Wärmepumpenstrom für Elektromobile

Wärmepumpenstrom für Elektromobile

Beitragvon RaikundNici » Di 18. Okt 2016, 11:18

Hallihallo ihr alle,
wir sind ganz neu hier im Forum. Wir sind frischgebackene Käufer einer gebrauchten Zoe -genau das Richtige für uns (nur schade, dass Kind Nr. 4 im Kofferraum sitzen muss. Scherz. :lol: ) Es ist ein Zweitwagen für den Weg zur Arbeit (20 km tgl.) Öffentliche Ladeinfrastruktur gibt es nicht, daher soll es immer in der Garage tanken. Das stellt uns nun vor viele Fragen, mit denen man gefühlt ziemlich alleine dasteht. Ich recherchiere mir die Finger blau und bin noch keinen Meter gefahren. hibbel :roll:

Wir sind Betreiber einer Wärmepumpe und da wollte ich jetzt mal genau wissen, ob es nicht möglich ist, das Auto über diesen Zähler laufen zu lassen. Da mir absolut unklar war, wer, wo und wie ich da frage, habe ich mich mal bissel in die Materie vergraben und meinen Wärmestromanbieter (seit vergangenem Jahr auch Ökostrom, als überzeugter Direktvermarkter war er sehr auskunftsfreudig) interviewt. Meine Erkenntisse möchte ich gleich einmal für alle auch Interessierten hier im Forum zurücklassen-bzw. zur Diskussion stellen Achtung-lang & ausführlich:

Grundsätzlich ist Wärmepumpenstrom billiger, weil dafür weniger Netzentgelte fällig werden. Eine Wärmepumpe wird zu Zeiten, in denen der Strom teuer und wertvoll ist, nicht betrieben-sie ist außerdem aufgrund des ausschließlichen Anschlusses der Wärmepumpe mit einer dem Energieversorger bekannten Leistung eine berechenbare Größe für den Netzbetreiber. Das ist der Deal für die Preisermäßigung im Arbeitspreis und den Erlass der Grundgebühr. Werte für meinen Netzbetreiber 2017:

Haushalt: GP2017HH 86,00 €, AP2017HH 7,66 ct/kWh,
Wärmepumpe: GP2017WP 0 €, AP2017WP 2,27 ct/kWh -
Ersparnis Netzentgelt 5,39 ct/kWh

Vorraussetzung für das Ganze ist immer ein separater Zähler mit Sperrzeiten, auf amtsdeutsch eine unterbrechbare Verbrauchseinrichtung für Niederspannungsnetze. Geregelt wird das in § 14a EnWG-dort werden explizit ELEKROMOBILE genannt:

§ 14a Steuerbare Verbrauchseinrichtungen in Niederspannung; Verordnungsermächtigung
Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen haben denjenigen Lieferanten und Letztverbrauchern im Bereich der
Niederspannung, mit denen sie Netznutzungsverträge abgeschlossen haben, ein reduziertes Netzentgelt zu
berechnen, wenn mit ihnen im Gegenzug die netzdienliche Steuerung von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen,
die über einen separaten Zählpunkt verfügen, vereinbart wird. Als steuerbare Verbrauchseinrichtung im Sinne
von Satz 1 gelten auch Elektromobile
. Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit
Zustimmung des Bundesrates die Verpflichtung nach den Sätzen 1 und 2 näher zu konkretisieren, insbesondere
einen Rahmen für die Reduzierung von Netzentgelten und die vertragliche Ausgestaltung vorzusehen sowie
Steuerungshandlungen zu benennen, die dem Netzbetreiber vorbehalten sind, und Steuerungshandlungen
zu benennen, die Dritten, insbesondere dem Lieferanten, vorbehalten sind. Sie hat hierbei die weiteren
Anforderungen des Messstellenbetriebsgesetzes an die Ausgestaltung der kommunikativen Einbindung der
steuerbaren Verbrauchseinrichtungen zu beachten.
Steuerung von unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen in Niederspannung

Ich habe mich nun noch in die Verordnungen/Preistabellen der Netzbetreiber verglichen. Bei Westnetz findet sich beispielsweise explizit eine Preisangabe für Elektromobile:
Bild

Der Wärmestromanbieter hat gleich bei meinem Netzbetreiber MITNETZ (ohne Erwähnung der Elektromobile in den Preislisten) angefragt. MITNETZ verlangt für die offizielle Anschaltung von Emobilen an die WP-Leitung einen separaten Zwischenzähler über den dann die Auto-Steckdose läuft. Momentan unterscheiden sich beide Tarife aber nicht in Punkto Netznutzungsgebühr und wenn es dem Stromlieferanten Wurst ist....hm

Theoretisch wäre demnach immer der Bezug von vergünstigtem Strom für E-Autos möglich, mit einer separaten schaltbaren Leitung und einem entsprechenden Zähler? Interessant...

Für mich steht nun die Frage, was mich die Installationsleistung insgesamt kostet. Ein extra abgesichertes Kraftstromkabel vom Anschlussschrank bis in die Garage liegt bereits-es müsste also die Wärmepumpenleitung aufgesplittet werden und das Kabel umgeklemmt werden (laientechnisch betrachtet). Inoffiziell gab mir der Stromlieferant den Tipp ("Es krähe kein Hahn danach, was letztlich alles über einen solchen WP-Zähler läuft...hust") Mir wäre es aber schon wichtig, dass diese Installation versicherungstechnisch einwandfrei ist.

Ich berichte und bin gespannt, wer da hier schon Erfahrungen hat. Und übrigens plant mein Stromanbieter einen Extratarif für
Elektroautos-was ja auch die logische Folge des Ganzen wäre. Vorraussetzung eben Extrazähler, mit Sperrzeiten, ohne (netzseitige)Grundgebühren und die Meldung der Ladeleistung der Ladesäule/des Autos. Dann kann der Energieversorger/Netzbetreiber auch kalkulieren.

Viele Grüße von Nicole
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Re: Wärmepumpenstrom für Elektromobile

Beitragvon NortonF1 » Di 18. Okt 2016, 12:23

Hi,

die Süwag bietet hier in Hessen den Thermo 18 Natur zum Laden von E-Autos an:

https://www.suewag.de/web/cms/de/199633 ... zum-laden/

Kostet einen extra Zähler, aber wenn Du schon die Wärmepumpe hast dann hast du den ja schon...
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Re: Wärmepumpenstrom für Elektromobile

Beitragvon Alex1 » Di 18. Okt 2016, 13:47

Sehr gute Lösung!

Genau das soll ja mit den "SmartMetern" noch geschickter gemacht werden: Laden, wenn ein Stromüberangebot da ist. Also nachts, wenn die Windräder laufen (und die Kohledreckschleudern die Leitungen verstopfen... :roll: ).

Ein WP-Tarif (hieß ja früher "Nachtstrom" für die unflexiblen Kernkraftwerke) ist da nur ein Anfang. Letztendlich sollen/müssen alle Verbraucher, die nicht in Echtzeit benötigt werden (Licht, TV...) so geschaltet werden, dass das Netz damit geglättet wird. Und de Verbrauch an die Erzeugung gekoppelt wird statt nur umgekehrt.

Wer eine eigene "Strominsel" (also Pufferakku im Keller) hat (Marc, Tho...), macht das sicher auch so.
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Wärmepumpenstrom für Elektromobile

Beitragvon RaikundNici » Di 18. Okt 2016, 13:54

Hm...woanders ist man immer schon weiter. Aber muss man da z.B auch diese feine Wandstation für 1200 € kaufen?

Meine Engstelle scheint der Netzbetreiber MITNETZ zu werden. Ich habe nun auf Anraten meines Elektrikers nochmal mit denen telefoniert, schließlich nützt es mir nix, wenn ich die Autosteckdose da illegal anschließe und dann die Netzentgelte nachträglich in Rechnung gestellt bekomme oder vielleicht mal Probleme mit der Versicherung bekomme.

Aussage a) es darf grundsätzlich nur die Wärmepumpe an diesem Anschluss betrieben werden. :oops:
Mein Verweis auf § 14 a EnWG und die Bedingungen von WESTNETZ haben ihn dann doch zur Rückfrage bewogen.
Aussage b) es kommt eine Neuregelung ab 1.11.2016 - wie die genau aussieht, war nach seiner Aussage nicht in Erfahrung zu bringen-wüsste keiner der Kollegen.

Hm...ja...und nun? Das ist in zwei Wochen?!

Es wird sicher auch ein Problem, wenn ich keine feste Ladestation anschließe, sondern eine Steckdose für die mobile Lösung. Aber hallo-hier gibt es weit und breit keine Ladestationen und ich kaufe mir doch nicht eine stationäre Lösung UND eine mobile?! Um möglicherweise 90 EUR im Jahr an Stromkosten zu sparen, die ich dann in vielleicht 10 Jahren wieder reinhole? Da schließe ich es dann lieber an den normalen Strom an und warte.

Von Smartmetern hat er auch gesprochen, auch von intelligenten Stromzählern. Soll ab nächstem Jahr losgehen. Vielleicht qualifiziere ich mich ja noch für ein Pilotprojekt bei MITNETZ. :lol:

Irgendwie scheint das Ganze ziemlich spannend zu werden. :lol: :lol: :lol:
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Re: Wärmepumpenstrom für Elektromobile

Beitragvon Spüli » Di 18. Okt 2016, 15:42

Moin!
Wo ist den diese Region, wo es keinen Strom gibt? Welche Mitnetz-Regionalzentrum ist den für Dich zuständig? Klingt so ein Wenig nach Cottbus. ;)

Aber wenn man das Kleingetruckte so interpretiert, dürfte der Nachtstrom nur über eine Wallbox legal sein. Eine reguläre Steckdose am WP-Zähler wird da nicht durchgehen.
Gruß Ingo
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Re: Wärmepumpenstrom für Elektromobile

Beitragvon Alex1 » Di 18. Okt 2016, 17:48

Zwischen CEE rot und einer "richtigen" Wallbox ist ja für das EVU kein Unterschied.

Wenn es um den freien Zugang geht, kannst Du ja die CEE-Dose abschließen.
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Re: Wärmepumpenstrom für Elektromobile

Beitragvon RaikundNici » Di 18. Okt 2016, 19:25

Region ist Erzgebirge-also enegietechnische Wallachei. Hier in Sachsen wird noch fleißig nach Braunkohle gebuddelt. :roll:

Der Unterschied zwischen Wallbox und CEE-Dose wird wohl der sein, dass ich bei nem Kabel zur Wallbox die Leitung eben für nix anderes nehmen kann als das Auto. Wie bei der Wärmepumpe, die direkt angeschlossen ist. Wozu dann ein Zwischenzähler gut sein soll, ist mir eigentlich schleierhaft. Wenn die Strompreise/Netzentgelte gleich hoch sind, ist der unsinnig.

Die CEE-Steckdose wäre eben in der Garage für uns nutzbar.

Wobei der Preisunterschied ja schon lächerlich ist. Bei 10.000 km und weniger 6 ct/kWh würde das ca. 90 EUR im Jahr ausmachen. Eigentlich nicht der Rede wert. Also ich bin da auch nicht gewillt, nochmal hunderte Euro in igendwelche Installationen reinzustecken und die Wallbox fällt auch aus, weil wir die mobile Lösung brauchen.

War nur so ein Gedanke, weil eben die Wärmepumpe dasteht, der Zähler da ist und eigentlich beides ganz gut mit der Energiewende zusammenpasst.

Wahrscheinlich hilft nur warten...
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Re: Wärmepumpenstrom für Elektromobile

Beitragvon Fluencemobil » Di 18. Okt 2016, 20:45

Wahrscheinlich haben sie Angst das du die Waschmaschine in die Garage stellst. ;)

Sag ihnen doch, das es auch wallboxen mit typ2 und schukosteckdose git. Adapter von typ2 auf schuko (erlaubt?) soll es auch geben.
Wenn du etwas anderes als das auto an der schukodose anschließen wolltest, hättest du ja nicht vorher gefragt.

Es gibt wallboxen schon für 4-500 Euro.
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Re: Wärmepumpenstrom für Elektromobile

Beitragvon p.hase » Di 18. Okt 2016, 21:08

ich würde das vorher am zoe testen bevor ich verträge abschliesse und leitungen lege. für einen japaner machbar, aber für einen franzosen empfehle ich das an- und ausschalten nicht unbedingt. es bringt dir nichts wenn du morgens einen schraubenschlüssel in knallrot rechtsaussen hast und du nicht zur arbeit kommst.

vielmehr frage ich mich wie hoch deine verbräuche sind und wie stark dein kompressor in der WP. heute ist es lohnender auf den WP-tarif und den teuren zweiten zähler und dessen grundgebühr zu verzichten und eventuell EINEN besseren preis für wärme und haus zusammen, also einen zähler, zu bekommen. ich bin gerade so an der grenze, daß es sich nicht lohnt.

daß eine WP effizienter läuft und länger wenn sie nicht in ihrer arbeit unterbrochen wird ist die andere seite.
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Re: Wärmepumpenstrom für Elektromobile

Beitragvon ecopowerprofi » Di 18. Okt 2016, 21:16

RaikundNici hat geschrieben:
Wahrscheinlich hilft nur warten..

oder einfach anschließen. Wer viel fragt bekommt auch viel Antwort. Im ZOE hat doch auch eine Wärmepumpe für die Heizung des Fahrzeugs. Du kannst sogar das Auto vorheizen, wenn es an Strom angeschlossen ist.

Fluencemobil hat geschrieben:
Es gibt wallboxen schon für 4-500 Euro.

http://www.ebay.de/itm/371742529296?ssP ... 1555.l2649

PS: Der ZOE mag es gar nicht, wenn die Spannung abgeschaltet wird. Ist auch nicht erforderlich. Es muss beim CP-Signal die Pulsweitenmodulation nur 10% sein (Ladestrom unter 6A) um die Ladung zu Unterbrechen. Man muss die Spannung, entgegen landläufiger Meinung, bei einer steuerbaren Last nicht weg schalten sondern nur die Leistungsentnahme unterbrechen.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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