Normale Steckdose als dauerhafte Ladestrategie?

Chamäleon Lader und Ladeboxen - Themen, die das Laden des Renault ZOE betreffen

Normale Steckdose als dauerhafte Ladestrategie?

Beitragvon Outlaw » Fr 5. Jun 2015, 23:48

Ich überlege derzeit ernsthaft eine ZOE zu kaufen - war von der Probefahrt begeistert - doch ich suche noch eine dauerhafte Ladelösung für das Pendeln zur Arbeit.

Meine Garage ist nicht direkt am Haus und das Verlegen eines Starkstromanschlusses wäre mit erheblichem Aufwand verbunden. Die Garage hat aber eine "normale" (Deutschland) Steckdose, an der ich normalerweise harmlose Dinge wie den Rasenmäher anschließe. Die Leitung bis zum Knotenpunkt im Haus ist recht lang und hat keine eigene Sicherung, bzw. teilt sich die Sicherung mit der Heizung (die ich Nachts in 99% der Fälle aus habe).

Ein Händler hat mir prompt gesagt, dass das Aufladen mit dem mitgelieferten Kabel kein Problem wäre und die Ladung etwas mehr als 10 Stunden dauert. (Wenn es 12 Stunden dauern würde, wäre es für mich auch kein Problem.)

Die Frage ist nur, ob das nächtliche Laden über eine normale Steckdose eine dauerhafte Lösung ist oder ob dann dauerhaft das Leitungskabel durchschmort oder sonstwas. Ich wäre auch bereit einen Elektriker kommen zu lassen, der sich die Dose und das dahinterliegende Kabel ansieht. Bin mir aber nicht sicher, ob das einen wirklichen Erkenntnisgewinn bringt.

Es wäre wirklich lieb Rückmeldung von Leuten zu bekommen, die diese Lösung des Aufladens wirklich des öfteren praktizieren.
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Beitragvon Barthwo » Sa 6. Jun 2015, 00:12

Warum nicht?

Heutzutage sind oft 1,5mm Kabel verlegt. Ist das ordentlich gemacht, so halten die 10 A Ladestrom dauerhaft aus.

Besser wäre sicher, wenn ein 2,5 mm Kabel liegt. Dann könnte man bis 16 A gehen.
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Re: Normale Steckdose als dauerhafte Ladestrategie?

Beitragvon Karlsson » Sa 6. Jun 2015, 00:17

Das Renault Notladekabel zieht an einer normalen Schuko nur 10Ampere, um sicher zu gehen.
Bei leerem Akku braucht der 210er damit um die 16 Stunden (gerade ausprobiert) und 30% des Stromes werden zu Wärme.
Das ist keine Option auf Dauer, zu ineffizient und langsam.
Der 240er soll aber bei so langsamer Ladung Effizienter sein. Hat aber noch keiner aus der Praxis bestätigt.
Wenn hinreichend effizient vielleicht eine Option.

Mit der speziellen Renault Schuko zieht das Kabel 14A. Das soll dann "nur" 9 Stunden beim 210er dauern und Verluste "nur" noch 16-17%. Vielleicht eine Option (bei 3 Phasen dagegen wohl teils unter 5% Verluste - also schon deutlich besser).

Aber eine "Starkstromleitung" brauchst Du sonst auch nicht.
Wenn das Kabel zur Garage zumindest 2,5mm^2 hat, könntest Du da auch gut eine CEE blau installieren und 16A dauerhaft ziehen. Soll ca 13% pro Stunde laden.

Bei 1,5mm^2 Kabel nach VDE nur 15A. Da würde sich das Renault Kabel mit der 14A Schuko zb anbieten ohne ein dickeres Kabel ziehen zu müssen.

Infos, wie effizient der neue Motor dann bei so geringen Ladegschwindigkeiten wirklich ist, fehlen leider noch.
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Re: Normale Steckdose als dauerhafte Ladestrategie?

Beitragvon graefe » Sa 6. Jun 2015, 01:13

Karlsson hat geschrieben:
Bei leerem Akku braucht der 210er damit um die 16 Stunden (gerade ausprobiert) und 30% des Stromes werden zu Wärme.


Aha. An welcher Stelle soll die Wärme entstehen? Quelle?

Danke
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Re: Normale Steckdose als dauerhafte Ladestrategie?

Beitragvon streetfighter » Sa 6. Jun 2015, 05:52

Über Schuko laden würde ich mir nicht antun. Ich hatte das die Tage als Notlösung im Hotel gemacht und es war nicht sehr effektiv. Von 33% auf 99% hat es über 13 Stunden gedauert. Zudem hat der Stromzähler 25 kWh angezeigt.
Dann lieber irgendwo öffentlich laden.

Gruß
Andy
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Re: Normale Steckdose als dauerhafte Ladestrategie?

Beitragvon rolandk » Sa 6. Jun 2015, 07:09

Outlaw hat geschrieben:
Die Leitung bis zum Knotenpunkt im Haus ist recht lang und hat keine eigene Sicherung, bzw. teilt sich die Sicherung mit der Heizung (die ich Nachts in 99% der Fälle aus habe).

...

Die Frage ist nur, ob das nächtliche Laden über eine normale Steckdose eine dauerhafte Lösung ist oder ob dann dauerhaft das Leitungskabel durchschmort oder sonstwas. Ich wäre auch bereit einen Elektriker kommen zu lassen, der sich die Dose und das dahinterliegende Kabel ansieht. Bin mir aber nicht sicher, ob das einen wirklichen Erkenntnisgewinn bringt.


Warum sollte der Elektriker kommen, wenn der Einbau einer 5-poligen Leitung so aufwändig wäre? Oder wäre es doch eine Option?

Ich würde es mir wirklich überlegen, das als Dauerlösung zu nehmen. Du nennst eigentlich schon mehrere Dinge die meiner Meinung nach nicht so prickelnd sind: Lange Leitung, keine Sicherung (wobei sich das sicher einfach lösen lassen könnte). Die anderen Argumente die dagegen sprechen hast Du ja bereits gelesen.

Aber hast Du mal darüber nachgedacht, was passiert, wenn die Ladung z.B. nach einer halben Stunde ausfällt (Gründe erst mal außen vor gelassen)?

Da wirst Du mit dem Wagen nicht mehr weit kommen. Gut, das kann dir bei einer 3x16A/32A auch passieren. Aber da hättest Du immerhin noch die Chance die Ladung erneut anzustossen mit dem evtl. Erfolg, soviel Energie im Fahrzeug zu haben, um zum nächsten Ladepunkt zu kommen.
Das dürfte bei Schukoadung erst mal nicht reichen.

Letztlich mußt Du das selbst entscheiden.

Leider hast Du nicht geschrieben, wo der Aufwand beim Austausch der Leitung liegt.
Vielleicht ist es möglich beim Arbeitgeber zu laden. Dann bliebe die Schuko/CEE-Blau Ladung zuhause den seltenen Fällen überlassen. Das hielte ich dann schon eher für vertretbar.

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Re: Normale Steckdose als dauerhafte Ladestrategie?

Beitragvon Vanellus » Sa 6. Jun 2015, 07:18

Schuko würde ich nur als Notlösung nehmen. Ich sehe das so wie Karlsson sagte.
Frag einen kundigen Elektriker deines Vertrauens, Vielleicht liegt da schon ein 5-polige Leitung bis zur Garage, von der bislang nur eine Phase genutzt wurde. Dann lass dir eine CEE blau-Steckdose legen und schließt dort eine mobile Box an (crOhm oder Bettermann). Eine eigene Sicherung würde ich der Leitung allerdings spendieren, sonst fliegt dir im Winter, wenn die Heizung vielleicht auch nachts läuft, selbige raus.
Verlust-Wärme entsteht bei jeder Umwandlung von Strom, in diesen Fall von Wechsel- in Gleichstrom. Und wenn du nur mit 10 A 230 V lädst geht wohl relativ viel verloren.
Zuletzt geändert von Vanellus am Sa 6. Jun 2015, 07:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Normale Steckdose als dauerhafte Ladestrategie?

Beitragvon rollo.martins » Sa 6. Jun 2015, 07:19

Ist die Leitung in einem Rohr verlegt, in das vielleicht auch drei Phasen passen? Dann wäre ein Ersatz vielleicht doch machbar. Sonst: a) Elektriker die Leistung prüfen lassen, und b) mal probeladen.
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Re: Normale Steckdose als dauerhafte Ladestrategie?

Beitragvon Karlsson » Sa 6. Jun 2015, 07:53

graefe hat geschrieben:
Karlsson hat geschrieben:
Bei leerem Akku braucht der 210er damit um die 16 Stunden (gerade ausprobiert) und 30% des Stromes werden zu Wärme.


Aha. An welcher Stelle soll die Wärme entstehen? Quelle?

Danke
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Bin gerade unterwegs und hab den Link hier nicht zur Hand.
Es gab hier aber ein paar schöne Diagramme zur Ladeeffizienz (unter dem Stichwort mal suchen). Ich glaube es war in erster Linie Lingley, der da Messungen gemacht und alles schön aufbereitet hatte.
Zusammengefasst - 3 Phasen sind effizienter als eine und wenn wirklich nur mit einer geladen werden soll, dann sollte man zumindest 13A ziehen, da darunter die Effizienz dann deutlich durch Blindleistung abfällt. Mehr ist besser.
Dafür bietet sich halt CEE blau an - dann kann man mit 16A laden. Die Zuleitung sollte dann aber 2,5mm^2 haben.
Hat sie nur 1,5mm^2 (das ist bei mir der Fall), sagt der VDE höchstens 15A Dauerlast und da bietet sich dann das Renault Notladekabel mit der speziellen 14A Schuko an.
Das Kabel wird hier (siehe Marktplatz) neu verpackt mit der Dose unter 400€ gehandelt.

Oder natürlich neue Leitung. Da wir zur Miete wohnen, will ich da aber nicht so viel investieren. Bei Eigentum würde ich dagegen auf jeden Fall die Leitung neu machen.
Ich will aber auch viel außerhalb laden. Mal schauen, wie gut das klappt.

Ach ja - und nochmal - der neue Motor soll effizienter langsam laden. Aber da ihn noch keiner hat, gibt's da eben noch keine Bestätigung zu.
Sollte es eh der neue Motor werden, sieht es mit langsam laden aber generell besser aus.
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Re: Normale Steckdose als dauerhafte Ladestrategie?

Beitragvon graefe » Sa 6. Jun 2015, 08:14

Ladeverluste entstehen keineswegs nur bei Schuko. Wenn der Leitungsquerschnitt groß genug ist und die Zuleitung nicht zu lang, dann dürfte der Unterschied der Ladeverluste zu CEE marginal sein. Und warum Dein Zoe 16h bei 2,3 kW zum Aufladen braucht ist schon recht merkwürdig, wenn mein Smart mit 3kW in 6h fertig ist.

@Outlaw: Ich persönlich bin mit Schuko-Schnarchladen sehr zufrieden und würde die Investitionen für die Wallbox und deren Installation scheuen. Probier doch erstmal, ob Du mit Schuko zurechtkommst. Investieren kannst Du später immer noch.

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