43 KW Schnellladestation im Eigenbau

Chamäleon Lader und Ladeboxen - Themen, die das Laden des Renault ZOE betreffen

43 KW Schnellladestation im Eigenbau

Beitragvon stromer » Sa 13. Jul 2013, 22:06

Im Oktober 2011 einen Nissan Leaf gekauft und bin damit bis heute sehr zufrieden. Allerdings wird man durch die langen Ladezeiten doch etwas eingeschränkt. Wie sehr merkt man erst wenn man den Zoe einmal mehrer Tage probegefahren hat und, wenn die Ladeinfrastruktur funktioniert, wesentlich größere Strecken problemlos fahren kann.
Die Probefahrt nutzte ich, um ins 120 km entfernte Hechingen zu fahren, wo die erste 43 KW Schnellladestation Deutschlands eingeweiht wurde. Die Ladegeschwindigkeit war für mich als Leaf-Fahrer mehr als beeindruckend.
Und seither beschäftigte mich die Frage, warum Schnellldesäulen eigentlich so teuer sei müssen. Nachdem ich mich nun hier durchs Forum gekämpft habe und viele hilfreiche Informationen gesammelt habe, stand für mich fest, daß eine kostengünstige Lösung möglich ist.
Da die Ladesäule 43 KW liefern soll und die wenigsten ein 63A Kabel mitführen, habe ich mich für ein festes Ladekabel entschieden. Da die Ladesäule nun auch die Stromtragfähigkeit des Ladekabels nicht abfragen muß, entfällt auch der Aufwand für die Anpassung der Vorabsicherung, was einiges an Aufwand und Kosten spart.
Als Gehäuse habe ich eine alte Benzinzapfsäpfsäule verwendet, die ich bisher, mit einer CEE 230 V 16A Steckdose versehen, als kostenlose, öffentlich zugängliche Stromtankstelle mißbraucht habe.

IMG_0950.jpg
Das Gehäuse meiner Schnellladestation mit alter Technik.


Die Pumpe, das Zählwerk, Filter und viele sonstige Teile habe ich ausgebaut.(das ganze Zeug war sicher mal richtig teuer)
Im oberen Gehäuseteil habe ich dann eine Halteplatte für den Verteiler eingeschweißt.

IMG_0959.jpg
"Entkernt" und mit eingeschweißter Halteplatte für den Verteilerkasten.


Nun gings an den Einbau der Komponenten in den Verteilerkasten und die Verdrahtung.

Verteilerkasten 2-reihig 40 €

Obere Reihe von links nach rechts:

1 Sicherungsblock 63A neu 10 €
FI Typ B 63 A gebraucht 150 €
Leistungsschütz 63 A mit Hilfskontakten gebraucht 20 €

Untere Reihe

Klemmleisten ( lagen bei mir noch rum ) 0 €
Phoenix Contact EV Charge Control 300 €


IMG_0229.JPG
Verteilerkasten teilverdrahtet


Der komplette Einbau mit Verdrahtung dauerte ca. 3 Stunden. Zusammen mit dem 63A Ladekabel mit Typ2 63A Stecker hat mich das ganze gerade einmal ca. 900 € gekostet.
Zuletzt geändert von stromer am Sa 13. Jul 2013, 23:54, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: 43 KW Schnellladestation im Eigenbau

Beitragvon stromer » Sa 13. Jul 2013, 22:30

Dann erfolgte der Einbau des Verteilers in die Zapfsäule, der Anschluß des Ladekabels und der über die Hilfkontakte des Ladeschützes geschalteten Frei/Besetzt - LED´s.
Dann kam der spannende Teil. Das Versorgungskabel wurde angeschlossen. Allerdings, vorerst bis der neue Zähler vom E-Werk installiert ist, nur mit 32A. Den Controller habe ich auf 32A Maximalstrom zurückgestellt.

IMG_0969.jpg


Deckel drauf....

IMG_0970.jpg


und dann den Zoe angestöpselt.

IMG_0978.jpg
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Re: 43 KW Schnellladestation im Eigenbau

Beitragvon Leftaf » Sa 13. Jul 2013, 22:47

Sieht genial aus. Ganz alt mit neu kombiniert.
Renault ZOE Intens
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Re: 43 KW Schnellladestation im Eigenbau

Beitragvon stromer » Sa 13. Jul 2013, 22:56

Und Überraschung.... Alles hat auf Anhieb so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe.

IMG_0973.jpg
Zoe prüft.


IMG_0977.jpg
Zoe lädt. Ladesäule zeigt rot - belegt.


Als weiteren Schritt ist vorgesehen noch eine Umschaltmöglichkeit von 22 KW auf 43 KW zu realisieren.

Meine Ladesäule steht ab heute, zunächst mit 22 KW, bis in 14 Tagen mit 43 KW, allen EV-Fahrern kostenlos zu Verfügung. Keine Voranmeldung, keine RFID-Karten, kein Ladekabel aus dem Kofferraum holen, einfach anschließen und laden. Wer also demnächst eine Reise in den Schwarzwald antritt und vor der Fahrt in die Typ2-Ladewüste seine Akkus noch mal füllen möchte, ist herzlich willkommen.

Zu finden ist meine Stromtankstelle unter folgender Adresse:

Untere Gewerbestr. 16
77791 Berghaupten
GPS-Koordinaten: 48.405314, 7.996169
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Re: 43 KW Schnellladestation im Eigenbau

Beitragvon ATLAN » So 14. Jul 2013, 08:32

Tolles Projekt, gelungen finde ich auch die Einbindung der alten Pumpenkontrolllampen in die EVSE .. :)

MfG Rudolf
Ab 18-11-2013 Fluence, seit 16-6-2015 MS 85D, seit 16-6-2017 MX 90D :-D Gratis SuC gefällig? :) http://ts.la/rudolf798
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Re: 43 KW Schnellladestation im Eigenbau

Beitragvon BuzzingDanZei » So 14. Jul 2013, 10:32

Super Sache und tolle Idee mit der alten Zapfsäule. So wird es in 20 Jahren überall aussehen! :-D

Ist geplant, die Säule da immer stehen zu lassen? Dann würde mich freuen, wenn du sie in den gängigen Verzeichnissen mit Foto melden würdest:

info[ät]goingelectric.de
info[ät]plugfinder.de

Und vielleicht noch bei Lemnet
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Re: 43 KW Schnellladestation im Eigenbau

Beitragvon midimal » So 14. Jul 2013, 10:42

Goiles Ding! Rrrrrrrrrrrrrrrrespekt!
Aber wird ZOE damit schneller geladen als Leaf an CHADeMo?
Bild
CANC≡L≡D , Werks I3(60Ah)+REX Leasing bis Nov18
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Re: 43 KW Schnellladestation im Eigenbau

Beitragvon STEN » So 14. Jul 2013, 10:55

Bin restlos begeistert von Deiner Ladesäule im Retrolook.
Quasi eine Reminiszenz an eine (hoffentlich) bald vergessene Zeit der fossilen
Technik.

Müßte man direkt an Shell / Esso / Aral senden; Umbaukit 2000€ und aus einer Dieselsäule
eine 43kW Säule mit Kaffee-Flatrate machen. :D
already BildBild
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Re: 43 KW Schnellladestation im Eigenbau

Beitragvon bm3 » So 14. Jul 2013, 11:03

Hallo,

gut gelungenes Projekt, gute Arbeit, ich würde da noch irgendwo einen Schlitz mit Sammelbehälter anbringen um später mal die "Spenden" deiner Kunden für den Strom und dein Werk einzusammeln und natürlich, nicht vergessen es in den einschlägigen Ladestellen-Verzeichnissen auch publik zu machen.
Und, vielleicht hast ja auch noch ein Herz für die "kleinen Stromer" mit einphasiger Steckdose ?

Viele Grüße.

Klaus
Zuletzt geändert von bm3 am So 14. Jul 2013, 11:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 43 KW Schnellladestation im Eigenbau

Beitragvon Stephan » So 14. Jul 2013, 11:43

Respekt! Finde ich toll, wenn jemand die Sache selber in die Hand nimmt.
Da könntest du doch glatt ein Unternehmen gründen.
Auf öffentlichem Grund darf man das Gerät aber nicht installieren oder (wegen Tüv oder wer auch immer so etwas prüft)?
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