Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon ecopowerprofi » Fr 13. Okt 2017, 22:48

quasimodo hat geschrieben:
Frage zu deinem Vorschlag: Den FI zu überbrücken erscheint mir dann doch etwas riskant, da er (zumindest laut Daten aus der App) früher als Phasenüberwachung oder FI des Chargers reagiert. Hab Sorge, dass sonst eine zu hohe Schräglast auftritt und das Ladeequipment beschädigt wird...

So ne Elektronik, die für den mobilen Einsatz ausgelegt ist, sollte das problemlos ab können. Die Schräglast darf die Box nicht beschädigen, da die neuen Audi und Daimler Hybrid nur mit zwei Phasen laden. Auch ein einphasigen Lader ist im Prinzip für die Box ne Schieflast. Kann doch auch sein dass Du irgendwo an einer CEE Laden willst und der Bauer hat die falsch zusammen geflickt und eine Phase nicht angeschlossen. Da darf nix passieren und wenn doch dann taugt die Box nix und Du solltest die schnellsmöglich zurück schicken und dein Geld zurück verlangen.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon JoDa » Sa 14. Okt 2017, 17:59

+1 @ecopowerprofi
Einfach FI überbrücken, und schauen ob dann das Laden möglich ist.
Wenn ja, dann den FI tauschen. (Die Zoe produziert beim Ladestart hohe hochfrequente Fehlerströme, welche manche FIs zum Auslösen bringen.)
Wenn nein, dann melde dich noch einmal mit einer Fehlerbeschreibung.
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon quasimodo » Sa 14. Okt 2017, 19:02

Guten Abend zusammen,

nach erneuten 7 Stunden Fehlersuche und Tüftelei heute bin ich erstmal mit meinem Latein am Ende.

Ich habe mit einem duspol-Spannungsprüfer heute alles ausgiebig auf und ab gemessen, vom Unterverteiler über die Klemmverbinder bis zur CEE-Kupplung. Alle Phasen haben gegen Neutral 230V, gegeneinander regulär 400V, zwei Außenleiter habe ich in der Kupplung vertauscht für ein homogenes rechtsdrehendes Drehfeld, die waren vorher irrtümlich falsch verdrahtet. Gegen Schutzleiter löst der FI regulär aus.

Die Anzeige im go-e Charger bleibt die gleiche, bloß dass man eben eine vertauschte Phase an der geänderten Stellung erkennt:

IMG_6576.PNG


Nun ist der go-e Charger natürlich kein Messgerät. Und ich weiß auch nicht, wie die Box arbeitet. Dennoch würde ich vermuten, dass auf allen drei Phasen einigermaßen gleichmäßig Strom gezogen werden müsste.

Ansonsten habe ich alle Klemm- und Verbindungsstellen überprüft und neu gesetzt. Eine unterklemmte Isolation gab es nicht. Leider noch immer mit demselben Ergebnis.

Der Charger selbst scheint ordnungsgemäß zu funktionieren, zumindest einphasiges Laden über Schuko (anderer Stromkreis) läuft bis 16A reibungslos.

Lediglich den FI habe ich noch nicht überbrückt.


Merkwürdiger Nebenaspekt:

Als der FI rausflog, flog noch ein anderer, parallel geschalteter Stromkreis in einem Obergeschoss raus, der sogar noch aus alten Nachtspeicherzeiten mit einem alten 0,5A-FI abgesichert ist.

Aufbau im Haus:

TN-C-S-System. Vom Hausanschluss aus werden parallel zwei Drehstromzähler gespeist. Am zweiten Stromzähler hängen parallel zwei Sätze Schmelzsicherungen, einmal 3x35A für meine Ladebox und ein zweiter Satz, an dem die Absicherung des 1. und 2. OG hängt. In jedem der angeschlossenen Stromkreise sitzt vorgeschaltet ein FI und danach die nachgeordneten LS.

Als heute der Ladebox-FI zum Ladestart raussprang, sprang zeitgleich auch der alte 0,5A-FI im Obergeschoss raus (aber nur im 1. OG, nicht im 2. OG). Das finde ich erstaunlich, weil die Stromkreise komplett parallel laufen. Kann mir nur vorstellen, dass kurzzeitig über den Neutralleiter ein hoher Fehlerstrom zurück geht, der dann an der großen N-Brücke bis hoch zum FI im 1. OG verteilt wird. Kann sowas sein?

Der Fehler ist nur sporadisch reproduzierbar, von 15 Startversuchen flog 2x der FI im Obergeschoss raus. Hoffentlich gibt es im Haus kein verstecktes Problem in der PE- bzw. N-Verteilung.

Als Ideen bleiben jetzt nur noch die Überbrückung des FI und ggf. testweise Überbrückung des Drehstromzählers übrig. Wenn das auch nicht klappt, wäre vielleicht eine große Messreihe bzgl. Isolationsschäden, Kabelschäden und Schutzleiter erforderlich...

Melde mich morgen bzgl. der FI-Überbrückung. Falls ich mich nicht melde, ist was schief gegangen :lol:
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon JoDa » So 15. Okt 2017, 20:27

Wie gesagt, würde ich den FI überbrücken. Wenn dann das Laden problemlos funktioniert, also wenn dann die go-e auch auf allen drei Phasen annähernd den selben Ladestrom anzeigt, braucht man "nur mehr" die FIs durch kurzzeitverzögerte=stoßstromfeste FIs zu ersetzen.
Da es jedoch selbst für die ZOE nicht normal ist, dass FIs von fremden Stromkreisen (vermutlich durch kapazitive Kopplung) zum Auslösen gebracht werden, handelt es sich offensichtlich um einen Defekt. Den du beseitigen solltest, wenn du nicht möchtest, dass auch bei deinen Nachbarn die FIs fallen. ;)
Ich vermute, dass die go-e fahrzeugseitig bei der Phase-L2 einen Wackelkontakt hat. Daher versucht die ZOE zweiphasig zu Laden und produziert dabei hohe hochfrequenten Fehlerströme.

Wenn möglich, borg dir eine dreiphasige Ladelösung aus und probiere sie zu Hause mit deiner ZOE aus. Wenn sie funktioniert, kannst du dir sicher sein dass die go-e fehlerhaft ist. Oder nimm gleich mit dem go-e Händler Kontakt auf, und lass dir zu Testzwecken eine zweite go-e zusenden. Bis dahin kannst du ja einphasig laden.

P.S. Bei der alten ZOE Q210 hättest du bei einem dreiphasigen Ladeversuch mit einer unterbrochenen Phase einen Kurzschluss verursacht. Auf diese Weise haben angeblich einige ZOE Q210 Besitzer den Schütz ihres Laders zerstört.
Link: Wie man am sichersten den ZOE Lader abschießt! ;)
Zuletzt geändert von JoDa am So 15. Okt 2017, 20:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon quasimodo » So 15. Okt 2017, 20:36

Danke für die Hinweise!

Haben heute noch ein bisschen rumgespielt.

Ergebnis:

Die Leitungen scheinen alle in Ordnung zu sein. Einphasiges Laden mit dem go e-Charger über die neue Installation sind bis 32A in Dauerlast problemlos möglich.

Bei zwei angeschlossenen Phasen verweigert der go e-Charger wie zu erwarten seinen Dienst.

Bei drei angeschlossenen Phasen fliegt weiterhin der FI ABB TypA 40A 30mA raus.

Um den FI zu "überbrücken", haben wir einen alten, ausrangierten FI Typ A mit 500mA aus Nachtspeicherzeiten eingebaut. Ergebnis: Der FI ist so träge, dass er drin bleibt. Dafür fliegt aber der im go e-Charger eingebaute FI raus: Rotes und rosafarbenes Fehlerblinken.

Laut Handbuch:

Fehlerbeschreibung: Die LEDs leuchten oben rot und unten rosa
Grund: Der FI hat einen Fehler erkannt
Behebung: Eventl. ist die Ladeeinrichtung in Ihrem Fahrzeug defekt. Lassen Sie dies von fachkundigem Personal prüfen.


Vielleicht ist das also tatsächlich der Grund: Meine ZOE produziert beim Hochfahren der dreiphasigen Ladung möglicherweise einen Fehlerstrom von >= 30mA, sodass der FI in der Unterverteilung bzw. ohne diesen der FI des go e-Chargers rausfliegt.

Schließlich dürfte es recht unwahrscheinlich sein, dass der go e-Charger-FI wegen eines Fehlers in der vorgelagerten Zuleitung reagiert (üblicherweise dürften die ja nur auf nachgelagerte Geräte reagieren (also das Auto)).

Versuche die nächsten Tage mal, eine andere CEE-Dose anzufahren. Sollte der Fehler auch dort auftreten, ist entweder der go-e Charger defekt oder die ZOE muss zwecks Überprüfung zum Händler.

Mal schauen, ob ich eine alternative Ladelösung auftreiben kann zum Gegentesten.
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon JoDa » So 15. Okt 2017, 20:49

quasimodo hat geschrieben:
Versuche die nächsten Tage mal, eine andere CEE-Dose anzufahren. Sollte der Fehler auch dort auftreten, ist entweder der go-e Charger defekt oder die ZOE muss zwecks Überprüfung zum Händler.

Am Besten gleich bei einer CEE-Dose in der Werkstatt des Händlers anschließen, und zum Vergleich an der Typ2-dreiphasigen Wallbox des Händlers.
Ich Wette: Bei der CEE-Dose zeigt die go-e weiter auf Phase 2 keinen Ladestrom, und bei der Typ2-Wallbox funktioniert das Laden tadellos.
-> go-e ist nachweislich Defekt.
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon ecopowerprofi » So 15. Okt 2017, 23:34

Ich vermute, dass die go-e fahrzeugseitig bei der Phase-L2 einen Wackelkontakt hat. Daher versucht die ZOE zweiphasig zu Laden und produziert dabei hohe hochfrequenten Fehlerströme.

Der ZOE produziert auf L2 eine Spannung wenn die Phase fehlt. Dies führt zum Auslösen des FIs. Normalerweise fängt der ZOE erst gar nicht an zu laden, wenn eine Phase fehlt. Daher dürfte der Charger mit großer wahrscheinlichkeit ein Kontaktproblem auf der Phase 2 haben. Die Spannung ist zwar da aber bei Belastung ist der Übergangswiderstand zu groß, sodass dann die Spannung zusammen bricht und der ZOE den verbliebenen Phasen einen schnell ansteigenden Gleichstrom produziert der den FI auslöst. Es ist kein Fehlerstrom aber der Eisenkern im FI wird einseitig in die Sättigung gebracht und dadurch ein Differenzstrom im Auswerteteil des FIs erzeugt. Das Auslösen des FIs kann man auch erzeugen, wenn man wärend der ZOE lädt eine Phase weg nimmt. Die Ladeelektronik nimmt dadurch keinen Schaden. Ich vermute fast, dass man den Effekt bewust in Kauf genommen hat, damit beim dreiphasigen Laden der Ausfall einer Phase zum Abschalten der Stromversorgung führt.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon quasimodo » So 22. Okt 2017, 19:25

Besten Dank für eure Mitteilungen.
:danke:


Der go-e Charger geht zurück nach Österreich zum Hersteller zur Überprüfung.
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon quasimodo » So 5. Nov 2017, 22:53

Der go-e Charger war am L2-Anschluss tatsächlich defekt (Montagefehler). Der Versand dauerte leider ewig lange (jeweils knapp eine Woche pro Weg), dafür war die Box beim Hersteller jedoch binnen weniger Stunden repariert. Nun funktioniert alles wie es soll.

Aus den ausufernden Planungen (Mehrfamilienhaus etc.) ist nun letztendlich doch eine ganz profane Ladelösung am Elternhaus geworden. Der go-e Charger sitzt in einem abschließbaren Leergehäuse als feste Wallbox und kann gleichzeitig entnommen werden. Anschluss über eine flexibel angeschlossene CEE-Kupplung, die außen auch anderweitig als Stromquelle genutzt werden könnte.

IMG_6693.JPG

IMG_6695.JPG

IMG_6696.JPG


Das Projekt ist damit erfolgreich abgeschlossen.

Besten Dank für eure Geduld und die kompetente Beratung!

Viele Grüße
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