(mobile) WB fertig, wie anschließen in altem Gemäuer?

(mobile) WB fertig, wie anschließen in altem Gemäuer?

Beitragvon Dragoman » So 21. Jan 2018, 15:27

Mein Freund und Nachbar, Elektrikergeselle, hat mir nach meinen Vorstellungen mit der Simple Evse WB eine (mobile) WB gebaut:

IMG_20180121_095522.jpg


Der erste Schalter von rechts muss noch beschriftet werden, der begrenzt den Ladestrom entweder auf 10 oder 16 A. Mehr gibt der mir zur Verfügung stehende Anschluss nicht her, und mehr wird mein Golf300 auch nicht brauchen.

Jetzt ist die Frage, wie wir das Ding am besten anschließen - möglichst regelkonform, im Einvernehmen mit meinem Vermieter und ohne diesem unbedingt seine alte Hauselektrik wegen diverser Unzulässigkeiten renovieren oder stilllegen zu müssen.

Ich bewohne auf einem schon seit Jahren stillgelegten Bauernhof einen modernen Anbau. Der Hausanschluss für den ganzen Hof befindet sich im alten Bauernhaus und ist für mich nicht durchgehend zugänglich, da das alte Haus derzeit nicht bewohnt ist (allerdings ist mein Vermieter meist mehrfach in der Woche anwesend). Vom Hausanschluss zweigen ordnungsgemäß mit eigenen FI am Ziel abgesichert zwei Stromkreise für das von mir bewohnte Haus und einen neu ausgebauten Teil des alten Hauses ab. Der ganze Rest - also die alte Wohnung im alten Haus und zwei Drehstromleitungen in andere Hofgebäude - hängen zusammen an einem schon ziemlich bejahrten FI (alle Typ A). Die beiden Drehstromleitungen für 16 A sind in der Hausverteilung mit Leitungsschutzschaltern zu 20 A gesichert, jeweils drei Einzelschalter. Die mir zur Verfügung stehende Drehstromleitung (5x2,5mm2) führt über ca. 25-30 m in einen trockenen abschließbaren Schuppen und dort über eine Verteilerdose in zwei CEE 16 rot Dosen.

Mein Auto wird in einer torlosen Garage aus starken Profilblechen direkt neben diesem Schuppen stehen, aber an dessen anderem Ende, so dass noch einmal 10-12 m Leitung erforderlich sind. Diese Leitung kann im Schuppen fest oder provisorisch verlegt werden und muss dann (durch ein Rohr?) etwa 15 cm überdachten Zwischenraum zur Garage hin überbrücken. Mein Vermieter hatte, damit es nicht zu einfach wird, außerdem noch die Idee, dass ich, was immer ich dort installieren lasse, von einem Elektrikermeister abnehmen und diesen schriftlich dafür die Verantwortung übernehmen lasse, dass alles vorschriftsmäßig und in Ordnung ist. Das habe ich in dieser Form nach längerer Schrecksekunde erst einmal abgelehnt, bin aber natürlich einverstanden, das Ganze einem ihm befreundeten Elektromeister vorzuführen und für mich kostenlos begutachten zu lassen.

Wo liegen die Probleme? Mein erster Gedanke war, das Ganze mobil zu halten, auch im Hinblick auf mögliche Schwierigkeiten mit meinem Vermieter. Also eine langes Verlängerungskabel an die CEE rot im Schuppen bis in die Garage und dort die WB an die Kupplung anschließen. Bis ich heute früh gelesen habe, dass der Anschluss einer Ladevorrichtung für EV an eine Kupplung nicht zulässig sei. (Wieso werden dann aber NRG-Kicks etc. mit Adapterkabel verkauft???) Ohnehin hatte mir der offene Stromanschluss in der offenen Garage nicht gefallen.

Zweite Möglichkeit: CEE-Dosen im Schuppen abklemmen, dafür abschließbare bzw. schalt-und abschließbare CEE rot in der Garage installieren. Dann müsste diese aber mit einem eigenen FI versehen werden nach gängigen Vorschriften, oder täusche ich mich? Aber andererseits dürfen nicht zwei FI Typ A hintereinandergeschaltet werden. Also wäre zwingend eine entsprechende Änderung am Hausanschluss nötig, so dass dieser ganze Drehstromkreis vor dem dortigen FI abgezweigt wird. Sehe ich das richtig? Nebenfrage: Meine WB hat jetzt erst einmal einen CEE 32 Stecker (damit universeller einsetzbar). Wenn ich ohne Adapter(kabel) auskommen will, brauche ich also auch eine 32er Dose. Darf die aber an das 5x2,5mm2-Kabel angeschlossen werden?

Dritte Möglichkeit: WB fest an die Verteilerdose im Schuppen anschließen, CEE-Dosen im Schuppen stillegen oder abklemmen. Mobilität ade! Dann hängt immer noch der FI Typ A EV in meiner WB hinter dem FI im Hausanschluss, aber das ist ja wohl zulässig?

Ich würde mich sehr über fachkundige Antworten freuen!
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Re: (mobile) WB fertig, wie anschließen in altem Gemäuer?

Beitragvon Dragoman » Di 23. Jan 2018, 02:44

So, brauche keine Antworten mehr, es gibt eine abschließbare CEE 16 rot Dose in der Garage, die sich nur mit Stecker darin einschalten lässt. Und zusätzlich das Angebot an den Vermieter, dazu ein FI Typ A auf seine Hausverteilung zu setzen.
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Re: (mobile) WB fertig, wie anschließen in altem Gemäuer?

Beitragvon kub0815 » Di 23. Jan 2018, 07:38

Der LS ist bestimmt auch schon in der Verteilung und den FIs sollen nicht hintereinander geschaltet werden. Am besten du baust den von der Box in die Verteilung ein.
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Re: (mobile) WB fertig, wie anschließen in altem Gemäuer?

Beitragvon Dragoman » Di 23. Jan 2018, 09:54

Der FI hat € 260 gekostet, den baue ich bestimmt nicht in die Verteilung meines Vermieters ein. Und als Typ A EV ist der ja gerade dafür geeignet, hinter einen anderen geschaltet zu werden. Und klar hat die Hauptverteilung einen LS, aber da kann ich nicht immer ran. Daher habe ich einen etwas kleiner dimensionierten (3x16A statt drei einzelne mit je 20A) in die Box gesteckt. Der soll bei Fehlern in meinem Bereich eher rausfliegen als die in der Hausverteilung.
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Re: (mobile) WB fertig, wie anschließen in altem Gemäuer?

Beitragvon Flowerpower » Di 23. Jan 2018, 12:40

Aber du hast 2 FI in der Box. der FIC 16/0,3/3+N ist ein Kombinierter Fehlerstrom und Leitungsschutzschalter. Danach kommt dann dein DFS 4 A EV.
Das heißt du hast 2 FI in Serie. Da die CEE Steckdose noch einen hat sind es schon 3.

Der FIC 16/0,3/3+N kann also raus.

Die CEE32 darfst du mit 5x2,5mm² anschließen, dann aber je nach Länge und Verlegeart des Kabels nur mit 16-20A absichern.
Das muss dann tatsächlich auch vor dem FI des Hauses geschehen. Sonnst ist die Selektivität nicht gegeben. Nach Vorschrift dann einen eigenen FI für die Zuleitung zur CEE dafür könntest du den FIC 16/0,3/3+N nehmen.

Wenn du an die Wallbox einen CEE32 Stecker dran machen willst dann brauchst du auch mindestens 5x4mm² Kabel vom Stecker bis zur Box.
Wenn dein Ladekabel dann nur 20A kann brauchst du in der Box einen LS mit 20A oder weniger. (statt des FIC 16/0,3/3+N )

Quasi so:
Code: Alles auswählen
3~ HA -- FIC 16/0,3/3+N -- 5x2,5mm² -- CEE32 -- 5x4² -- Box[LS C16A -- DFS 4 A EV -- Zähler -- Schütz] -- Typ2 Kabel


Wenn du auf die CEE32 verzichtest
Code: Alles auswählen
3~ HA -- FIC 16/0,3/3+N -- 5x2,5mm² -- CEE16 -- 5x2,5² -- Box[DFS 4 A EV -- Zähler -- Schütz] -- Typ2 Kabel
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Re: (mobile) WB fertig, wie anschließen in altem Gemäuer?

Beitragvon Dragoman » Di 23. Jan 2018, 14:03

Danke für die Hinweise! Das hatte ich gar nicht gesehen mit dem FIC, den hat mein Elektriker aus seinen Beständen genommen.

Im Augenblick ist die Leitung Box-CEE-Stecker 5adrig mit 4mm2. Dummerweise habe ich aber gestern Abend eine Anschlussdose für 16 A bestellt, weil ich dachte, die andere sei da nicht zulässig.

"Sonst ist die Selektivität nicht gegeben" heißt, sonst ist es Zufall, welcher von beiden FI im Fehlerfall anspricht?
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Re: (mobile) WB fertig, wie anschließen in altem Gemäuer?

Beitragvon Tho » Di 23. Jan 2018, 14:07

Dragoman hat geschrieben:
"Sonst ist die Selektivität nicht gegeben" heißt, sonst ist es Zufall, welcher von beiden FI im Fehlerfall anspricht?

Richtig.
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