Drehstromnetz.de

Re: Drehstromnetz.de

Beitragvon TeeKay » Mi 27. Aug 2014, 16:18

MarkusD hat geschrieben:
Doch. BMW zum Bleistift.
Aber 7.4-0-0 ist offensichtlich nicht als unterschiedliche Last auf den drei Phasen definiert. Ebensowenig 3.7-0-0, sonst könnte ich nicht mit meinem Kabel laden.
Also ist es keine Frage der Technik, sondern nur eine Frage der Definition und damit der (software)technischen Auslegung der Ladesäule.

Das ist doch Erbsenzählerei. Bei einphasigen Ladern gibts immer unterschiedliche Last auf den drei Phasen. Das ist logisch und Folge der Auslegung der meisten Fahrzeuge. Es gibt aber kein einziges serienmäßiges Fahrzeug, dass auf allen drei Phasen Last erzeugt, dabei aber die Phasen unterschiedlich belastet. Dass die Ladesäulen diese Unterscheidung treffen zeigt doch, dass sich die Softwareentwickler etwas dabei gedacht haben. So eine Prüfung programmiert sich nicht von selbst.
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Re: Drehstromnetz.de

Beitragvon PowerTower » Mi 27. Aug 2014, 17:22

Das kann so aber nicht sein, denn
1.) gibt es keine Regel, wie Ladegeräte angeordnet sein müssen. BMW hätte genau so gut - wie viele zum Anfang vermutet haben - die 7,4 kW auf zwei Phasen verteilen können, was mit der Ladeinfrastruktur ebenso hätte funktionieren müssen. Nach deiner Einschätzung müsste die Ladesäule dann denken: "das ist bestimmt ein 11 kW Lader mit Phasenausfall, sofort abschalten" - darf sie aber nicht.
2.) müsste dazu in der Ladesäule eine Datenbank an möglichen Ladegerätekonfigurationen hinterlegt sein, und zwar von ChingChangChong über Citysax, Tazzari, German-E-Cars und Co. bis hin zu den modernen Fahrzeugen. Dies ist garantiert nicht der Fall.
3.) solange das Fahrzeug über CP den "ready" Zustand meldet hat die Ladesäule lediglich ihre normalen elektrotechnischen Aufgaben zu erfüllen. Strom freigeben, Fehler- und Überströme überwachen. Eine Ladesäule die sich bei Fahrzeugzustand "ready" und einer einwandfreien elektrotechnischen Installation im Fahrzeug weigert Strom freizugeben, gehört als defekt gemeldet.

Davon abgesehen habe ich aber gerade nochmal eine von Stefans SMS gelesen. Da hat er mir geschrieben, dass die dreiphasigen TNM Ladepunkte auch ohne Schieflast (3x 3 kW gleichmäßig verteilt) das Zivan NG9 nach drei Minuten wegschalten. Damit ist die Schieflast also nicht der Verursacher, sondern die Typ2 Ladeelektronik bei TNM Ladepunkten mag das NG9 nicht. Ist aber genau so ein Punkt, der nicht eintreten darf und der bei CEE auch nicht auftritt. Bei vielen anderen Typ2 Säulen auch nicht, aber anscheinend gibt es da keine 100% Quote und das ist blöd, wenn man in dem Moment darauf angewiesen ist. Hier gilt es Ursachenforschung zu betreiben, warum der Ladevorgang abgeschalten wurde. Und das sind eben solche Momente, da verflucht man die ach so intelligente Typ2 Elektronik. Ging mir ja genau so mit dem defekten Stecker, bei dem CP sporadisch keinen Kontakt mehr hatte. Diese Momente werden in Zukunft hoffentlich - und bestimmt - weniger, dann steigt auch die Akzeptanz von Typ2. Wir stehen ja noch am Anfang.

Ich durfte mir vor Kurzem mal eine e-on Ladesäule von innen anschauen. Mich wundert da ehrlich gesagt nicht, dass bei so komplizierter Technik der Service ab und zu mal ran muss. Und das alles nur um bisschen Drehstrom freizuschalten.
Zuletzt geändert von PowerTower am Mi 27. Aug 2014, 19:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Drehstromnetz.de

Beitragvon MarkusD » Mi 27. Aug 2014, 19:11

TeeKay hat geschrieben:
Dass die Ladesäulen diese Unterscheidung treffen zeigt doch, dass sich die Softwareentwickler etwas dabei gedacht haben. So eine Prüfung programmiert sich nicht von selbst.
Eben. Darauf will ich doch hinaus. Warum programmiert man überhaupt sowas? Mit welchem Hintergrund?

Ich zweifle nicht daran, daß sich die Softwareentwickler etwas dabei gedacht haben. Die Frage ist nur: Was?
Wobei, bin ja selbst Softwareentwickler, da muß ich auch manche Specs gemäß Kunden(!, das muß nicht unbedingt dem technisch Möglichen entsprechen) erfüllen, obwohl eigentlich offensichtlich ist, daß das suboptimal ist.

Gruß
Markus
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Re: Drehstromnetz.de

Beitragvon PowerTower » Mi 27. Aug 2014, 19:22

Wie schon geschrieben Markus, trat das Problem auch ohne Schieflast bei Stefan auf. Ich bin mir sicher, dass es keine Schieflastkontrolle in den Ladepunkten gibt, erstens wegen Aufwand, zweitens weil jedes Elektroauto anders konstruiert ist und es keine Vorschriften für die Phasenbelegung von Ladegeräten gibt (!) und drittens weil ich selbst schon genug Bastelfahrzeuge mit teilweise fünf Ladegeräten hab an Typ2 laden sehen und es immer funktioniert hat. Das hier beschriebene Problem ist wohl einfach durch eine Unverträglichkeit zwischen NG9 und Ladeüberwachungseinheit der TNM Wallbox entstanden. Führt aber eben neben den anderen genannten Problemen zum Fazit, dass Typ2 in Summe deutlich zickiger ist als CEE. Dass es natürlich jede Menge Vorteile gibt ist unbestritten, aber was nützen die, wenn mir die Infrastruktur vor lauter Sicherheit und "Fehlinterpretation" des Ladegeräts keinen Strom gibt.

Man möge mir bitte die Typ2 Spezifikation zeigen, die ausschließlich einphasiges laden oder dreiphasiges laden ohne Schieflast vorschreibt. Nur weil andere Konfigurationen nicht üblich sind heißt das noch lange nicht, dass man es nicht anders machen darf.

Nicht falsch verstehen, ich mag Typ2 - wenn es denn zuverlässig funktioniert. ;)
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Re: Drehstromnetz.de

Beitragvon mlie » Mi 27. Aug 2014, 19:34

Der Grundsatz der Elektroinstallation ist wegen der Gefahren eben:"Hauptsache die Sicherheit ist -auch bei Fehlern- gegeben, die Funktion ist ein eher unwesentlicher Aspekt". Und der Typ 2 Stecker folgt diesem Grundsatz eben. So ist zumindest sichergestellt, dass niemand zu Schaden kommt, denn was nützt mir der volleste Akku, wenn ich mit Herkammerflimmern neben dem Fahrzeug liege...

Jetzt kommen natürlich gleich wieder die Bastler aus der Ecke, die noch nie einen Unfall oder ein Problem hatten, aber das gehört dazu.
Die Vorteile des Typ2 uberwiegen deutlich, und die gelegentlichen Probleme werden zunehmend abnehmen, wir sind sozusagen die Vorläufer, Tester, Pioneere, wir können in 30 Jahren unseren Enkeln erzählen, wie es früher war, mit den ersten Massentauglichen Elektroautos zu fahren. ;-)
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Nichts ist so dringend, als dass es morgen nicht noch dringender wäre.
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Re: Drehstromnetz.de

Beitragvon chris_bonn.de » Mi 27. Aug 2014, 19:35

So, hab eben diesen Thread gefunden und möchte einiges kommentieren:

Geschlossene Gruppe: DSN hat eine längere Historie. War ursprünglich offen, hat sich dann wegen schlechter Erfahrungen mit "Dritten" zunehmend geschlossen. Zuwachs von 10 Mitgliedern pro Monat, zZt ca 350 bundesweit.

Nicht für Stadtbewohner: Falsch. Jeder kann Mitglied werden. Auch die in Mietwohnungen, die nicht wissen, wo sie die Box aufstellen können. Wie? Ganz einfach: Pate werden!!! Tip: Geh zu deiner Gemeinde, oder Sportverein, Biobauern, Onkel, Tante, Buder, Schwester etc und frage, ob Du dort so eine Box installieren lassen kannst!

Es ist ansonsten eine Notladesituation! Das notwendige Mitführen der Ladebox ist etwas umständlicher, ebenso das Hantieren mit der Box. Schicker ist Typ2 vor dem Cafe am Rathausplatz. Die DSK-Boxen stehen oft langweilig in irgendwelchen Vorort-Wohngebieten, dafür sind die Boxen sehr zuverlässig. Aber: Eine DSK in der Nähe einer versagenden Typ2 Säule hat schon den ein oder anderen gerettet, und mit 11 oder 22kW nicht zu schlecht. Es ermöglicht mitunter auch das Reisen, ohne 50 verschiedene Ladekarten mitzuführen. Das Mitführen der Ladebox ermöglicht zudem noch zusätzliche Notfall-Lademöglichkeiten in/an Hotels, Friedhöfen, Krankenhäusern, Golfplätzen, Klein- und Großgewerbe, Restaurantküchen, Bauernhöfe - die haben alle zugängliche rote CEE-Dosen!

Wenn du billig Mitglied werden möchtest, reicht eine rote 16er oder 32er Dose (Baumarkt 10 Euro oder so). Die Lokalisation sollte passend sein (nicht auf dem Kinderspielplatz). Die kostenintensiveren und halbwegs vernünftig abgesicherten Boxen, die viele DSK-Mitglieder haben, sind halt robuster, solider.

Noch ein Tip: In Notsituation kontaktiere ein DSK-Mitglied, er wird Dir den nächsten DSK-Standort nicht vorenthalten und Dir aus der Patsche helfen - sehr nette Kontakte - so hab ichs jedenfalls erlebt.
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Re: Drehstromnetz.de

Beitragvon PowerTower » Mi 27. Aug 2014, 19:41

mlie hat geschrieben:
Der Grundsatz der Elektroinstallation ist wegen der Gefahren eben:"Hauptsache die Sicherheit ist -auch bei Fehlern- gegeben, die Funktion ist ein eher unwesentlicher Aspekt". Und der Typ 2 Stecker folgt diesem Grundsatz eben. So ist zumindest sichergestellt, dass niemand zu Schaden kommt, denn was nützt mir der volleste Akku, wenn ich mit Herkammerflimmern neben dem Fahrzeug liege...)

Das ist doch vollkommen richtig, aber abschalten ohne tatsächliche Fehlfunktion ist eben ein no-go!

@Chris, danke für die Erklärung. Das mit der Patenschaft findet man nicht so auf den ersten Blick. So wie das auf der Homepage beschrieben ist würde ich es so interpretieren, dass ich einen eigenen Ladepunkt benötige. Dennoch würde ich wohl, wenn mir jemand schon diese Möglichkeit anbietet, etwas mehr Geld investieren und gleich eine TNM Lademöglichkeit installieren. Da erreicht man schon eine größere Zielgruppe und die Spende kommt elektronisch. :D Aber stimmt schon, um CEE braucht man sich keine Sorgen machen, das funktioniert eben einfach immer.
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Re: Drehstromnetz.de

Beitragvon Hasi16 » Mi 27. Aug 2014, 19:54

PowerTower hat geschrieben:
Das ist doch vollkommen richtig, aber abschalten ohne tatsächliche Fehlfunktion ist eben ein no-go!

Das ist doch eine sehr spezielle Situation.
Man braucht für eine Ladesäule nur
- einen Charge Controller
- ein Schütz
- eine Typ 2 Dose/Kabel.

Auch wenn man sich bei der CEE den Charge Controller spart, in eine Typ 2 Dose kann man eher reingreifen, weil dort kein Strom sein sollte und ist somit kindersicherer. Bei einer unwahrscheinlichen/seltenen Fehlfunktionen muss man auf einen funktionierenden FI hoffen. Bei CEE ist zu mindestens immer Strom drauf - ich nehme an, dass hier FIs auch Pflicht sind.
Ein kaputter Charge Controller sollte die Ausnahme sein.

Weil die Unternehmen Geld verdienen wollen haben sie sich so "unnötige" Sachen wie "Abrechnungssysteme" ausgedacht. Und die bräuchte man auch bei CEE-Dosen. Und genau die legen in aller Regel eine Säule lahm. Daher greifen die Argumente "CEE geht nicht so schnell kaputt" auch nicht im geringsten.

Von daher ist DSK ja ganz nett und ich könnte mir hier auch so ein Ding an die Wand schrauben. Aber wofür? Dann investiere ich meine Zeit lieber sinnvoll und pflege das Stromtankstellenverzeichnis und, spreche Hotels, Restaurants und Bürgermeister an, damit wir endlich eine vernünftige Ladestruktur für jedermann hin bekommen.

Viele Grüße
Hasi16
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Re: Drehstromnetz.de

Beitragvon wp-qwertz » Mi 27. Aug 2014, 21:10

chris_bonn.de hat geschrieben:
...
Geschlossene Gruppe: DSN hat eine längere Historie. War ursprünglich offen, hat sich dann wegen schlechter Erfahrungen mit "Dritten" zunehmend geschlossen. Zuwachs von 10 Mitgliedern pro Monat, zZt ca 350 bundesweit.

Nicht für Stadtbewohner: Falsch. Jeder kann Mitglied werden. Auch die in Mietwohnungen, die nicht wissen, wo sie die Box aufstellen können. Wie? Ganz einfach: Pate werden!!! Tip: Geh zu deiner Gemeinde, oder Sportverein, Biobauern, Onkel, Tante, Buder, Schwester etc und frage, ob Du dort so eine Box installieren lassen kannst!
...

Danke.
So sehe ich das auch fand es eine schöne Zusammenfassung.
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Re: Drehstromnetz.de

Beitragvon eDEVIL » Mi 27. Aug 2014, 21:42

PowerTower hat geschrieben:
Das hier beschriebene Problem ist wohl einfach durch eine Unverträglichkeit zwischen NG9 und Ladeüberwachungseinheit der TNM Wallbox entstanden.

Stefan hat vermutet, das es daran leigt, das der NG9 kein "n" hat? ist dem so?
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

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