Wie viel kostet die Errichtung einer E-Tankstelle ?

Re: Wie viel kostet die Errichtung einer E-Tankstelle ?

Beitragvon ecopowerprofi » Fr 17. Feb 2017, 20:56

Es ist doch nicht die Frage was eine einzelne Ladevorrichtung kosten sondern eine Tankstelle (besser vielleicht eine Ladestelle). Da brauch ich ein wenig mehr als ein paar Tripple-Säulen o.ä. Ein Grundstück mit Baugenehmigung, Kassen- und/oder Verkaufsraum, Waschanlage, Staubsauger, Luftdruckanlage usw. Vielleicht nicht alles aber ein Teil auf jeden Fall. Da die meisten zu Hause laden werden (zukünftig auch die in der Mietwohnung auch wenn das noch ein wenig dauern wird) werden sich solche Ladestationen nicht lohnen. Nur an den Autobahnen werden die sich an den Raststätten etablieren.

In einigen Jahren wird es keine "Tankstellen" in der heutigen Form auch als "Ladestationen" abseits der BAB nicht mehr geben. Das Laden wird, wenn es nicht zu Hause stattfindet, an Orten sein an dem man sich eh etwas länger aufhält. z.B. an Einkaufzentren, Gasthöfe, Betrieb usw.

Ich bin gerade dabei ein Taxiunternehmen zu beliefern. Die Ladevorrichtungen werden, für jedes Fahrzeug ein eigenes, auf dem Abstellplatz aufgebaut. Der wird mit den E-Taxis keine "Tankstelle" mehr aufsuchen.
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Beitragvon CCS=SuperPlus135 » So 19. Feb 2017, 17:50

Marcel_S hat geschrieben:

Was ich nicht kapiere: jetzt hat man mit Typ 2 eine universelle, normierte, saubere und sichere Lösung und trotzdem wehren sich die Urgesteine der Elektromobilität immer noch dagegen ...



Weil man damit eben nicht 100 kw oder 350 kw laden kann. Die Jungs die Typ2 mit 22 kw als Schnarchladung ansehen, sind eben viiiel weiter als diese lustigen Typ2 Hanseles... :lol:



Hinweis: Der Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.
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Re: Wie viel kostet die Errichtung einer E-Tankstelle ?

Beitragvon CCS=SuperPlus135 » So 19. Feb 2017, 17:59

Die Idee von der Tankstelle ist ja erstmal löblich und gut. Die Frage stellt sich jedoch, auf welcher Basis das gehen soll? Soll das bei Null anfangen? Dann vergiss es lieber gleich von Anfang an. Grundstück kaufen, Baugenehmigen, bauen, installieren... da kannste dann 35 Jahre vom besten Fall ausgehen um etwas Geld (20 Euro) zu verdienen. Eine Todgeburt.

Die üblichen destinations Ladestelle laufen ganz anders ab. Hotels, Einkaufszentren, Shops, mals, etc. Die buchen so eine Ladesäule für knapp 5.000 Euro locker durch. Da gilt so was als Werbeausgabe, als Gimick, nice to have.

Fitnessstudios wären interessant. Im Grunde überall wo Fahrzeuge eh rumstehen.

Hab das mal für mich durchgedacht und durchgerechnet. Platz am Gewerbegrundstück wäre ja vorhanden, die Leute könnten div. übliche Einkaufsmärkte zu Fuß in 5 Min. erreichen. Letztlich würde es aber regionale Leute in Anspruch nehmen, die vll. selber daheim nicht laden können, oder zwei drei Durchreisende im Monat. Alleine die Erstgespräche mit den ÄMtern hat mir die Laune auf zig Jahre verdorben. und wennde bischen Geld damit machen willst, haste dann noch den ganzen Kram mit dem Finanzamt. boey, ne danke. Hab schon genug Streß mit meiner Firma. Die bringt im Gegensatz dazu wenigstens Kohle rein.

Ich bin eh der Meinung das das "zum Tanken fahren" eh schon prähistorisch an sich schon ist.
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Re: Wie viel kostet die Errichtung einer E-Tankstelle ?

Beitragvon Gerhard, OA » So 19. Feb 2017, 19:04

CCS=SuperPlus135 hat geschrieben:
Weil man damit eben nicht 100 kw oder 350 kw laden kann. Die Jungs die Typ2


Warum sollte das nicht gehen? Auf der Mennekes-Seite werden für "DC-High" (bis 170 kW! Von 350 kW ist dort gar nicht die Rede, auch nicht für den Combo-Stecker) beide Stecker angegeben. Oder verwechselt du das mit dem Wechselstrom-Laden?
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Re: Wie viel kostet die Errichtung einer E-Tankstelle ?

Beitragvon ecopowerprofi » So 19. Feb 2017, 20:37

CCS=SuperPlus135 hat geschrieben:
Weil man damit eben nicht 100 kw oder 350 kw laden kann. Die Jungs die Typ2 mit 22 kw als Schnarchladung ansehen, sind eben viiiel weiter als diese lustigen Typ2 Hanseles..

Alles nur Propaganda, weil die nicht zugeben wollen, dass auch bei der Gleichstromladung der Strom auch aus dem AC-Netz kommen muss und das Netz es u.U gar nicht hergibt. Die hohen Ströme belasten außerdem die Batterie überproportional und verringern die Lebensdauer drastisch. Hinzu kommt, wenn ich vorher mit 200 über die Bahn rase, die Batterie sich bereits im oberen Temperaturbereich bewegt und daher den Strom gar nicht aufnehmen kann ohne zu überhitzen. Dann steht man auch länger an der Ladesäule. Wenn es dann nur eine mit 350 kW gibt dann kann man sich in der Schlange hinstellen und ne halbe Stunde warten. Dann kann ich auch gleich den Typ2 55kW AC-Lader nehmen und einen Kaffee trinken gehen.

Das mit den 350 kW Lader ist genauso eine Totgeburt wie das Brennstoffzellenfahrzeug auf Wasserstoffbasis. Wer schnell vorwärts kommen will schafft sich eine 150 kWh Batterie an. Dann kann man 800 km am Stück fahren und braucht nicht nachladen. Mein Diesel macht vollgetankt auch nur 900 km am Stück. Das war bisher mehr als ausreichend.

Die Politiker blasen doch nur in das 350 kW Horn, weil die keine Ahnung haben und von der Industrie damit erst mal ruhig gestellt werden.
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Re: Wie viel kostet die Errichtung einer E-Tankstelle ?

Beitragvon CCS=SuperPlus135 » Mo 20. Feb 2017, 05:02

Ich bin der Meinung mit einem 100 kWh Akku wie aktuell von der bösen Firma aus Kalifornien und der gegenwärtigen SuC Technik sind wir bestens bedient. 300 bis 450 KM fahren, dann ne Schnack, Pipi Pause und fast das selbe an KM wieder im Akku.

Schick wäre es diese Technik sagen wir mal.... den normalen Leuten auch zugänglich zu machen. Und schwubs sind wir schon wieder beim M3...

Das ganze Gekeife und Geseiere um noch mehr Leistung mag für Ing. Köpfe und für Vollgas Typen wichtig erscheinen. Jedoch muss es auch umsetzbar, bezahlbar sein. Dies hat auch recht wenig mit dem Grundgedanken der e-mobilität gemeinsam.
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Re: Wie viel kostet die Errichtung einer E-Tankstelle ?

Beitragvon Langsam aber stetig » Mo 20. Feb 2017, 10:24

350 kW-Lader sind kein Problem, wenn die Batterie 150 kWh groß ist. Das ist gerade mal eine Ladegeschwindigkeit von 2,3C. Der Ioniq z.B. hat eine 30 kWh-Batterie (brutto) und lädt mit 70 kW - exakt die gleiche Ladegeschwindigkeit von 2,3C.

Eine 150 kWh-Batterie wäre dann eben auch in ca. 20 Minuten von 10% auf 80% geladen.

Natürlich sind die Kosten für eine 350 kW-Säule höher als für eine 50 kW-Säule - aber wenn Du dann deutlich weniger Säulen brauchst, weil die Autos kürzer stehen und dann die Ladesäule wieder schneller freigeben, lohnt es sich wahrscheinlich trotzdem.

Ich denke schon, dass Batterien mit 150 kWh irgendwann verfügbar sein werden für Langstreckenautos, zumindest als Option. Der durchschnittliche Vertreter möchte eben auch in Zukunft mit 160-180 km/h fahren wollen, und wird daher auf einen Verbrauch von 400 Wh/km kommen. Dann reicht eine 80% Ladung, die bis auf 10% Restakku genutzt wird, 260 km (ca 2 Stunden realistischerweise). Wahrscheinlich immer noch nicht ganz akzeptabel für den Vertreter, dann eine 20-minütige Pause einzulegen, aber vielleicht fast.
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Re: Wie viel kostet die Errichtung einer E-Tankstelle ?

Beitragvon CCS=SuperPlus135 » Mo 20. Feb 2017, 13:27

Bei Bussen / LKWs sicherlich. Selbst Elon hat angemerkt, das man beim S und X bereits vom Platz her am Maximum ist. Während die anderen 40er Akkus bereits als Weltwunder anpreisen.
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Re: Wie viel kostet die Errichtung einer E-Tankstelle ?

Beitragvon CCS=SuperPlus135 » Mo 20. Feb 2017, 13:39

Langsam aber stetig hat geschrieben:
Der durchschnittliche Vertreter möchte eben auch in Zukunft mit 160-180 km/h fahren wollen, und wird daher auf einen Verbrauch von 400 Wh/km kommen. .


bei 56 cents (günstig) sind das dann: 22 Euro / 100 KM an Strom
bei allego typischen Standkosten sind das ca. 45 Euro / 100 KM

wobei ich eher denke, das wir von 50 kw zu 150 kw an den Ladesäulen einen Preisanstieg von minimum 50 Prozent sehen werden!

Entweder fahren DIE Typen dann einfach weiter ihren Schummeldiesel, oder nehmen der V8 Benziner. Beides wäre günstiger. Die Aussage kann man heute schon machen.
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Re: Wie viel kostet die Errichtung einer E-Tankstelle ?

Beitragvon Greenhorn » Mo 20. Feb 2017, 13:59

Ihr vergesst einen wichtigen Punkt.
Die Lobby in Deutschland.
Selbst wenn ihr jetzt eine Tankstelle mit dem eingebrachten Schnellladestandar aufbaut. Ihr baut ein schönes Trafohäuschen um auch künftig für die 350 kW Lader gerüstet zu sein.
Dann kommen 2020, die Deutschen Autohersteller stellen ihre tollen neuen Modelle mit 350 kW Ladung vor und:
Jeah, wir haben induktives Laden erfunden und bauen das jetzt überall ein. Das wird der neue Standard.
Eure gesamten Investitionen in einen Ladepark auf der Tankstelle von 8 x 150 kW Tripplechargern für 400.000 € nur Hardware für den Ars....
Kann nur noch von ein paar Idioten, die in der Fachsprache 'Early Adaptors' genannt werden genutzt werden.
Gruß Bernd
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