Planung einer TG-Ausstattung für Wallboxen

Re: Planung einer TG-Ausstattung für Wallboxen

Beitragvon vonGestern » Mo 18. Sep 2017, 14:37

hotwire hat geschrieben:
Das Thema interessiert mich auch.
Was meiner Meinung nach bei diesem Thema noch nicht beleuchtet wurde, ist die Art der Leistungsverteilung auch eine planerische Herausforderung.
In "meiner" TG ist die Konstellation so, dass die TG (eigene WEG) für mehrere Häuser, welche auch rechtlich eigene WEGs sind, geteilt wird. Und daher sehr weitläufig ist. ... Da muss es doch etwas geben, was die Leistung busartig verteilt :?:

Die WEG- Konstellation ist genauso wie bei uns!
Bei den ersten Installateur-Kontakten haben diese gemeint, das mit den Kabeln geht schon irgendwie. Die hatten alle nicht die notwendige Vorstellungskraft, dass man auch das 51. Kabel noch irgend wie verlegen können muss.
Einer unserer Miteigentümer hat mich dann auf eine (leider teure) Lösung hingewiesen: "Stromschienen" verlegen! Nachteil 1€/cm Länge (Größenordnung), Vorteil: spätere Ergänzung ohne Eingriff in die bestehende Verteilung!
Daher meine momentane Vision: Stromschiene mittig unter der Decke der Fahrgassen. Davon ausgehend links und rechts die Abzweigungen zu den privaten Wallboxen. Die Datenleitungen müssen natürlich auch noch daneben verlegt sein; die sind aber dünner.
Wer kennt eine bessere Lösung?
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Re: Planung einer TG-Ausstattung für Wallboxen

Beitragvon kub0815 » Mo 18. Sep 2017, 15:48

Wie läuft das dann mit der Abrechnung bei den Stromscheinen?
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Re: Planung einer TG-Ausstattung für Wallboxen

Beitragvon spark-ed » Mo 18. Sep 2017, 16:25

Schienensysteme bringen hauptsächlich dann Vorteile, wenn man regelmäßig Änderungen vornimmt.

Warum nicht im ersten Schritt einen oder mehrere Stränge mit ausreichendem Querschnitt (z.B 5x10/16mm2) über alle Stellplätze ziehen und an jedem möglichen Abgang einen Abzweigkasten (oder auch nur Schlaufe) vorsehen. Parallel ggf. Steuerleitungen (z.B. Kat.7 Datenleitung)

Bei Bedarf kann der "letzte Meter" dann jederzeit ohne Brandschottungsmaßnahmen etc. nachinstalliert werden.
Die Zählung/ Absicherung müsste dann halt dezentral in standardisierten Zwischenkästen (z.B. kompakte einreihige AP Unterverteilung) erfolgen.
Im ersten Schritt (wenige Nutzer) bräuchte man auch noch keine Wallboxen sondern nur Steckdosen.
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Re: Planung einer TG-Ausstattung für Wallboxen

Beitragvon ecopowerprofi » Mo 18. Sep 2017, 17:12

kub0815 hat geschrieben:
Wie gerecht wird die Stromverteilung sein? Wenn ich 1Phasig mein Auto lade werde ich dann auch so stark runtergebremst wie einer der 3Phasig läd? Bei 3Phasiger Ladung kann nix oder 4,2kw gegeben werden. Bei 1Phasiger Ladung kann man bis 1,4kw runter.

Die Frage ist berechtigt. Weitere Frage wäre: Wie will man feststellen, wenn die Wallbox vorsätzlich ungeregelt mit max. Leistung betrieben wird.

Bei 50+ Nutzer wird es immer die unsoziale Elemente geben, die die LMAA-Einstellung haben. Daher gäbe es bei mir nur die einphasige Ausführung mit entsprechende Zuleitung. Die ist dann Manipulationssicher.

vonGestern hat geschrieben:
Bei den ersten Installateur-Kontakten haben diese gemeint, das mit den Kabeln geht schon irgendwie. Die hatten alle nicht die notwendige Vorstellungskraft, dass man auch das 51. Kabel noch irgend wie verlegen können muss.

Wo ist das Problem. Kabelpritschen montieren. Da kann man dann 100 und mehr Kabel drauf verlegen, wenn man die richtig Größe nimmt. In jedem größeren Gewerbebetrieb zu sehen.

vonGestern hat geschrieben:
Daher meine momentane Vision: Stromschiene mittig unter der Decke der Fahrgassen. Davon ausgehend links und rechts die Abzweigungen zu den privaten Wallboxen.

Da musst Du zu jeder WB denn gleichen Querschnitt wie die Stromschiene hat verlegen und jede Box ne eigene Absicherung und Stromzählung verpassen. Ganz zu schweigen davon, dass man die Stromschiene nicht blank unter der Decke montieren darf.

Kabelpritschen in ausreichender Größe montieren und dann kann jeder Eigentümer auf seine Kosten von seinem Zähler aus eine Leitung bis zu seinem Stellplatz legen. Alles andere ist nicht praktikabel oder erfordert einen so großen Abstimmungsaufwand (Daten-Protokoll, Typ der Zentralsteuerung usw.), sodass das Projekt vor die Wand gefahren wird. In 10 Jahren kann man auf den Pritschen immer noch, falls dann gewünscht und/oder benötigt wird, KAT-Kabel verlegen.

Man sollte einen wichtigen Grundsatz beachten: "Keep it simple"
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Planung einer TG-Ausstattung für Wallboxen

Beitragvon spark-ed » Mo 18. Sep 2017, 18:15

Ich finde einphasige Lösungen für größere (Übernacht)Ladeplätze aus verschiedenen Gründen auch grundsätzlich symphatischer.
Einfacher, billiger wg. FI Thematik und breiter regelbar 1,4kW bis 4,6(7,2)kW unter perfekter Ausnutzung des Anschlusses.
Für die "Notfälle" kann vor der Tür ja noch eine 22kW Wallbox/ oder, sobald günstig verfügbar, ein >=20kW DC Lader mit Vorrang im Lastmanagement vorgesehen werden.

Ein eigenes IP65 Automatengehäuse mit FI und Zähler liegt (hinsichtlich Material) bei nicht mehr als €100,- bis €150,- pro Stellplatz. Öffnen und wieder verschließen einer Brandschottung für Nachinstallation wird nicht günstiger sein.
Eine Kabelrinne macht schon Sinn, geht fertig montiert aber auch erst bei locker €20/lfdm los.

Die dezentrale Ablesung und interne Abrechnung wäre zugegebenermaßen allerdings schon recht unkomfortabel.
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Re: Planung einer TG-Ausstattung für Wallboxen

Beitragvon Hamburger » Di 19. Sep 2017, 19:14

http://www.e-wallbox.de betreut die Wallboxen in der Tiefgarage in der ich meinen Stellplatz habe.
Derzeit sind dort vier 11kW-Lolo mit integriertem Zähler von New Motion installiert. Es sind keine öffentlichen Wallboxen und auch nicht im New Motion-Verzeichnis gelistet.
Aktivierung der an meinem Stellplatz befindlichen Wallboxen über eine speziell freigeschaltete NewMotion-Karte. Meine normale NewMotion-Karte konnte ich auch dafür freischalten lassen und sehe so die kWh der einzelnen Ladevorgänge mit Betrag 0,00 EUR in meinem normalen NewMotion-Konto. Auflistung der Ladevorgänge bekomme ich zudem 1/4 jährlich von http://www.e-wallbox.de. Die tatsächliche Abbuchung erfolgt halbjährlich.
Für die Freischaltung der Wallbox bezahle ich eine geringe monatliche Gebühr. Der Preis von 27,99 Cent/kWh des Stromanbieter Lichtblick wird durchgereicht. Alles in Allem finde ich das Angebot sehr fair und der Kontakt mit der Firma war immer freundlich, kompetent und schnell.

Eine bedarfsgerechte Erweiterung ist vorbereitet. Die Garage hat einen entsprechend ausgelegten Anschluss. Stromversorgung erfolgt aus einem zentralen Anschlussraum in der Garage mit Einzelabsicherung und FI über die bereits erwähnten Metall-Kabelrinnen, die sich in der Mitte der Fahrwege befinden. Von dort geht es in PG-Rohren zu den Pfeilern an denen die einzelnen Wallboxen montiert wurden. Verteilung für die Lichtinstallation läuft auch in diesen Kabelrinnen.
Zuletzt geändert von Hamburger am Mi 20. Sep 2017, 15:55, insgesamt 2-mal geändert.
09.16-09.18: i3 94Ah BEV
09.18- ? : Leaf 2018 von nextmove
10.18 : i3S 120Ah ordered
https://twitter.com/alphadelta44
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Re: Planung einer TG-Ausstattung für Wallboxen

Beitragvon vonGestern » Mi 20. Sep 2017, 14:16

Hamburger hat geschrieben:
http://www.e-wallbox.de betreut die Wallboxen in der Tiefgarage in der ich meinen Stellplatz habe.
Derzeit sind dort vier 11kW-Lolo mit integriertem Zähler von New Motion installiert. Es sind keine öffentlichen Wallboxen und auch nicht im New Motion-Verzeichnis gelistet...
...
Eine bedarfsgerechte Erweiterung ist vorbereitet. Die Garage hat einen entsprechend ausgelegten Anschluss. Stromversorgung erfolgt aus einem zentralen Anschlussraum in der Garage mit Einzelabsicherung und FI über die bereits erwähnten Metall-Kabelrinnen, die sich in der Mitte der Fahrwege befinden. Von dort geht es in PG-Rohren zu den Pfeilern an denen die einzelnen Wallboxen montiert wurden. Verteilung für die Lichtinstallation läuft auch in diesen Kabelrinnen.

Herzlichen Dank für diesen Bericht aus der Realität!
Ich werde mich also auch mal an e-wallbox wenden - mal schauen, was die sagen.
Gruß
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Re: Planung einer TG-Ausstattung für Wallboxen

Beitragvon Fritzchen-66 » Mi 27. Sep 2017, 07:46

Bin auch in der Planung. Habe den ähnlichen Fall, daß der Hausanschluß von 3*125A nicht höher belastet werden kann.
Das System mit der Stromschiene und der Intelligenz in der Wallbox hat mir auch gefallen. Leider bieten dieser Hersteller noch keine Begrenzung der Ladeleistung auf den aktuellen Strom an.

Bezüglich der Frage 1-phasig / 3-phasig habe ich eine andere Meinung. Sobald sowieso ein Lastmanagement erforderlicht ist, sollten die Dosen aus Gründen der Zukunftssicherheit 3-phasig sein. Zudem ist es so, daß die Nebenverbraucher im Auto beim Laden nicht unerheblich sind. So ist aus Ersparnissgründen eine hoher Ladeleistung sinnvoll. Muß aber eingestehen, daß die Zahlen aus den USA kommen, die für den Schnarchlader nur 1,4 kW zur Verfügung haben.

Wenn dann noch vom Netzbetreiber ein Lastmanagement gefordert wird oder der Strompreis dies bedingt, und daher weniger Zeit zum Laden bereitsteht, wollen auch wieder höhere Leistungen bereistgestellt und genutzt werden.

Gruß Carsten
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Re: Planung einer TG-Ausstattung für Wallboxen

Beitragvon kub0815 » Mi 27. Sep 2017, 09:25

Fritzchen-66 hat geschrieben:
Bezüglich der Frage 1-phasig / 3-phasig habe ich eine andere Meinung. Sobald sowieso ein Lastmanagement erforderlicht ist, sollten die Dosen aus Gründen der Zukunftssicherheit 3-phasig sein. Zudem ist es so, daß die Nebenverbraucher im Auto beim Laden nicht unerheblich sind. So ist aus Ersparnissgründen eine hoher Ladeleistung sinnvoll. Muß aber eingestehen, daß die Zahlen aus den USA kommen, die für den Schnarchlader nur 1,4 kW zur Verfügung haben.


Das Hauptproblem bei 3P ladung ist das es immer Symetrisch passiert. D.H alle phasen rufen immer den gleichen Strom ab. Mit dieser Premisse kannst du die vom Hausanschluss zur verfügung stehenden Leistung nie voll abrufen.
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Re: Planung einer TG-Ausstattung für Wallboxen

Beitragvon AndiH » Mi 27. Sep 2017, 09:39

Je höher die potentiell benötigte Leistung desto eher wird dir der Netzbetreiber ein Lastmanagement vorschreiben.

Die Nebenverbraucher im Auto spielen dann eine Rolle wenn ich eine leistungsfähigen Lader wie den der Zoe mit Kriechstrom aus der Steckdose füttere. Als Richtwert sollte man aus effizienz Gründen nicht mit unter 40% der Nennleistung laden, das ist mit ein Grund warum die Aufteilung in AC für langsam zuhause und DC für schnell unterwegs Sinn macht.

Der Strompreis wird auf Dauer dann niedrig sein wenn keiner Strom braucht, auch nicht für E-Autos, deshalb macht es kaum Sinn darauf zu spekulieren. Lastmanagement ist Mangelverwaltung als Sparmodell taugt es nix.

Gruß

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