Wer bietet weniger

Renault Fluence Z.E. Themen

Re: Wer bietet weniger

Beitragvon Andi42 » Do 19. Jan 2017, 20:36

Hallo Claude,

Akkuheizung hat der Fluence meines Wissens nach nicht. Die Innenraumheizung macht das:
Die Heizung nimmt 5-6 kw die ersten 5-10 Minuten, eventuell auch länger, ist das Auto aufgewärmt geht sie auf 1-2 kw runter.
.

Direkt nach Bordcomputerreset erscheint der Verbrauch irre hoch. Klar. Erst steht man, dann beschleunigt man und erst bei der ersten Rekuperation normalisiert sich der Wert ein wenig.

Aber bei 50-70km/h bis 50km immer noch 19kWh - da stimmt was nicht.
Rollt das Fahrzeug normal aus oder hast Du das Gefühl, dass es leicht bremst.
Wird eine Felge warm/heiß?

Gruß
Andreas
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Re: Wer bietet weniger

Beitragvon go0815 » Do 19. Jan 2017, 23:13

Andi42 hat geschrieben:

Rollt das Fahrzeug normal aus oder hast Du das Gefühl, dass es leicht bremst.
Wird eine Felge warm/heiß?

Gruß
Andreas


Nee, der Rollt schon so wie er soll, an einem Festgesetztem Bremsbelag kann es nicht liegen, vorne würde er stark nach deren Seite ziehen und hinten würde es einem "geübtem" auffallen wenn sich das Heck senkt und Aufschaukelt wenn man steht.
Um 100% sicher zu sein werde ich aber den Lauf kontrollieren, Fakt ist daß er bei kleinen Strecken hohen verbrauch hat dessen bei längeren Fahrten sich dann "Normalisiert"

Ich versuche morgen mal per Video den Verbrauch beim Fahren aufzuzeichnen.
Löbliche Grüße,
Claude
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Re: Wer bietet weniger

Beitragvon klwinkel » Fr 20. Jan 2017, 12:19

Ich denke auch mal en bischen mit...

Wen sie nicht fahren Claude, zeigt er dann auch verbrauch an ? (also bc dann auf continue verbrauch-anzeige stellen)
Das soll normaler weise bei ihren temperaturen dort, eigentlich 0 sein.

Und wen sie zb fahren auf flach strecke, so bei 70kmh, was zeigt das verbrauch dann an?
Das soll ja deutlich unter 10kw sein denk ich, also das war es bei mir mit 20 grad drausen wen ich mich richtig erinnere.

Und bei "gas" pedal los lassen, geht dann die power in die andere richtung auf das bc, also rekuperiert er noch?

Ich denke es gibt viellicht einen verbraucher im wagen der nicht da sein soll, vielleicht lauft der Airco pumpe immer mit und hat der einen kaputten lager, und lauft der schwer, oder so etwas ahnliches...
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Re: Wer bietet weniger

Beitragvon Berni230 » Fr 20. Jan 2017, 18:54

Hallo Claude,

go0815 hat geschrieben:
Vorgestern hatte ich einen Ladezustand von 103% Gestern waren es noch 98%
Ich bin dann 13,9 km gefahren und hatte einen Verbrauch von 24,2kWh/100


jetzt wird es knifflig....

Schwindende Akkukapazität ist eine Sache, zusätzlicher höherer Verbrauch durch einen defekten Verbraucher, höheren Rollwiderstand, oder Fahrweise mit kurzzeitig hohen Verbrauchswerten etwas ganz anderes.

Ok, kreisen wir das mal ein wenig ein:

Der Akku hat nicht mehr die ursprüngliche Kapazität, das ist klar.
Deine Testfahrt zeigt ganz gut, dass ca. 10 Zellen einen höheren Innenwiderstand haben, der unter Last die Zellen eher in den Keller fallen lässt.
Allerdings ist die gesamte Leistungsabgabe des Akkus unter Berücksichtigung der Spezifikationen des Akkus noch im Rahmen dessen was Renault für gut befindet.
Das ist zwar sehr grenzwertig, aber muss man jetzt erst einmal so hinnehmen.

Zu den Akkuspezifikationen des Herstellers.
Wenn man sich diese durchliest erkennt man recht schnell, dass die Angaben sehr, sehr technisch geschönt sind, bzw. die verbauten Zellen vermutlich nie in der Lage waren die eigentlich Leistung bereit zu stellen.

Ein neuer Akku soll 22kWh bei 25 Grad und 19 kWh bei 0 Grad zur Verfügung stellen und mit maximal 403 Volt und 65Ah betrieben werden. Wenn man das allein multipliziert kommt man zu einer traumhaft hohen Bruttokapazität.
Im Fluence riegelt das BMS über 4,1 Volt Zellenspannung ab, maximal wären 4,2 Volt drin.
Beim Entladen wird die Tiefentladung verhindert, das BMS schaltet bei Unterschreitung von 2,7 Volt Zellenspannung ab.

So, wenn wir uns jetzt die Anzeigen im Fluence Spy anschauen wird schnell klar warum der Akku nicht mehr so viel Leistung abgeben kann.
Durch erhöhten Innenwiderstand der Zellen ist die Gesamtspannung des Akkus oft unter die 400 Volt gerutscht und die Amperstunden weit unter 60Ah.

Um wirklich herauszufinden wie gut der Akku noch ist, muss man diesen auf 25 Grad erwärmen und in dieser Umgebungstemperatur entladen. Das ist jetzt nur rein technisch betrachtet.
Im echten Leben ist hier in Deutschland die Innentemperatur des Akkus durchgehend bei Tag und Nacht 25 Grad und mehr zwischen Mitte Juni und Mitte August.
In diesem Vierteljahr kann der Akku hier zeigen was er kann.
Die restliche Zeit des Jahres kann dieser Akku keine höhere Leistung abgeben, da seine Zellen dafür nicht gebaut worden sind. Es gibt neuere Zellen die mit niedrigeren Temperaturen besser zurechtkommen.

Unsere Akkus sind im Schnitt 5 Jahre alt und haben in der Zeit ca 4-5 kWh Leistungsabgabe vom ursprünglich angenommenen Maximalwert eingebüßt.
Solange die Zellintegrität, der SOH nicht unter die 80% fällt sind die Akkus, egal was sie noch an Leistung abgeben technisch in Ordnung. Das hilft dem Autofahrer halt wenig wenn er nicht mehr an sein Ziel kommt.

Nach Deiner Testfahrt mit knapp gefahrenen 120 Km bei Außentemperaturen um die 15 Grad ist der Akku gefühlt noch innerhalb der Toleranz bei der Renault einen Tausch ablehnen wird.

So kommen wir zum Motor.
Beim Verbrenner würde man bei einem erhöhten Verbrauch niemals auf den Benzintank schimpfen...
Es kann sein, dass Dein Motor, bzw. das Untersetzungsgetriebe defekt ist, dann hast Du auch den Effekt eines höheren Verbrauches. Das hatte mal jemand hier im Forum geschrieben. Erst nach dem Tausch des Motors waren wieder normale Verbrauchswerte zu erzielen.

Auch Lager, Bremsen etc. können an erhöhten Verbräuchen Schuld sein.

Allerdings ist das jetzt alles sehr in die Glaskugel geschaut.

Fahr mit dem Flu in die Werkstatt, die nächste Inspektion steht evtl. eh an, und lass den mal durchchecken.
Vielleicht bringt ja schon das Auslesen des Fehlerspeichers ein Ergebnis.

Gruß
Berni
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Re: Wer bietet weniger

Beitragvon Berni230 » Fr 20. Jan 2017, 19:15

Hallo Andi,

Andi42 hat geschrieben:

Das entspricht aber nicht der Arbeitsleistung da muss man auch die inzwischen geringere Gesamtvoltzahl plus den Zeitfaktor mit einbeziehen.


Die Voltzahl ändert sich doch nicht. Ladeendspannung ist doch immer bei 4,1V/Zelle.
Vielleicht meinst Du den höheren Innenwiderstand, der die Spannung stärker einbrechen lässt.


Ja, exakt so isses, der höhere Innenwiderstand der Zellen verhindert das die Zellen auf ihre vom BMS vorgesehene maximale Voltzahl aufgeladen werden können.
In der Anzeige des Fluence Spy sieht man das dann auch schön bei den einzelnen Voltangaben der Zellen, bzw bei der Addition der Spannung in der niedrigen Gesamtspannung von 392,60 Volt bei Claudes Flu.

Andi42 hat geschrieben:
Außerdem glaube ich einfach nicht, dass der Hersteller des BMS dieses nicht vernünftig gebaut hat (Anmerkung: Alle Daten, von denen wir hier reden kommen ziemlich sicher aus dem BMS).


Das ist richtig, die Canbus Daten kommen vom BMS und zeigen gnadenlos an was der Akku kann.
Interessant wäre gewesen, wenn man an einen neuen Flu vor 5 Jahren mal mit Fluence Spy den Akku ausgelesen hätte.

Andi42 hat geschrieben:
Die Praxis zeigt, dass go0815 (wieso habt ihr eigentlich keine richtigen Namen?)


Ei Andreas mir geht es da wie dir, ich heiße Bernhard und bin für alle der Berni, wie du der Andi :D

Andi42 hat geschrieben:
noch ca. 16,5kWh aus dem Akku holen kann.
Die Praxis zeigt auch (gerade wieder von go0815 bestätigt, dass sein Verbrauch zu hoch ist.
Go0815's Leerfahr-Aktion zeigt, dass der Akku bis leer relativ gleichmäßig die Zellen entlädt. Bei 0%SOC ist ein hoher Unterschied da. Aber da gehört er auch hin.Irgendwann ist nun mal die erste Zelle richtig leer.

Ist also jetzt der Akku das Problem? Oder was anderes?
Braucht der Motor zu viel? 24kWh/100km bei 50-70km/h und ca. 10° ist schon eine Ansage...


Habe ich in meinem vorherigen post auch schon vermutet, da spielen vielleicht mehrere Sachen zusammen.

Andi42 hat geschrieben:
P.S: ich bin im Moment übrigens bei etwas über 14kWh bei -5°. Mal sehen, ob das im Frühling wieder besser wird.
Aber ich habe einen Kaufakku. Meckern fällt also aus. Vollladen bei 20° leider auch, da die Garage voll und ebenfalls kalt ist.


Es wird definitiv besser werden.
Dein Problem ist an Akkuzellen zu kommen um Deinen Akku zu reparieren, wenn da mal eine Zelle komplett ausfällt, das zieht den ganzen Akku runter.
Im Drillings Forum hatte das mal ein User beschrieben, auch wie er sich mit seinen Kumpels dann selber geholfen hat.
Die haben einfach die defekte Zelle gegen eine Neue ausgetauscht und sogar ein Video über die Reparatur gedreht.
Sieht einfach aus, aber wo bekommt man die Ersatzteile her und wer hilft einem beim Ein und Ausbau des Akkus. Ohjeh..

Gruß
Berni
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Re: Wer bietet weniger

Beitragvon Berni230 » Fr 20. Jan 2017, 19:38

Hallo,

wenn man bei den derzeitigen Temperaturen den Akku lädt ist mir aufgefallen, dass Fluence Spy in der Anzeige "Aux/Heat/Cold" immer einen zusätzlichen Verbrauchswert von 100-300 Watt anzeigt.
Das macht es im Sommer bis zu 1000 Watt wenn die Klimaanlage des Akkus läuft.
Bei gemäßigten Temperaturen wird da gar nix zusätzlich angezeigt.
Jetzt im Winter dürfte das eine Schaltung sein die zur Erwärmung der Elektronik, Akku, was weis ich dient.

Allerdings dürfte es physikalisch eher Wunschdenken sein, den 290 Kilo Klotz von Akku von seiner Temperatur, die der derzeitigen Umgebungstemperatur entspricht, mit Wärmezuführung von außen (Innenraumheizung) irgendwie großartig zu erwärmen.
Das ginge nur von innen wie die Kühlung des Akkus.
Vielleicht wird ja bei niedrigen Temperaturen das Peltier Element welches den Akku kühlt umgekehrt beschaltet, so dass es die Zellen beim laden etwas erwärmt, um so einen gleichmäßigeren Ladestrom zu ermöglichen.
Interessant ist es schon, der Flu lädt bei egal welcher Temperastur immer volle Lotte mit 16A.

Ist halt echt blöd, dass es für die Karre mal so was von überhaupt keine Dokumentation gibt.

Gruß
Berni
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Re: Wer bietet weniger

Beitragvon Fluencemobil » Fr 20. Jan 2017, 21:04

Ein neuer Akku soll 22kWh bei 25 Grad und 19 kWh bei 0 Grad zur Verfügung stellen und mit maximal 403 Volt und 65Ah betrieben werden. Wenn man das allein multipliziert kommt man zu einer traumhaft hohen Bruttokapazität.

Nachdem ich diesen Sommer Renault mit den Zahlen die die App. Über den OBD Adapter ausgibt konfrontiert habe, habe ich schriftlich (Mail) das mein Akku im Neuzustand 22 kWh - 10% nutzbare batteriekapazitaet hatte.

Die Renaultbank sieht natürlich keine Veranlassung die Miete anzupassen oder das gemietete Produkt zu liefern. :(
Seit 2 Monaten ist eine Rechtsanwältin von Renault am klären, wie sie die Differenz zum Prospekt erklären können.
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Re: Wer bietet weniger

Beitragvon Berni230 » Sa 21. Jan 2017, 14:45

Hallo,

Fluencemobil hat geschrieben:
Ein neuer Akku soll 22kWh bei 25 Grad und 19 kWh bei 0 Grad zur Verfügung stellen und mit maximal 403 Volt und 65Ah betrieben werden. Wenn man das allein multipliziert kommt man zu einer traumhaft hohen Bruttokapazität.

Fluencemobil hat geschrieben:
Nachdem ich diesen Sommer Renault mit den Zahlen die die App. Über den OBD Adapter ausgibt konfrontiert habe, habe ich schriftlich (Mail) das mein Akku im Neuzustand 22 kWh - 10% nutzbare batteriekapazitaet hatte.

Die Renaultbank sieht natürlich keine Veranlassung die Miete anzupassen oder das gemietete Produkt zu liefern. :(
Seit 2 Monaten ist eine Rechtsanwältin von Renault am klären, wie sie die Differenz zum Prospekt erklären können.


Verstehe ich das jetzt richtig?
Du hast einen neuen Fluence gekauft, aus dessen Akku Du nur 19,8 kWh bei 25 Grad entnehmen konntest?
Das wäre allerdings von der Sache her sehr ärgerlich, aber ein Beweis mehr, dass die technischen Daten der verbauten Akkus sehr geschönt waren.
Da der Akku aber nur gemietet ist, und der Mietsache nur eine Mindestleistung von 75% von 22 kWh garantiert wird, sagt das nicht aus, dass die Mietsache dem Mieter irgendwann 22kWh Leistung bringen muss.
Das haben die geschickt formuliert.
Die hätten auch schreiben können 61% von 26 kWh oder sonst irgendwas das im Ergebnis 16,5 kWh ergibt.
Diese Arbeitsleistung kann der Akku in seinem langen dritten Lebenszyklus über einen längeren Zeitraum liefern.

Der Fehler von Renault war, nicht wie geplant ein eigenes Akkuwerk zu bauen, sondern unter Zeit und Kalkulationsdruck die günstigen AESC Zellen zuzukaufen.
Diese Zellen waren damals nicht für diese hohe Leistung ausgelegt.
Dies war allerdings auch egal, da die Fahrakkus regelmäßig in den Better Place Tauschstationen ausgetauscht worden wären.

Man hätte so 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen, erst einmal billige Akkus, das der Wagen überhaupt rollt und die Option später neue Akkugenerationen einfach durch die Tauschstationen in Umlauf zu bringen.
Die Rechnung ging leider nicht auf, da die Tauschstationen sich nicht durchsetzten und die Firma ganz schnell pleite war.
Was auch nicht verwundert, denn wer war und ist schon bereit für den Tausch leerer gegen vollen Akku 25 EUR zu berappen?
Die Idee war gut, aber wie das im Automobilsektor so ist, blieb es auch dabei.
Der Fluence war ein Drauflegegeschäft.
Deswegen wurde die billoplastik Zoe aus der Taufe gehoben, da kann man noch etwas dran verdienen.

Da nur ein paar Tausend Fluence ZE verkauft wurden, ist die weitere Entwicklung für den europäischen Markt Renault vollkommen egal. Die Fluence der zweiten und dritten Generation werden in Asien in Lizenz gefertigt.

In Europa wartet man jetzt ab, dass sich das Problem von selber löst.
am besten der Kunde kauft sich ein anderes Auto, noch besser eines von Renault...
Oder das Auto wird ein Totalschaden, dann verdient die Renault Bank gleich zweimal.
Einmal durch die schon gezahlte Akkumiete und ein zweites mal, in dem sie für den Akku als Sonderzubehör die 8000 Euro von der Versicherung kassieren.

Hätte Renault den Akku mit einer Kapazität von 16 kWh beworben und die Fahrzeugreichweite mit 133 Kilometern bei einem Verbrauch von 12 kWh/100 hätte sich das nicht so spektakulär gelesen wie die 185 km Reichweite, aber keiner hätte im Nachhinein gemeckert.
Im Gegenteil, die anfängliche Mehrleistung gegenüber der Prospektangabe hätte ein sehr positives Echo hinterlassen.

Interessant anzumerken:
Bei der Inspektion im letzten Jahr hat mir der Freundliche ein Hinweisblatt von Renault ausgehändigt in dem die zu prognostizierenden Reichweiten aller ZE Fahrzeuge sehr stark nach unten gekürzt dargestellt wurden.
Darin steht z.B. das der Fluence in der kalten Jahreszeit eine Entfernung von 85 km zurücklegen kann und bei gemäßigten Temperaturen 135 km, je nach Fahrweise.

Da sieht man schon, das da kräftig zurückgerudert wird.

Bei der 5. Inspektion in diesem Jahr bestätigte man mir, dass die Fahrakkus nur noch nach dem SOH beurteilt werden.
Wenn dieser unter 75% falle wird der Akku getauscht.
Auf den Hinweis, dass bei einem SOH von 75% ich die Werkstatt evtl. gar nicht mehr erreichen könnte erntete ich nur ein unsicheres Grinsen.

Tja, was will man da machen??

Betrachtet man das Disaster kaufmännisch, sieht das doch folgendermaßen aus:
Das Fahrzeug verliert rapide an Wert, mehr als doppelt so schnell wie andere Fahrzeuge.
Ein 5 Jahre alter Fluence bringt keine 7000 Euro mehr, vielleicht wenn er noch die verlängerte Garantie und unter 30000 Km auf der Uhr hat.
In 3 bis 4 Jahren, wenn die Akkus wirklich nicht mehr die 16,5 kWh Leistung bringen, bekommt man einen Akku der die wieder bringt und man darf weiterfahren.
Inzwischen hat man durch die Akkumiete aber schon mehr als 8000 Euro gezahlt.
Der Wert des dann 8 bis 9 Jahre alten Fahrzeuges liegt dann ungefähr bei EUR 2000.

Ein Gutachten über den Akkuzustand etc, kostet mehr, das hat schon mal jemand hier im Forum herausgefunden.

Klar, wer eine Rechtschutzversicherung hat, kann versuchen dagegen rechtlich anzugehen, kostet halt auch Nerven und Zeit.

Die meisten Fluence werden vermutlich bei Renault Händlern in Zahlung gegeben und dann wieder ein Verbrenner gekauft, den man auch wieder problemlos verkaufen kann.
Denn außer Renault wird keiner ein Auto mit so hoher Akkumiete in Zahlung nehmen, weil Renault als Händler nicht die hohe Miete zahlen muss, andere Händler aber schon.

Ein Schelm der böses dabei denkt.

So und was machen wir???

Karre abstoßen oder weiter fahren.
Wenn weiter fahren, dann aber nur mit einer immer wieder kostenpflichtig verlängerbaren Garantie.
Nur so fällt man weich wenn irgendeine teure Elektronikkomponente kaputt geht.

Ansonsten abstoßen und einen Toyota Hybrid kaufen.

Ich habe noch meinen Flu, aber meine Frau die anfangs so begeistert war und eine Zoe wollte, ist nach dem Renault Hickhack vollkommen weg gekommen vom reinen Elektroauto. Sie fährt jetzt einen Toyota Auris Hybrid.
Ich darf den auch manchmal fahren.
Mit 3,8l/100 im Sommer und 4,9l/100 im Winter ist das der preiswerteste Wagen den wir jeh gefahren haben.
Das Auto ist im direkten Vergleich aller Kosten viel günstiger als das Elektroauto.

Und wenn mich jetzt jemand fragt was ich mache wenn der Flu jetzt auseinander fällt und ich mir ein anderes Auto kaufen müsste, dem würde ich jetzt sagen ich hole mir einen Prius Plugin und fahre den bis es etwas besseres gibt.

Sorry jetzt bin ich aber ganz weit vom Thema gekommen.

Sonniges Wochenende
Gruß
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Re: Wer bietet weniger

Beitragvon Fluencemobil » Sa 21. Jan 2017, 15:28

Ich hatte meinen in 12/2013 als Erstzulassung gekauft. Er war natürlich gut abgestanden. ;)
Da ich bereits nach 2 Monaten reklamierte, das da etwas am Akkuu fehlt, wurde ein leerfahrtest gemacht. Es kamen 20 kWh bis zum Stillstand raus. Die Aussage des Technikers von Renault der extra Ins Autohaus gekommen war: ja es fehlen 2 kWh aber einen besseren werden sie nicht bekommen, hab ich natürlich nicht schriftlich bekommen. 3 Monate und ein paar anrufe später gabs einen Brief, wo man erklären wollte das es technisch nötig sei, nur 20 kWh zu haben. :?

Jetzt bin ich der Meinung das der Test, bei der ersten leistungseinschraenkung ( unter 50kw) hätte beendet sein müssen, da von dieser Leistungseinschränkung nichts im Prospekt steht.

Bis zum Oktober war der Akku recht stabil, aber zusaetzlich zu den normalen kaelteverlusten im Winter, fehlte noch mehr als im letzten Winter.
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Re: Wer bietet weniger

Beitragvon Berni230 » Sa 21. Jan 2017, 18:49

Hallo Fluencemobil,

Fluencemobil hat geschrieben:
Ich hatte meinen in 12/2013 als Erstzulassung gekauft. Er war natürlich gut abgestanden. ;)


Logo, die Fahrzeuge liefen ja ab 2011 vom Band...

Fluencemobil hat geschrieben:
Da ich bereits nach 2 Monaten reklamierte, das da etwas am Akku fehlt, wurde ein Leerfahrtest gemacht. Es kamen 20 kWh bis zum Stillstand raus.


Immerhin evtl. 2kWh Verlust durch die kalendarische Alterung der Zellen, wer weis wie alt die schon sind?

Fluencemobil hat geschrieben:
Die Aussage des Technikers von Renault der extra Ins Autohaus gekommen war: ja es fehlen 2 kWh aber einen besseren werden sie nicht bekommen, hab ich natürlich nicht schriftlich bekommen. 3 Monate und ein paar anrufe später gabs einen Brief, wo man erklären wollte das es technisch nötig sei, nur 20 kWh zu haben. :?


So etwas hatte ich mir fast auch schon gedacht.
Die AESC Zellen haben nicht, wie erwartet, die notwendige Leistungsabgabe netto.(die Zoe Zellen haben das)
Um die Zellen nicht zu extrem zu beanspruchen werden vom BMS 10% weniger Leistung bereitgestellt, damit steigt die Lebenserwartung der Zellen enorm.
Gut für den Akku, Blöd für den Fahrer der gerne 20 km weiter kommen wollte.

Fluencemobil hat geschrieben:
Jetzt bin ich der Meinung das der Test, bei der ersten leistungseinschraenkung ( unter 50kw) hätte beendet sein müssen, da von dieser Leistungseinschränkung nichts im Prospekt steht.


Da kann man sich jetzt drüber streiten. Ehrlich wäre eine Reichweitenangabe bis zur 2. Reserve, bei der die Piepserei anfängt. Alles was dann kommt, ob da noch 10 oder 50 km drin sind ist eh nur in die Glaskugel geschaut.

Bei den bisherigen Gerichtsurteilen von Verbrennern die z.B. mehr Sprit als angegeben verbrauchen, sahen die Gericht einen Mehrverbrauch unter 10 % noch als tolerabel an. Erst ab 10% Mehrverbrauch kann der Käufer z.B. vom Kauf zurück treten.

Beim Elektroauto könnte das ähnlich ausgelegt werden. Wenn der neue Akku bis 10% weniger Leistung abgibt ist das noch in der Toleranz.

Fluencemobil hat geschrieben:
Bis zum Oktober war der Akku recht stabil, aber zusaetzlich zu den normalen kaelteverlusten im Winter, fehlte noch mehr als im letzten Winter.


Das ist nicht schlimm, in diesem Winter ist es viel kälter als im letzten.
Da ist es normal das der Akku auch weniger Leistung abgibt.
LiIon Akkus sind voll empfindlich was Kälte und Leistungsabgabe angeht.

In kalten Regionen mit den derzeitigen Akkus herumzufahren ist ehrlich gesagt mehr Abenteuer als moderne Fortbewegung.
Wir leben halt auf einem Kohlenstoff Planeten, da musste was verbrennen das es warm wird.
Und solange da keiner irgend eine geniale Idee auch produzieren und verkaufen darf, ist jede andere Wärmeerzeugung sehr sehr umständlich und unwirtschaftlich, leider.
Bei -20 Grad bringt der Akku wenn er neu ist laut Datenblatt gerade noch 11,5 kWh.
Wenn nun im echten Leben der Akku eh 10% weniger hat, wundert mich da gar nix mehr.

Wenn Renault was auf sich halten würde, schrieben Sie ihre Fluence Kunden an, teilten Ihnen mit das ihr Akku nun 5 Jahre alt sei, laut Spezifikation damit sein Dienst getan hätte und der Kunde nun nur noch die halbe Akkumiete zahlen müsste, bis die 16,5 kWh Leistungsabgabe deutlich unterschritten ist.
Das wäre wenigstens fair gegenüber dem 1.Generation E-Auto Kunden.
So wie das zur Zeit gehändelt wird, kauft kein Fluence Fahrer den ich kenne und dessen ganzer Dunstkreis, sich jeh wieder ein Auto von Renault.
Aber das ist der Firma Renault vermutlich egal.
Das sind Peanuts und ein großen Skandal gibt es deswegen eh nicht.
Oder hat man mal in irgend einer Autozeitung etwas kritisches über Renault im Bezug auf den Fluence und sein Akku gelesen?
Nö, ganz im Gegenteil, Renault ist der Super Elektroautopionier.
Renault baut mit der Zoe ein Elektroauto für den kleinen Mann, so was liest man doch.

Gruß
Berni
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