Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon quasimodo » Mi 6. Sep 2017, 17:42

Habe heute mit einem weiteren Elektriker gesprochen, der Bauchschmerzen hatte, die CEE-Dose mit einem FI Typ A abzusichern, wenn die Dose als Ladesäule benutzt werden soll. Er meinte, die in den mobilen Ladeboxen enthaltenen software-FI B seien teilweise nicht zuverlässig und auch nicht manuell überprüfbar/ein-/abschaltbar. Gleichzeitig könnte es durch diese integrierten Dinger zu Problemen beim vorgeschalteten FI Typ A kommen. Er empfiehlt daher, die CEE mit einem teureren FI Typ B auszurüsten.

Vom neuen FI Typ A(EV) hatte er zwar gehört, aber noch keine eigenen Erfahrungen.

Nachdem ich ihm vom vorliegenden Angebot berichtete und ihn um ein Vergleichsangebot bat, verzichtete er auf Erstellung eines Angebotes, da er mit dem FI Typ A aus Gewährleistungsgründen unsicher war und es auch nicht günstiger hinbekommen hätte...

Das verbindliche Angebot des ersten Elektrikers liegt bei stolzen 700 Euro für Anschluss von 10m Kabel und Installation einer neuen Unterverteilung (noch ohne den CEE-Anschluss selbst)...
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon kub0815 » Mi 6. Sep 2017, 18:11

Welches ICCB willst du den mit der CEE Dose benutzen?
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon berrx » Mi 6. Sep 2017, 19:32

Habe heute mit einem weiteren Elektriker gesprochen, der Bauchschmerzen hatte, die CEE-Dose mit einem FI Typ A abzusichern, wenn die Dose als Ladesäule benutzt werden soll. Er meinte, die in den mobilen Ladeboxen enthaltenen software-FI B seien teilweise nicht zuverlässig und auch nicht manuell überprüfbar/ein-/abschaltbar. Gleichzeitig könnte es durch diese integrierten Dinger zu Problemen beim vorgeschalteten FI Typ A kommen. Er empfiehlt daher, die CEE mit einem teureren FI Typ B auszurüsten.


Das ist meiner Meinung nach totaler Schwachsinn was der Elektriker hier gesagt hat. Würde man statt der CEE Steckdose eine Wallbox installieren die keinen eigenen FI verbaut hat dann ist das ok mit dem Typ B. Ich habe auch eine CEE 16 im Carport die ist, weil das Vorschrift ist, auch mit einem FI abgesichert. Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt, die Steckdose hat einen eigenen FI für sich ganz alleine dort hängt nichts weiter dran und davor ist auch nicht noch irgend ein FI im Hauptverteiler. Würde jetzt der schlimmste Worst Case eintreten und es zu einem Fehler Fall kommen wo der Typ B im Mobilen Lader den Typ A von der CEE Steckdose stört oder hier im Forum wird auch immer das Wort erblinden genannt, so macht das überhaupt nichts, da die Leitung zur Steckdose keine weiteren Abzweig besitzt.

Und die Aussage von deinem Elektriker, die Dinger seien teilweise nicht zuverlässig ist aber ein bisschen weit hergeholt. Ich bezahle doch nicht 1000 € für ein Ladegerät und dann ist da irgendwas nicht zuverlässig. Die Dinger sind geprüft und zugelassen. Das man da manuell nichts auslösen kann weil es kein Test-Knopf gibt stimmt zwar, aber das ist ja auch nicht erforderlich, weil in den Geräten nicht so eine Mechanik ist wie bei einem FI für die Unterverteilung.
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon JoDa » Mi 6. Sep 2017, 20:57

Hallo,

Deine bisherigen Beiträge habe ich wie folgt verstanden:
Du hast vor einer Woche eine neue ZOE Q90 (42kWh-Akku, 43kW-Lader) geliefert bekommen.
Dir ist klar das es ausreicht über Nacht einphasig zu laden. (An einer herkömmlichen Haushaltssteckdose bzw. besser an einer CEE16blau-Dose.)
Da du an deinem Parkplatz aber keinen Stromanschluss hast, möchtest du wenn möglich gleich einen Anschluss mit der max. möglichen Ladeleistung errichten.
Dazu möchtest du eine go-e (8 Wochen Lieferzeit) verwenden, welche in einem abschließbarem Rittal-Schaltschrank untergebracht ist und dort an einer CEE32-Dose angeschlossen wird. Das Typ2-Kabel schaut dann unten raus und wird mit einem Kabelhalter an der Wand befestigt.
Von deinem Vermieter hast du dazu die Erlaubnis.
Dein Netzbetreiber erlaubt dir die Vorzählersicherung von 35A auf 50A zu tauschen.

Mein Lösungsvorschlag:
Da im Hausanschlusskasten pro Wohnung nur Platz für einen Schmelzsicherungsblock ist, muss das Kabel zur Ladelösung und das Kabel zur Wohnung am selben Schmelzsicherungsblock angeschlossen werden, und daher beide Kabel den selben Leiterquerschnitt haben. Das Kabel zur Wohnung hat 5x10mm2 (laut Auskunft deines Elektrikers) darf also je nach Verlegung mit max. 40A bzw. 50A abgesichert werden. Die derzeitigen 25A-Sicherungseinsätze sollten daher durch 40A-Sicherungseinsätze getauscht werden.
Das zu verlegende 5x10mm2-Kabel zur CEE32-Dose wird Normkonform mit dem üblichen Fehlerstromschutzschalter (= 30mA FI TypA) und einem Leitungsschutzschalter (= 32A LS TypC) abgesichert. Da es günstiger und praktischer ist, würde ich diese Sicherungsorgane samt CEE32-Dose in einem vorgefertigten Unterverteiler im Rittal-Schaltschrank montieren. In diesem Unterverteiler wäre dann auch noch Platz für den von dir gewünschten Drehstromzähler. Obwohl ich nicht glaube das du diesen brauchst, da in der go-e bereits ein Zähler eingebaut ist.
Wenn du mit dem Elektriker nicht befreundet bist, wird wohl der Elektriker darauf bestehen das das Material von ihm gestellt wird. Dann kostet es halt "etwas" mehr. (z.B. Mennekes-Unterverteiler um ca. 500€.)

Hoffe geholfen zu haben
MfG JoDa
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon quasimodo » Fr 8. Sep 2017, 21:55

Genau so ist das Projekt gedacht, lieben Dank für eure Rückmeldungen!

Noch eine kleine Nachfrage:

Der 3phasige LS schaltet sich nur ab, wenn die Ladeeinheit zu viel Strom ziehen sollte. Nun könnte es aber den umgekehrten Fall geben, dass auf einer der drei Zuleitungs-Leiter z.B. die Schmelzsicherung kaputt geht und plötzlich nur noch auf 2 von 3 Leitern Strom ankommt.

Nun gibt es einige Berichte im Forum, dass durch einen solchen Phasenausfall das Ladegerät der Zoe oder die mobile Ladelösung Schaden nehmen könnte.

Zusätzlich zu LS und FI bräuchte ich also ein Bauteil, welches überwacht, ob auf allen drei Phasen Strom anliegt. Das Bauteil müsste quasi wie ein Relais standardmäßig geschlossen sein, es sei denn, es liegt auf allen drei Phasen Strom an. Nur dann öffnet es alle drei Leiter zur Ladebox.

Haltet Ihr das für erforderlich? Welches Bauteil wird benötigt? Hilft mir da ein Schütz weiter?

Danke und Gruß
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon nicatron » Fr 8. Sep 2017, 22:04

Du suchst ein Phasenüberwachungsrelais - das wirft dann deinen Schütz ab bei Phasenausfall.

Gesendet von meinem E5823 mit Tapatalk
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon kub0815 » Fr 8. Sep 2017, 22:14

Wenn das erforderlich wäre sollte es dann nicht schon im Auto eingebaut sein?
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon JoDa » Sa 9. Sep 2017, 00:04

Zum Laden der ZOE brauchst du zusätzlich noch einen Gleichfehlerstromschutz (da sonst andere FI-Schalter erblinden) und eine Phasenüberwachung (da ansonsten bei Ausfall einer Phase der Lader in der ZOE kaputt geht).
:ironie: ENDE

Die von dir gekaufte go-e hat all dieses (und noch mehr unnötige Sachen) bereits eingebaut! ;)
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon ecopowerprofi » Sa 9. Sep 2017, 05:22

Keine :ironie:
JoDa hat geschrieben:
da sonst andere FI-Schalter erblinden

Nur wenn man entgegen den VDE-Vorschriften zwei FI hintereinander schaltet. Bei eigener FI mit eigener Absicherung gibt es das Problem nicht.

JoDa hat geschrieben:
da ansonsten bei Ausfall einer Phase der Lader in der ZOE kaputt geht

Da geht beim Ausfall einer Phase am ZOE nix kaputt. Da fliegt dann auch ein FI vom TypA raus. Das geht so schnell, dass keine Phasenüberwachung reagieren kann.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
http://www.perdok.info Ladeboxe und mehr.
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Re: Haussicherungen in Mehrfamilienhaus

Beitragvon JoDa » Sa 9. Sep 2017, 15:43

Ein neues teures Elektroauto an einer einfachen Haushaltssteckdose über Nacht zu Laden ist doch verrückt!

Die Ladelösung muss inkl. zusätzliche Sicherungsorgane mindestens 2000€ kosten.
z.B. FI, LS, Gleichfehlerstromüberwachung, Phasenüberwachung, Netzüberwachung usw.
Klar das dann die Ladelösung auch mal das Laden verweigert. Sicherheit geht vor!

Das in Altanlagen (TT-Netz) dann das Laden oft sogar unmöglich ist ist auch OK.
Altanlagen gehören sowieso auf "Stand der Technik" gebracht. Der "Bestandsschutz" gehört aufgehoben. Die Firmenlobbyisten in den Normungsgremien haben dazu in den letzten Jahrzehnten viel Neues durchgesetzt.
z.B. Überspannungsschutzeinrichtung, mehrere FI pro Haushalt (am Besten gleich alle Sicherungen durch FI/LS-Kombischalter ersetzen), Potentialausgleich und Nulllungsverbindung.
Im Altbau sind locker ein paar Tausender für die Sicherheit notwendig.
Das Geld ist aber gut angelegt, ist ja auch für die Sicherheit unserer Kinder.

Das bis zu 10 Privatpersonen pro Jahr in deutschen Privathaushalten an Stromunfällen sterben muss verhindert werden!
Jeder Stromtode ist zu viel und rechtfertigt teuren Zusatzschutz für 80 Mio. Deutsche.
Das mehrere 100 Privatpersonen pro Jahr in Deutschland mit Hilfe von Strom Selbstmord begehen muss verhindert werden!
Nur mehr Elektrikern soll es möglich sein sich mit Hilfe von Strom das Leben zu nehmen.
:ironie: ENDE
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