Smart mit Extra-Lader daran auch 22 kW laden) gegen 71 + 73 Gleichstromlader (untereinander nicht kompatibel). Ich befürchte, die Lücke wird sich so schnell nicht schließen und zwar wegen der enormen Preisunterschiede der Säulen. Es ist ein Jammer, dass man diesen guten Autos (BMW, VW, Nissan) lademäßig so verhungern lässt.
Es sei denn, man verlässt nie den Umkreis der heimischen Lademöglichkeit. Dann hat diese Probleme nicht. Man braucht aber noch einen Verbrenner.
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Re: Was macht den Zoe Schnelladefähig?

Beitragvon Cavaron » Fr 17. Okt 2014, 06:59

Naja, 25.000-40.000 Euro ist vielleicht übertrieben bzw. nur in der Anfangsphase. BMW hat bereits eine Gleichstromsäule für unter 6500 $ in der Mache:
http://insideevs.com/bmw-launches-new-low-cost-dc-fast-chargers-6458/

Ist dann allerdings auch nur 22 kW DC. An vielen Häusern hängt eh schon ne 22 kW AC-Dose und auch 43 kW ist nicht unmöglich. Also wird AC von den Kosten und der Bequemlichkeit her erst mal lange die Nase vorne haben. Andererseits liefern Solaranlagen von Hause aus DC, haben also auch schon viele daheim. Allerdings kommen selbst große Dächer kaum über 10 kW Leistung... tagsüber... bei Sonnenschein.
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Re: Was macht den Zoe Schnelladefähig?

Beitragvon jo911 » Fr 17. Okt 2014, 09:45

:lol: :lol: :lol: bei VW ist alles über 4kW: SCHNELLLADUNG (bei BMW alles über 7,4kW)
So gesehen sind 20kW DC ULTRASCHNELLLADUNG für diese Konzerne.
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: Günter
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Re: AW: Was macht den Zoe Schnelladefähig?

Beitragvon Karlsson » Fr 17. Okt 2014, 10:08

wp-qwertz hat geschrieben:
ohne Ä, ich weiß :D
also ist es das ChamÄleon, das von Röno patentiert und eingebaut ist, was den Zoe schnellladefähig macht, wenn ich es richtig verstanden habe.

Hat Renault das Patent oder ist Continental der Inhaber und gibt Renault das exklusive Nutzungsrecht? Den Antrieb kauft Renault ja nur zu.
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Re: AW: Was macht den Zoe Schnelladefähig?

Beitragvon Karlsson » Fr 17. Okt 2014, 10:20

wp-qwertz hat geschrieben:
Was ist es denn dann beim z.B. i3? Hier kann man wohl auch eine Schnellladeoption mitbestellen?!

Eine CCS Ladung per Gleichstrom. Das ist eigentlich nicht viel mehr als ein Anschluss an den Akku und ein bisschen Kommunikation mit dem Batteriemanagement, aber der eigentliche Lader sitzt bei Gleichstromladung in der Säule und nicht im Auto. Dadurch wird die Säule deutlich teurer und deswegen sind die extrem selten im Vergleich zu Wechselstrom Säulen mit Typ 2.

Bei Ladung mit Wechselstrom wird der Akku genauso mit Gleichstrom geladen. Bloß dass die Umwandlung von Wechsel- auf Gleichstrom im Auto passiert.

Da Zoe hier als einziges Fahrzeug den ohnehin vorhandenen Motorumrichter dazu nutzt, ist Zoe mit bis zu 43kW Ladeleistung ERHEBLICH leistungsfähiger als der komplette Rest. Und das ohne einen zusätzlichen teuren und schweren Lader.
Die meisten anderen können an Wechselstrom daher nur sehr langsam laden.
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Re: Was macht den Zoe Schnelladefähig?

Beitragvon wp-qwertz » Fr 17. Okt 2014, 12:11

super weitere Erklärungen. Ich danke wiedermals :D
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Re: Was macht den Zoe Schnelladefähig?

Beitragvon AbRiNgOi » Fr 17. Okt 2014, 12:36

Cavaron hat geschrieben:
.... Andererseits liefern Solaranlagen von Hause aus DC, haben also auch schon viele daheim...


Leider ist es halt genauso wie AC nicht gleich AC, (Amerika 110V..) das DC nicht gleich DC ist. Ich kann auch nicht jede Batterie in meine Taschenlampe stecken... Bei AC ist es noch recht einfach "um zu spannen" mittels eines Trafos. Bei DC ist das sehr schwierig. Man beachte hier die Möglichkeit unserer ZOE von der Hochvoltbatterie in die Startebatterie zu wandeln, hier wird ein DC/DC Wandler gebraucht. Wenn wir nun DC von der PV in die Batterie laden wollen benötigen wir einen DC/DC Wandler, der ist genauso teuer wie ein Ladegerät. Daher wird eigentlich immer von DC nach AC gewandelt und dann erst wieder nach DC.
:klugs:
Zu erwähnen wäre aber noch, dass es sich bei dem AC/DC Wandler, also dem Ladegerät, nicht einfach um einen Brückengleichrichter handelt, sonst hätten wir wieder irgend ein DC, in Falle 400V3P halt irgendetwas um 390V DC. Wenn wir das nun direkt mit unserer ZOE BAtterie verbinden würden, hätten wir den ersten ZOE Brandfall. Unkontrolliert würde Strom in die Batterie fließen. Um nun genau die Ladeleistung einzuregeln welche sowohl das Netz hergibt und die Batterie verträgt ist es notwendig eine DC Spannung her zu stellen, welche genau so viel höher als die momentane Batteriespannung liegt dass sich durch den Innenwiderstand des Wandlers und der Batterie genau der richtige Strom ergibt. Das ist der Grund, weshalb bei DC Ladestationen nie eine Spannung angegeben werden kann, diese hängt von der zu ladenden Batterie, der Ladeleistung und den beteiligten Innenwiderständen ab, der Rest ist Kirchhoff. :old:
Daher auch der hohe Preis, weil regelbare DC Spannung ist halt sehr schwer zu realisieren.
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