Fendt e100 Vario

Blick in die Zukunft der Elektroautos

Fendt e100 Vario

Beitragvon Kevin Gelato » So 10. Sep 2017, 06:41

http://www.fendt.com/de/fendt-e100-vario.html

Da er ab 2018 nur begrenzt verfügbar sein wird habe ich ihn mal hier eingeordnet. Und ja es ist kein Elektroauto.
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon Marienkarpfen » So 10. Sep 2017, 07:24

Warum man erst jetzt darauf kommt... Eigentlich ideal, einen e-Motor in der Agrarwirtschaft einzusetzen.
Eine 100kw Batterie finde ich ein bisschen übertrieben, wobei es mir da an Erfahrung mangelt. Aber die Maschinen bewegen sich ja meistens nicht sonderlich weit weg vom Hof.

Aber bedeutet das, dass wir in ein paar Jahren haufenweise Trecker an den Tank und Rast Autobahnsäulen sehen werden? :D
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon Jogi » So 10. Sep 2017, 07:53

Marienkarpfen hat geschrieben:

Aber bedeutet das, dass wir in ein paar Jahren haufenweise Trecker an den Tank und Rast Autobahnsäulen sehen werden? :D

Nein, aber Ladesäulen an den Bauernhöfen.
Wenn früher alles besser war,
hätte man's ja auch so lassen können.
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon Monkeyhead » So 10. Sep 2017, 08:36

Marienkarpfen hat geschrieben:
Warum man erst jetzt darauf kommt... Eigentlich ideal, einen e-Motor in der Agrarwirtschaft einzusetzen.
Eine 100kw Batterie finde ich ein bisschen übertrieben, wobei es mir da an Erfahrung mangelt. Aber die Maschinen bewegen sich ja meistens nicht sonderlich weit weg vom Hof.

Ich sehe nicht, wieso ein Elektromotor da ideal ist... Wenn so ein Trecker über den Acker fährt und wirklich arbeitet (!) dann läuft der auf Volllast. Pflügen z.B. ist damit garnicht sinnvoll möglich, selbst mit 500 kWh. Einzig sinnvoll wäre vielleicht das Ziehen von Anhängern, da hast du Recht, die Strecken sind ja nicht so weit. Oder wenn man einen wirklich sehr kleinen Hof hat.
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon bm3 » So 10. Sep 2017, 09:00

Wir haben einen Bauernhof direkt neben uns und E-Traktoren wären eine unbeschreibliche Wohltat. Der Maschinenpark von kleineren Bauernhöfen ist oft alt und laut. Schaut man die Traktoren an, bekommt man die Krise. Dieseltraktoren, zwar gut gepflegt aber teilweise uralt. Bj. 1970,1980... die unbeschreiblich laut sind, rußen, qualmen und stinken und die Gesundheit der Bauern und Anwohner kaputt machen. Niemanden interessiert das wirklich bisher.
Die Leute bekommen das nicht so mit, weil sich ein Großteil der Arbeit zum Glück weit draußen und auf Aussiedlerhöfen abspielt aber wir erleben es jeden Tag mit.
Mit 100kWh im Akku kann man auch schon eine ganze Zeit lang ackern, bei uns hier wird aber meistens Viehwirtschaft und wenig Ackerbau betrieben, Kraftfutter wird größtenteils zugekauft, ein bisschen Früchte noch selbst angebaut. Für "Ackerbau-Kolchosen" erscheint das eventuell weniger geeignet.
editiert: Eine Schnellladung in 40 Minuten halte ich auch nach 2-4 Stunden im Acker-Volllastbetrieb noch für vertretbar.

VG:

Klaus

editiert:

Fast jeder Landwirt hier in der Gegend verfügt zwischenzeitlich über größere PV-Anlagen. Wer noch keine hat, hat wirklich lange geschlafen. Das würde sich natürlich wunderbar mit der elektrischen Antriebstechnik ergänzen. Eigenverbrauch, Speicherung etc.
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon harlem24 » So 10. Sep 2017, 09:09

@mokeyhead

Der Verbrennungsmotor läuft auf Volllast, und dazu in tiefer Untersetzung, ob ein E-Motor unter Vollast eingesetzt werden müßte, kann ich nicht beantworten, würde es aber auf Grund der Charakteristik bezweifeln.
Das Problem beim Verbrenner im Gegensatz zum E-Motor ist halt, dass er für Drehmoment halt drehen muss. Das fällt beim E-Motor ja weg.
Wenn man dann die Geräte noch von der Hydraulik-Zapfwelle auf e-Betrieb umrüsten könnte, würde es wahrscheinlich auch helfen.
Gruß

CHris

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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon Marienkarpfen » So 10. Sep 2017, 10:24

Vielleicht könnte man die Zapfwelle über einen zweiten Motor betreiben? Dann würde das umrüsten entfallen.
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon Nesami » So 10. Sep 2017, 17:51

bm3 hat geschrieben:
Wir haben einen Bauernhof direkt neben uns und E-Traktoren wären eine unbeschreibliche Wohltat. Der Maschinenpark von kleineren Bauernhöfen ist oft alt und laut. Schaut man die Traktoren an, bekommt man die Krise. Dieseltraktoren, zwar gut gepflegt aber teilweise uralt. Bj. 1970,1980... die unbeschreiblich laut sind, rußen, qualmen und stinken und die Gesundheit der Bauern und Anwohner kaputt machen. Niemanden interessiert das wirklich bisher.
Die Leute bekommen das nicht so mit, weil sich ein Großteil der Arbeit zum Glück weit draußen und auf Aussiedlerhöfen abspielt aber wir erleben es jeden Tag mit.
Mit 100kWh im Akku kann man auch schon eine ganze Zeit lang ackern, bei uns hier wird aber meistens Viehwirtschaft und wenig Ackerbau betrieben, Kraftfutter wird größtenteils zugekauft, ein bisschen Früchte noch selbst angebaut. Für "Ackerbau-Kolchosen" erscheint das eventuell weniger geeignet.
editiert: Eine Schnellladung in 40 Minuten halte ich auch nach 2-4 Stunden im Acker-Volllastbetrieb noch für vertretbar.

VG:

Klaus

editiert:

Fast jeder Landwirt hier in der Gegend verfügt zwischenzeitlich über größere PV-Anlagen. Wer noch keine hat, hat wirklich lange geschlafen. Das würde sich natürlich wunderbar mit der elektrischen Antriebstechnik ergänzen. Eigenverbrauch, Speicherung etc.


Meine Traktoren sind 1972 und 1976. Für unsere Kleinhöfe macht was neues nicht viel Sinn. Unsere Traktoren kommen auf 40 h pro Jahr. Da ist jede Investition in was moderneres nicht bezahlbar. Ich denke, dass der Kunde kommunal sein muss. Nur da muss man nicht ganz so auf des Geld achten.
Mit 100 kwh Akku kommst du nicht weit. Vor allem nicht beim Ackern. Aber es gibt sicher einzelne Betriebe, wo man ihn einsetzten kann. Ich denke er würde auch gut in Gärtnerein passen.
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon Nichtraucher » So 10. Sep 2017, 17:58

Etwas OT: Es gibt mittlerweile auch Baumaschinen mit E-Antrieb (z.B. von Kramer).
Laut Aussage eines befreundeten Bauunternehmers "ein Traum".
Es ist einfach Käse, wenn man neben einer Baumaschine arbeiten muss und ständig die Abgase einatmet.
Leider finanziell noch unerreichbar.
Aber das ist sicher nur eine Frage der Zeit.
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon fischhofa » Do 14. Sep 2017, 12:51

Hallo!
Ich bin Konstrukteur und beschäftige mich seit mehreren Jahren mit der Elektrifizierung von Landtechnik.

Gleich vorweg: 100kWh sind in der Landwirtschaft garnichts!
Der Antriebsstrang (Motor bis Zapfwelle) eines Traktors schafft rund 40% Wirkungsgrad.
Diesel hat eine Energiedichte von 34,67MJ/l. Das entspricht rund 10kWh/l.
100kWh * 0,9(Wirkungsgrad elektrisch) = 90kWh stehen zum Arbeiten zur verfügung bei der E-Variante.
90kWh / (10kWh/l / 0,4(Wirkungsgrad Diesel)) = 22,5l Das heißt die Batterie ersetzt lediglich 22,5 Liter Diesel!
Die Diesel betriebene Version (Fendt 200 Vario) verfügt über einen über 125l Dieseltank, welcher bei uns mit durchschnittlich 9,7Liter pro Stunde für ca. 12,5 Stunden reicht. In der Landwirtschaft dauert ein Arbeitstag aber oft auch 20h am Stück, da kommt man nicht einmal mit der Dieselvariante durch, weswegen wir bald einen Zusatztank bekommen. 8-)
Allen, die Hängerfahrten erwähnt haben, muss ich auch widersprechen. Distanzen betragen schnell 30km (ca.50min) mit Ladewagen ist man bei einem Gesamtgewicht von rund 20Tonnen und das 14mal pro Fläche (durchschnittliche Flächengroße Österreichs angenommen) - kommt man also auch nicht mit hin. :cry:

Das heißt jedoch nicht, dass die Technik schlecht ist. Für leichte Arbeiten am Hof, zur Pflege, bei Kleinstbetrieben würde ich fast sagen ideal.
Bei uns wäre vielleicht als Zusatztraktor etwas nutzbar. Zum Wenden braucht er nicht viel Leistung, zwischendurch sind lange Pausen zum laden. Beim Schwaden das gleiche.
Mit dem Frontlader müsste er auch deutlich energiesparender als ein Diesel sein, weil man ständig losfährt und wieder bremsen muss. Hier zeigt der E-Motor seine stärken durch feinfühlige Steuerung und rekuperation, ohne ständig zu kuppeln.

Was wir nicht haben ist ein Futtermischer. Hier wäre er aber bei bis mittelgroßen Betrieben ideal. Man kann die Kabine im Winter gleich per Smartphone vorheizen und der E-Motor muss auch bei -20Grad nicht warmgefahren werden. Die Einsatzdauer überschreitet normalerweise auch nicht eine Stunde am Stück und die restliche Zeit kann er laden.

Als kleiner Bonus für euch: wenn es die Batterietemperatur zulässt gibt der kleine einen Boost frei und leistet bis zu 150kW( 204PS). :o

mfg Fischhofa
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