Erste "Langstrecke" - Erfahrung bis zur 9 km Grenze

Alles rund um die Batterie und Reichweite des Renault ZOE

Erste "Langstrecke" - Erfahrung bis zur 9 km Grenze

Beitragvon novalek » Mi 8. Jun 2016, 19:23

- Tour Eichsfeld (Thüringen) <--> Weserbergland (Niedersachsen / Hessen / NRW)
- 125 km hin & 108 km zurück
- 2 Personen
- ausschließlich ECO
- Klima-Kühlung aus (A/C off)
- 140 km 100% SoC Ladung bei Abfahrt = mein örtlicher und persönlicher Standard.
Strategie im Goingelectric Route ausgearbeitet mit geplanter Zwischenladung bei etwa 50 km Restladung
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Hin:
- Geplante Route zerschlug sich kurz vor der Zwischenladung, da 2 Strecken weiträumig wg. Straßenerneuerung voll gesperrt waren; was ich erst durch das Navi erfuhr, das ich leider erst 20km vor der Ladesäule einschaltete
- dort auf 90% SoC nachgeladen und weiter ging's zur Weser.
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Rückreise:
119 km auf meinem Schätzeisen - 108 km bräuchte ich und das Navi sagt, ohne Zwischenladung geht's nicht (weil: am Ziel muß mindestens eine Restladung für 20km im Akku sein)
Als sturer Bock gab ich deshalb jenem nur jeweils die nächste sicher erreichbare Ladesäule an und es spielte mit.
Und bei der letzten Teilstrecke zur heimischen Lade-Wallbox wurde es spannend. Anzeige 30 km Restreichweite des Akkus und 25 km bekannter Fahrstrecke, allerdings mit 2 Bergan- und abstiegen.
Nun denn, wenn's eben nicht reicht, roll ich den Berg runter ins Heim.

Bei 20 km Rest kommt die rote Akku-Warnleuchte - weiter geht's.
Ankunft bei 9 km Restanzeige.

Fazit:
+ im Sommer muß man mit sporadischen Streckensperrungen rechnen (Baustelle, Sportveranstaltungen etc.); daher Going-Electric-Route am Fahrtag mit dem R-Link-Navi gegenprüfen !
+ das Akku-Ladungsschätzeisen ist relativ genau auf das jeweilige Höhenprofil und den Fahrstil justiert
+ für zeitgenaues Reisen sind natürlich Zeitreserven vorzusehen (Daumenwert ca. 30 Minuten pro 22kW-Säule), wenn z.B. Ladesäulen defekt, belegt, zugestellt sind oder fatalerweise die 22kW-Ladung abgeschaltet ist (meist 20-30 km Fahrstrecke zur nächsten Säule)
+ man wird sich dankenwerterweise bewußt, daß, wenn man mit 97 km/h die Bundesstraßen und mit etwa 50 km/h die Orte passiert, PS-starke Flitzer eine sinnlose Jagd betreiben, die hinter dem nächsten Trecker oder im Crash mit dem Gegenverkehr sowieso nicht fähig sind, ihr Tun zu hinterfragen.
-- die bei Fahrzeugkauf vollmundig rausposaunte Äußerung "für Spontanreisen reichen mir die 240 km sicher aus" relativiert sich in die Richtung "Reisen mit etwa stündlicher Unterbrechung an einem sehenswerten Ort bzw. an einem Ort mit guter Restauration sind mein Ding !"

Nachtrag: Anschließend hatte ich gelernt, den "heißen" Akku nicht sofort zu landen, sondern nächtens. So denn auch programmiert und Stecker rein.
Dank meiner Spy-Raspberry stellt ich nun fest, was auch logisch ist, zur Akku-Kühlung und Umformerkühlung bedient sich ZOE des Drehstroms der Wallbox - 1:45 Stunden mit 1 kW. --> Umkehrschlußfolgerung: schlösse man ZOE mit "heißem Akku" nicht an eine externe Quelle, müßte bei vollkommen entlandenem Fahrakku der 12Volt-Batterie sicherlich Lüfter und Wasserpumpe betreiben um Dauerhitzeschäden zu vermeiden ...; die hat aber doch keine Leistung von 1700 Wh (12 V * 36Ah).
Schließlich ging nach 4-stündigem Laden an 11kW, davon allein 2 Stunden Ausgleichsladung mit 3 kW, die Reichweite bei 100% SoC auf 184 km hoch - bin gespannt, wie lange der Wert erhalten bleibt.
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Re: Erste "Langstrecke" - Erfahrung bis zur 9 km Grenze

Beitragvon novalek » Mo 13. Jun 2016, 07:29

Der Kreis schließt sich ...
Eine Woche nach der Tour mit einem kalkulierten Reichweitenspektrum von bis zu 183 km mit einer Varianz je nach Außentemperatur von minus 35 km, ist nunmehr der regionale, persönliche Standard wieder erreicht.

Immer wieder erstaunlich sind die Reaktionen der Kalkulations-Software nach dem 183 km Peak bei "hohen" Tagestemperaturen
1. nach Lade-Ende mit hohem Reichweitenwert guckt man am nächsten Morgen bei ca. 10°C, wenn sich diese ohne Aktionen um 10 km reduziert - man landet also bei 173km :?
2. werden am nächsten Morgen bei 10°C Außentemperatur dann 5-8 gefahren, reduziert sich die Reichweite um weitere 20 km :shock:

Nun denn, nach vielen Kurzstrecken am Wo-Ende in bergigem Umfeld sind's nun wieder bei 100% SoC die weithin bekannten 143 km Reichweite. :|

Fazit: Der häufig angesagte Rat "fahr mal den Akku ganz leer und die Reichweite steigt" ist wohl eher der Blick durch den hoffnungsträchtigen Filter.
Und zum guten Schluß - alle Beobachtungen sind subjektiv und beziehen sich auf Fahrten im hiesige Mittelgebirge zwischen Saale und Weser mit "Ladung" von 2 Personen. Die sind also nur begrenzt auf andere z.B. Höhenprofile bzw. Straßenumfelder (z.B. Autobahn & Landstraße) übertragbar.
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Re: Erste "Langstrecke" - Erfahrung bis zur 9 km Grenze

Beitragvon Hachtl » Mo 13. Jun 2016, 10:05

Und wenn du den B-Zähler zurücksetzt fängt er eh wieder bei 144 km an ...
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Re: Erste "Langstrecke" - Erfahrung bis zur 9 km Grenze

Beitragvon novalek » Mo 13. Jun 2016, 19:44

Hachtl hat geschrieben:
Und wenn du den B-Zähler zurücksetzt fängt er eh wieder bei 144 km an ...

tja, in Software würde man sowas Deadlock nennen. Abhilfe sinnend, ein Showroom-Reset hilft hier auch nur über einige Tage, verwirrt nur und kehrt nach einigen Tagen in die übliche Brandungszone zurück.
Ich kann und will nicht jeweils auf 10% SoC runter - da wäre also noch Luft im Kalkulationsprogramm, z.B. den Wetterbericht für die Temperaturvorhersage.
Denn ignorieren geht nicht, der fährt in den letzten km der ! reichweitenanzeige ! in den Not-Modus.
Zuletzt geändert von novalek am Di 14. Jun 2016, 09:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erste "Langstrecke" - Erfahrung bis zur 9 km Grenze

Beitragvon JoeElectric » Mo 13. Jun 2016, 21:33

novalek hat geschrieben:
Nachtrag: Anschließend hatte ich gelernt, den "heißen" Akku nicht sofort zu landen, sondern nächtens. So denn auch programmiert und Stecker rein.
Dank meiner Spy-Raspberry stellt ich nun fest, was auch logisch ist, zur Akku-Kühlung und Umformerkühlung bedient sich ZOE des Drehstroms der Wallbox - 1:45 Stunden mit 1 kW.


Das bedeutet aber doch, das mal eben schnelles Nachladen, wenn man mehr oder wenig leer ankommt, gar nicht funktioniert an 11kW...oder?
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Re: Erste "Langstrecke" - Erfahrung bis zur 9 km Grenze

Beitragvon novalek » Mo 13. Jun 2016, 21:51

Nein, sicher kann bei "hitzigem Akku" sofort nachgeladen werden und das für 80% relativ fix. Erst danach kommt die Kühlung und reduzierte Ladeleistung ins Spiel, wie im Bild unten zu sehen ist. Also Laden geht mit 43 / 22 oder 11kW immer - problemlos.

Wenn man also daheim freie Wahl hat, lädt man bei Akku-Wohlfühltemperaturen (18-20 °) - im Sommer nachts und im kalten Winter sofort nach der Fahrt - so meine Optimierungs-Strategie.
Ein Ladevorgang bei 26 °C Außentemperatur bis auf 100% SoC
Bild
Zum Vergleich eine Ladung bei Wohlfühltemperatur von 60% auf 100% in 2 Stunden
Bild
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