Garage selbst mit Steckdose versorgen

Re: Garage selbst mit Steckdose versorgen

Beitragvon MineCooky » Sa 21. Jan 2017, 14:58

Sewi hat geschrieben:
Den Elektriker anrufen!


Mal für alle mit diesem Tipp:

Das ist keine Option. Ich bin denen dankbar die mir helfen, alle anderen die mich aufhalten wollen, lasst es bleiben, das ist vertane Lebenszeit
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Re: Garage selbst mit Steckdose versorgen

Beitragvon flow2702 » Sa 21. Jan 2017, 15:01

MineCooky hat geschrieben:
flow2702 hat geschrieben:
Bei 4 mm² beträgt der Spannungsfall ca. 5 Volt oder 2,2%. Das wäre das absolute Minimum, allerdings wirst du hier tatsächlich Probleme mit der Einführung der Adern in die Steckdose bekommen.


Und was mach ich jetzt als? :?


Ich würde jetzt sagen... noch ne (kleine) Unterverteilung in deine eigene Garage, dort die Leitung auch absichern, und von dort mit ner 2,5er Leitung an die Steckdose.

Vielleicht haben die Praktiker ja eine bessere Idee.
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Re: Garage selbst mit Steckdose versorgen

Beitragvon spark-ed » Sa 21. Jan 2017, 16:12

MineCooky hat geschrieben:
Sewi hat geschrieben:
Den Elektriker anrufen!

Mal für alle mit diesem Tipp:
Das ist keine Option. Ich bin denen dankbar die mir helfen, alle anderen die mich aufhalten wollen, lasst es bleiben, das ist vertane Lebenszeit

Ich schliesse mich Sewi an.
Da du das aber sowieso selber machen wirst - so what, wer sich als Laie mit derartigen Fragen freiwillig in die elektrotechnische Höhle der Löwen (sprich GE Forum) begibt, dem ist sonst eh nicht mehr zu helfen ;)

Was hättest du als ausgebildete Elektrofachkraft denn zu berücksichtigen?
Erstmal sei erwähnt, dass du die geeignete Leitung besorgst. Im Erdreich verlegt oder der Witterung/ UV Strahlung ausgesetzt muss es Erdkabel (NYY) sein. NYM ist dafür nicht geeignet. Dann sollte die Verlegetiefe ausreichen (normalerweise 80cm) und idealerweise ein Kabelwarnband einen Spatentiefe über dem Kabel mit eingebuddelt werden.

Zu der Auswahl des richtigen Kabels hast du ja schon ein paar Tips erhalten. Wenn an der Garage zukünftig sonst nichts planungsseitig zu erwarten ist, sollte ein 3x4mm² ausreichen. (Je nach Aufwand für den Leitungsweg weitere Reserve einplanen)
Das allerwichtigste, der feste Sitz aller Klemmen muss 100% gewährleistet sein. Auch da du am bestehenden Unterverteiler abgreifen willst: Achte vor allem auch darauf, dass hier die Klemmverbindungen 100%ig fest sind. Doppelbelegung von Reihenklemmen ist übrigens unzulässig. Die Einführung der Leitungen muss auch sauber am Kabelmantel abdichten.

Schlussendlich ist eine Messung erforderlich. Da wird nachgewiesen, ob deine Leitung und vor allem der Schutzleiter ausreichend niederohmig verbunden ist oder ob es Isolationsprobleme gibt. Dafür braucht es allerdings ein spezielles Messgerät, das Multimeter aus der Werkzeugkiste hilft dir da nicht.
Aus der Praxis hört man skandalöserweise immer wieder, dass diese Messung nur auf dem Papier durchgeführt wird.

Nebenrechnung zur Wirtschaftlichkeit Leitungsquerschnitt:
Bei dir als Smart-Kilometerkönig schätze ich eine Fahrleistung von 25.000km/Jahr bei durchschnittlich 15kWh/100km.
Das bedeutet, da gehen im Jahr 3750kWh mit dem Renaultkabel @14A/ 3,2kW drüber, ergibt 1170h Jahresnutzung.
Verluste bei 2,5mm² sind 98W *1170h = 115kWh
Verluste bei 4mm² sind 61W * 1170h = 72kWh
Die jährliche Ersparnis beträgt somit 43kWh wenn die vollen 35m in 4mm² statt 2,5mm² verlegt würden. Das sind bei aktuellem Strompreis etwas über €10,- Einsparung pro Jahr.
Die Materialmehrkosten beim Großhandelspreis sind ca. €25,-
NYY Preise.JPG
Nettopreise

Insgesamt macht sich das Upgrade 2,5 -> 4mm² im Idealfall also in rund 2 Jahren bezahlt.
Wenn man weniger fährt oder das Material im Baumarkt kaufen muss, rechnet sich das entsprechend erst später.
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Re: Garage selbst mit Steckdose versorgen

Beitragvon MineCooky » Sa 21. Jan 2017, 21:40

Danke Spart-ED und allen anderen für die Tipps.

Leider ist nun Plan A, den ich als sichere Nummer ansah, von der Nachbarschaft blockiert wurde. Musste einen 'Kriegsrat' zusammen stellen und mir die Verhältnisse, wer wen mag und wer alles tut um uns und die eAutos zu blockieren erklären lassen um raus zu bekommen. Nun müssen wir noch einen unbekannten Faktor abklopfen... das ist richtig äzend sowas


Entweder kommt also die lange Leitung von unserer Garage zur Garage, so wie ursprünglich geplant, was aktuell so aussieht:

Mich hatte die Idee erreicht, ich könnte auch, um den Querschnitt zu haben, ein 5x2,5 mm² Kabel nehmen und L1 und Rückleiter jeweils doppelt nehmen. Also:
1. Ader - L1
2. Ader - L1
3. Ader - N
4. Ader - N
5. Ader - PE für mich als Gedankenstütze: PE, also die Erdung ist Grün/Gelb

Dann such ich mir eine Steckdose, die den Strom durch schleift. Dh die hat (quasi) einen Eingang und einen Ausgang, weil aber nicht mehr da kommen wird, geht einmal L1 und N in den 'Eingang' und einmal L1 und N in den 'Ausgang'. Somit habe ich genug Querschnitt und komm ich die Steckdose mit meinem Querschnitt rein.
Ich, mit meinen Wissen, finde die Idee sehr gut.


Oder eine Nachbargarage gibt den Strom weiter, die hat allerdings locker 70m Zuleitung, da müssen wir, wenn der Besitzer und den Strom raus gibt, erstmal testen, ob der dadurch geringere Spannung dem Smart zum laden überhaupt noch reicht.

Dazu eine Frage in die Runde:
Wenn ich den Strom von der Nachbargarage bezieh (falls wir das dann dürfen) und ein Stromzähler dazu schalte, die werden mir ja den Strom nicht schenken wollen ;) wer bekommt dann die Verluste der langen Leitung, wenn der Zähler von der Nachbargarage meiner Garage ist? Der müsste dann ja zählen ab der Nachbargarage und die Verluste zwischen der Nachbargarage und dem Hausanschluss vom Nachbarn gehen mich nichts an, oder? Den da liegt die Leitung schon seit 20 Jahren und hat sicher nicht den optimalen Querschnitt.
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Re: Garage selbst mit Steckdose versorgen

Beitragvon spark-ed » Sa 21. Jan 2017, 22:24

Zum Thema Elektrotechnik ist es insgesamt schwierig Tips in einem öffentlichen Forum dazu noch an einen offensichtlichen Laien abzugeben. Andererseits hasse ich es selber, auf eine Frage grundsätzlich "ruf den Fachmmann" als Antwort zu lesen.
Da dich eh niemand hindern kann (und auch nicht sollte) sind das nur Ratschläge die eine zweckorientierte und vertretbare Lösung bieten. Das finde ich immer noch sinnvoller als dich per "Try and Error" ins offene Messer laufen zu lassen.

Da du schon fragst, was du vor hast ist natürlich mal wieder unzulässig, da für den Neutralleier im gesamten Verlauf nur eine blaue Ader vewendet werden darf.
Andererseits habe ich es bei mir selber, da das Kabel von der UV zum Stellplatz eh schon lag auch so gemacht.
Empfehlen tue ich das hier natürlich nicht!
Da ich es im privaten Bereich mit den Vorschriften offensichtlich auch nicht so genau nehme sollte sich überhaupt an diesen Ausführungen niemand ein Beispiel nehmen. ;)

Der PE wird übrigens nebenbei querschnittsmäßig zum schwächsten Glied, für die Einhaltung der Abschaltbedingungen (Sicheres Auslösen des Schutzorgans im Fehlerfalle) darf daher die Absicherung nicht höher gewählt werden. Bei einem B16 Automat ist aber 2,5mm² (üblich niederohmige Netzimpendanz vor dem Abgriff vorausgesetzt) auch bei 35m noch ausreichend. Und da ohnehin ein 30mA FI (TypA) vorgeschaltet sein muss ...
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Re: Garage selbst mit Steckdose versorgen

Beitragvon flow2702 » Mo 23. Jan 2017, 21:24

MineCooky hat geschrieben:
Mich hatte die Idee erreicht, ich könnte auch, um den Querschnitt zu haben, ein 5x2,5 mm² Kabel nehmen und L1 und Rückleiter jeweils doppelt nehmen. Also:
1. Ader - L1
2. Ader - L1
3. Ader - N
4. Ader - N
5. Ader - PE für mich als Gedankenstütze: PE, also die Erdung ist Grün/Gelb

Lass das Gefrickle und mache es so wie oben beschrieben: Du greifst eine Phase (nebst PE und N natürlich) in der UV in der Garage deiner Eltern noch vor der Absicherung dort ab, ziehst von dort eine 4mm²-Leitung in deine Garage, installierst dort eine kleine, einreihige Unterverteilung wo im Prinzip nur der kombinierte LS/RCD rein muss, den du von Renault bekommen hast/wirst/haben wirst, und von dort dann mit 2,5mm² an die 14A-Steckdose von Legrand.
Fertich, alles andere ist Pfuscherei und fast der selbe Aufwand.

Dazu eine Frage in die Runde:
Wenn ich den Strom von der Nachbargarage bezieh (falls wir das dann dürfen) und ein Stromzähler dazu schalte, die werden mir ja den Strom nicht schenken wollen ;) wer bekommt dann die Verluste der langen Leitung, wenn der Zähler von der Nachbargarage meiner Garage ist? Der müsste dann ja zählen ab der Nachbargarage und die Verluste zwischen der Nachbargarage und dem Hausanschluss vom Nachbarn gehen mich nichts an, oder? Den da liegt die Leitung schon seit 20 Jahren und hat sicher nicht den optimalen Querschnitt.

So richtig offiziell mit Zähler vom EVU? Lohnt nicht.
Oder mit selbst beschafftem auf Vertrauensbasis? Wäre evtl. denkbar. Wenn die Leitung da nicht allzu marode ist.
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Re: Garage selbst mit Steckdose versorgen

Beitragvon EV-Jens » Mo 23. Jan 2017, 23:05

MineCooky hat geschrieben:
flow2702 hat geschrieben:
Bei 4 mm² beträgt der Spannungsfall ca. 5 Volt oder 2,2%. Das wäre das absolute Minimum, allerdings wirst du hier tatsächlich Probleme mit der Einführung der Adern in die Steckdose bekommen.


Und was mach ich jetzt als? :?

Einen kleinen Unterverteilerkasten mit Hutschiene an die Wand dübeln:
http://www.ebay.de/itm/161682109635

Reinpassen sollten 3 Anschlußklemmen als Übergang von 4 auf 2,5er Leitung:
http://www.ebay.de/itm/Hauptleitungskle ... Swo3pWcm3S

und eine Steckdose:
http://www.ebay.de/itm/Einbausteckdose- ... Sw5ClXxob-

und ein Leitungsschutzschalter+FI:
http://www.ebay.de/itm/Fehlerstromschut ... r6HOX8Zb7g

So würde ich das in Deinem Fall machen, und hatte es auch so ähnlich installiert in einer Garage die ich mal für ein E-Auto gemietet hatte.

6 Steckplätze im Kasten müssten reichen, bei 8 paßt auch noch ein Zähler rein hier in der Luxusausführung mit Anzeige von Energie und Momentanleistung:
http://www.ebay.de/itm/LCD-Wechselstrom ... Sw2s1UsALq

Nach meiner langjährigen Erfahrung mit einem Renault Express electrique mit einem echten 3,5kW-Ladegerät geht das durchaus mit einer normalen Schuko-Steckdose, wenn die Verdrahtung solide gemacht wird.
Oder die Legrand-Steckdose, wenn vorhanden, separat montieren.

Gruß Jens
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[Ex: Scootelec, EVT168, Saxi, Renault Express, Th!nk. Zoe R90 seit 24.02.17]
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Re: Garage selbst mit Steckdose versorgen

Beitragvon PHEV » Di 31. Jan 2017, 00:34

Kurze Frage noch von mir zu dem Thema...
Habe die folgende Situation.

Vom Hauptverteiler zum Carport wurde ein 5x2,5mm Kabel verlegt. Länge ca. 35m.
Im Verteiler befindet sich ein 4 poliger FI welcher jeweils L1, L2 und L3 schützt.
L1 ist dahinter durch einen B16 Sicherungautomaten geschützt und versorgt im Carport Licht und Steckdosen.
L2 ist mit einem C16 Sicherungsautomaten geschützt und versorgt eine Wallbox mit einer max. Leistung von 3,7kw angeschlossen an einer CEE16 Dose.
L3 wird nicht genutzt.
N und PE werden gemeinsam genutzt (logisch).
Aufgrund der Phasenverschiebung sollte das soweit passen. Soweit Richtig?

Der Verlust auf der Leitung beträgt derzeit laut Berechnung ca. 3,5% also grenzwertig :roll:
Hätte ich einen Vorteil die letzte derzeit nicht genutzte Ader des 5 adrigen Kabel ebenfalls für die Wallbox zu verwenden sodass sich der Leitungsquerschnitt verdoppelt? Ich vermute ganz stark, dass N dann ebenfalls im Querschnitt verdoppelt werden müsste.

Ein neues Kabel verlegen kommt derzeit nicht in Frage.
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Re: Garage selbst mit Steckdose versorgen

Beitragvon TomTomZoe » Di 31. Jan 2017, 01:05

Die fünfte Leitung könntest Du auch mit als L2 anschließen, das verringert die Verluste auf der Phase für Deine einphasige Wallbox um 50%, auf dem Nulleiter bleiben die Verluste so hoch wie sie sind. Im Endeffekt wirst Du Dir imho 25% der derzeitigen Verluste sparen. Die Absicherungen mit 16A auf keinen Fall erhöhen, weiterhin max. 3,7kW.
Normkonform ist das alles jedoch nicht, also Obacht! Jeder der nichts von der Sonderbeschaltung (Kabelfarben anders im Einsatz als laut Norm verwendet) wird sein blaues Wunder erleben (im Extremfall erlebt er es auch gar nicht nicht mehr)
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Re: Garage selbst mit Steckdose versorgen

Beitragvon PHEV » Di 31. Jan 2017, 12:15

Die Absicherungen mit 16A auf keinen Fall erhöhen, weiterhin max. 3,7kW.


Logisch da der Querschnitt von Null bzw. PE Leiter nicht vergrößert wurde.
Der Bedarf besteht derzeit nicht da der Outlander PHEV mit max. 3,7kw laden kann.

Normkonform ist das alles jedoch nicht, also Obacht! der nichts von der Sonderbeschaltung (Kabelfarben anders im Einsatz als laut Norm verwendet) wird sein blaues Wunder erleben (im Extremfall erlebt er es auch gar nicht mehr)


Warum ist es nicht Normkonform? Ein 5 adriges Kabel wird in der Regel für Drehstrom eingesetzt somit werden die Kabelfarben schwarz, braun, grau für L1 - L3 genutzt. Abgesehen davon, dass ich L3 nicht nutze ist werden die trotzdem als Phase genutzt. Macht doch eigentlich keinen Unterschied oder?
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