EVU-Probleme

Chamäleon Lader und Ladeboxen - Themen, die das Laden des Renault ZOE betreffen

EVU-Probleme

Beitragvon Turbothomas » Mo 6. Mai 2013, 09:35

http://www1.wdr.de/themen/archiv/sp_ene ... en102.html

Nach der Lektüre zeigt sich das Dilemma, der EVU´s und die Suche nach neuen Geschäftsfeldern.

Strategisch wäre ich die Partnerschaft anders angegangen. Eher in die Richtung:

Sie kaufen eine Zoe und können unter folgenden Extras auswählen:
- Zoe...
- Zubehör ...
- Wallbox 3,7kW, 11 kW, 22 kW (inkl Installationsservice vor Ort, Kabelwege zum Installationsort gehen extra, erledigen wir sehr gerne mit).

Der Frühaufsteher, der schon seine Wallbox an der Wand hängen hat, hätte das Zubehör nicht genommen, derjenige der sich mit dem Thema neu beschäftigt hätte gesagt: "Klasse, was für ein fürsorgliches Angebot, an die Wallbox habe ich gar nicht gedacht, schon wieder ein Problem weniger."
Dazu noch die Beratungsleistung bei Sammeltiefgaragen und Versicherungen, dann wäre das ein Rundum-Sorglos-Paket geworden, das viele gerne genommen hätten.

Stattdessen hat man es mit Kaufzwang versucht. Auf Zwang reagiert jedes Kind allergisch, erst recht Erwachsene ...

Beratungsleistungen kosten Extra, dieser Hinweis ist für die Automobilhersteller kostenfrei! :), nachdem der Markt schon um 17% eingebrochen ist.
Kürzlich mußte ich in einem Gespräch mit der heutigen Jugend feststellen, dass das Auto als ein Luxusartikel gesehen wird (klar wer nichts mehr verdient als Praktikant) und deswegen in seiner Preiskette sehr restriktiv gesehen wird, speziell die Folgekosten der Ölkartellabzocke inkl. undurchsichtiger Preisauftriebes zu diversen Sondertagen (Urlaub, Feiertage, verlängerte Wochenende...) Da gräbt sich die Industrie gerade selber ein Grab. Henry Ford hat seine Arbeiter besser bezahlt als alle anderen, damit diese sich sein Auto leisten konnten. Vielleicht sollte hier mal ein Umdenken stattfinden.
Ciao
Thomas
- Standard AC43kW-Normalladung für alle!
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Re: EVU-Probleme

Beitragvon agentsmith1612 » Mo 6. Mai 2013, 10:59

Turbothomas hat geschrieben:
Kürzlich mußte ich in einem Gespräch mit der heutigen Jugend feststellen, dass das Auto als ein Luxusartikel gesehen wird (klar wer nichts mehr verdient als Praktikant) und deswegen in seiner Preiskette sehr restriktiv gesehen wird


Das kommt halt drauf an wo die jungen Leute herkommen.

Wohnen Sie in der Stadt, ist es für die so oder so ein Luxusartikel. Für die vom Lande, ist es ob man sich es leisten kann oder nicht zwar ebenfalls ein Luxusartikel (ab bestimmtem Preis) alles darunter ist es aber Mittel zum Zweck und einfach auf dem Lande nötig. Transportmittel eben, welches viele Arbeitsgeber einfach vorraussetzen. Bei denen schlagen dann die Kosten auch stark auf die Geldbörse, schließlich müssen sie fahren, wenn öffentliche Verkehrsmittel nicht möglich sind.

Aber die Jungen Leute die nicht gerade viel in der Geldbörse haben, kaufen keinen A1, keinen Mini und auch keinen Polo, wohl eher Dacia oder halt gebrauchte Corsas oder gebrauchte Japanische Modelle.

Aber den Schachzug von Renault und diese ganze gängelung verstehe ich auch nicht.
Da ist Renault insgesamt schon relativ schlecht aufgestellt und hat sich als Ausweg halt überlegt auf EVs zu setzen oder zumindest damit anzufangen. Statt das zu forcieren und ein ganz neue vorm des Autokaufes zu entwickeln der natürlich mit komplett anderen Fahrzeugen (den EVs) kommt, wäre eine perfekte Idee gewesen.

Aber irgendwie kommt es mir bei Renault in Sachen ZOE genau so vor wie bei den Computerspielen von EA.
- online Zwang --> R-Link
- kostenpflichtige DLCs --> Schnellladung
- Origin Zwang --> Wallbox Typ 2 Zwang

Vielleicht sagt das vielen Nichts aber prinzipiell alles gleich und das gefällt vielen Spielern eben nicht, ebenso wie diese Politik von Renault hier auch nicht bei jedem Anklang findet.

Wie gesagt man hätte es gut machen können, aber macht genau das Gegenteil, aus welchen Gründen auch immer.
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Re: EVU-Probleme

Beitragvon kai » Mo 6. Mai 2013, 11:34

Hi,

bei meinem Renault Händler gibt es keinen Kaufzwang. Ein problemloses Herausnehmen der Wall Box war möglich.
Der zugewiesene Elektriker ist supernett und will unbedingt die crOhm Box mit 22kw installieren.

In Schleswig Holstein ist alles gaaaaaanz einfach :)

Thema EVU: Stromerzeugung verstaatlichen und fertig.

Zu den EVUs und deren Hilflosigkeit eine Anekdote aus Hamburg EON. Ich frage den EON Mann zur beworbenen Stromtankstelle an der Hauptstrasse mit wieviel KW man da nun laden kann. Er rennt in den EON Store und kann auch nach Nachfragen bei den "Spezialisten" nicht sagen ob es eine einphasige oder dreiphasige Station ist. Ob 11kw oder 22kw löst fast schon Panik aus. Typ2 ? war dann zuviel. Ein schauen an der Station ob da Aufkleber dran sind und ein Check der Steckerklappe war dann die professionelle Analyse.

Oje. Wie verwöhnt sind die durch jahrzehntelanges Geldscheffeln ohne das man das Geschäftsmodell ändern musste. Ein Dinosaurier vor dem iPhone eben :)

Gruß

Kai
BildZOE Zen, CrOhm Box mit 22kw, PV seit 2009 mit Eigenverbrauch und 9,43 kWp (Hausspeicher mit 25 kWh geplant)
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Re: EVU-Probleme

Beitragvon BuzzingDanZei » Mo 6. Mai 2013, 12:16

kai hat geschrieben:
bei meinem Renault Händler gibt es keinen Kaufzwang. Ein problemloses Herausnehmen der Wall Box war möglich.


In Wuppertal war das auch kein Thema! Ich hab -1100 auf dem Kaufvertrag stehen und bin die Box damit los!
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Re: EVU-Probleme

Beitragvon CorpSpy » Mo 6. Mai 2013, 12:31

Geht auch ganz anders. Bei uns hat der dominante Stromanbieter eine eigene Firma gegründet, die sich ausschließlich um Elektromobilität kümmert. Die kennen nicht nur die Seite des Anbieters sondern auch des Konsumenten, sind sie doch selbst elektrisch unterwegs. Auf dem Parkplatz stehen mehrere Elektroautos und Roller. Als ich parkte flitzte gerade ein Mitarbeiter auf einem Segway vorbei.

Natürlich können sie die Frage wo Säulen stehen und nach welchem Standard genau beantworten.

Die Mietbox bekomme ich (ohne Zwang) von diesem Anbieter, installiert wird sie von meinem Elektriker. Für einen kleinen monatlichen Aufpreis kann ich dann an jeder Stromtankstelle im Bundesland kostenlos tanken. Bisher ist alles super-reibungslos gelaufen. Sogar die ganzen Fördergeschichten haben sie für mich erledigt. Das machen sie natürlich nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit, sie wollen Geld verdienen. Was mit einem zufriedenen Kunden wesentlich einfacher ist als durch Zwangsmaßnahmen.

Schöne Grüße,
Rainer
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Re: AW: EVU-Probleme

Beitragvon Rogriss » Di 7. Mai 2013, 11:55

Henry Ford sagte aber auch, jeder könne von ihm ein Auto in seiner Wunschfarbe haben, solange diese schwarz sei.
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Re: EVU-Probleme

Beitragvon Guy » Di 7. Mai 2013, 13:48

CorpSpy hat geschrieben:
Geht auch ganz anders. Bei uns hat der dominante Stromanbieter eine eigene Firma gegründet, die sich ausschließlich um Elektromobilität kümmert.

Das ist dann vermutlich trotzdem noch ein relativ kleiner Anbieter, oder?

Wichtig ist, dass etwas getan wird. Dass auf dem Weg dahin ein paar Fehler gemacht werden und sicher noch ein paar korrigierende Schritte notwendig sind, das ist doch ganz normal.

Selbst die Großen investieren nun in Infrastruktur. Ich vermute mal, dass Geschäftsideen, die weniger als 10 Prozent Rendite versprechen, üblicherweise bereits auf Assistentenebene abgeschmettert werden. Deshalb möchte ich mir denen nicht zu hart ins Gericht gehen.

Es ist noch viel zu tun, allerdings auf allen Ebenen. Die Energieversorger sind dabei nur ein kleiner Teil.
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Re: EVU-Probleme

Beitragvon CorpSpy » Di 7. Mai 2013, 13:59

Guy hat geschrieben:
Das ist dann vermutlich trotzdem noch ein relativ kleiner Anbieter, oder?


Im Vergleich zu Deutschland ist jeder österreichische Anbieter klein. Er ist aber im Bundesland bei weitem der größte.

Die ganze Sache ist einfach eine Frage der Einstellung aller Beteiligten. Das umfasst die Stromanbieter, das Land, den Importeur und die Händler. Wenn alle an einem Strang ziehen, so wie in Salzburg, sollte das doch was werden, oder? Interessanterweise ist das Interesse von Privatkunden trotz hoher Förderung und völlig unkomplizierter Abwicklung beinahe Null.

Ich frage mich, was nötig ist um norwegische Verhältnisse zu erreichen.

Schöne Grüße,
Rainer
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Re: EVU-Probleme

Beitragvon Guy » Di 7. Mai 2013, 14:06

Meiner Erfahrung nach tun sich kleinere Anbieter deutlich leichter neue Wege zu gehen, da nicht erst zig Gremien gebildet werden müssen und 100 Personen eine Sache abnicken müssen. Aber ganz klar, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

CorpSpy hat geschrieben:
Ich frage mich, was nötig ist um norwegische Verhältnisse zu erreichen.

In Österreich siehts tatsächlich noch nicht so prall aus. Die Gründe dafür wirst du sicher besser herausfinden können als ich. Was mit jedoch immer wieder auffällt, wenn ich in Österreich bin, dass relativ viele relativ dicke Autos fahren - zumindest deutlich mehr als ich es aus meiner Heimat kenne. Mag daran liegen, dass ich mich primär in Skigebieten aufhalte und die Einheimischen dort vielleicht nicht unbedingt repräsentativ sind.
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Re: EVU-Probleme

Beitragvon CorpSpy » Di 7. Mai 2013, 15:55

Ich glaube nicht, dass es viel mehr große Autos gibt als in Deutschland. Bei uns gibt es z.B. keine großzügige Dienstwagenregelung, man kann als Gewerbetreibender auch die MwSt. beim PKW-Kauf nicht abziehen, dann gibt es eine Strafabgabe auf viel Verbrauch. In Skigebieten kann das möglicherweise anders aussehen.

Wir hätten eigentlich gute Voraussetzungen: hohe Förderung, keine KFZ Steuer auf E-Autos, relativ kurze Strecken, billiger Strom (17 ct), gute Ladeinfrastruktur (leider (noch) nicht für Zoe), sehr billige und gute Wallboxen und jede denkbare Unterstützung beim Kauf / Installation. Trotzdem tut sich nicht viel. Vielleicht liegt es einfach an der fehlenden Werbung. Oder daran dass es keinen eGolf gibt. Bei uns würden die Leute auch jetzt noch ein Ford Modell T kaufen wenn "Golf" draufsteht.

Schöne Grüße,
Rainer
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