Eigenimport aus Frankreich

Renault ZOE Themen, zu denen es kein eigenes Unterforum gibt

Eigenimport aus Frankreich

Beitragvon Chauswe » Fr 20. Nov 2015, 14:49

[Update Anmeldekosten 25.11.2015]
[Update Austausch Armaturenbrett 27.11.2015]

Hallo zusammen,

da ich seit gestern ebenfalls stolzer Besitzer einer selbst aus Frankreich importierten (aber noch nicht zugelassenen) Zoe bin und bereits zweimal auf meine Erfahrungen hin angesprochen wurde, will ich diese an dieser Stelle kurz mit Euch teilen. Sicherlich gibt es noch weitere Interessenten.

Recherche:
Ich habe die Preise von neuen und gebrauchten Zoe Intens über die einschlägigen Internetseiten verglichen. Fündig geworden bin ich bei http://www.leboncoin.fr/voitures. Dort habe ich die günstigsten Angebote von privat gefunden. Es waren nicht viele, aber eines hat eben gepasst, obwohl es sogar schon seit 2 Wochen online war. Die "günstigen" Angebote kommen gerne aus dem Elsass. Dort hatten Elektroautos eine Zeit lang eine zusätzliche Sonderförderung erfahren, so dass man vom Neupreis 10.000 Euro runterrechnen konnte. Das macht sich zum Teil auf dem Gebrauchtwagenmarkt bemerkbar. Es scheint aber auch einige zu geben, die ihre Preise dem deutschen Niveau anpassen und dann eine prächtige Marge mitnehmen. "Mein" Auto war mit 12.000 Euro inseriert, geeinigt haben wir uns auf 11.750. Laufleistung 17.200 km, Erstzulassung 4/2014. Der Vorbesitzer hatte auch noch die Mittelarmlehne geordert - für mich hat somit alles gepasst.

Information:
Natürlich musste ich mich mit dem Gedanken des Eigenimports erst noch etwas anfreunden. Insbesondere war natürlich zu klären, was alles zu beachten ist. Die 900 km hin und zurück sollten sich ja auch lohnen. Aber dank dieses Forums und des Blogs von René Auberger http://www.zoe-elektrisierend.de/2013/12/19/importauto-aus-frankreich-anmelden/ konnte ich mich umfassend informieren und habe es dann einfach gewagt. Danke nochmal an dieser Stelle!

Kommunikation:
erfolgte ausschließlich über eMail und auf französisch. Auf meine Fragen wurde schnell und präzise geantwortet. Als Fragen hatte ich u.a.
- Verkaufsgrund
- Vorbesitzer
- Schäden, Reparaturen
- Fotos von außen und innen (sowie vom km-Stand und Akkukapazität und Rest-km)
- Kopie/Scan der Zulassungsbescheinigung (carte grise)

Abholung:
Die Abholung hatten wir für gestern ausgemacht. Der Verkäufer war zeitlich flexibel, wollte aber in bar bezahlt werden und die Geldscheine bei einer Bank auf Echtheit überprüfen lassen. Also musste ich die Abholung so planen, dass ich zu den regulären Banköffnungszeiten (montags geschlossen!) vor Ort sein würde. Um ganz sicher zu gehen, Staus zu vermeiden und genügend Puffer für die Grenzkontrollen zu haben, habe ich den Anhänger (46 Euro mit Gurten) bereits am Vorabend abgeholt und bin gestern um 4 Uhr morgens aufgebrochen. Um 9:30 Uhr war ich dann da, und der Verkäufer stellte sich als ein sehr freundlicher Polizist heraus. Nach einer Probefahrt haben wir den Papierkram erledigt (die Prüfung bei der Bank ist dann entfallen, offensichtlich war ich glaubwürdig genug ;) ). In meinem Fall waren das:
- 3-faches Ausfüllen des Kaufvertrags (déclaration de cession d'un véhicule)
- 3-faches Ausfüllen des Übergabeprotokolls der Batterie (transfert de l'usage de la batterie dans le cadre d'une vente de véhicule éléctrique Renault)
- "Durchstreichen" der Zulassungsbescheinigung (certificat d'immatriculation "carte grise), indem Datum und Uhrzeit des Verkaufs großflächig über das gesamte Dokument notiert werden
- zusätzlich habe ich noch einen Nachweis über die letzte Inspektion und die dabei durchgeführten Tätigkeiten erhalten.
- ich habe NICHT die EU-Konformitätserklärung (CoC) erhalten. Diese wird wohl bei der Erstzulassung von den Behörden einbehalten, manche Zulassungsstellen geben die Daten dann aber an eine europäische Datenbank weiter.

Rückfahrt:
Verlief problemlos. An der Grenze wurde ich gefragt, wo ich hinfahren würde. "Nach Hause" war aber ausreichend :-)
In Frankreich wurde mir mitgeteilt, dass es für Anhänger im Gegensatz zu Deutschland keine Geschwindigkeitsbegrenzung gäbe. Ich habe das nicht überprüft, aber dank des niedrigen Schwerpunktes der Zoe waren 120 kein Problem. Ich Deutschland sind dann aber nur 80 erlaubt!

Anmeldung:
Noch steht das Auto mit französischen Kennzeichen in der Garage.
Für die Zulassung werden laut meiner Zulassungsstelle benötigt:
- die frz. Zulassungsbescheinigung (carte grise)
- die Kennzeichen (sind in Frankreich genietet, also noch die Kennzeichenhalter organisieren)
- Kaufvertrag
- EU Konformitätserklärung des Fahrzeugherstellers (certificat de conformité européen). In meinem Fall ist das entbehrlich, weil die frz. Zulassungsstelle offensichtlich die Daten bereits gemeldet hat. Die Ausstellung der Bescheinigung von Renault kostet in Frankreich laut meinem Verkäufer 150 Euro.
Die Anmeldung erfolgt in zwei Stufen: zunächst erhält man den Fahrzeugschein Teil 1. Damit kann man sich die Nummernschilder besorgen. Hat man diese (bis zum 31.12.2015 gibt es die hier kostenlos (nur Versandkosten fallen an): https://www.kennzeichenbox.de/e-kennzeichen-aktion/), fährt man nochmal mit dem Auto zur Zulassungsstelle, führt es vor und erhält den Fahrzeugschein Teil 2. Manche Zulassungsstellen handhaben das etwas pragmatischer - einfach vorher anrufen.
- Weil ich gefragt wurde: die Anmeldung hat mich (inkl. 5 Euro für die Feinstaubplakette) 51,60 Euro gekostet.

Anderes:
- Versicherung: die herkömmlichen Versicherer scheinen keine Tarife für Elektrofahrzeuge zu haben. Und die Anbieter solcher auf Elektrofahrzeuge abgestimmten Versicherungen sind rar (mir ist nur http://www.emover24.com/ bekannt). Günstig für Fahranfänger, da sie keine Schadenfreiheitsklassen kennen, teuer für die, die in einer hohen SF sind. Ich habe mich selbst noch nicht entschieden. [Update 25.11.2015]: Inzwischen habe ich mich für Directline entschieden. Sie bieten ersten einen attraktiven Zweitwagentarif an und im Premiumtarif ist Zubehör - und damit auch die Batterie - in unbegrenzter Höhe mitversichert. Achtung: im Vertrag darf nicht "Zoe (ohne Batterie)" drinstehen, sondern einfach nur "ZOE". Siehe auch hier: http://www.goingelectric.de/forum/elektroauto-versicherung/versicherung-zoe-t928-90.html#p276560
- Batterievertrag: einfach eine eMail an emove-rcide@rcibanque.com mit folgenden Informationen schicken:
+ Zulassungsbescheinigung des Vorbesitzers (carte grise)
+ Kaufvertrag
+ Kopie des eigenen Perosnalausweises
+ gewünschte Vertragslaufzeit und km-Leistung
- Im Gegenzug erhält man dann von der Renault-Bank (in Frankreich spricht man von der "DIAC") einige Unterlagen, die man dann zusammen mit einer Kopie der Zulassungsbescheinigung Teil 2 wieder ausgefüllt zurückschicken muss.
+ Selbstauskunft
+ Übergabeprotokoll
+ Batteriemietvertrag (Legitimierung im Postidentverfahren)
- Ladekabel: In Frankreich werden Ladekabel mit Typ 3-Stecker verwendet. Im restlichen Europa wird Typ 2 benötigt. Also etwa nochmal ca. 200 Euro für ein passendes Ladekabel in die Hand nehmen oder das französische Ladekabel umbauen lassen (kostet um die 100 Euro, wenn ich es noch richtg im Kopf habe). Der Stecker auf der Fahrzeugseite ist in beiden Fällen identisch, die Typenkonfusion besteht nur auf der Seite, die in die Ladebox muss.

Austausch Armaturenbrett
Viele Informationen finden sich bereits in diesem Forum, diesen (http://www.goingelectric.de/forum/renault-zoe-probleme/problem-lichtreflexion-in-der-windschutzscheibe-t1360-1100.html?hilit=armaturenbrett#p123447) für mich interessantesten Beitrag zu finden (> 160 Seiten!), hat eine halbe Stunde gedauert. Daher nochmal in Kurzform meine Erfahrung: ich bin zum Renault-Händler gefahren, um einen Termin zum Tausch auszumachen. Er wusste von nichts, zu meiner Fahrgestellnummer war auch nichts weiter vermerkt (außer einem Update der Klimaautomatik). Einen offiziellen Rückruf ("rote Markierung") gibt es nicht, aber man wolle sich schlau machen. Nach einer Stunde die Info: Es gibt eine "gelbe Markierung", d.h. Kunden, die das helle Armaturenbrett reklamieren, bekommen es ausgetauscht. Also denn, am Freitag ist es soweit.


So, nun hoffe ich, alle wesentlichen Informationen gegeben zu haben.

Wen es interessiert, hier noch eine Übersicht über die Preise in verschiedenen Autoportalen zu neuen und gebrauchten Zoe Intens, die ich mal recherchiert hatte (Anfang/Mitte November 2015) - NL war preislich uninteressant:

Deutschland
Zoe_D.jpg


Frankreich
Zoe_F.jpg


Österreich
Zoe_A.jpg


Und nun wünsche ich allen gutes Gelingen, die sich ebenfalls auf das "Abenteuer" einlassen wollen.
Für mich hat es sich gelohnt, denke ich.

Viele Grüße
Chauswe
Zuletzt geändert von Chauswe am Fr 27. Nov 2015, 14:58, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Eigenimport aus Frankreich

Beitragvon Mark83 » Fr 20. Nov 2015, 18:00

Hey, vielen Dank für den super Bericht!

Hast du auch mal diese Seite genutzt?:

http://www.dasparking.de/gebrauchtwagen/renault-zoe-frankreich.html
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Re: Eigenimport aus Frankreich

Beitragvon Knieschleifer » Fr 20. Nov 2015, 18:06

:applaus: :applaus: :applaus:
Habe gerade mit einem grinsen deinen Bericht gelesen....so wird es bei mir auch laufen...
Denke aber erst in 2-3 Monaten aus monetären Gründen.

Freut mich für dich, das es alles geklappt hat und gute Fahrt
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Re: Eigenimport aus Frankreich

Beitragvon HawkEy3 » Fr 20. Nov 2015, 19:01

Vielen Dank für deinen Bericht Chauswe,
beim lesen ist mir aber aufgefallen, dass ich doch noch nicht so gut informiert bin wie ich gehofft habe, besonders schwierig für mich ist, dass ich kein Französisch spreche. Habe aber auch über leboncoin.fr jemand gefunden der gut Englisch spricht.

Ich hoffe du kannst mir ein paar Fragen beantworten:
Abholung
  1. Welche Führerscheinklasse hast du? 1,5t ZOE mit Anhänger reicht Klasse B nicht aus oder?
  2. Muss der Kaufvertrag auf Französisch sein?
  3. Vom "Übergabeprotokoll der Batterie" höre ich zum ersten mal, bei meinem Telefonat mit der Renault Bank Deutschland meinten sie ich soll das Auto einfach kaufen und mich dann anschließend bei ihnen melden, gleiches, muss es auf Französisch sein?
  4. Muss die Zulassungsbescheinigung "Durchgestrichen" werden?
  5. Wie kann ich prüfen ob die CoC Daten an die europäische Datenbank weiter gegeben wurden und ich sie mir auch sparen kann? Mein Verkäufer meinte das Ausstellen würde 95€ kosten.
Rückfahrt
  1. Du wurdest an der Grenze kontrolliert? Ich dachte das gibt es nicht mehr?
Anmeldung
  1. Der Verkäufer hat seine Kennzeichen vor Verkauf nicht entfernt? War das Auto nicht abgemeldet in Frankreich??
  2. Wäre es denkbar die Nummernschilder des Franzosen für die Rückfahrt und zur Ummeldung zu nutzen?
Anderes
  1. email an rcibanque.com, ist das die Renault Bank Frankreich? Kann man sich nicht an die in Deutschland wenden?
  2. Hast du dir E-Kennzeichen ausstellen lassen?
  3. Was ist mit Selbstauskunft und Übergabeprotokoll gemeint?
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Re: Eigenimport aus Frankreich

Beitragvon palim_palim » Fr 20. Nov 2015, 20:38

Chauswe hat geschrieben:
Hallo zusammen,

da ich seit gestern ebenfalls stolzer Besitzer einer selbst aus Frankreich importierten (aber noch nicht zugelassenen) Zoe bin und bereits zweimal auf meine Erfahrungen hin angesprochen wurde, will ich diese an dieser Stelle kurz mit Euch teilen. Sicherlich gibt es noch weitere Interessenten.


wow, vielen Dank für den detaillierten Bericht! Das erspart mir einiges an Recherche. Und Glückwunsch zum neuen Wagen!
Da der Liefertermin meines ZOE auf unbestimmt verschoben ist, und ich vom Kaufvertrag zurücktreten könnte, denke ich auch gerade über den Kauf eines Gebrauchten aus F nach.
Riesiger Vorteil: Ich könnte mir "sofort" einen Wagen aussuchen und abholen gehen.
Ich habe allerdings meine Zweifel, ob sich das finanziell lohnt:
Intens Neupreis: 17500 inkl. Überführung
abzgl. 1 Jahr Batteriemiete -1224
abzgl. lokaler Förderung -500
= 15776 Euro

Das sind dann am Ende noch gut 4000 Euro Unterschied zum gebrauchten aus F. Aber dafür hat meinen einen Neuwagen mit 0km und voller Garantie, (und 2x2 Wochen Clio leihen :lol: ).
Noch nicht eingerechnet sind die Spesen für Abholung (Sprit, Anhänger usw.) und COC Bescheinigung.
Wie sieht es aus mit den 10 Jahren Steuerbefreiung? Bekommt man die auch, wenn der Wagen außerhalb Deutschlands erstzugelassen wurde? Weiß das jemand?

mhhh.. schwierig.

Schöne Grüße, palim
Nissan Leaf + Renault Twizy + 11,1kWp PV
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Re: Eigenimport aus Frankreich

Beitragvon Berndte » Fr 20. Nov 2015, 21:19

Meinst du es wäre irgendwas anders bei einem Kangoo?
Ich liebäugle ja mit diesem Modell:
http://www.leboncoin.fr/voitures/877293258.htm

Preis ist gut und vor allem Vollausstattung und AHK bei der langen Version!
Sep 2014: Renault Zoe
Nov 2014: Eigene 43kW Ladesäule
Okt 2015: 2x 43kW und 1x 14kW am Arbeitsplatz
Dez 2015: Kangoo Maxi und Verkauf des letzten Verbrenners -> jetzt 100% elektrisch!
Mär 2016: Reservierung Tesla Modell = mit Nummer 11 in Hamburg
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Re: Eigenimport aus Frankreich

Beitragvon Chauswe » Fr 20. Nov 2015, 21:22

Mark83 hat geschrieben:
Hey, vielen Dank für den super Bericht!

Hast du auch mal diese Seite genutzt?:

http://www.dasparking.de/gebrauchtwagen/renault-zoe-frankreich.html


Danke.

Nein, die Seite kannte ich nicht. Dürfte aber für viele interessant sein, da die Preise ja auch auf den ersten Blick recht verlockend aussehen...
Zuletzt geändert von Chauswe am Fr 20. Nov 2015, 22:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eigenimport aus Frankreich

Beitragvon Chauswe » Fr 20. Nov 2015, 21:53

Abholung
admin hat geschrieben:
1. Welche Führerscheinklasse hast du? 1,5t ZOE mit Anhänger reicht Klasse B nicht aus oder?

Ich habe Klasse 2+3 (rosa Führerschein). Da stellte sich die Frage nicht. Aber ich meine mich zu erinnern, dass zu dem Anhänger etwas von B+E geschrieben stand.
admin hat geschrieben:
2. Muss der Kaufvertrag auf Französisch sein?

Grundsätzlich denke ich nein - sofern Du einen Verkäufer findest, der sich darauf einlässt. ABER: meines Wissens muss der Verkäufer den Kaufvertrag seiner Versicherung und/oder Zulassungsstelle schicken (daher wird er auch 3x ausgefrtigt). Und da könnte ich mir vorstellen, dass doch Französisch gefordert ist. Wenn Du aber Glück hast, akzeptiert Dein Verkäufer die Version des Luxemburgischen Automobilclubs (http://www.acl.lu/expertise/occasions/le-contrat-de-vente). Dort gibt es auch eine 1:1-Übersetzung ins Deutsche.
admin hat geschrieben:
3. Vom "Übergabeprotokoll der Batterie" höre ich zum ersten mal, bei meinem Telefonat mit der Renault Bank Deutschland meinten sie ich soll das Auto einfach kaufen und mich dann anschließend bei ihnen melden, gleiches, muss es auf Französisch sein?

Das Übergabeprotokoll kommt von der französischen Renaultbank (DIAC) und ist daher natürlich auf Französisch. Ich vermute daher mal, dass es da wenig Spielraum gibt. Zumal da jedes Land seine eigenen Konditionen hat. Mein Verkäufer zeigte mir z.B. die Preise für die Batteriemiete in Frankreich: demnach sind es im 79 Euro, egal wieviele km man fährt. Und man kann auch gleich Verträge für 4, 5 oder 6 Jahre abschließen (wer's braucht).
Die Renaultbank in Deutschland benötigt es aber nicht, das ist auch mein Verständnis. Angefordert werden nur Zulassungsbescheinigung (carte grise), Kaufvertrag und Dein Personalausweis (Kopie).
admin hat geschrieben:
4. Muss die Zulassungsbescheinigung "Durchgestrichen" werden?

Ich denke ja, das ist die in Frankreich übliche Vorgehensweise. Ist auch ja auch nicht weiter schlimm, an die Wand hängt man die sich ja nicht ;) . Ich glaube sogar, sie wird dann von der deutschen Zulassungsstelle einbehalten - aber so weit bin ich ja noch nicht.
admin hat geschrieben:
5. Wie kann ich prüfen ob die CoC Daten an die europäische Datenbank weiter gegeben wurden und ich sie mir auch sparen kann? Mein Verkäufer meinte das Ausstellen würde 95€ kosten.

Letztlich habe ich die frz. Zulassungsbescheinigung eingescannt und an meine Zulassungsstelle gemailt. Nach 30 Minuten kam der Rückruf, dass der Wagen "gespeichert" sei und ich das CoC nicht benötigen würde. Wenn Du also einen Wagen konkret im Auge hast, lass Dir doch eine Kopie der carte grise schicken, dann kannst Du Deine Zulassungsstelle ebenfalls fragen. Außerdem ist es schon einmal ein ganz guter Nachweis, dass der Wagen existiert - und Du siehst Namen und Adresse des Eigentümers, sofern er das nicht unkenntlich gemacht hat.

Rückfahrt
admin hat geschrieben:
1. Du wurdest an der Grenze kontrolliert? Ich dachte das gibt es nicht mehr?

Ja, nach den Anschlägen von Paris scheint das leider wieder notwendig zu sein. Es war aber keine richtige Kontrolle. Kurz angehalten, gefragt und weiter ging es. Papiere wollten sie nicht sehen. Und wenn, ich habe ja nichts zu verbergen.

Anmeldung
admin hat geschrieben:
1. Der Verkäufer hat seine Kennzeichen vor Verkauf nicht entfernt? War das Auto nicht abgemeldet in Frankreich??

Doch, es wird abgemeldet, aber dafür braucht es in Frankreich nicht die Kennzeichen. Die können vom (inländischen) Käufer weiter verwendet werden. Die Zuordnung zu Regionen (z.B. 75 = Paris) ist ja in Frankreich nur noch freiwillig.
admin hat geschrieben:
2. Wäre es denkbar die Nummernschilder des Franzosen für die Rückfahrt und zur Ummeldung zu nutzen?

Mmh - denkbar schon, aber legal? Zumindest, wenn der Verkäufer nicht für Dich haften will, wird er sich wohl kaum datauf einlassen. Zumal es auch üblich ist, den Versicherungsnachweis (hinter der Windschutzscheibe) zu entfernen. Kämen also noch Kurzzeitkennzeichen in Betracht. Das schien mir aber zu teuer und zu umständlich, daher habe ich mich für den Anhänger entschieden. Zu den Kurzzeitkennzeichen müsstest Du Dich hier im Forum weiter informieren, da ich dazu leider keine tiefergehenden Kenntnisse habe.

Anderes
admin hat geschrieben:
1. email an rcibanque.com, ist das die Renault Bank Frankreich? Kann man sich nicht an die in Deutschland wenden?

Klingt nicht so, ist aber die deutsche Renault-Bank.
admin hat geschrieben:
2. Hast du dir E-Kennzeichen ausstellen lassen?

Noch nicht, werde ich aber machen lassen. Ich kenne keinen Grund, der dagegen spräche. Zugegebenermaßen sprechen leider bisher auch kaum welche dafür - aber das wird ja vielleicht noch.
admin hat geschrieben:
3. Was ist mit Selbstauskunft und Übergabeprotokoll gemeint?

Ich habe die Unterlagen noch nicht erhalten, kann daher selber nur spekulieren: Selbstauskunft wie bei einem Kredit oder wenn Du eine Wohnung mietest. Die Renaultbank will wissen, ob Du auch wirklich solvent genug bist, um die monatlichen Raten über die Laufzeit zu zahlen. Und in dem Übergabeprotokoll dürften u.a. Datum, Preis, Batterienummer sowie Deine Pflichten vermerkt sein.
Zuletzt geändert von Chauswe am Fr 20. Nov 2015, 22:05, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Eigenimport aus Frankreich

Beitragvon Chauswe » Fr 20. Nov 2015, 21:58

palim_palim hat geschrieben:
Ich habe allerdings meine Zweifel, ob sich das finanziell lohnt:
Intens Neupreis: 17500 inkl. Überführung
abzgl. 1 Jahr Batteriemiete -1224
abzgl. lokaler Förderung -500
= 15776 Euro

Ja, der Neupreis klingt nicht schlecht. Das wirst Du aber letztlich selber entscheiden müssen. Ich freue mich, dass ich nochmal 3.000 Euro ggü. den Gebrauchten gespart habe.

palim_palim hat geschrieben:
Wie sieht es aus mit den 10 Jahren Steuerbefreiung? Bekommt man die auch, wenn der Wagen außerhalb Deutschlands erstzugelassen wurde? Weiß das jemand?

Steuerbefreiung gibt es natürlich. Die 10 Jahre fangen aber rechnerisch mit der Erstzulassung des Wagens in Frankreich an - zumindest wurde es mir so berichtet. Also sind es bei mir nur noch 8,25 Jahre. Aber ich sehe die Zoe doch sowieso nur als Übergang zum Tesla ;)
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Re: Eigenimport aus Frankreich

Beitragvon Chauswe » Fr 20. Nov 2015, 22:01

Berndte hat geschrieben:
Meinst du es wäre irgendwas anders bei einem Kangoo?
Ich liebäugle ja mit diesem Modell:
http://www.leboncoin.fr/voitures/877293258.htm


Nun, bei den Kangoos kenne ich mich so gar nicht aus. Ist da die Batterie auch nur zu mieten? Dann denke ich, wäre das Prozedere wohl genauso.
Mir persönlich wäre der Weg nach Nizza allerdings dann doch zu weit.
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