Typ 1 Ladung für den Kangoo

Renault Kangoo Z.E. / Renault Kangoo Maxi Z.E.

Typ 1 Ladung für den Kangoo

Beitragvon ersteinmal » Di 18. Dez 2012, 22:11

Hallo!

Als Industrieelektroniker habe ich ja schon viel mit Frequenzumrichtern rumgespielt, und dachte eigentlich das wichtigste zu können. Wenn ich dann im Forum so rumlese bin ich etwas konstaniert.
Also fange ich damit an zu sortieren.


Der Kangoo hat ja nur das Typ 1 Ladesystem nach Mennecke das nun Standart ist. Typ 2 , 3 später 4 unterscheiden sich in der Steckerbelegung und damit die Ladespannung 1P, 3P, DC und Ladestom die über die Spannungs- und Frequenzkodierung definiert wird. Dabei ist doch eigentlich ausdrücklich festgelegt, daß Typ 1 als Notladesystem gilt, daß keine Ladekodierung benötigt. Also habe ich bei Renault noch einmal nachgefragt. Die haben mir natürlich bestätigt das es ohne Ladecodierung geht. Also habe ich kurzerhand das Ladekabel durchgeschnitten und an 230V angeschlossen => Es läd nicht.

Also sollte die Batterie geladen werden, wenn L, N und PE angeschlossen werden.
weiter

Der Standardstecker an Ladestationen ist Type 2. Das macht ja auch Sinn, weil sonst die Ladestation nicht weiß wie sie die Pin´s etc. belegen soll.

Die Energieniveauanzeige im Auto schwankt zwischen +44kw und -35kw. Wie geht das eigentlich wenn die Batterie nur mit 2kw bzw. 3kw geladen werden darf? Dann wird die Batterie ja überlastet.
Also kann es nur so sein, daß das Nadelör der Ladegleichrichter ist. Aber dazu später mehr.

Sicherheit: In der Elektrik gibt es Leitungsschutzschalter, die dafür sorgen sollen, daß die Leitungen nicht verbrennen, und im Kurzschlußfall ausschalten.
Dann der FI, der bekanntlich bei 30mA (also 500mal weiniger als das womit geladen wird) aus. Dies ist der (Wechsel) Strom, den ein gesunder Mensch (eher Mann) überlebt.

Also alles in allem nicht so besonders sicher, zumal ich gar nicht weiß, wohin der Strom im ersten Fehlerfall (also wenn die PE Ader gebrochen ist) abfließen soll, die Reifen sind doch isolatoren. . . Wahrscheinlich ist die Anschlußleitung Metallisch geschirmt.

Ach noch was. Es Stimmt, daß handelsübliche 16A Steckdosen, 16 A nicht aushalten, deshalb verwendet man in solch einem Fall die CEE Stecker, die haben mehr kontaktfläche. Man braucht ja nur eine Phase anzuschließen. Und eine Zuleitung sollte mind 2,5² dick sein.
Schuß mit dem Zeigefinger das ist ja auch nicht das Thema.

Hat es eingentlich schon mal jemand ausprobiert, ob die Batterie geladen wird, wenn man L,N,PE anschließt? Ich wollte das heute machen, aber leider hat der Stecker Schraubenköpfe, die ich nicht öffnen kann (Ich will ja nichts kaputt machen).


Ach noch eins! Der Max. Strom. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Ladestelle den Strom begrenzt. Wenn Sie das machen sollte, dann ginge das ja nur über die Spannungsreduzierung, oder Phasenanschnitt etc. Das würde aber bedeuten, daß die Gleichrichter mit allem zurechtkommen könnten.... :roll:



Es würde mich freuen, endlich zu verstehen, warum Typ 1 Systeme mind. 400,-€ kosten, warum Stecker 100,-€ kosten. und und und

alles überfrachtet.

Die Frage ist nur die: Lädt die Batterie mit drei Adern oder nicht?


Vielen Dank

Carsten
Zuletzt geändert von ersteinmal am Do 7. Feb 2013, 19:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Typ 1 Ladung für den Kangoo

Beitragvon Jogi » Di 18. Dez 2012, 22:50

Hallo Carsten.

Nein, der Kangoo lädt nicht, wenn du einfach nur L,N,PE anklemmst.

Weil der Lader auf jeden Fall einen passenden Codewiderstand erkennen muß, erst dann schaltet er durch.
Soweit ich weiß, fordern die neueren Fahrzeuge auch das Pilotsignal, auch wenn die IEC62196 dies nicht zwingend vorsieht.
Bei meinem Kangoo lässt sich über das Pilotsignal der Ladestrom regeln, runter bis 6A.
Das besorgt der Lader, nicht die Box, das hast du richtig erkannt.

Das Pilotsignal wird in der Box generiert (und über den CP-Leiter an den Lader ausgegeben), die Codewiderstände liegen zwischen PP und PE (im Stecker).

Die Box sollte neben der Elektronik für das Pilotsignal auf jeden Fall einen Schütz und einen allstromsensitiven FI enthalten, das erklärt zumindest einen Teil der aufgerufenen Preise.

44kW Entladestrom entsprechen 2C, das dürfte, zumindest kurzfristig, für eine LI-ionen Batterie kein Problem sein.


Gruß Jogi
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Re: Typ 1 Ladung für den Kangoo

Beitragvon ersteinmal » Mi 19. Dez 2012, 06:33

Vielen Dank! Eine Super Antwort.

Also werde ich meine Frau losschicken und die Notleitung für 400,- kaufen lassen.

Und über Weihnachten kümmere ich mich dann um eine Typ 2 Buchse. Da kann ich dann die Kodierung hinein tun. Ich dachte immer sie ist für die Ladestation (siehe youtoube).

Auch möchte ich mir dann Gedanken machen wie ich das Auto erden kann.


Noch einmal vielen Dank!

Carsten
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Re: Typ 1 Ladung für den Kangoo

Beitragvon Jogi » Mi 19. Dez 2012, 09:57

Ich hab' noch was vergessen:

Das Pilotsignal wird über den PE-Leiter zur Box zurückgeführt.
Kommt es nicht an, fällt der Schütz in der Box ab, das Kabel zum Auto ist/bleibt dann netzspannungsfrei.

Dass von der Fahrbatterie her keine DC-Spannung am Kabel (und an der Karosserie) anliegen darf, liegt in der Verantwortung des Fahrzeugherstellers, sollte also im Auto technisch verhindert sein.


Nachtrag:
Ich bezweifle ja, dass der Kangoo ohne Pilotsignal lädt, aber wenn du's ausprobieren und uns das Ergebnis mitteilen willst, wären wir hier sehr dankbar.
Eine Anleitung zum Bau eines Adapters CEE 5polig auf Typ 2 findest du hier. Gilt natürlich auch für Typ1, ist dann eben nur einphasig.



Gruß Jogi
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Re: Typ 1 Ladung für den Kangoo

Beitragvon ersteinmal » Do 20. Dez 2012, 06:25

Nachtrag:


Die Schaltung habe ich jetzt schon oft gesehen, nur ist die immer "falsch herum" beschrieben, ich will ja dem Auto eine Ladestation vorgaukeln, und in den Beschreibungen steht immer "Ein Auto vorgaukeln". So wie ich das verstanden habe, ist die Spannungsversorgung für "PP" und "PC" von der Netzseite generiert, und wohl 10V.
Wie sollte man denn ein Auto aufladen, dessen Batterie leer ist, es könnte ja nicht mehr die Signalspannung kreieren, weil keine Spannung mehr da ist.

Also wenn die Schaltung passen würde. Gibt es hier bis ende des Jahres einen auf "Herz und Nieren geprüfte" Bedienungsanleitung. Die Meßgeräte habe ich da.


Ich bin schon gespannt auf Deine Antwort

Carsten
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Re: Typ 1 Ladung für den Kangoo

Beitragvon Jogi » Do 20. Dez 2012, 09:05

ersteinmal hat geschrieben:

Die Schaltung habe ich jetzt schon oft gesehen, nur ist die immer "falsch herum" beschrieben, ich will ja dem Auto eine Ladestation vorgaukeln, und in den Beschreibungen steht immer "Ein Auto vorgaukeln".

Eben deshalb bezweifle ich ja, dass es funzt.
Um dem Auto eine Ladestation vorzugaukeln, braucht es dann eben eine EVSE-Platine, die das Pilotsignal ausgibt.

Aber lies' doch mal den Wikipedia-Artikel zur IEC62196.
Ich verstehe den so, dass Typ1 Mode1 Ladung nicht zwingend das Pilotsignal erfordert, der Ladestrom dann aber grundsätzlich (von der Laderseite her) auf 16A begrenzt wird.

So wie ich das verstanden habe, ist die Spannungsversorgung für "PP" und "PC" von der Netzseite generiert, und wohl 10V.

12V.
Die Rückführung des Pilotsignals über PE erfolgt über eine einfache Diode, die aus der +/- Rechteckschwinung eine gepulsten Gleichstrom macht, der, wenn ich das richtig verstanden habe, als Betriebsstrom für den Schütz in der Box verwendet werden kann.
So ist auf einfache Weise sichergestellt, dass bei unterbrochenem PE-Leiter die Netzspannung nicht weiter kommt als zur Box.


Gruß Jogi
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Re: Typ 1 Ladung für den Kangoo

Beitragvon ersteinmal » Fr 21. Dez 2012, 14:12

Genau!

Also ich mach dann mal nach weihnachten....

vielen Dank ersteinmal und Fröhliche Weihnachten.


Carsten
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Typ 1 Ladung für den Kangoo

Beitragvon ersteinmal » Sa 16. Feb 2013, 21:35

Neue schlechte Botschaft! Ich habe nun nachgeschaut. Die Stecker sind mit einem 5 torx mit Mittelstift zusammengeschraubt. Aber mein schwipps Schwiegersohn seines Zeichens Schlosser hat einen Madenzieher genommen und das gute Stück aufgeschraubt. Man sieht eine vieradrige Leitung L N PE und eine Steuerleitung. Am Stecker (Autoseite) befindet sich eine Steuerplatine mit einem Schalter, der die Ladung bei abnehmen des Steckers stoppt.

Also habe ich die drei Leistungsadern angeschlossen. => Er lädt nicht.

Nun denn ich habe mir einen NE 555 gekauft und nach Norm einen 1kHz Generator gebaut, angeschlossen, Darauf geachtet, dap das Steuersignal auf Masse (PE) liegt. => nichts. . . . . .

Nun mein Multimeter kann nur bis 200Hz mesen, und mein Oszy ist etwas vergraben. Zunächst werde ich als in der Firma gucken, ob die den 555 richtig angeschlossen habe, und dann sehen wir weiter.

Bis dann

Carsten


P.S. Ich glaube nicht, daß die Widerstands-diodentechnick ein Gurnd dafür ist, daß es nicht geht.
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Re: Typ 1 Ladung für den Kangoo

Beitragvon Jogi » So 17. Feb 2013, 13:30

Zitat Wikipedia:

Ladestation beschickt den Pilotkontakt CP mit einer 1-kHz-Rechteckschwingung mit ±12 V, die auf der Seite des Elektrofahrzeugs über einen Widerstand und eine Diode auf den Schutzleiter PE zurückgeführt wird.

Der hier angesprochene Widerstand muß (beim Einstöpseln) zunächst 2700 Ohm betragen (Fahrzeug erkannt), und dann auf 880 Ohm abgesenkt werden (Ladefreigabe).
Aber das macht ja das Auto, sollte dich also nicht kümmern.
Vielleicht schliesst du deinen Signalgeber einfach mal andersrum an?

Hilfreich ist vielleicht auch dieses Schaltschema.
Wenn früher alles besser war,
hätte man's ja auch so lassen können.
Jogi
 
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