Netzbetreiber verklagen

Netzbetreiber verklagen

Beitragvon Ben123 » Fr 8. Jul 2016, 06:01

Hallo,

mein Stromnetzbetreiber macht mir das Leben schwer.

  1. Das Haus ist mit einem 35 mm²-Kabel angeschlossen
  2. Auf meine Anfrage zum Anschluss von zwei 22 kW-Ladestationen wurde mir erlaubt den Hausanschluss von 63 A Direktmessung auf 100 A Direktmessung umzurüsten
  3. Zwei Wochen später wurde mir mitgeteilt ich müsste auf Wandlermessung umrüsten, weil es durch die "Dauerbelastung" zu Messungenauigkeiten kommen könnte
  4. Für insgesamt 7.255,62 € habe ich die Messstelle schließlich auf Wandlermessung umgerüstet
  5. Jetzt teilte man mir mit, dass ich den Hausanschluss nur mit 40 kW belasten dürfe
  6. Im übrigen sei die Wandlermessung schon für eine 22 kW-Ladestation erforderlich gewesen

Ich werde den Stromnetzbetreiber jetzt auf Schadensersatz in Höhe von mindestens 7.255,62 € verklagen. Hierzu möchte ich in Erfahrung bringen, ob irgend ein anderer Stromnetzbetreiber für eine 22 kW-Ladestation eine Wandlermessung gefordert hat. Wie sind eure Erfahrungen hierzu?

Viele Grüße
Ben
Zuletzt geändert von Ben123 am Mo 7. Mai 2018, 00:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Netzbetreiber verklagen

Beitragvon GcAsk » Fr 8. Jul 2016, 07:47

Da ich vorhabe, mir im kommenden Jahr ein E-Auto zuzulegen, habe ich jetzt schon mal schriftlich nachgefragt, sie das mit einem 22kW Anschluss aussehen würde. Die Antwort war, dass dies überhaupt kein Problem darstellen würde, von Wandlermessung war nicht die Rede, man müsse lediglich vorher Bescheid geben, um es ggf. bei sich anpassen zu können wegen erhöhter Last.
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Re: Netzbetreiber verklagen

Beitragvon Tho » Fr 8. Jul 2016, 07:56

Wandlermessung für 32A ist auch eher ungewöhnlich, es sei denn du hast noch andere Großverbraucher. (Boiler, WP...)
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Re: Netzbetreiber verklagen

Beitragvon MineCooky » Fr 8. Jul 2016, 08:05

Ich hätte schon gar nicht beim Stromanbieter gefragt, mein Vater ist Architekt und meinte, das jeder normale Hausanschluss um die 50kW bringt. Selbst wenn der Hausanschluss dies nicht tun, würde ich mir die Rennerei sparen -> Never touch a running system und mich mit dem Stromanbieter erst in Kontakt setzen, wenn der Hausanschluss in die Knie geht.
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Re: Netzbetreiber verklagen

Beitragvon Vanellus » Fr 8. Jul 2016, 08:21

@MineCooky: Ich würde mich nie auf einen "normalen Hausanschluss" berufen sondern konkret nachsehen, was auf der Hauptsicherung steht. Bei uns steht 63 A drauf, das sind 43 kW. Davon nutzen wir z.Zt. max. ca. 20 kW. Wäre also noch Luft für eine 22 kW-Box.

@ Ben123: Ich drück dir die Daumen. Der Anwalt würde das wahrscheinlich "Vertrauensschutz" nennen: Im Vertrauen auf die Auskunft des Netzbetreibers hast du über 7.000 € investiert. Wäre nützlich, wenn du die Auskunft des Netzbetreibers belegen könntest (Punkt 2). Sonst könnten die sagen, da hast du etwas falsch verstanden. So hätten sie das ganz bestimmt nicht gesagt.

Zu Punkt 5: ich kann mir vorstellen, dass es solche Fälle gibt, wo trotz ausreichender Zuleitung andere Parameter die elektrische Leistungsfähigkeit begrenzen. Dazu bin ich zu wenig Elektriker.
Zu Punkt 6 kann ich nichts sagen.
Gruß
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Re: Netzbetreiber verklagen

Beitragvon rolandk » Fr 8. Jul 2016, 08:25

MineCooky hat geschrieben:
mein Vater ist Architekt und meinte, das jeder normale Hausanschluss um die 50kW bringt.


Verwechselst Du das nicht evtl. mit Ampere? Hier im Norden sind in den letzten Jahren hauptsächlich 63A (=43kW) verbaut worden. Ich weiß aber, das gerade in Süddeutschland und auch Österreich das eher die Ausnahme ist. Dort kann man teilweise froh sein, wenn man 25A am Haus hat.

Und einfach mal imk Blindflug etwas anschliessen, weil der Architekt das sagt, würde ich auch nicht. Es hat schon seinen Grund, warum auch Elektriker eine entsprechende Ausbildung haben.

Gruß
Roland

PS.: ach so, um zum Topic zurück zu kommen: Wandlermessung für 32A habe ich bisher auch nicht gehört. Was hast Du denen denn gesagt, wieviel Strom in Summe da genutzt wird? Oder soll da ein Ladepunkt an hoch frequentierter Stelle errichtet werden? Selbst dafür sind die Auflagen arg übertrieben.
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Re: Netzbetreiber verklagen

Beitragvon MineCooky » Fr 8. Jul 2016, 08:28

Vanellus hat geschrieben:
@MineCooky: Ich würde mich nie auf einen "normalen Hausanschluss" berufen sondern konkret nachsehen, was auf der Hauptsicherung steht. Bei uns steht 63 A drauf, das sind 43 kW. Davon nutzen wir z.Zt. max. ca. 20 kW. Wäre also noch Luft für eine 22 kW-Box.


Im Prinzip verträgt jedes Haus noch eine 22kW-Box, würde ich mal behaupten, eng würde es erst werden, wenn der ganze Ort um 16Uhr heim kommt und 22kW läd, aber davon sind wir noch weit weg.
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Re: Netzbetreiber verklagen

Beitragvon Tho » Fr 8. Jul 2016, 08:31

Es gibt immernoch Häuser mit 35A, da wird es mit 32A Ladung + Herd unter Volllast schon eng. :lol:
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Re: Netzbetreiber verklagen

Beitragvon MineCooky » Fr 8. Jul 2016, 08:32

rolandk hat geschrieben:
Verwechselst Du das nicht evtl. mit Ampere? Hier im Norden sind in den letzten Jahren hauptsächlich 63A (=43kW) verbaut worden. Ich weiß aber, das gerade in Süddeutschland und auch Österreich das eher die Ausnahme ist. Dort kann man teilweise froh sein, wenn man 25A am Haus hat.


DAs hatte ich ihn mal extra nochmal gefragt, er meinte, das es kW sind. Natürlich kann er falsch liegen, wie jeder. Aber meinem Dad trau ich und das im schlimmsten Fall die Sicherung raus fliegt auch. Wenn ich ne 22kW-Box aufhängen würde und mir Sorgen machen würde, kann man ja auch mal in den Keller an die Zuleitung gehen. Zumindest bei uns ist die so 10cm 'frei' zwischen Wand und dieser Plombe und da mal kucken, obs warm wird.

Das ist aber nochmal was anderes, wenn man in einem besonders alten Haus wohnt, wobei 50Jahre für ein Haus nicht besonders alt ist.
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Re: Netzbetreiber verklagen

Beitragvon rolandk » Fr 8. Jul 2016, 08:38

MineCooky hat geschrieben:
und das im schlimmsten Fall die Sicherung raus fliegt auch. Wenn ich ne 22kW-Box aufhängen würde und mir Sorgen machen würde, kann man ja auch mal in den Keller an die Zuleitung gehen. Zumindest bei uns ist die so 10cm 'frei' zwischen Wand und dieser Plombe und da mal kucken, obs warm wird.


Was Du da von Dir gibst ist extrem gefährlich. Nein, im schlimmsten Fall fliegt eben nicht die Sicherung. Im schlimmsten Fall brennt das Haus ab und Du spielst mit Deinem Leben. Ich weiß nicht, wie man so verantwortungslos hier so einen Blödsinn posten kann.

Beim nächsten Brand/Todesfall kann man dann ja auf Dich verweisen.

Sorry, sowas ist kein Spaß mehr.

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