Fendt e100 Vario

Blick in die Zukunft der Elektroautos

Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon fischhofa » Do 14. Sep 2017, 16:39

harlem24 hat geschrieben:
Und das mußt Du beim Diesel nicht? Das plätschert also einfach so aus der Tanksäule?
Welltowheel sieht es für den Diesel noch schlechter aus.
Da sind wir irgendwo bei 30% wo der Elektromotor hinter allem irgend wo bei 70-75% liegt.

Natürlich plätschert der nicht einfach aus der Tanksäule!
Bitte ließ dir meine vorigen Beiträge nochmal durch. Dort steht, dass ich mit dem reinen Diesel in Chemischer Form rechne bis zum Leistungsabnehmer (Beim Traktor eben die Zapfwelle. beim Auto wären es die Reifen). Damit berücksichtige ich alle Wirkungsgrade.

Wenn ich am Montag wieder in der Firma bin, kann ich dir sogar die Werte vom Prüfstand schicken. Wir haben den 200er sofort getestet als wir vom e100 erfahren haben. :lol: Dann haben wir die Werte schwarz auf weiß ;)

Der Elektrische Antrieb ist bei den PKWs ist besser als 75%. Unsere Versuchsaufbauten schaffen rund 90% von der Batterie bis zur Leistungsabgabe.
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Beitragvon fischhofa » Do 14. Sep 2017, 16:41

spark-ed hat geschrieben:
Leider ist es nicht immer ganz so einfach, wie es im ersten Moment aussieht. Ich halte @fischofas Darstellung zum Wirkungsgrad für plausibel.
Mein Nachbar hat mal erzählt, er braucht für die Bewirtschaftung von knapp 100ha Ackerland rund 16.000Liter Diesel im Jahr.
Wenn man nur 30% Wirkungsgrad zu 90%elektrisch ansetzt wären das rund 55.000kWh Energiebedarf.
Dieser fällt leider nicht gleichmäßig übers ganze Jahr an, sondern der größte Teil davon wird in wenigen Wochen des Jahres zur Erntezeit umgesetzt. Und da ist witterungsbedingt teilweise 3-Schicht Einsatz gefragt.

Trotzdem gibt es sicherlich reichlich geeignete Nischen für den e100.


Ich kann dir nur zustimmen!
Meine verwendeten Werte ergaben sich aus Prüfstands- und Praxismessungen über mehrere Jahre. also hoffe ich doch, dass diese stimmen. ;)
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon spacenick88 » So 17. Sep 2017, 11:07

Ich glaube das wirkliche Problem bei der Umrechnung von Diesel Verbrauch eines Traktors in möglichen Stromverbrauch ist, dass es wichtige Unterschiede in der Leistungscharakteristik nicht einbezieht. Klar ist denke ich, dass ein Traktor relativ viel Energie dafür aufwenden muss auf einem sehr unebenen Boden und mit beträchtlicher Last überhaupt ins Rollen zu kommen. Jetzt ist aber genau das ein Punkt bei dem der Elektromotor mit seinem großen Drehmoment klar im Vorteil ist, es braucht zwar immernoch viel Energie aber eben bei sehr hoher Effizienz da z.B. Verluste in der Kupplung und zum Schwung holen wegfallen.

Aufgrund der hohen Reibung würde ich allerdings davon ausgehen, dass Rekuperation auf dem Feld wenig hilft, wenn der Traktor auf der Straße unterwegs ist sieht das natürlich anders aus.

Klar im Vorteil ist der Elektro natürlich auch bei jeder Art von Fahrtunterbrechung, ob nun auf dem Acker etwas hakt oder im Hof abgeladen wird, wenn der Diesel mit laufendem Motor steht und Sprit schluckt macht der Elektro einfach gar nix. Den zweiten wichtigen Faktor kann man bei Elektroautos sehr gut beobachten, während bei Verbrennern PS starke Motoren auch bei leichten Aufgaben mehr Sprit fressen, gilt diese alte Regel bei Elektro einfach weniger und ein Tesla S braucht bei 40 km/h trotz seiner fast 500 PS eben auch nur 8.8 kWh/100 km (https://electrek.co/2017/06/20/tesla-model-s-hypermilling-record/)

Im Endeffekt denke ich kommt es sehr auf die Anwendung und Größe an, für leichte Pflugarbeiten darf man nicht vergessen, dass das Jahrhunderte mit wenigen echten Pferdestärken ging und auch frühe Traktoren sehr wenig PS hatten. So hatte z.B. der stärkste je gebaute Porsche Traktor gerade einmal 50 PS (https://de.wikipedia.org/wiki/Porsche-Diesel_Motorenbau). Heutige Traktoren dürften gerade bei solchen Aufgaben einiges an Energie verschwenden.
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon bm3 » So 17. Sep 2017, 11:55

fischhofa hat geschrieben:
...Dein jammern ist auf höchstem Niveau. Musste etwas lachen, als ich das gelesen habe. :lol:

bm3 hat geschrieben:
Niemanden interessiert das wirklich bisher.

Es gibt beim Traktor genauso Abgasnormen die eingehalten werden müssen wie bei Autos und LKWs.
https://www.agrarheute.com/technik/trak ... e-5-525160
Ich habe bewusst nicht die offizielle Norm rausgesucht, da diese ewig lange ist und ohne Kenntnis im Motorenbau nicht lesbar.


Und ? Was haben denn fast 50 Jahre alte Traktoren die der Nachbar fleißig vor der Tür laufen lässt (auch gerne mal ne halbe Stunde lang einfach so im Stehen) für Abgasnormen ? Und die sind noch die Regelausstattung der Kleinbauern hier .
Wohnst du denn auch direkt angrenzend an so einen Hof ? Schätze mal du bist eher bei den Verursachern zu finden als bei den Betroffenen ?
Kein Tag vergeht hier ohne morgentliche, abendliche, sogar nächtliche Traktorstarts und Ankünfte, im Winter dauert das beim Start schon seine Zeit bis sie einigermaßen ordentlich laufen. Hier wurden auch schon öfter bei Kälte Batterien "leergeorgelt". Dabei wird oben zum Auspuff raus ordentlich Dreck "gerotzt". Du solltest dir hier mal die Umgebung um unser Haus betrachten, Alles schwarz gepunktet, wenn wir uns nicht mit dem Wäschetrocknen beeilen ist da auch Alles schön gepunktet. Und du findest das zum lachen und das wäre Gejammer...
Dir ist doch auch nicht mehr zu helfen ! :twisted:

Scheinbar stehst du auf der Seite die gerne Traktoren laufen lässt und da zählt das halt Alles nicht. Jeder ist sich halt selbst der Nächste.
Aber über Leute deren Beschwerden man doch lieber ernst nehmen sollte noch zu lachen finde ich jetzt wieder ziemlich primitiv und zum weinen.

VG:

Klaus
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon Monkeyhead » So 17. Sep 2017, 16:52

spacenick88 hat geschrieben:
Ich glaube das wirkliche Problem bei der Umrechnung von Diesel Verbrauch eines Traktors in möglichen Stromverbrauch ist, dass es wichtige Unterschiede in der Leistungscharakteristik nicht einbezieht. Klar ist denke ich, dass ein Traktor relativ viel Energie dafür aufwenden muss auf einem sehr unebenen Boden und mit beträchtlicher Last überhaupt ins Rollen zu kommen. Jetzt ist aber genau das ein Punkt bei dem der Elektromotor mit seinem großen Drehmoment klar im Vorteil ist, es braucht zwar immernoch viel Energie aber eben bei sehr hoher Effizienz da z.B. Verluste in der Kupplung und zum Schwung holen wegfallen.

Das ist die gleiche Annahme wie von harlem24 und ihr vermischt irgendwie die Konzepte. Ja, ein E-Motor ist sehr effizient, sagen wir mal großzügig 100%. Und ja, wenn er nicht unter Last ist, ist er immernoch effizient, im Gegensatz zu einem Verbrenner, der da deutlich einbricht. Also ich stimme dir insofern zu, dass der Traktor in einem Fall mit sehr (!) wenig Last auch relativ weniger Primärenergie benötigt, als ein Diesel. Aber für diese Fälle werden Traktoren nicht eingesetzt. Zeit ist Geld, also wird mit maximaler Leistung gepflügt, transportiert, gedüngt oder gesäht.
Diese Leistung wird also dauerhaft benötigt. Und wenn ich einen Pflug hinten dran habe, bremst der den Trecker ab, egal ob der einen Verbrenner hat oder nicht. Es wird Energie benötigt und da hilft dir - außer des insgesamt besseren Wirkungsgrades, der hier auch stets berücksichtigt wurde - nichts weiter. Der Trecker holt auch keinen Schwung oder hat große Verluste in der Kupplung. Die ganze Energie geht schlicht und einfach in die Tätigkeit, unabhängig vom Antriebskonzept.
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon harlem24 » So 17. Sep 2017, 21:16

Glaubst Du wirklich, dass in den deutlich untersetzten Getrieben nicht noch was hängen bleibt?
Sollte man ja eigentlich beim E-Motor nicht brauchen. Also dürfte der Energieverbrauch sinken.
Gruß

CHris

Wenn Ihr Euch für Fotografie interessiert, schaut doch mal im http://forum.digitalfotonetz.de vorbei.
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon bm3 » So 17. Sep 2017, 21:25

@Monkeyhead

so einfach ist das nicht, Traktoren werden nicht überwiegend im Volllastbereich der Motoren betrieben, Eventuell, teilweise beim Ackern, mehr aber auch nicht. Im Zugbetrieb mit Anhängern auf keinen Fall.

VG:

Klaus
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon spacenick88 » Mi 20. Sep 2017, 20:05

Monkeyhead hat geschrieben:
spacenick88 hat geschrieben:
Ich glaube das wirkliche Problem bei der Umrechnung von Diesel Verbrauch eines Traktors in möglichen Stromverbrauch ist, dass es wichtige Unterschiede in der Leistungscharakteristik nicht einbezieht. Klar ist denke ich, dass ein Traktor relativ viel Energie dafür aufwenden muss auf einem sehr unebenen Boden und mit beträchtlicher Last überhaupt ins Rollen zu kommen. Jetzt ist aber genau das ein Punkt bei dem der Elektromotor mit seinem großen Drehmoment klar im Vorteil ist, es braucht zwar immernoch viel Energie aber eben bei sehr hoher Effizienz da z.B. Verluste in der Kupplung und zum Schwung holen wegfallen.

Das ist die gleiche Annahme wie von harlem24 und ihr vermischt irgendwie die Konzepte. Ja, ein E-Motor ist sehr effizient, sagen wir mal großzügig 100%. Und ja, wenn er nicht unter Last ist, ist er immernoch effizient, im Gegensatz zu einem Verbrenner, der da deutlich einbricht. Also ich stimme dir insofern zu, dass der Traktor in einem Fall mit sehr (!) wenig Last auch relativ weniger Primärenergie benötigt, als ein Diesel. Aber für diese Fälle werden Traktoren nicht eingesetzt. Zeit ist Geld, also wird mit maximaler Leistung gepflügt, transportiert, gedüngt oder gesäht.
Diese Leistung wird also dauerhaft benötigt. Und wenn ich einen Pflug hinten dran habe, bremst der den Trecker ab, egal ob der einen Verbrenner hat oder nicht. Es wird Energie benötigt und da hilft dir - außer des insgesamt besseren Wirkungsgrades, der hier auch stets berücksichtigt wurde - nichts weiter. Der Trecker holt auch keinen Schwung oder hat große Verluste in der Kupplung. Die ganze Energie geht schlicht und einfach in die Tätigkeit, unabhängig vom Antriebskonzept.


Bei meinem Kommentar zum Rollen auf dem Acker dachte ich jetzt an z.B. Gülle auftragen nicht direkt ans Pflügen wobei der Widerstand natürlich besonders hoch ist, das ist dann vermutlich auch der Worst-Case. Allerdings denke ich, dass man gerade beim Pflügen auch nicht komplett Vollgas fahren kann, so ein Pflug hat sicher auch eine optimale Arbeitsgeschwindigkeit.

Unabhängig davon gibt es für Trekker ja noch viele andere Aufgaben, vom Anhänger ziehen über Mähen bis zur reinen Inspektionsfahrt.
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Re: Fendt e100 Vario

Beitragvon zitic » Mi 20. Sep 2017, 22:53

Muss sich halt lohnen dafür einen eigenen Trecker anzuschaffen. Was meinst du denn mit Inspektionen? Da fahren die Bauern meisten mit dem Kastenwagen oder ähnliches an.

Pflügen ist ja ohnehin out. Direktsaat ist ja groß in Mode ;) Aber natürlich bleibt da noch ne Menge zu pflügen und zu grubbern. Einiges geht bei der Ernte ja auch schon über Lohnunternehmer mit eigenem Fuhrpark(Mais etc.), aber auch da bleibt dann noch genug so zu ernten. Kann mir das eigentlich eher weniger auf kleinen Höfen vorstellen. Ja, eher Gemeinden oder größere Agrarunternehmen, die den dann besser auslasten können und ohnehin nicht nur 1-2 Allrounder für die tägliche Arbeit haben.

Mal sehen wie sich das weiterentwickelt. Kommt ja jetzt auch einiges von den Zulieferern. Da fällt schon was ab von der Autoindustrie.
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eTraktor

Beitragvon Herr Fröhlich » Do 21. Sep 2017, 19:00

http://www.ingenieur.de/Themen/Elektrom ... unden-lang

Es greift langsam in alle Bereiche über !
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