Zoe im Sommer gekauft - im Winter neu erfahren

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Zoe im Sommer gekauft - im Winter neu erfahren

Beitragvon Schneemann » Do 10. Nov 2016, 12:29

Leute leute, wer hätte gedacht, dass es so schnell Winter wird. Schnee im Norden Anfang November, das habe ich in den 15 Jahren, die ich jetzt hier lebe, noch nicht einmal erlebt. Wie gut, dass ich heute Termin zum Reifenwechsel habe.

Ich habe meinen Zoe Q210 im Juni gekauft. Das war eine tolle Sache. Auf dem Arbeitsweg habe ich mit vorausschauender aber flotter Fahrweise eine Reichweite von 190 km geschafft. Aber man hatte mir ja schon angekündigt, dass sich das alles im Winter ein wenig anders verhalten wird. Nun habe ich es auch am eigenen Leibe erfahren dürfen.

Von der Reichweite her will ich mal gar nicht meckern. Kurz vor seinem dritten Geburtstag und nach 45000 km schafft mein schwarzer E-Mobil-Werbebolide immer noch gute 120 km bei Minusgraden. Am Dienstag war ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Die 40 km musste ich mit den Sommerreifen auf Neuschnee absolvieren. Das war kein Problem. Erfreulicherweise fand ich sogar am Zielort eine Ladesäule, an der ich für 7,50 Euro unbegrenzt auf dem kostenpflichtigen Parkplatz laden konnte. Ich habe dazu übrigens den ersten Eintrag hier im Lade-Log verfasst. Das hat mich erstaunt. Einziges Problem war, dass die Ladeklappe des Zoe eingefroren war, da musste ich mit klammen Fingern ein wenig Überzeugungsarbeit leisten. Für ein bevorstehendes Vorstellungsgespräch sind das keine idealen Rahmenbedingungen, aber es hat gepasst.

Das Vorstellungsgespräch hat insgesamt runde 3 Stunden gedauert. Als ich zurück kam, war mein Zoe vollgeladen. Prima. Aber auch sonst hätte ich den Rückweg spielend geschafft, sogar mit einem kleinen Abstecher zu einem weiteren Termin.

Ich habe allerdings auch andere Seiten erfahren müssen, auf die ich mich nun einstellen muss. Schnelllader verdienen diesen Namen im Winter besonders bei kaltem Akku absolut nicht mehr. Meine 43 KW-Säule bei Famila in Quickborn gibt teilweise nicht mal mehr 10 KW ab. Also habe ich mir angewöhnt, direkt nach dem Arbeitsweg zum Einkaufen zu fahren. Man muss halt ein wenig flexibel sein. Aber im eigentlichen Sinne ist ein Schnelllader ja für den Durchgangsverkehr gedacht, der mit leerem aber warmen Akku ankommt und nicht als Destination-Lader. Von daher ist alles gut. Die Strommenge, die ich beim Einkaufen nicht mehr geladen bekomme, lade ich jetzt halt zuhause an der Schuko-Dose nach. Irgendwann ist mit dem Gratis-Strom eh Schluss. Ich bin immerhin meine bisherigen 8000 E-Kilometer zum Stromkostenpreis von rund 25 Euro gefahren, inkl. mehrerer Langstrecken. Da will man nicht meckern.

Gestern bin ich morgens bei -7 Grad zur Arbeit gefahren. Die Klimautomatik stand auf 20 Grad, die Wärempumpe sprang sehr schnell an und lieferte Warmluft. Nicht übertrieben, aber ausreichend. Allerding gingen damit einher mächtige Vibrationen und lüfterähnliche Geräusche, die besonders im Stand zu spüren und hören waren. Was ist das denn?

Als ich schon einige Minuten im Büro war, rief ein Kollege an, der kurz nach mir angekommen war. Er fragte nach, ob mit meinem Auto alles in Ordnung sei, weil es so laute Geräusche mache. Man überlege, den Parkplatz räumen zu lassen, falls Explosionsgefahr bestünde. Ich räumte diese Zweifel und Bedenken aus, ohne die genauen Gründe für dieses Verhalten erklären zu können. Von geräuschloser Fahrweise kann so allerdings nicht mehr die Rede sein. nach fünf Minuten war dann aber auch Ruhe.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich auch im Winter sehr gut mit meinem Zoe zurecht komme. Auch bei tiefen Minustemperaturen kann ich sofort ohne die typischen Verbrennungs-Kaltstartzicken losrollen. Man muss sich in Sachen Laden ein wenig umstellen, aber diese Flexibilität bekomme ich gerade noch hin.

Hier ist übrigens der letzte Artikel meiner Serie im Hamburger Abendblatt. Ein kleines Fazit zu meiner bisherigen Erfahrung mit der Elektromobilität, die sich in den knapp fünf Monaten, die ich jetzt dabei bin, doch ein wenig verändert haben: http://kennzeichen-e.de/wp-content/uplo ... 201625.pdf
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Re: Zoe im Sommer gekauft - im Winter neu erfahren

Beitragvon Toumal » Do 10. Nov 2016, 12:52

Sehr gutes Fazit.
Ich drehe manchmal die lueftung auf Null wenn ich in einem ruhigen Ort fahre, einfach um den Laerm der Waermepumpe loszuwerden. Das stimmt, da ist so ein Zoe schon recht laut. Ja das ist ganz normal.
Bei Minusgraden macht meine WP sogar leicht rauhe Geraeusche. Definitiv nicht das, was man ueblicherweise mit E-Autos assoziiert.

Allerdings ist dieser Laerm nicht permanent und es heult auch nix auf wenn man Gas gibt. Da sind Verbrenner nach wie vor eindeutig nervender.

BTW dein Artikel ist wirklich super. Vorallem die Frage/Antwort-Sektion am Ende.
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Re: Zoe im Sommer gekauft - im Winter neu erfahren

Beitragvon eDEVIL » Do 10. Nov 2016, 12:58

Schneemann hat geschrieben:
Allerding gingen damit einher mächtige Vibrationen und lüfterähnliche Geräusche, die besonders im Stand zu spüren und hören waren. Was ist das denn?

Als ich schon einige Minuten im Büro war, rief ein Kollege an, der kurz nach mir angekommen war. Er fragte nach, ob mit meinem Auto alles in Ordnung sei, weil es so laute Geräusche mache. Man überlege, den Parkplatz räumen zu lassen, falls Explosionsgefahr bestünde. Ich räumte diese Zweifel und Bedenken aus, ohne die genauen Gründe für dieses Verhalten erklären zu können.

Oh je.Wenn es nicht so traurig wäre könnte man sich einen Spaß draus machen.

Der beengte Bauraum in einem PKW macht höhere Drehzahlen bei der Lufwärmepump nötig als bei fest instaöllierten Luftwärmepumpen. Zudme ist das ganz ja auf gewicht optimiert.

ZOE ist da aber eher Negativbeipsiel. Andere eAutos sind da weniger laut.
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Re: Zoe im Sommer gekauft - im Winter neu erfahren

Beitragvon Tho » Do 10. Nov 2016, 13:37

Alles relativ. Die Webasto in unserem verbliebenen Verbrenner ist da eher ein Grund zur Sorge wenn sie wie eine Jetturbine faucht, qualmt und stinkt. :D Wenn sie denn nach dem Sommer überhaupt wieder losgeht. :roll:
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Re: Zoe im Sommer gekauft - im Winter neu erfahren

Beitragvon novalek » Do 10. Nov 2016, 14:40

Tja, in der Heide hat man höchstens Gegenwind und kann Strecke machen..
Lüftergeräusch beim Fahren sind mir immer willkommen - leider endet das Gebrabbel der AkustikSimulatoren bei 30 km/h.
Nun hört wenigstens die Oma mit StrickHutzen über den Ohren auf dem Fahrrad in der 30er Zone auch mein 40 km/h schnelles Mobil.
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Re: Zoe im Sommer gekauft - im Winter neu erfahren

Beitragvon TomTomZoe » Di 15. Nov 2016, 08:33

Schneemann hat geschrieben:
Gestern bin ich morgens bei -7 Grad zur Arbeit gefahren. Die Klimautomatik stand auf 20 Grad, die Wärempumpe sprang sehr schnell an und lieferte Warmluft. Nicht übertrieben, aber ausreichend. Allerding gingen damit einher mächtige Vibrationen und lüfterähnliche Geräusche, die besonders im Stand zu spüren und hören waren.

Nachdem es heute früh 1°C hatte und ich in das vorklimatisierte Auto gestiegen bin, das über Nacht ausnahmsweise nicht in der Garage stand, habe ich auch zum ersten Mal die Vibrationen des Wärmepumpenlüfters im Lenkrad gespürt, speziell wenn man an der Ampel steht, da fängt der nach zwei drei Sekunden Standzeit richtig an zu drehen. Fährt man wieder weiter, reduziert sich die Drehzahl nach kurzem wieder. Somit erzeugt die Zoe während dem Stand künstlich Fahrtwind um den Wärmetauscher herum, damit die Klimatisierung auch gescheit funktionieren kann. Das nehme ich im Ausgleich für eine gute Heizwirkung gerne in Kauf :D
Gut eingefahrene Zoe Q210 mit Klima- (0803-0810) und Batterieupdate (0852/0853).
Seit 08/2016 schon 44t ekm (Diesel 07/2017 verkauft).
Ab 01/2018 AMP+-ERA-e 8-)
Bild (ab Ladeanschluß), laut BC 14,8-16,9kWh/100km (Sommer-Winter)
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Re: Zoe im Sommer gekauft - im Winter neu erfahren

Beitragvon Schneemann » Di 15. Nov 2016, 11:12

Mit der Heizwirkung in ich übrigens sehr zufrieden. Da ich noch an der Schukodose hänge, lasse ich das Kabel nachts nicht dran. Aber morgens einsteigen, kurz ein wenig Eis wegkratzen und die Lüftung schon auf Maximum und nach wenigen Sekunden kann man schon beobachten, wie die Scheibe abtaut und klar wird. Ich war mit dem Lüftungssystem im Megane GT ja schon sehr zufrieden, aber das hier ist um Klassen besser.
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Re: Zoe im Sommer gekauft - im Winter neu erfahren

Beitragvon Helfried » Di 15. Nov 2016, 11:15

Schneemann hat geschrieben:
Man überlege, den Parkplatz räumen zu lassen, falls Explosionsgefahr bestünde.


Haha, wir werden noch Tiefgaragen-Verbot bekommen, wenn das mit dem Lärm (und deshalb vermeintlicher Gefahr) so weiter geht.
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Re: Zoe im Sommer gekauft - im Winter neu erfahren

Beitragvon TeeKay » Di 15. Nov 2016, 11:41

Gestern hab ich um 1:21 nachts im Wohngebiet an der Ladesäule vorgeheizt - das war schon ein sehr grenzwertiger Lärm. Beim Vorheizen an der Säule sollte Renault optional nur die Verwendung des lautloses PTC-Zuheizers ermöglichen - da kommts ja nicht so sehr auf maximale Effizienz an.
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Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
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Re: Zoe im Sommer gekauft - im Winter neu erfahren

Beitragvon Vanellus » Di 15. Nov 2016, 12:02

Gute Serie im Abendblatt. Danke dafür!
Bei den Ladezeiten argumentiere ich immer damit, dass man Laden und Tanken nicht gleichsetzen kann: beim Tanken stehe ich am Auto und warte (und atme Benzin-/Benzoldämpfe ein). Das E-Auto kann ohne meine Anwesenheit laden, also immer wenn es steht und dort eine (AC-)Lademöglichkeit besteht. DC überall wird es wegen des Preises der Ladesäulen nicht geben. Also während der Arbeit, des Einkaufens, während des Kinobesuchs, beim Sport usw. Und das Nebenbei-Laden gilt für 95% der Ladevorgänge, nur bei Fahrten über die Reichweite des Akkus hinaus muss ich zwischenladen und ggf. darauf warten - es sei denn, dort ist ein Destinationcharger.

Zur Frage: "Wo soll denn der ganze Strom herkommen?" sage ich immer: 1 Million E-Auto verbrauchen 18 kWh/100 km, macht zusammen 2,7 TWh/a bei 15.000 km/a (1 Million mal 2.700 kWh/a). Das sind 0,4% des deutschen Stromverbrauchs im Jahr. Abzüglich der Strommenge für die Erzeugung des Benzins für 1 Million Benziner.
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