Einfaches Energiemanagement Photovoltaik für Elektrofahrzeug

Einfaches Energiemanagement Photovoltaik für Elektrofahrzeug

Beitragvon Stromuser » So 19. Mär 2017, 19:09

Liebe Forenmitglieder,
wir besitzen eine 3,2 kwp Photovoltaikanlage und speisen ca. 2.000 kWh als Überschuss ein. Der fronius Wechselrichter Simo besitzt ein Schaltrelais, mit dem ab einem fix eigestellten Wert (z.B. ab Produktion 1000 W) ein Schütz angesteuert werden kann, der die Ladeleitung für ein E-Fahrzeug freigibt. D.h. bei einer Ladeleistung von 10 A würden bei 1.000 W Eigenproduktion noch 1.300 W aus dem Netz kommen.
Die Lösung wäre wesentlich einfacher und kostengünstiger als andere Smart Lösungen wie SMA smart home oder solar log. Internet ist ebenfalls nicht erforderlich und daher auch kein Datenaustausch mit den jeweiligen Portalen.

Nachteilig sind die Schaltzyklen. Bei wechselden Wetterverhältnissen kann die Stromzufuhr öfters pro Tag unterbrochen werden. Da wir noch Änderungen an der Elektroinstallation planen und die Anschaffung eines Elektroautos erwägen, möchte ich bezüglich Erfahrungen mit solchen Schaltungen nachfragen. Wie reagieren die Elektroautos bei Ladeunterbrechungen durch Unterbrechung der Stromzufuhr (beim VW e-up gab es in dieser Hinsicht Probleme) - wird der Ladevorgang nach Anschalten des Stroms fortgesetzt?

Falls jemand Erfahrungen mit solchen Schaltungen hat würde es mich freuen, wenn er diese mit mir teilt.
Lg
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Beitragvon Fluencemobil » So 19. Mär 2017, 19:55

Das wird schwierig zu sagen sein.
In der Regel wird es eine wallbox (sollte der hersteller wissen) nicht mögen, wenn das Auto vor dem Strom ( er wird ja unterbrochen) angeschlossen wird.
Mein Ladeziegel ((10A ueber schuko) vom Renault, ist da unempfindlich. Der fluence auch. Da es aber (Anzahl der wallboxen x Anzahl der Autos) sehr viele Varianten gibt, würde ich eher einen suchen der sein Auto so lädt und bei ihm das geplante Auto testen.

Hört sich aber interessant an, da steuerbare wallboxen die nach dem PV Strom nachregeln, ca. 1000,- Euro mehr kosten als normale die dies nicht können.
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Re: Einfaches Energiemanagement Photovoltaik für Elektrofahr

Beitragvon E-lmo » So 19. Mär 2017, 20:51

Wenn unbedingt solarabhängig geladen werden soll, würde ich nicht die Leistung schalten, sondern mit dem Schaltrelais den Freigabe-Eingang einer geeigneten Wallbox ansteuern. Dann muss das Ladegerät im Auto darauf reagieren und wird nicht mit häufigen Stromausfällen konfrontiert. Wie beim harten Abschalten der Stromzufuhr.

Generell ist bei solargesteuertem Laden der Ladestand und die daraus resultierende Reichweite schlecht planbar und nicht immer steht das Fahrzeug mittags angeschlossen an der Wallbox.
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Re: Einfaches Energiemanagement Photovoltaik für Elektrofahr

Beitragvon ghuck » So 19. Mär 2017, 21:29

Einige Elektroautos mögen es gar nicht, wenn die Ladung unterbrochen wird oder unter eine bestimmte Leistungsgrenze geht (meine 500e geht z.b. unter 6A Ladestrom auf Störung).
Ich steuere meine KEBA P30 Wallbox (nur C und X Serie ist mit UDP steuerbar!) mit einem Raspberry Pi und FHEM. Habe es so eingestellt, dass auch bei wenig PV-Leistung mit mindestens 6A geladen wird. Sobald die PV mehr bringt steigt auch der Ladestrom (bis zum maximalen, in der Wallbox fix kodierten Ladestrom).
Der Raspberry kostet nicht mal 50,-- Euro, die Software ist frei.
Eine Abschaltung der laufenden Ladung und das Wiedereinschalten über die Wallbox mag mein Auto gar nicht. :cry: -> Störung

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Re: Einfaches Energiemanagement Photovoltaik für Elektrofahr

Beitragvon Stromuser » Mo 20. Mär 2017, 09:56

Vielen Dank für die Rückmeldungen. Grundsätzlich ist nicht angedacht, eine Wall-Box zu installieren. Aufgrund unserer Nutzungsanforderungen sind #Schnellladungen# in 3 – 4 Stunden nicht notwendig. Auto wird größtenteils für Kurzstrecken benutzt und steht danach wieder in der Garage. Eine Ladung jenseits der 10 A wäre auch hinsichtlich Optimierung des Eigenverbrauchs der PV-Anlage nicht sinnvoll, da meine Photovoltaikanlage zu Spitzenzeiten höchstens 13 A liefert. Bei dem beschriebenen System bestünde ein eigener Stromkreis (Schukosteckdose), der sich nach Erreichen der vorprogrammierten Wattzahl im Wechselrichter durch den angesteuerten Schütz schließt und Strom zur Steckdose liefert. Die Leitung liefert ständig die erforderlichen 10 A (bei unzureichender Produktion erfolgt der Ausgleich über das Netz) – in dieser Hinsicht gibt es keine Schwankungen.
Schließe aber die Anschaffung einer Wall-Box nicht aus. Für mein e-bike wäre die oben beschriebene Lösung kein Problem, da der Ladevorgang nach Unterbrechung und Wiederherstellung der Stromzufuhr ohne Probleme weitergeht. Bei den E-Autos scheint das Lademanagement anspruchsvoller zu sein (auch aufgrund der auftretenden Ströme).
Die Lösung von ghuck ist interessant – werde ich mir näher ansehen (werde sicher dazu noch Fragen haben). Außerdem steht mir nächste Woche nochmals der Hyundai Ioniq aus unserem Firmenpool zur Verfügung. Werde hier das Ladeverhalten bei Stromunterbrechung testen.
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Re: Einfaches Energiemanagement Photovoltaik für Elektrofahr

Beitragvon rolandk » Mo 20. Mär 2017, 10:26

Mit einer Anlage von 2,3kWp ein E-Auto laden zu wollen ist ausgemachter Unfug. Klar geht das, aber genauso kann man mit einer Nagelschere einen 100m² Rasen kürzen, oder mit 'nem Trabbi 'nen Acker pflügen.

Auf die Idee würde auch niemand kommen, aber beim laden mittels PV-Anlage wird seltsamerweise immer vergessen, etwas zu rechnen. Ist hier wiederholt thematisiert worden.

2000 kWh Produktion heißt eben nicht 100 mal einen 20kWh Akku laden zu können. In den 2000 kWh Produktion sind auch die Zeiten enthalten, wo eben weniger als 1400W (ca. 6A) produziert wird.
Da fängt in der Regel ein E-Fahrzeug gar nicht mit dem Laden an.
Bei einer 2,3kWp Anlage müßte die Anlage also über 50% des max. peak erzeugen. Wann passiert das denn? Und wievel bleibt dann bei der Jahresprodution tatsächlich übrig?

Genauso wie hier in einem anderen Thread von einer Anlage mit reichlich Überschuss berichtet wird, um dann zu schreiben, das die Anlage 5kWp hat.

kWp heißt ja nicht, das bei ein bißchen Sonnenschein sofort die 5000 Watt so vom Dach kommen.

Als Unterstützung die PV-Anlage zu nutzen, ist 'ne prima Sache. Aber vergesst diesen Unfug mit einer Überschuss-only Ladung als Ladestrategie, wenn die Anlage <30 kWp ist und wenn sich dann das Fahrzeug während der Mittagszeit eben nicht am Solarstandort befindet.

PV-Anlage dran und gut..... und wer möglichst viel solaren Strom nutzen will, reduziert die Ladeleistung entsprechend, sollte dabei aber daran denken, das bei geringen Ladeströmen die Ladeverluste am höchsten sind, d.h. eine 20kWh Batterie benötigt dann zur Vollladung eben 22-26kWh. Wenn die 2-6kWh dann alleine aus der PV-Anlage kommen, kann sich den Spaß dann auch wieder sparen, wenn die als Tagesleistung auch nur z.B. 5kWh raus haut....

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