Urteil E-Auto: Kein Anspruch auf Ladestation in Tiefgarage

Re: Urteil E-Auto: Kein Anspruch auf Ladestation in Tiefgara

Beitragvon solar-voyager » Di 1. Nov 2016, 17:32

eve hat geschrieben:
Nur eine Frage der Zeit, dann heißt es: "Wie, bei Ihnen in der TG gibt es keine Ladeplätze. Ging aus Ihrer Anzeige gar nicht hervor. Schade. Na dann..."

Gut, wird nochwas dauern. Und natürlich schlecht, wenn man dort wo man wohnhaft ist nicht mal eben eine Alternative (Alternativladeplatz, Alternativwohung, etc) hat.


Das wird leider noch sehr lange dauern. Eine Kollege denkt über den Kauf einer Neubauwohnung hier in München nach - zunächst zur Vermietung, dann als Altersruhesitz. Er fragte auch nach einem Stromanschluss. Als Sonderwunsch ist eine normale Steckdose möglich! Mehr geht nicht. Der Bauunternehmer bekommt das bei der Genehmigung nicht durch, da die Stadtwerke Angst haben, dass dann alle Leitungen mit höheren Leistungen verlangen. Und das gibt die Infrastruktur nun mal nicht her! Wenn ich also zukünftig größere Speicher in den Fahrzeugen habe (100 kWh und mehr), muss ich eben Ladezeiten von 30h akzeptieren... So kommt man im Winter am Wochenende nicht an zwei Tagen hintereinander zum Skifahren in die Berge, oder im Sommer zum Wandern.
Die E-Mobilität wird so zum Rohrkrepierer! Wenn die Entscheider (=Politiker) gezwungen wären, selbst E-Autos zu fahren, würden sie mal ein Anflug von Ahnung bekommen, wovon sie überhaupt schwafeln!
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Re: Urteil E-Auto: Kein Anspruch auf Ladestation in Tiefgara

Beitragvon Toumal » Di 1. Nov 2016, 18:07

solar-voyager hat geschrieben:
Der Bauunternehmer bekommt das bei der Genehmigung nicht durch, da die Stadtwerke Angst haben, dass dann alle Leitungen mit höheren Leistungen verlangen. Und das gibt die Infrastruktur nun mal nicht her!


Was habt ihr denn fuer ein marodes Netz? Was machen denn bei euch die E-Werke wenn zu mittag die ganzen 380V-Kuechengeraete (Kochfeld, Ofen, manchmal sogar Waschmaschine) anspringen? Wo ist das Problem eine 16A-dreiphasenleitung zu legen?

Ich glaube der Fehler ist einfach dass E-Autos erwaehnt wurden. Man sollte einfach nur nach einer Drehstromdose fragen. Ist auch hier so, bei Ladestation wachen die Blockwarte auf, aber wenn man einfach nur eine ganz normale 16A-Leitung will ist das kein Problem - an der Anschlussleistung liegt es meist in Wahrheit nicht.
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Re: Urteil E-Auto: Kein Anspruch auf Ladestation in Tiefgara

Beitragvon TMi3 » Di 1. Nov 2016, 19:00

Eine CEE16/5 sollte wirklich kein Problem sein. Und da die meisten Nachts nicht den E-Herd bemühen sollte es auch mit der Absicherung für die Wohneinheit klappen.
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Re: Urteil E-Auto: Kein Anspruch auf Ladestation in Tiefgara

Beitragvon mweisEl » Di 1. Nov 2016, 20:14

Toumal hat geschrieben:
Was habt ihr denn fuer ein marodes Netz? Was machen denn bei euch die E-Werke wenn zu mittag die ganzen 380V-Kuechengeraete (Kochfeld, Ofen, manchmal sogar Waschmaschine) anspringen?

Autsch! Hast Du schon mal gekocht? Probiere mal mit einem Kochfeld die Maximalleistung länger als ein paar Sekunden auszureitzen. Was passiert (Stichwort: Topfinhalt)?

Es ist nunmal so - pro Haushalt stehen im Schnitt 2-3 kW zur Verfügung, mehr geben die Verteilnetze nicht her. Das ist auch gar kein Problem für die Elektromobilität, zu Hause über Nacht kann man damit 200 km nachladen, und für entfernte Destination geht man an den 100 kW DC-Lader.

Das Problem mit Euch 22/43 kW-Zuhauseladejüngern ist, dass wegen Euch die Verteilernetze in Kürze an die Wand fahren, und ihr somit die Elektromobilität für die Allgemeinheit sabotiert!
Smart ED3 seit '13, 3 Fahrräder, zuvor CityEL (1.8 kWh-Akku) und seit 1991 an keiner Sprit-Zapfsäule mehr.
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Re: Urteil E-Auto: Kein Anspruch auf Ladestation in Tiefgara

Beitragvon umberto » Di 1. Nov 2016, 20:57

mweisEl hat geschrieben:
Das Problem mit Euch 22/43 kW-Zuhauseladejüngern ist, dass wegen Euch die Verteilernetze in Kürze an die Wand fahren, und ihr somit die Elektromobilität für die Allgemeinheit sabotiert!


Du meinst, ich muß meinen Teenies verbieten, mit dem 22 kW-Durchlauferhitzer stundenlang zu duschen, während die Ente im Ofen ist?

Gruss
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Re: Urteil E-Auto: Kein Anspruch auf Ladestation in Tiefgara

Beitragvon bm3 » Di 1. Nov 2016, 21:06

Macht ihr euer Wasser echt noch mit dem Durchlauferhitzer warm, ist ja hart.
Ich habe auch noch so einen hängen, der ist aber jetzt schon seit 15 Jahren abgeschaltet.Seitdem gibts warmes Wasser mit der Solarthermie und im Winter mit dem wasserführenden Kaminofen. :D
Heizen direkt mit Strom ist aber wohl genauso hart wie Schnellladen. :lol:
Zum Netz, das ist wohl regional sehr unterschiedlich, bei uns hier interessiert es die Stadtwerke nicht wenn man einen Durchlauferhitzer installiert oder eine 22kW CEE-Dose oder Wallbox.
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Re: Urteil E-Auto: Kein Anspruch auf Ladestation in Tiefgara

Beitragvon Wolfgang VX-1 » Mi 2. Nov 2016, 17:35

solar-voyager hat geschrieben:
eve hat geschrieben:
Nur eine Frage der Zeit, dann heißt es: "Wie, bei Ihnen in der TG gibt es keine Ladeplätze. Ging aus Ihrer Anzeige gar nicht hervor. Schade. Na dann..."

Gut, wird nochwas dauern. Und natürlich schlecht, wenn man dort wo man wohnhaft ist nicht mal eben eine Alternative (Alternativladeplatz, Alternativwohung, etc) hat.


...Der Bauunternehmer bekommt das bei der Genehmigung nicht durch, da die Stadtwerke Angst haben, dass dann alle Leitungen mit höheren Leistungen verlangen. Und das gibt die Infrastruktur nun mal nicht her! Wenn ich also zukünftig größere Speicher in den Fahrzeugen habe (100 kWh und mehr), muss ich eben Ladezeiten von 30h akzeptieren...

Wenn es die Infrastruktur wirklich nicht hergibt und man dort "Schnellladen" muss sind entsprechende Zwischenspeicher erforderlich. Also nicht nur 100 kWh im Tesla sondern auch noch mal 100 oder 200 kWh den Ladeplätzen vorgeschaltet, die dann von der PV an und auf dem Objekt geladen werden. (Im Kleinen gibt es das für ChadeMo http://www.e8energy.de/wp-content/uploads/2014/10/Diva-Produktblatt-DE1.pdf; in München mal bei http://mobilityhouse.com/de/vehicle-to-grid-und-vehicle-to-home/ nachfragen).
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Re: Urteil E-Auto: Kein Anspruch auf Ladestation in Tiefgara

Beitragvon p.hase » Mi 2. Nov 2016, 20:38

bm3 hat geschrieben:
Macht ihr euer Wasser echt noch mit dem Durchlauferhitzer warm, ist ja hart.
Ich habe auch noch so einen hängen, der ist aber jetzt schon seit 15 Jahren abgeschaltet.Seitdem gibts warmes Wasser mit der Solarthermie und im Winter mit dem wasserführenden Kaminofen. :D
Heizen direkt mit Strom ist aber wohl genauso hart wie Schnellladen. :lol:
Zum Netz, das ist wohl regional sehr unterschiedlich, bei uns hier interessiert es die Stadtwerke nicht wenn man einen Durchlauferhitzer installiert oder eine 22kW CEE-Dose oder Wallbox.

ich lass mir demnächst zwei 24kW durchlauferhitzer einbauen! :lol:
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Re: Urteil E-Auto: Kein Anspruch auf Ladestation in Tiefgara

Beitragvon umberto » Mi 2. Nov 2016, 20:57

bm3 hat geschrieben:
Macht ihr euer Wasser echt noch mit dem Durchlauferhitzer warm, ist ja hart.


Joo, die Stromheizung in dem Altbau komplett durch Gas zu ersetzen, hat erstmal das vorhandene Budget aufgebraucht.
Und das ist halt oft auch das Thema bei E-Mobilitäts-Installationen: der alte Bestand. Im Prinzip müßte man an vielen Stellen einmal komplett durchrenovieren.

Wer aber heute neu baut und keinen Vorhalt für "E-Autos laden" macht, hat den Schuß noch nicht gehört.

Gruss
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Re: Urteil E-Auto: Kein Anspruch auf Ladestation in Tiefgara

Beitragvon ecopowerprofi » Do 3. Nov 2016, 05:49

mweisEl hat geschrieben:
Es ist nunmal so - pro Haushalt stehen im Schnitt 2-3 kW zur Verfügung, mehr geben die Verteilnetze nicht her.

Ein wenig rechnen hilft. Wenn man jede Nacht 200 km nach lädt, dann kann man im Jahr ca. 73.000 km fahren. Aber wer fährt schon 73.000 km pro Jahr. Der Durchschnitt über alle Fahrzeuge liegt bei ca. einfünftel. Also beträgt der Gleichzeitigkeitsfaktor 0,2. Oder anders ausgedrückt: man kann je Wohnung eine Wallbox mit der Leistung von 10 kW installieren ohne dass das Netz zusammen bricht. Da aber immer genug Reserven eingeplant werden dürfte die 11 kW Wallbox somit immer möglich sein. Wenn ein Netzbetreiber behauptet mehr wie eine Schuko sei nicht möglich, dann hat er seine Hausaufgaben nicht gemacht oder von seiner Arbeit keine Ahnung.

PS: Ich installiere gerade in einem MFH mit sieben WE ein BHKW, PV und Batteriespeicher. Für die Parkplätze wird eine Zuleitung verlegt um später dort Wallboxe installieren zu können. Der Strombedarf des Gebäudes wird fast vollständig durch die Eigenerzeugung gedeckt. Durch solche Maßnahmen schafft man freie Kapazitäten im Netz. Das Gejammer von einigen Netzbetreiber beruht nmM auf totale Ahnungslosigkeit.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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