Elektrotaxis für Singapur - tropentauglich

Blick in die Zukunft der Elektroautos

Re: Elektrotaxis für Singapur - tropentauglich

Beitragvon dkt » Mi 30. Okt 2013, 14:17

Robert hat geschrieben:
Benzin und Diesel ist anscheinend noch immer zu billig, wenn man sich ansieht wieviele von einem Audi A4 oder VW Passat auf einen unnötigen Tiguan, Q3 oder Audi Q5 wechseln. :?


Das ist es. Wenn ich auf dem Aldiparkplatz sehe, wie viel Ungetümer aus der Q und X Klasse dort täglich von „Hausfrauen“ in 1 ½ Parkplätzen zum Stehen gebracht werden, dann ist Diesel und Benzin noch viel zu billig.

Beim Discounter einkaufen, mit Spritfressern vom Feinsten, mit einem Wendekreis von „geht nicht mehr“. Da „jammern“ wir noch auf hohem Niveau. Es sieht so aus, als ob alle über Stock und Stein, zum Kindergarten fahren müssen.
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Beitragvon DraycD » So 10. Nov 2013, 23:09

Da ich solche diskussionen liebe gebe ich nun auch meinen senf dazu :twisted:

Zuerst zu
VW, Audi, BMW

VW: verschläft und unterdrückt die e-mobilität...
E-up? Wollt ihr uns verarschen? Das dink kostet MIT motor ca 9.000€
Minus : motor, tank, auspuffanlage, kühler, krümmer, benzinpumpe, usw.

Ergibt vorsichtig geschätzt ein rohauto mit 5800€
Plus akku & lader 5000€
Motor 1000€
Elektronik 3000€
Klima -wärmepumpe 1500€
Entwicklungs kosten + 3000€
Ist ca. 19.300€

Wie kommt man auf !!! 27.000€ ????!? Ich sags euch, teuer = keine nachfrage somit kein markt somit kein sinn!

Zu BMW:
Der i 3 soll duch das "tampon" design und den hässlich verschobenen scheinwerfern hässlich wirken, der grund für den bau?
Damit kann bmw einerseits die entwicklung von carbon karosserien testen (tester sind die käufer der paar hundert i3)
Andererseits durch den zu erwartenden flop die entwicklungskosten mit hilfe der zu erwartenden verluste abschreiben.

Soo nun noch Audi
Wie bereits geschrieben drückt da die fettgefressene mutti (VolksWitz aka VW) audi sicher gut, und wenn das alles so stimmt dann kann man bei audi folgenden solgan her nehmeb, audi, fur die mit starken müttern


Ich bin so froh das ein startup unternehmen die großen deutschen bald richtig hart mit speed in den ar. F****.

Bin gespannt wann samsung, lg und apple autos bringen.. Schätze mal so gegen 2018...
Klingt unrealistisch? :o nein was ist das wichtigste an e autos? Elektronik, vernetzung, und akkus...

Irre ich mich oder haben die genannten firmen 1. Patente 2. knowhow 3. geld? 4. higthech prod. Werke,5. riesige prod. Flächen sowie tausende billig arbeiter?!


Jep haben se alle drei (apple eher entwicklung, design, patente und geld)

Lasst uns weiter diskutieren ;)
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Re: Elektrotaxis für Singapur - tropentauglich

Beitragvon dkt » Mo 11. Nov 2013, 06:33

DraycD hat geschrieben:
Lasst uns weiter diskutieren ;)


Ok – auf die Gefahr hin weiter „off topic“ zu sein, ich setzte nochmal einen drauf.

Das Problem der großen deutschen Autohersteller, mit der Zukunft der Antriebe und dem Individualverkehr, ist viel größer, als es den Anschein hat.

Am besten sieht man es am Beispiel des Vorsitzenden des Verbandes Herrn Wissmann. Wie einige sich noch erinnern mögen, hat sich Herr Wissmann früher in der Politik immer dadurch ausgezeichnet, das er, zum Beispiel, sich im zweiten Halbsatz beim Vortragen einer politischen Idee, bereits korrigieren konnte, wenn er sah, dass sich das Gesicht des Gegenübers, nach dem ersten Halbsatz, eintrübte.

Ein Stehaufmännchen reinsten Wassers, ist der Repräsentant der deutschen Automobilindustrie in dieser schwierigen Zeit. Ich höre ihn noch, mit dem Brustton der Überzeugung, auf dem großen Empfang des Verbandes, auf der IAA 2009, in seinem Festvortrag sagen. „Die E-Mobilität ist noch kein Thema“. Hört man ihn jetzt 2013 also vier Jahre später, dann beeilt er sich bei jeder Gelegenheit zu betonen wie wichtig die E-Mobilität ist. In dieser so wichtigen Zeitspanne von vier Jahren, in der die Weichen zur Elektromobilität gestellt wurden, hat die deutsche Industrie als Repräsentanten eine Feder im Wind gehabt. Gebraucht hätte sie eine Persönlichkeit à la Altbundeskanzler Schmid „Schnauze“. Dann wäre Tesla möglicherweise eine deutsche Firma geworden.

Fassen wir einmal zusammen. In den USA baut Telsa und GM Batterien und Autos in großem Maßstab. In Frankreich dito. Renault und Bolloré u.a. In Japan war es der Pionier Toyota der das Batterieproblem mit Prius frühzeitig überbrückte. Dann kamen Nissan und Mitsubishi mit reinen E-Fahrzeugen hinzu. Selbst in Norwegen gab es schon den Think zu einer Zeit, als Wissmann noch kein Thema sah. Aus China und Polen werden Elektrostadtbusse bereits nach Deutschland geliefert. Wo bleibt da die VW Tochter MAN? Samsung und Panasonic beherrschen den Markt der Lithium Batterien für E-Autos. Nissan hat in den USA eine gewaltige Autobatteriefabrik gebaut. Tesla plant zusammen mit einem Partner das Gleiche.

In Deutschland kümmert Li-Tec vor sich hin und die wenigen jetzt auf den Markt kommenden E-Autos sind, was die Batterie angeht, schmalbrüstig und dafür zu teuer.

Der einzige damalige Pionier AUDI (Vorsprung durch Technik) der, mit seiner "e-tron" Präsentation 2009 auf der IAA, nicht nur vier Radnabenmotoren vorgestellt hat, sondern ein vollwertiges Konzept namens e-tron, den hat die Mutter VW kastriert. Der Werbeslogan „Vorsprung durch Technik“ sieht für mich aus, wie eine zerrissene Fahne im heftigen Gegenwind der Mutter VW.

Selbst wenn jetzt durch die ganze Industrie ein Ruck der Erleuchtung ginge, wäre das 4 bis 5 Jahre zu spät. Die Industrie lebt noch in einer Werbewelt in der, zum Beispiel, der stolze Autobesitzer, jedes Wochenende liebevoll seinen „6-Zylinder“ eigenhändig poliert und auf jeden Fall, eine Scheidung vorziehen würde, bevor er sich von seiner Limousine trennt.

Die deutsche Verbrenner Oberklasse ist jetzt schon ein Fossil. Die Produktionsanlagen dafür sind jetzt schon auf dem Weg ein neues „Ruhrgebiet“ zu werden. Selbst die helfenden Hände aus der Zellen produzierenden Industrie in Europa, wie zum Beispiel von Leclanché, ignoriert die deutsche Autoindustrie weiter beharrlich.

Elektromotoren kann man schnell bauen, nicht so jedoch Radnabenmotoren, auch die Leistungselektronik ist erhältlich. Computer- und Netztechnik sind ausgereift. Die einzige notwendige Kraftanstrengung liegt im der Zellen und Batterieproduktion. Aber da müsste man zu weit umdenken. In den Köpfen wird immer noch der naheliegende Zylinderkopf veredelt, damit er die magere Einspritzung besser verbrennt, als denn die unbekannte Zellchemie als wichtig angesehen.

Was hat Daimler getönt, als seinerzeit mit Evonik das Batterieproblem angegangen wurde. Herausgekommen ist nun die Zulieferung von Tesla für die neue E-B Klasse.

Brennstoffzelle und Hybriden – in der Autoindustrie in Deutschland - sind dabei, für die fehlende Batterieentwicklung, nur untaugliche Ersatztechnologien. Es sind gigantische Holzwege, die großes Kapital und was viel schädlicher ist, auch noch knappe wertvolle Zeit und menschliche Ressourcen verbrennen.

Ich könnte noch endlos so weitermachen.
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Re: Elektrotaxis für Singapur - tropentauglich

Beitragvon zottel » Mi 13. Nov 2013, 13:39

Ja, vieles ist da sehr richtig.

Um aber noch ein paar andere Punkte einzuwerfen:

Dafür, dass der e-up floppen soll, sehe ich erstaunlich viel Werbung dafür. Sehr viel mehr, als ich erwartet hätte. Wesentlich mehr, als ich je für den Leaf gesehen habe, und sogar mehr als für Renaults Z.E.-Modelle. (Keine Ahnung, ob VW wirklich mehr Werbung macht, oder ob ich nur zufällig mehr gesehen habe als für die Renaults.)

Aber vielleicht geht ja VW auch (vmtl. zu recht) davon aus, dass nur sehr wenige Kunden das doppelte zahlen wollen, nur um ein Elektroauto zu bekommen, und die Werbung gibt das Feigenblatt, um später sagen zu können "Wir haben alles versucht, aber die Kunden wollten es nicht!" Und positives Öko-Image gibts noch dazu.

Andererseits muss man sehen, dass das mit den Preisen bei Renault auch nicht viel anders ist. Der Clio-Verbrenner kostet auch wenig mehr als die Hälfte des Zoe, wenn man dort mindestens € 5.000,- für den Akku draufschlägt. Nicht ganz so krass wie beim up, aber doch ebenfalls ein himmelweiter Unterschied.

Ich vermute, dass die jetzigen Preise selbst bei VW nicht (oder zumindest nicht nur) künstlich hochgedrückt, sondern eher der Kleinserie geschuldet sind. Natürlich könnte man sie konzernintern subventionieren, wenn man das wirklich voranbringen wollte, aber wie gesagt, selbst Renault steht da nicht wirklich besser da.

Welchen Trumpf werden die deutschen Autohersteller noch haben, wenn sich Elektroautos in großem Stil durchsetzen? Der gute Motor wird wegfallen. Aber es gibt weiterhin gute Verarbeitung und Markenbindung.

Wurden VWs ausschließlich wegen des angeblich guten Motors gekauft? Das ist vmtl. bei den meisten Kaufentscheidungen sogar eher ein untergeordnetes Thema.

Deshalb glaube ich: Die deutsche Autoindustrie wird mitnichten an den Elektroautos zurgundegehen. Solange sie grundsätzlich welche im Portfolio haben, die sie interessierten Käufern präsentieren können, ist "alles gut".

Wenn sie weitermacht wie bisher, wird sie aber in wichtigen Teilen sehr viel abhängiger von Zulieferern werden als bisher, und vmtl. würden mittelfristig eine ganze Menge Jobs in den Entwicklungsabteilungen verlorengehen.

"Tot" sind deutsche Autos damit aber keinswegs. Eigentlich fast schade. :twisted:
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Re: Elektrotaxis für Singapur - tropentauglich

Beitragvon dkt » Do 14. Nov 2013, 06:24

@zottel

Das ist eine positive Betrachtung, die meiner Meinung nach, den besten Fall beschreibt.

Warum glaube ich das?

Der Qualitätsunterschied in der Fertigung und in der Technologie relativiert sich zunehmend. Die internationale Konkurrenz holt auf.

Die sich entwickelnde Elektromobilität unterscheidet sich grundsätzlich vom bisherigen technischen Standard.

Die Qualität eines Elektrofahrzeugs wird jetzt von der Batterie, im Preis und in der Leistungsfähigkeit, bestimmt. Erstaunlicherweise gibt es sogar in der Elektromotorfertigung noch große Unterschiede. Wie könnte es andernfalls sein, dass z. Bsp. Mercedes für seine neue Elektro B Klasse, selbst noch den Antriebsmotor von Tesla bezieht. Bei der Batterie war das verständlich, aber, dass sogar die Elektromotorenfertigung aus dem Ausland, von einem Zulieferer kommt, ist ungewöhnlich.

Bei der Batterieentwicklung gibt es in Deutschland so gut wie keine Bewegung. Den Standard hat Tesla gesetzt und liefert jetzt auch an Mercedes.

Bei VW und BMW ist noch unklar, welchen Stellenwert die Batteriefertigung hat. Opel hängt damit an der Mutter GM in den USA. Audi hat sich offensichtlich aus dem Thema verabschiedet.

Ich gehe davon aus, dass innerhalb der nächsten 10 Jahre, die Schwerpunkte in der Automobilfertigung sich so verteilen werden, dass konventionelle Technik und Design (Karosserie und Fahrgestelle) weiterhin Domäne der deutschen Autoindustrie bleiben werden, aber Elektroantriebe, Speicher dazu und auch selbst die Ladeelektronik, nicht mehr Kernprodukte der Konzerne sein werden. Damit verbinde ich einen starken Niedergang in der Motorenfertigung (Verbrenner) der Fertigung von Antriebssträngen und Getrieben.

Deshalb meine Furcht vor einem neuen „Ruhrgebiet“. Wir können nur hoffen, dass Deine Sicht der Entwicklung, im Gegensatz zu meiner, kommt.
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