Warum ist der ZOE so teuer ???

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Re: Warum ist der ZOE so teuer ???

Beitragvon Jarod » Di 30. Aug 2016, 09:20

Wie gross muss ich mir den Entwicklungsaufwand eingentlich vorstellen? Wenn ich z.B. den Golf oder den Soul als Beispiel nehme, dann muss ich ja lediglich die Motorhaube des PKW öffnen, mit dem Winkelschleifer den Motor raustrennen. Dann einen Elekromotor rein, Haube zu. Fertig ist der ein elektrische PKW :mrgreen:

Okay, das war jetzt natürlich humorisch überzeichnet, mir ist bewusst das noch einiges fehlt. Die Batterie muss ich unterbringen, anderes Steuergerät für den Motor, Rekuperation, die MFA muss andere Dinge anzeigen und so kommt einiges zum anderen. Aber einiges kann halt auch übernommen werden. Wenn ich will.

Daher meine Frage, weiss jemand, ohne wilde Spekulation, wieviel man wiederverwenden kann und wieviel Aufwand der Rest ist. Ich erwarte natürlich keine Cent-genaue Aufstellung, ich hätte nur gerne mal eine ungefähre Vorstellung.
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Re: Warum ist der ZOE so teuer ???

Beitragvon SL4E » Di 30. Aug 2016, 09:42

Hachtl hat geschrieben:
Also als ich damals den Preis Zoe Intens mit Clio mit gleicher Ausstattung (also Automatikschaltung, Benziner mit gleicher Leistung, Navi, Rückfahrkamera, Parksensoren, Klimaautomatik, Standheizung (Standkühlung gab es nicht???), Keyless Entry ) verglichen hatte, war der Clio 1500€ teurer.


Dafür hat der Clio aber einen Tank und Motor eingebaut und man muss ihn nicht mieten :lol:
Bei Zoe kommen in 8 Jahren bei 20000km/a mal eben 9792€ an Mietkosten dazu.
Lieber jetzt elektrisch fahren, als noch länger warten!
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Re: Warum ist der ZOE so teuer ???

Beitragvon Hachtl » Di 30. Aug 2016, 09:52

Bei mir war ein Jahr frei. Korrekt. Das ist dann die Differenz, die man sich an Benzinkosten spart ...
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Re: Warum ist der ZOE so teuer ???

Beitragvon Schneemann » Di 30. Aug 2016, 10:29

Ich habe mir angewöhnt, die Akkumiete den Fortbewegungskosten und nicht den Anschaffungskosten zuzuordnen. Und als - wie hier so schön geschrieben - Irrer in einer neuen Welt bewege ich mich derzeit dank Schnorrer-Säule vor der Haustür günstiger fort, als ich es mit meinem Megane GT zuvor getan habe.

Lassen wir das Schnorren mal weg und legen einen kWh-Preis von 0,30 Euro aus einem Mix aus zuhause und an öffentlichen Säulen laden zu Grunde. Dann kosten mich 100km mit einem Verbrauch von 14kWh 11,08 Euro. Zusammengesetzt aus 6,88 Euro Batteriemiete und 4,20 Euro Stromkosten. Mit meinem Megane (8 Liter / 100km) komme ich auf denselben Wert bei einem Preis für Super von 1,38 Euro.

Für mich persönlich geht die Rechnung auf bei einem 100%igen Erhalt des Fahrspaß. Der Klassenunterschied bei beiden Fahrzeugen schmerzt mich nicht, da beide ähnlich ausgestattet sind. Einzig meine Sportsitze vermisse ich ein wenig. Und der Kaufpreis des Zoe inkl. Förderung passt dann auch. Und ich denke, es gibt auch andere Menschen, die die Ökonomie nicht an erste Stelle setzen.
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Your legs got nothing to do
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Re: Warum ist der ZOE so teuer ???

Beitragvon campr » Di 30. Aug 2016, 17:37

Warum verkauft Renault die Zoe zu diesem Preis (oder VW den eUP/eGolf, ...)? Weil sie's können. Jeder Hersteller will seine Produkte so teuer wie möglich verkaufen. Solange die Kunden diverse Märchen glauben und bereit sind, für ihre moralische Überlegenheit so viel mehr Geld zu zahlen, verkaufen sie's halt zu absurd hohen Preisen.

Wenn die Hersteller viele Elektrofahrzeuge verkaufen müssten, würden sie die Preise ganz anders gestalten.

Jarod hat geschrieben:
Daher meine Frage, weiss jemand, ohne wilde Spekulation, wieviel man wiederverwenden kann und wieviel Aufwand der Rest ist. Ich erwarte natürlich keine Cent-genaue Aufstellung, ich hätte nur gerne mal eine ungefähre Vorstellung.

Überleg einfach, was du an einem Verbrennern ändern müsstest, wolltest du einen Elektroantrieb drausmachen. Tank, Motor, Anlasser, Abgasanlage und zugehörige Steuergeräte raus, Getriebe könnte durch ein deutlich einfacheres ersetzt werden (bleibt bei Umbauten aber meist drin), Klima und Bremskraftverstärker durch elektrisch betriebene ersetzen (bei Toyota gibt es die im HSD bereits), Elektromotor und Ansteuerelektronik rein, Akku und Lade- bzw. Spannungswandlertechnik rein.
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Re: Warum ist der ZOE so teuer ???

Beitragvon umberto » Di 30. Aug 2016, 18:44

Greenhorn hat geschrieben:
Selbst, wenn wir Preise von Komponenten kennen, dann sind das Verkaufspreise. Die liegen Lichtjahre von den Herstellungskosten entfernt.I ch spreche von Herstellung- und nicht Entwicklungskosten.


Wenn Du Herstellungs- und Entwicklungskosten trennst, machst Du schon den ersten Fehler in Deiner Rechung.

Mit allem was da an Umlagen und Gewinnmarge drauf kommt, wird wohl nicht zu Gunsten des Käufers kalkuliert.


Ein Unternehmen kalkuliert immer so, daß es Gewinn macht oder, wenn es andere Ziele gibt, wenigstens den Betrieb aufrechterhalten kann.
Ich glaube, angesichts der vielen teuren Komponenten der Zoe, die es nirgendwo anders gibt (Umrichter, E-Motor, Brems-/Rekuperationssystem, Wärmepumpe), daß das Auto bestensfalls seine Herstellungskosten reinholt.

Außerdem gibt es Indizien, daß Renault mal mit deutlich höheren Stückzahlen kalkuliert hat. In der Branche ist es üblich, daß man Zuliefere entschädigt (und sei es durch Aufträge für andere Autos), wenn man ihnen völlig verplante Stückzahlen genannt hat.

All das läßt mich vermute, daß selbst bei Listenpreis das Auto noch viel zu billig ist - und schon gar nicht 20 k€ incl. Akku, wie Du hier postuliert hast.

Aber das ist ein freies Land, Du kannst glauben, was Du willst. Aber Du mußt mit Gegenrede rechnen.

Gruss
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Re: Warum ist der ZOE so teuer ???

Beitragvon umberto » Di 30. Aug 2016, 18:52

campr hat geschrieben:
Warum verkauft Renault die Zoe zu diesem Preis (oder VW den eUP/eGolf, ...)? Weil sie's können.


Überlege bei Deiner Änderungslogik nur mal: Renaul hat der Zoe im Vergleich zum Clio einen komplett neuen Rohbau spendiert, VW hat den Golf übernommen (und der ist aufgrund der Stückzahlen schweinebillig) und trotzdem ist der e-Golf deutlich teurer als ein vergleichbarer Verbrenner-Golf, während bei Zoe vs. Clio der Unterschied klein ausfällt.

Daraus kannst Du erahnen wie teuer die ganzen E-Komponenten (beim VW noch plus Akku) wirklich sind. So ein Verbrenner-Antriebsstrang incl. Tank und Auspuff kostet in den riesigen Stückzahlen (überlegt mal, wo Renault und VW ihre meistverkauften Motoren überall einbauen, das sind Millionen pro Jahr!) sehr wenig

Gruss
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Re: Warum ist der ZOE so teuer ???

Beitragvon Jarod » Di 30. Aug 2016, 19:15

Jarod hat geschrieben:
Daher meine Frage, weiss jemand, ohne wilde Spekulation, wieviel man wiederverwenden kann und wieviel Aufwand der Rest ist. Ich erwarte natürlich keine Cent-genaue Aufstellung, ich hätte nur gerne mal eine ungefähre Vorstellung.

Überleg einfach, was du an einem Verbrennern ändern müsstest, wolltest du einen Elektroantrieb drausmachen. Tank, Motor, Anlasser, Abgasanlage und zugehörige Steuergeräte raus, Getriebe könnte durch ein deutlich einfacheres ersetzt werden (bleibt bei Umbauten aber meist drin), Klima und Bremskraftverstärker durch elektrisch betriebene ersetzen (bei Toyota gibt es die im HSD bereits), Elektromotor und Ansteuerelektronik rein, Akku und Lade- bzw. Spannungswandlertechnik rein.[/quote]

Die Summe der Änderungen ist einigermassen leicht zu bestimmen, das ist korrekt. Damit kannst du aber noch keine Rückschlüsse auf die Entwicklungskosten ziehen. Wenn z.B. die Entwicklung vom der Fahrgastzelle verglichen mit dem Rest extrem teuer wäre, sparst du diese Kosten bei weiterverndung der Platform.
Auch kommt es bei den Produktionskosten auf den Grad der Wiederverndung an, dort ist es ein riesen Unterschied ob uns Beispiel-E-Golf auf eine E-Motor Strasse abbiegt und danach wieder den normalen Weg aller Golf für Innenraum, Licht, lackieren usw nehmen kann.
Oder ob das andere extrem eine komplett eigene, schlecht ausgelastete Fertigunsstrasse nur für E-PKW von Anfang bis Ende ist.
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Re: Warum ist der ZOE so teuer ???

Beitragvon zoe-pit » Di 30. Aug 2016, 21:13

Wie schon mehrfach geschrieben, sind wohl die niedrigen Fertigungszahlen ausschlaggebend für die hohen Preise der E-Autos.
Das ist eigentlich gut nachvollziehbar.

Meine These: Wenn die Automobilfirmen wirklich Interesse daran hätten, mehr E-Autos zu verkaufen, dann könnten sie ja dieses Produkt quersubventionieren - sprich die Verbrenner etwas teurer anbieten und dementsprechend die E-Autos billiger, so dass sich die Preise annähern.
Dadurch würde vermutlich die Nachfrage nach E-Autos ansteigen und mit höheren Fertigungszahlen würden folglich die Produktionskosten wieder fallen. Das ist aber anscheinend derzeit nicht gewollt!
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Re: Warum ist der ZOE so teuer ???

Beitragvon umberto » Di 30. Aug 2016, 22:06

zoe-pit hat geschrieben:
Dadurch würde vermutlich die Nachfrage nach E-Autos ansteigen und mit höheren Fertigungszahlen würden folglich die Produktionskosten wieder fallen.


Die Produktionskosten fallen aber nicht automatisch.

Du mußt Dir vorher überlegen, wieviele Autos Du absetzen kannst. An dieser Zahl orientiert sich, wie die Werkzeuge gefertigt werden, welche Arbeiten automatisiert werden können usw. Und das legt dann auch den Preis und die per Zeiteinheit zu produzierenden Stückzahlen fest.

Wenn Du hinterher eine viel größere Nachfrage wie geplant hast, hast Du genau das gleiche Problem wie wenn das Teil keiner haben will.

Das macht's für die Firmen, die jedes Projekt mit spitzen Stift (= classic economy) rechnen ja auch so schwierig. Und für die Manager. Ziehst Du so ein Projekt durch und es geht schief, bist Du für weitere Aufgaben raus. So ging es Carlos Tavarez, dem Mastermind bei Renault hinter der Zoe. Er wollte mit dem Teil sein Meisterstück machen und Ghosn beerben. Jetzt isser bei PSA gelandet und saniert...

Und wenn z.B. der Chef der i-Sparte zu seinen Verbrennerkollegen sagen würde: "Hey, haut mal auf jeden 3er, 5er und 7er nen Hunni drauf, damit ich billiger anbieten kann", würden sie ihm den Vogel zeigen. Das muß schon die Frau Klatten machen.. :-)

Gruss
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