Zoe Eigenimport aus FR - alle Details

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Zoe Eigenimport aus FR - alle Details

Beitragvon Badenser » Sa 14. Feb 2015, 22:37

Seit gestern habe ich nun meinen Zoe mit deutschem Kennzeichen und kann endlich damit fahren. Ich habe ihn von privat in Frankreich gekauft und bin dabei über einige Dinge gestolpert, die ich Euch gerne mitteilen würde. Auch bei der Umschreibung habe ich mir die Infos von diversen Quellen zusammensuchen müssen und trotzdem sind einige Punkte unklar geblieben.

Ich werde eine möglichst genaue Beschreibung machen, in der Hoffnung, dass Nachahmer hier eine praktische Anleitung finden.

Zum Abholen eines Autos aus Frankreich ist einen Autotransportanhänger die einfachste Lösung. Deutsche Kurzzeitkennzeichen werden in Frankreich nicht zwingend anerkannt und der Aufwand für französische Kurzzeitkennzeichen war mir zu hoch. Die Frage der Versicherung habe ich erst garnicht untersucht. Also habe ich einen Autotransportanhänger geliehen (70€ für 2 Tage) und bin in einer Marathontour mit Hilfe meines Schwiegervaters hin- und wieder heimgefahren. Bei der Übergabe wird die Carte Grise durchgestrichen und eine Abmeldebescheinigung (3 fach) ausgefüllt. Das Übergabeprotokoll für den Akku gibt es bei den französischen Mietverträgen nicht. Ein CoC Dokument war nicht verfügbar. Offenbar wird es in Frankreich normalerweise nicht ausgehändigt.
Zum Thema bezahlen: große Bargeschäfte sind in Frankreich unüblich und teilweise strafbar. Unter Privatpersonen sind sie in beliebiger Höhe legal, bei Händlern hingegen für Ausländer nur bis 15000€ (für Franzosen sogar nur 3000€). Die Banken tun jedoch alles, um Bargeld zu vermeiden. So mussten wir mit meinem Geld zu einem Supermarkt fahren, um die Echtheit zu prüfen, da die Bank die Scheine vor der Einzahlung nicht prüft. Es kann also notwendig sein, während der Geschäftszeiten dort zu sein. Wochenende wäre bei mir nicht gegangen.
Überweisungen dauern einen Banktag innerhalb der SEPA Zone. Manche deutsche Banken bieten eine SEPA Expressüberweisung, die am gleichen Tag noch ankommt, meine Bank aber leider nicht.

Bei der Versicherung meiner Wahl habe ich den Versicherungsantrag gestellt und mir telefonisch eine EVB für Kurzzeitkennzeichen geben lassen. Mit der Carte Grise und der EVB bin ich dann zur Zulassungsstelle gegangen, habe Kurzzeitkennzeichen geholt und gefragt, welche Dokumente zur Anmeldung nötig sind. Die Standardantwort war: Carte Grise, HU und CoC (oder alternativ Datenausdruck vom TÜV). Ich habe der Dame erklärt, dass ich kein CoC habe und der TÜV Geld verlangt und ich sicher sein will, dass das auch wirklich nötig ist. Darauf hat sie eine Weile rumgefragt und mir dann bestätigt, dass das Fahrzeug in ihrem Datenbestand gelistet ist und das CoC nicht benötigt wird. Ich habe auch gefragt, ob das Fahrzeug zur Kontrolle der Fahrgestellnummer "persönlich" vorbeikommen muss und sie hat mir bestätigt, dass das nicht erforderlich ist, wenn auf der HU-Bescheinigung die gleiche Fahrgestellnummer steht wie auf der Carte Grise (die Nummer ist übrigens im Kofferraum unter der Bodenabdeckung). Fragen lohnt sich also doch...
Unsinnigerweise wird auch für Fahrzeuge unter 3 Jahren eine HU verlangt. Bei Einfuhr darf die "Controle Technique" nicht älter als 6 Monate sein, auch wenn für das Fahrzeug in Deutschland in den ersten 3 Jahren noch keine HU fällig wäre.
Ich würde auf jeden Fall bei der zuständigen Zulassungsstelle fragen, meine Erfahrungen müssen nicht auf andere Zulassungsstellen zutreffen.
Und noch ein Tip: viele Zulassungsstellen machen online Termine. Das verkürzt die Wartezeit immens.

Die Abnahme beim TÜV war unspektakular und nein, ich habe keine AU machen lassen ;) . Die Winterräder sind leider auf Felgen, die keine Typzulassung haben, also wurde noch eine Abnahme für die Felgen gemacht.

Mittlerweile kamen von der Versicherung die Unterlagen mit der "richtigen" EVB. Mit Carte Grise, HU, Felgenabnahme und EVB bin ich dann wieder zur Zulassungsstelle und habe Brief, Schein und Nummernschilder geholt. Die Dame wollte erst auch wieder das CoC, aber sie hat dann die Schlüsselnummern von der HU verwendet. Die Carte Grise wird von der Zulassungsstelle einbehalten. Für den Batteriemietvertrag muss man unbedingt vorher eine Kopie machen. Auf dem Fahrzeugbrief bin ich jetzt als Erstbesitzer seit Erstzulassung eingetragen 8-) .

Heute habe ich einen Brief von der Renault Bank bekommen, dass ich ihnen eine Kopie der Carte Grise, Selbstauskunft und Mietvertragsdauer/Kilometerleistung für den neuen Mietvertrag mitteilen soll. Offenbar hat der Verkäufer seinen Verkauf mitgeteilt und jetzt kommen sie gleich zu mir zum Kassieren... Ich werde über den weiteren Ablauf berichten.

Alles in allem war es weit weniger kompliziert als ich erwartet hatte. Die Kosten haben sich auch einigermaßen in Grenzen gehalten und dürften einschließlich Kurzzeitkennzeichen bei etwa 250€ liegen. Bei der Preisdifferenz zwischen Frankreich und Deutschland ist das zu verschmerzen und ein Import lohnt sich.
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Re: Zoe Eigenimport aus FR - alle Details

Beitragvon ElektroSchwabe » Sa 14. Feb 2015, 23:12

Hallo Badenser,
vor allem, wenn man so schön dicht an der Grenze wohnt, wie Dein Name vermuten lässt, lohnt sich ein Import. Die Zulasungsstellen legen wohl verschiedene DInge unterschiedlich aus... Ich brauchte ein CoC und das Auto wollten sie auch sehen. Da die Akkuladung aber nicht mehr bis zur Zulassungsstelle reichte und das Ladekabel erst auf Typ2 umgebaut werden musste, reichte dann auch ein Foto von der Fzg-Ident-Nr, das meine Frau live per Email eingereicht hat :)
Das CoC hatte der Vorbesitzer schon von Renault F (auf deutsch) angefordert, gab es wohl kostenfrei. Das wollte meine Zulassungsstelle auch unbedingt sehen. Eine HU war aber nicht fällig, da der Wagen ja noch keine drei Jahre alt war und vorher in F angemeldet war. Die nächste HU haben sie ganz regulär auf 3 Jahre nach EZ und somit 03/2016 festgelegt.

Wichtig ist der Tipp, dass die Carte Grise von der Zulassungsstelle eingezogen wird. Am besten vorher alle Unterlagen einmal kopieren oder einscannen. Was man hat, das hat man :-)

Umschreibung des Batteriemietvertrags ging problemlos bei mir (Dez 2013).
Details zum Import hier: http://www.zoe-elektrisierend.de/2013/1 ... nzgaenger/
Details zu meiner Anmeldung hier: http://www.zoe-elektrisierend.de/2013/1 ... -anmelden/
Viele Grüße vom
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Re: Zoe Eigenimport aus FR - alle Details

Beitragvon Cavaron » So 15. Feb 2015, 06:38

@Badenser:
Gratulation zur neuen, günstigen Zoe!

Einige hier im Forum haben das ganz ähnlich gemacht, inklusive mir. Ich brauchte allerdings weder CoC noch HU. Geld habe ich vorab gegen Kaufvertrag, aktuelle Stromrechnung und Perso-Scan des Vorbesitzers überwiesen. Überfahrt habe ich (mit mobiler Ladebox und Adaptern angereist) selbst gemacht. Der Vorbesitzer hat seine Versicherung erst am nächsten Tag abgemeldet - hätte wohl nicht jeder gemacht, aber ich hatte wegen der Vorab-Überweisung wohl Vertrauensbonus ;)

Hast du Ladekabel und französische Wallbox dazu bekommen, oder gleich ohne gekauft?
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Re: Zoe Eigenimport aus FR - alle Details

Beitragvon mcfrech » So 15. Feb 2015, 07:40

Hi , mich würde die Preisdiverenz interessieren ( nicht was Du gezahlt hast ) also so in etwa , wenn ich das Identische Auto in Deutschland gekauft hätte , wäre er 3000 Euro teurer gewesen .
Ich selber mache kein Geheimnis draus , unserer ZOE Intens hat mich am Freitag 16900 Euro gekostet , war über 7000 Euro billiger , EZ 11.2014 Deutsches Modell 150 km .
Grüße Bernd
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Re: Zoe Eigenimport aus FR - alle Details

Beitragvon graefe » So 15. Feb 2015, 08:00

...und noch der wichtige Hinweis, dass bei Fahrzeugen, die jünger als 6 Monate oder weniger als 6000km-Laufleistung haben die dt. USt anfällt! Darum beim Händler franz. USt ausweisen lassen. Zusätzlich muss vom Vorbesitzer die Förderung zurückbezahlt werden. Um diesem Fallstrick auszuweichen würde ich eher ein Fahrzeug suchen, das nicht in diese Kategorie gehört.

Die CoC hat meine Zulassungsstelle im Netz gehabt. Fahrzeug wollten die gar nicht sehen.
Den Transport habe ich per uShip organisiert. Funktionierte alles prima. Der Aufwand ist (dank EU :thumb: ) kaum größer als innerhalb Deutschlands.

Das einzige Problem: die Franzosen sprechen echt kaum Englisch. :shock: In den Autohäusern wurde aufgelegt, wenn ich mit Englisch begann und englische E-Mails werden nicht beantwortet. Naja, dann müssten die sich halt mein rostiges Schul-Französisch anhören und Google-Übersetzungen lesen... :P

@Bernd: ich habe das Gefühl, die 5000€-Förderung werden voll weitergereicht.

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Re: Zoe Eigenimport aus FR - alle Details

Beitragvon mcfrech » So 15. Feb 2015, 08:55

@Bernd: ich habe das Gefühl, die 5000€-Förderung werden voll weitergereicht.

Graefe[/quote]

Hi, die Preise sind momentan echt der Hammer , kann man eigentlich nicht viel verkehrt machen , ärgerlich nur für die jenigen die sich eine Zoe neu gekauft haben und keinen Rabatt bekommen haben . :cry:
Grüsse Bernd
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Re: Zoe Eigenimport aus FR - alle Details

Beitragvon Karlsson » So 15. Feb 2015, 10:53

Hättet ihr vielleicht noch Adressen zur Hand, wo man sich Übersicht über die FR Angebote machen kann?

Bei Mobile.de sind zwar auch französische Anbieter dabei, aber das scheint mir nicht soooo viel billiger zu sein gegenüber zb Autohaus Müller oder dem Importeur bei Hamburg.
Bei solchen Summen bin ich auch irgendwie skeptisch gegenüber Kauf von Privat, zumal ich überhaupt kein Französisch spreche und die Grenze auch weit weg. Also Geld vorab ins ungewisse überweisen...hmmm.
Aber vielleicht Kauf bei einem Händler in Grenznähe, wo die Deutsch oder Englisch sprechen.
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Re: Zoe Eigenimport aus FR - alle Details

Beitragvon ElektroSchwabe » So 15. Feb 2015, 11:45

Hallo Karlsson,

ich hatte meine hier gefunden: http://www.leboncoin.fr/voitures/offres ... enault+zoe
War in der Nähe von Straßburg (ca 100km von mir zu hause) und er Besitzer sprach sehr gut deutsch, machte beruflich viel in D.
Viele Grüße vom
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Re: Zoe Eigenimport aus FR - alle Details

Beitragvon Karlsson » So 15. Feb 2015, 13:39

Cool, danke Dir.
100km von daheim und keine Sprachbarriere ist natürlich auch super.

Der eine, Intens von 2014 mit 5.300km für 11.990 steht auch bei Mobile.de drin. Klingt schon nach Schnäppchen. Der billigste Intens in Deutschland kostet zwar auch nur 900mehr, hat aber 37.000km und ist ein Vierteljahr älter.
Dafür 560km, quer durch Belgien und ohne Französischkenntnisse. Das macht schon Respekt.
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Re: Zoe Eigenimport aus FR - alle Details

Beitragvon smartLooser » So 15. Feb 2015, 15:41

Hallo Karlsson,

hier schau ich: http://www.lacentrale.fr/occasion-voitu ... t-zoe.html

Suche auch einen Intens. Am Besten im Grenzgebiet. "oben" in F 59 ist ein guter Renault Händler mit
günstigen Angeboten (Dein Beispiel).

Warte noch bis März und dann wird der Preis inkl. Aufwand entscheiden.

Gruß
Markus
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