Wallbox (vs Mobilbox)

Chamäleon Lader und Ladeboxen - Themen, die das Laden des Renault ZOE betreffen

Re: Wallbox (vs Mobilbox)

Beitragvon AbRiNgOi » Mo 26. Sep 2016, 10:51

Ich kann mich EVDuck nur voll inhaltlich anschließen. Es gibt nur drei Möglichkeiten die ZOE sicher zu laden:

1.) Einphasig mit irgendeinem FI Schutzschalter
2.) Dreiphasig mit FI Typ B 30mA ohne weiterem FI in der Zuleitung
3.) Dreiphasig mit FI Typ A-EV, aber nur einem einzigem hinter einem FI Typ A. (Diese Einschränkung wird gerne übersehen)

Mich wundert die Aussage von NRGNick dass es Fahrzeuge gibt die den Gleichfehlerstrom von 6mA überschreiten, hier wird wohl über die ZOE gelästert, die macht das baer gar nicht. Tatsache ist, das die ZOE einen normalen Wechselstromfehler größer 6mA provoziert, das machen aber viele Geräte, von der Waschmaschine angefangen. Damit ist es unmöglich einen Typ B mit 6mA zu verwenden, weil dieser nicht zwischen AC und DC unterscheidet und daher bei 6mA Fehlerstrom ausschaltet. Daher ist der Typ A-EV erfunden worden, der 30mA Fehlerstrom zulässt aber bei einem Gleichstromfehler schon bei 6mA abschaltet., das sollten alle Mobilen Boxen können, um an unbekannten Drehstromsteckern laden zu können. (Egal ob die DOse ohne FI, mit Typ A oder Typ B abgesichert ist).

Und nun wage ich mich aufs dünne Eis: Wer hin und wieder sein Fahrzeug ohne Gleichstrom Fehlerüberwachung ladet macht nix falsch, weil der Fehler nicht plötzlich auftritt. Jemand der nicht alle 2 Monate seinen FI prüft braucht jetzt nicht mitreden sondern den Mund halten. ABER: Die Hauptladestelle benötigt eine Überwachung des Gleichstromfehler, um einen schleichenden Fehler zu erkennen. Daher zu Hause richtig machen, zum Beispiel den Drehstromstecker mit Typ B absichern (gegebenenfalls in der Hausinstallation austauschen oder einen eigenen Kreis daneben legen) und dann anstecken was auch immer für die Reise billig und gut erscheint zum Beispiel NRGNick.
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Re: Wallbox (vs Mobilbox)

Beitragvon 1fcb » Mo 26. Sep 2016, 14:38

@AbRiNgOi: also wenn ich Dich richtig verstehe, ist eine NRGKick hinter einem Fi-A nicht ausreichend, da die 6ma Gleichstromfehler-Auslösung im NRGKick nicht gegeben bzw deaktiviert ist. Ist das im Sinne Deiner Argumentation korrekt?
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Re: Wallbox (vs Mobilbox)

Beitragvon JoDa » Mo 26. Sep 2016, 14:50

@EVduck, @AbRiNgOi
Das Niederspannungsnetz mit 230V bzw. 400V ist prinzipiell nicht absolut sicher!
z.B. Zweipoliges Berühren mit den Händen, bei isolierendem Boden, hat eine hohe Mortalität. ;)

Es geht bei der Diskussion immer nur darum ob es Sinnvoll ist den "Schutzpegel" weiter anzuheben.
Das der Schutzpegel beim Laden eines Elektroautos aufgrund der Kommunikation (Mode 2,3 oder 4) zwischen Auto und Ladestation höher ist als beim Anschluss eines herkömmlichen elektrischen Verbrauchers ist wohl unbestritten.
Durch einen 30mA FI TypA ergibt sich eine weitere Anhebung des Schutzpegels. (Brandschutz und Schutz bei einpoligem Berühren.)
Durch einen 30mA FI TypB wird dieser Schutzpegel (Brandschutz und Schutz vor einpoligem Berühren) auf Gleichspannung ausgeweitet.
Durch einen FI TypB+ wird dieser Schutzpegel (Brandschutz und Schutz vor einpoligem Berühren) auf hochfrequente Wechselströme ausgeweitet. (Meiner Meinung nach hat die ZOE mit hochfrequenten Fehlerströmen größere Probleme als mit Gleichstromfehlerströmen.)
Durch herabsetzen des Auslösestroms eines FI auf 6mA Gleichstrom, ergibt sich ein Schutz vor "erblinden" (vorübergehende Verzögerung der Auslösung) eines vorgeschalteten FI (z.B. eines 10mA FI TypAC. Die üblicherweise verwendeten 30mA FI TypA werden meiner Meinung nach erst von über 30mA Gleichstrom beeinträchtigt.)

Wie gesagt, wurde das FI-Thema hier im Forum seit es die ZOE am Markt gibt bis zum Abwinken diskutiert.
Um die Diskussion zu beenden, hab ich den wiki-Artikel "Normgerechte Fehlerstromschutzorgane" geschrieben.
Mittlerweile werden Endkunden aber auch Online gut beraten: http://mobilityhouse.com/de/installatio ... stationen/
Oder auf http://www.ladesystemtechnik.de/ wird man sehr gut telefonisch Tel: +49 162 6555800 von Hr. Bettermann beraten.
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Re: Wallbox (vs Mobilbox)

Beitragvon EVduck » Mo 26. Sep 2016, 14:55

Meine Vermutung: Die 6mA Auslösung der NRGKick ist deswegen deaktiviert, weil es keine Gleichstromfehler erkennt sondern auch bei Wechselfehlerströmen auslöst. Hinter einem FI A kann dann ein Gleichfehlerstrom im schlechtesten Fall zum Erblinden des FI führen. ==> Nicht zulässig.
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Re: Wallbox (vs Mobilbox)

Beitragvon EVduck » Mo 26. Sep 2016, 15:12

@JoDa: Natürlich hast du recht. Nichts ist absolut sicher und das Leben endet ganz sicher tödlich. Aber, es erhöht das Risiko, wenn man sich nicht an die normgerechte Installation hält, nicht umgekehrt! Und das Ganze um ca. €300,- einzusparen? Wie gesagt, dann geht man doch am besten den Weg und spart sich das ganze 'Gedöns' und läd einphasig mit dem Notladekabel. Da spart man sich gleich noch das Geld für eine Wallbox.

Manchmal habe ich das Gefühl, die Ablehnung der deutschen Autofirmen gegen den Dreiphasenlader liegt in dieser Problematik begründet. Entgegen der vorherrschenden Meinung hier muss der nicht der Fahrzeughersteller einen FI-B fordern, sondern er muss zertifizieren, dass seine Ladelösung nicht mehr als 6mA Gleichfehlerstrom produzieren kann, damit der Zwang einen solchen zu installieren entfällt!
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Re: Wallbox (vs Mobilbox)

Beitragvon 1fcb » Mo 26. Sep 2016, 15:33

Also ganz ehrlich... bei so vielen Unsicherheiten ist es kein Wunder, dass nur eine kleine Menge Pioniere und Enthusiasten sich an die Elektromobilität wagen. Beim Tanken stecke ich den Benzin- oder Diesel-Stutzen rein und fertig. Hier blicke ich trotz meiner akademischen Ausbildung immer noch nicht, ob ich die Zoe mit einem NRGKick an einer FI-A gesicherten 32A Dose (ohne weiteren Verbraucher an dieser 32A Leitung) definitiv gefahrlos betreiben kann oder nicht, da die 6mA Auslösung deaktiviert wurde.

Mich erinnert die Diskussion an die allerersten Gehversuche mit Telefonen oder Fernsehern. Niemand wusste nichts genaues nicht.
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Re: Wallbox (vs Mobilbox)

Beitragvon EVduck » Mo 26. Sep 2016, 15:42

1fcb hat geschrieben:
Hier blicke ich trotz meiner akademischen Ausbildung immer noch nicht, ob ich die Zoe mit einem NRGKick an einer FI-A gesicherten 32A Dose (ohne weiteren Verbraucher an dieser 32A Leitung) definitiv gefahrlos betreiben kann oder nicht, da die 6mA Auslösung deaktiviert wurde.

Ist ganz einfach: Oder nicht. Schau dir noch mal das von AbRiNgOi geschriebene an, und geh es Schritt für Schritt an deinem eigenen Beispiel durch, dann siehst du was nicht zutrifft und kannst die Frage selbst beantworten. Und einen akademischen Hintergrund braucht man dafür nicht. Eine elektrotechnische Ausbildung reicht. :mrgreen:
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Re: Wallbox (vs Mobilbox)

Beitragvon cpeter » Mo 26. Sep 2016, 15:59

1fcb hat geschrieben:
Hier blicke ich trotz meiner akademischen Ausbildung immer noch nicht, ob ich die Zoe mit einem NRGKick an einer FI-A gesicherten 32A Dose (ohne weiteren Verbraucher an dieser 32A Leitung) definitiv gefahrlos betreiben kann oder nicht, da die 6mA Auslösung deaktiviert wurde.

Mein Verständnis bisher: im Zweifel FI Typ B bei dreiphasigem Laden (aber ja, FI-B kostet mehr als FI-A EV).
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Re: Wallbox (vs Mobilbox)

Beitragvon cpeter » Mo 26. Sep 2016, 16:09

EVduck hat geschrieben:
Eine elektrotechnische Ausbildung reicht. :mrgreen:

Trotzdem hat mich mein zertifizierter Elektriker gefragt, ob ich für die Installation, die sowohl für einen Nissan Leaf (einphasig, Typ 1) als auch später für ein Tesla Model 3 (dreiphasig, Typ 2) passen soll die Leitung in die Garage lieber mit FI-A oder mit FI-B abgesichert haben möchte. Seine Aussage: das hängt von der Wallbox und vom BEV ab.
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Re: Wallbox (vs Mobilbox)

Beitragvon AbRiNgOi » Mo 26. Sep 2016, 16:10

1fcb hat geschrieben:
@AbRiNgOi: also wenn ich Dich richtig verstehe, ist eine NRGKick hinter einem Fi-A nicht ausreichend, da die 6ma Gleichstromfehler-Auslösung im NRGKick nicht gegeben bzw deaktiviert ist. Ist das im Sinne Deiner Argumentation korrekt?


Ich habe kein Urteil über NRGKick gesprochen, ich habe keine Ahnung was der prüft oder was nicht. Aber wenn Du an Deiner Hauptladestelle auf die Überwachung des Gleichfehlerstromes verzichtest, finde ich das Fahrlässig. Es hin und wieder unterwegs anders zu machen, ist wie den FI Schutzschalter nicht alle 2 Monate zu prüfen. Das mache ich immer nur alle halben Jahre bei der Zeitumstellung, sicher nicht alle zwei Monate.
Ich stecke meine ZOE unterwegs so an wie es gerade funktioniert, zu Hause aber prüft mein FI Typ B die ZOE wieder vollständig ab.
Wenn Du Dir also nicht sicher bist, ob der NRGKick den Gleichfehlerstrom richtig prüft, würde ich an der Hauptladestelle meiner ZOE eine Installation des FI TYP B hinsetzen. Wenn der fliegt kommt die ZOE in die Werkstätte, wenn nicht fahre ich damit wochenlang auf Urlaub ohne weitere Bedenken und ohne FI Checks unterwegs. Meine Meinung. Aber jeder darf seine eigene haben. Wenn Du als Hauptladestelle eine eine öffentliche Typ 2 Dose verwendest ist das genauso ok, weil die alle der Norm entsprechen. Einziges Problem: Deine Hauptladestelle ist eine öffentliche CEErot... Dann habe ich keine Lösung.
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