Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?

Re: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?

Beitragvon UliZE40 » Mi 19. Apr 2017, 10:42

Mit 22 kW Anschlussleistung kann man erstmal nur 6 x 3,7 kW (16 A) einphasig bereitstellen.
Nur wenn du auf 10 A pro Anschluss reduzierst kannst du max. 9 Teilnehmer anschließen.

Aber so so sehe ich das auch. Das wäre mal ein guter und preisgünstiger Anfang der für die nächsten Jahre völlig ausreichen wird.

Je nach TG-Situation braucht man zum Start nur einen zentralen Zählerkasten mit 1 TE-Zählern und Kombi-LS/FI-Schaltern.
Dann Kabel immer zwischen zwei Stellplätze führen und dort passende Anschaltvorrichtung je nach "Kundenwunsch", ggf. mit Schlüsselschalter.
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Beitragvon motion » Mi 19. Apr 2017, 12:53

Auf zeit.de gibt es dazu auch einen Artikel.

http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-04/e ... e-aufladen
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Re: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?

Beitragvon EVduck » Mi 19. Apr 2017, 13:30

UliZE40 hat geschrieben:
Mit 22 kW Anschlussleistung kann man erstmal nur 6 x 3,7 kW (16 A) einphasig bereitstellen.
Nur wenn du auf 10 A pro Anschluss reduzierst kannst du max. 9 Teilnehmer anschließen.

Nö, bei 22kW würde ich durchaus 9*16A einphasig bereit stellen. Genauer gesagt bei 24kW (3*35A Neozed). Und ich wette, die Sicherung fliegt nicht. Auch wenn offiziell der Gleichzeitigkeitsfaktor von 1 gilt.
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Re: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?

Beitragvon Priusfahrer » Mi 19. Apr 2017, 13:38

EVduck hat geschrieben:
Nö, bei 22kW würde ich durchaus 9*16A einphasig bereit stellen. Genauer gesagt bei 24kW (3*35A Neozed). Und ich wette, die Sicherung fliegt nicht. Auch wenn offiziell der Gleichzeitigkeitsfaktor von 1 gilt.


Damit die Sicherungen rausfliegen, müsste die Nennlast für mehr als eine Stunde nennenswert überschritten werden. Bei 3x16A=48A wäre dies allerdings der Fall, wenn der Strom für mehrere Stunden fließt. Für einige Minuten würde dies sicher gehen. Aber wenn danach kein Fahrzeug herunterregelt, weil der Akku nahezu voll ist, wird es kritisch. Damit würde ich aber nicht rechnen, da die Akkus immer größer werden und die vollen 3,7KW für mehrere Stunden benötigt werden können. Sicher wird das nicht täglich passieren, aber auch nur einmal im Monat wäre ärgerlich.

Ich kenne einen Fall wo ein großes Restaurant mit 4x22KW Ladesäulen auf einmal im Dunkeln stand, als sich 4 Teslas gleichzeitig angestöpselt haben. Und die haben bestimmt nicht alle die vollen 22KW gezogen.
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Re: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?

Beitragvon EVduck » Mi 19. Apr 2017, 14:08

Ok, dann erkläre ich mal, warum ich denke, dass die Sicherung nicht (oft) fliegen wird, auch wenn ich 9*16A bereit stelle.

1. Gehe ich davon aus, die wenigsten werden eine Ladestation einbauen lassen. "Ist doch viel zu teuer" ==> 10...13A
2. gehe ich auch davon aus dass es nur sehr selten vorkommt, das wirklich alle gleichzeitig laden.
3. Ziehen die Autos auch bei 16A Freigabe durch die Ladestation nicht mit 16A.

Dein Restaurant war bestimmt mit 3*125A abgesichert, evtl. sogar mit SLS 100A. Da reicht dann der Restaurantverbrauch plus die 88kW der Teslas (=3*128A)
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Re: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?

Beitragvon Priusfahrer » Mi 19. Apr 2017, 18:33

EVduck hat geschrieben:
Dein Restaurant war bestimmt mit 3*125A abgesichert, evtl. sogar mit SLS 100A. Da reicht dann der Restaurantverbrauch plus die 88kW der Teslas (=3*128A)


Bei 128A kommt noch lange keine 125A Sicherung. Selbst nach Tagen Dauerlast nicht. Vermutlich hatten die nur 3x63A drin.

Deine 35A Sicherungen dürften bei 48A Dauerlast etwa nach 1-2h durchbrennen. Auch wenn dies nur 1-2 Mal im Jahr passiert, ist es ärgerlich. Insbesondere wenn man Früh mit leerem Akku da steht und auf Arbeit muss oder einen wichtigen Termin hat.
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Re: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?

Beitragvon ecopowerprofi » Di 25. Apr 2017, 21:11

Hier mal wieder ein wenig an der Praxis vorbei diskutiert. Ein E-KFZ benötigt ca. 3000 kWh pro Jahr. D.h. ca. 8 kWh pro Tag. Bei 100 Stellplätze mit E-Anschluss kann man den Mittelwert benutzen, der ja auch im Gleichzeitigkeitsfaktor seinen Anwendung findet. Bei 100 Fahrzeuge benötigt man somit ca. 300.000 kWh pro Jahr. Im ungünstigsten Fall werden die alle am Stellplatz und in der Zeit von 20.00 bis 8.00 Uhr abgerufen. Das bedeutet in der fraglichen Zeit eine Belastung von 100 A je Phase. Jeder Hausanschluss für ein MFH mit mehr als 4 WE hat einen Anschluss, der für 250 A Dauerstrom ausgelegt ist. Hinzu kommt, dass nicht alles in der heimischen Garage und zwischen 20.00 und 8.00 Uhr geladen wird. Somit alles im grünen Bereich und dass 100% der Fahrzeuge reine E-KFZ sind, werden die meisten von uns vielleicht gar nicht mehr erleben.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?

Beitragvon Dachakku » Di 25. Apr 2017, 21:24

EVduck hat geschrieben:
.... Wenn ich als Miteigentümer meinen Garagenplatz elektrifizieren möchte, würde ich z.B. nie von einer Ladestation reden. Mein Antrag würde etwa folgendermaßen aussehen:
Antrag hat geschrieben:
Miteigentümer EVduck beantragt seinen Stellplatz mit einer elektrischen Steckdose auszustatten. Er bestätigt, dass er die vollen Installations-, Strom- und Anschlusskosten tragen wird, den Strom von seinem eigenen Anschluss bereit stellen wird, und das er die Installation bei einem evtl. Auszug auch wieder rückstansfrei entfernen wird.

In 99% der Fälle wird so ein Antrag durchgewunken.


Vollkommen korrekt. Es geht in der ganzen Thematik nämlich in einem erheblichen Maß um Psychologie.
Das Unbekannte ist vielen Menschen suspekt.

Ergo: Eine harmlose 230V Steckdose kennt jeder, selbst leicht IQ-unterversorgte Mitbürger oder alters-senile Menschen. Für diese Klientel geht davon keine Gefahr aus.

Eine "Wallbox" oder gar ein CEE Anschluss erweckt Misstrauen weil es Hexenwerk sein könnte. Könnte ggf. auch Begehrlichkeiten und/oder Neid bei Anderen hervorrufen.

Also, kleine Brötchen backen und ihr habt Strom am Stellplatz. Mit 3,6 kw laden ist immer noch besser als GAR NICHT ;)
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Und wenn ich über's Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker:" Schau dir das an, nicht mal schwimmen kann der."
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Re: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?

Beitragvon Fidel » Di 25. Apr 2017, 21:51

Dachakku hat geschrieben:
Also, kleine Brötchen backen und ihr habt Strom am Stellplatz. Mit 3,6 kw laden ist immer noch besser als GAR NICHT ;)

Richtig. Und für einen Autofahrer mit durchschnittlicher täglicher Fahrleistung reicht das auch locker aus. Und selbst wenn in ein paar Jahren alle E-Autos Akkus mit 60kWh+ haben, wird die tägliche Fahrleistung nicht automatisch im selben Maß wachsen wie die Kapazitäten und man muss dann trotzdem nicht mehr Strom laden. Man KANN dann halt auch mal seltener und dafür länger laden, MUSS aber nicht.


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Re: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?

Beitragvon EVduck » Di 25. Apr 2017, 22:06

Priusfahrer hat geschrieben:
EVduck hat geschrieben:
Dein Restaurant war bestimmt mit 3*125A abgesichert, evtl. sogar mit SLS 100A. Da reicht dann der Restaurantverbrauch plus die 88kW der Teslas (=3*128A)


Bei 128A kommt noch lange keine 125A Sicherung. Selbst nach Tagen Dauerlast nicht.

Den Restaurantverbrauch hast du dabei gepflegt unterschlagen. Das kann mit Kühlung, Küche und Klimaanlagen schon ein wenig mehr sein.
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